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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.12.2023

Einfach großartig

Harry Potter und der Gefangene von Askaban (Schmuckausgabe Harry Potter 3)
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Ich hatte von mehreren Personen gehört, der dritte Potter-Band sei ihr Liebling aus der Reihe und bin mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Ich wurde nicht enttäuscht, bezogen auf die ersten drei ...

Ich hatte von mehreren Personen gehört, der dritte Potter-Band sei ihr Liebling aus der Reihe und bin mit entsprechend hohen Erwartungen gestartet. Ich wurde nicht enttäuscht, bezogen auf die ersten drei Teile kann ich das Urteil absolut nachvollziehen.

Obwohl ich die ein oder andere Ahnung zu den Geschehnissen hatte, war ich am Ende doch sehr überrascht über die raffinierte Konstruktion der Handlung, die zum Teil auf die Vorbände zurückgreift (und ziemlich sicher auch folgende vorbereitet). Wie immer wurden geschickt falsche Fährten gelegt, und trotz der Tatsache, dass ich die Kniffe her und da inzwischen zu durchschauen meine, bin ich insgesamt doch wieder sehr im Dunkeln getappt.

Außerdem ist die Erzählung einfach stimmig – die Charaktere entwickeln sich weiter, Konflikte vertiefen sich, neue interessante Figuren werden eingeführt und weitere Details aus der Zauberwelt und Harrys Vergangenheit enthüllt, alles verpackt im bewährten Mix aus Spannung, Geheimnissen und Witz. Das war ein rundum gelungenes Leseerlebnis für mich.

Die großartigen Illustrationen waren ein weiteres Highlight, auch wenn das Format des Buches nicht gerade handlich ist.

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Veröffentlicht am 29.11.2023

Anders (besser) als erwartet

Literally Love 1. Paperthin Touch
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Aufgrund der Aufmachung des Buchs sowie der Inhaltsangabe und des Werbetextes habe ich eine locker-leichte romantische Komödie erwartet. Ich habe viel gelacht, und es gibt jede Menge romantisches Prickeln, ...

Aufgrund der Aufmachung des Buchs sowie der Inhaltsangabe und des Werbetextes habe ich eine locker-leichte romantische Komödie erwartet. Ich habe viel gelacht, und es gibt jede Menge romantisches Prickeln, aber die Bezeichnung „locker-leicht“ trifft dennoch nicht zu. Und gerade das macht für mich aus einer wirklich tollen Geschichte eine großartige.

Auf den ersten Seiten haben mir einzelne Szenen noch leichte Schwierigkeiten bereitet, weil ich den Eindruck hatte, dass mir Vorwissen fehlt oder dass Klischees bedient werden. Das hat sich jedoch schnell gelegt, und viele der Charaktere sind mir zügig ans Herz gewachsen. Hauptsächlich geht es natürlich um Lektorin Clio und Autor Bryn, zwischen denen sehr bald eine äußerst unterhaltsame Dynamik entsteht, aber es gibt einige ebenfalls interessante Nebenschauplätze und erfrischende Twists in Bezug auf die angesprochenen Klischees. Ganz nebenbei konnte ich einiges über die Verlagswelt lernen.

Insgesamt war dieser Roman ein erwartungsgemäß kurzweiliges Lesevergnügen, das durch das Streifen wichtiger Themen wie Freundschaft, Liebe in unterschiedlichen Facetten, Loyalität und Rücksicht eine für mich überraschende Tiefe erreicht. Klare Leseempfehlung für RomCom-Fans, aber auch wer sich nicht uneingeschränkt für dieses Genre begeistert, kann hier durchaus einmal einen Versuch wagen.

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Veröffentlicht am 05.11.2023

So ein schönes Buch

Dieses schöne Leben
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Es fällt mir gar nicht so leicht, zu diesem schönen Buch die richtigen Worte zu finden. Die Geschichte dreht sich um den Tod und das Sterben, vor allem aber um die Frage, was ein gutes Leben ausmacht. ...

Es fällt mir gar nicht so leicht, zu diesem schönen Buch die richtigen Worte zu finden. Die Geschichte dreht sich um den Tod und das Sterben, vor allem aber um die Frage, was ein gutes Leben ausmacht.

Der Schreibstil ist flüssig und ohne komplizierte Sätze gut zu lesen, und doch enthält der Text immer wieder Passagen, über die es sich länger nachzudenken lohnt, zum einen eingeflochten in die Überlegungen der Protagonistin Clover, die das Geschehen um sie herum fortlaufend beobachtet und reflektiert, zum anderen eingebracht über ihre Gespräche mit den verschiedensten Personen.

