"Über alle Grenzen: Anna und Yasin“ von Maya Sheperd hat mich zutiefst berührt. Ich hab mit den Charakteren vor Freunde gejauchzt und bittere Tränen geweint, da ihnen so viel Ungerechtigkeit widerfährt.
Inhalt:
Der Roman handelt von Anna und Yasin. Zwei jungen Menschen, deren Wege sich auf einer Schule in Köln kreuzen. Anna ist nach der Scheidung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Köln gezogen und musste in Berlin all ihre Freunde zurücklassen. Da ihre Mutter mit ihrer eigenen Trauer zu sehr beschäftigt ist, steht Anna völlig alleine da und findet nur einen Ausweg für ihren Kummer. Sie ritzt sich Wörter in ihre Haut.
Yasin kommt aus dem Kosovo und flüchtet nach Deutschland. Während seiner Flucht wiederfahren im schreckliche Dinge. In der Schule wird er von den meisten als Außenseiter behandelt. Als er jedoch auf Anna trifft, sehen die beiden in einander so viel mehr als alle anderen in ihnen.
Meinung:
Dieses Buch handelt von einer wahren Liebe, die sich allen Widrigkeiten, die sich ihr in den Weg stellen, überwindet. Maya Sheperd widmet sich in diesem Buch schwierigen Themen, die von so manch anderem tabuisiert werden. Sowohl die Flucht aus dem Kosovo nach Deutschland, das Ritzen eines jungen Mädchens, als auch die gesellschaftlichen und politischen Hürden, denen sich das junge Liebespaar stellen muss, sind keine leichten Themen.
Man kann sich von der ersten bis zur letzten Seite gut in die Charaktere hineinversetzen und fühlt mit ihnen mit. Es ist jedoch nicht immer leicht zu ertragen, was sowohl Anna als auch Yasin auf ihrem Weg widerfährt, so dass man als Leser bei so manchen Kapitel schwer schlucken muss. Es kein Liebesroman der seicht vor sich hinplätschert, sondern eine Geschichte, die den Leser mitleiden, mitfiebern und sich mitfreuen lässt. An manchen Stellen ist man sehr bedrückt, an anderen unglaublich erleichtert. Wenn ein Buch es schafft den Leser so gefangen zu nehmen, ist es für mich ein großartiges Buch!
Fazit:
Es ist der Autorin bewundernswert gut gelungen sich den schwierigen Themen über Flüchtlinge zu nähern. Die Botschaft die sie vermitteln möchte, finde ich in diesem Satz aus dem Nachwort des Buches perfekt zusammengefasst: „Es liegt an uns die Welt zu einem Ort zu machen, an dem Hoffnung und Menschlichkeit mehr bedeuten als Macht und Politik.“
Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.