Ein gefährliches Palastspiel voller Intrigen - für alle Hexenliebhaber.
Das Buch „Zwillingskrone“ ist unfassbar schön geschrieben. Ein bisschen altmodisch und höfisch, aber insbesondere bildreich. Es schleicht sich immer wieder ein trockener Humor mit ein, der zum Schmunzeln ...
Das Buch „Zwillingskrone“ ist unfassbar schön geschrieben. Ein bisschen altmodisch und höfisch, aber insbesondere bildreich. Es schleicht sich immer wieder ein trockener Humor mit ein, der zum Schmunzeln bringt. Abrundend bedienen sich die Autorinnen einem Stilmittel, der ein hohes Spannungslevel aufrechterhält.
Magische Elemente und Details wurden schön ausgearbeitet. So blieb mir z. B. insbesondere die Szene vor Augen, als eine Gewitterhexe mit Hilfe von Wind und Feuer ein Schattenspiel an die Wand warf, um die Geschichte einer vergangenen Königin zu erzählen. Gewitterhexen können mit einem Windhauch Stürme weben, während andere Hexen mit Sand und Reimen oder dem Nachthimmel als Unterstützung ihre Magie wirken. Doch sie sind von Menschen gefürchtet und gejagt.
In dieses übernatürliche Setting schickt die Autorin ihre Hauptcharaktere Wren und Rose. Die Geschichte beginnt damit, wie Wren in den Palast einbricht, um ihre Zwillingsschwester Rose entführen zu lassen und ihren Platz einzunehmen, um als Hexe gekrönt zu werden.
Wren nimmt den Platz im Schloss ein und sieht sich konfrontiert mit der Schwierigkeit nicht aufzufliegen gegenüber einem Verlobten, der besten Freundin von Rose oder sonst jemanden im Palast. Währenddessen wird Rose queer durch die Wüste verschleppt, fühlt das erste Mal Hunger und Durst und muss sich mit der politischen Meinung ihres Entführers auseinandersetzen.
Ich fand die Beiden total gut ausgearbeitet. Entsprechend ihrer Lebensgeschichte, erkennt man authentische Züge an ihnen. Wren ist ein wenig aufbrausend, rebellisch gar und weiß sich zu verteidigen, was als gejagte Hexe gut gepasst hat. Währenddessen ist Rose noch ein wenig naiv gegenüber der Welt, da sie behütet und ein wenig eingesperrt aufgewachsen ist. Gleichzeitig ist sie höfisch gut ausgebildet und besitzt etwas mehr Ruhe. Ein interessantes Gespann, über das ich gerne gelesen habe. Vor allem, da die Zwei jederzeit nachvollziehbar handeln.
Die Kapitel werden in abwechselnder Perspektive geschrieben, beide befinden sich im Getümmel aus Intrigen und in Lebensgefahr. Jedes Kapitel beginnt und endet spannend. Es war eine Ansammlung an Cliffhangern, so viele hatte ich schon lange nicht mehr. Ich war regelrecht begeistert vom Spannungslevel.
Fazit:
Die zwei Autorinnen schreiben mit einem grandiosen Schreibstil, der das Flair im Palast auffängt, den Leser mal schmunzeln und immer wieder bangen lässt. Mit dieser Grundlage werden die Abenteuer und ein großes Täuschungsmanöver absolut authentischer Zwillinge beschrieben. Durch viele brenzlige Situationen, der Beschreibung magischer Details und kleinen Plottwists wird ein stetiges Spannungslevel geschaffen.
Ein Lesehighlight im Fantasy-Bereich mit toller Kombination aus Hexen-Elementen und dem Palastleben.