Ich habe mich als introvertierter Mensch in mancher Hinsicht gut mit Clover identifizieren können, auch wenn ich ihre Handlungen hin und wieder doch als sehr merkwürdig und ihre Reaktionen hier und da als ein wenig drastisch empfunden habe. Meist waren das Stellen, an denen sie später selbst zu dem Schluss gelangte, sie habe sich falsch verhalten oder überreagiert.

Insgesamt hat mir die Figurenzeichnung gut gefallen. Sie ist nicht übermäßig ausführlich, aber ausreichend, um ein Bild von der jeweiligen Person entstehen zu lassen. Vor allem aber werden die Menschen in der Regel mit einem wohlwollenden Blick beschrieben, d.h. Verhaltensweisen, die kritisch betrachtet werden, werden oft um Überlegungen zu möglichen Beweggründen ergänzt.

Die Geschichte hat ein eher mäßiges Tempo, ist stellenweise nachdenklich oder traurig, aber im Gesamtergebnis vor allem hoffnungsvoll und ein Plädoyer dafür, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sein Leben gestalten möchte, um es am Ende als ein schönes Leben bezeichnen zu können. Wer gefühlvolle Romane ohne großen Kitsch und eher leise Töne mag, wird hier ziemlich sicher auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Keine leichte Kost

James
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Die Leseprobe für dieses Buch hatte mich neugierig gemacht, obwohl ich „Huckleberry Finn“ nie gelesen habe. Einer Zusammenfassung zufolge, nach der ich anschließend geschaut hatte, hat Everett viele Handlungsteile ...

Die Leseprobe für dieses Buch hatte mich neugierig gemacht, obwohl ich „Huckleberry Finn“ nie gelesen habe. Einer Zusammenfassung zufolge, nach der ich anschließend geschaut hatte, hat Everett viele Handlungsteile der Vorlage aufgenommen und andere hinzugefügt (was zu erwarten war, insbesondere um die Zeiträume mit Leben zu füllen, in denen Huck und „Jim“ getrennt sind). Er weicht aber offenbar stellenweise auch von der Originalgeschichte ab.

Insgesamt ist hier ein Text entstanden, der trotz des grundsätzlich schwierigen Themas anfangs von bissigem Humor und einem ironischen Ton geprägt ist. Dieser verliert sich im weiteren Verlauf immer weiter – was passend ist, da auch die Handlung zunehmend düsterer bzw. die Realität des Lebens als Sklave immer deutlicher erzählt wird.

Im Endergebnis ist das Buch stilistisch zwar locker und flüssig zu lesen, aber alles andere als leichte Kost, sondern eine zuweilen bitterböse Geschichte, aus der sich trotz des historischen Settings auch immer mal wieder ein Bogen in die Gegenwart spannen lässt.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

Vielschichtig und wendungsreich

Stunde um Stunde
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Bei diesem Buch habe ich anhand der Inhaltsangabe mit Vielschichtigkeit gerechnet, schließlich wird dort schon erwähnt, dass neben dem Kriminalfall die Hintergründe der ermittelnden Personen eine Rolle ...

Bei diesem Buch habe ich anhand der Inhaltsangabe mit Vielschichtigkeit gerechnet, schließlich wird dort schon erwähnt, dass neben dem Kriminalfall die Hintergründe der ermittelnden Personen eine Rolle spielen. Trotzdem hat mich die Fülle der Ereignisse in der Geschichte dann doch überrascht. Da wird in diverse menschliche Abgründe geblickt, und es mangelt nicht an Konflikten.

Die Charaktere sind überwiegend lebendig gezeichnet, wie im wirklichen Leben hat jeder von ihnen sein Päckchen zu tragen und wird davon beeinflusst. Mit der jungen gescheiterten Polizeianwärterin Lynette und dem deutlich älteren Undercover-Polizisten Charlie hat die Autorin ein interessantes Ermittlerduo geschaffen, und es deutet sich am Ende an, dass es weitere Fälle für die beiden geben könnte.

Die Geschichte wird wendungsreich erzählt, garniert mit reichlich Gewalt und derber Sprache. Das ist in manchen Szenen durchaus passend, insgesamt hätte beides meiner Ansicht nach aber um einiges sparsamer verwendet werden können. Die Handlung habe ich nicht immer als völlig plausibel empfunden, was mich im Gesamtzusammenhang aber nicht gestört hat. Mehr als einmal wurde ich völlig überrascht, vorhersehbar war für mich kaum etwas.

„Weniger ist mehr.“ ist hier auf jeden Fall nicht das Motto, die Story wäre durchaus auch ohne den einen oder anderen Nebenschauplatz ausgekommen. Aber ich bin trotzdem gut unterhalten worden, es gab in meinen Augen keine Längen, und ich würde einen Folgeband definitiv lesen.

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