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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2024

Düstere Regency Romance samt gelungenem Mix aus Liebe, Feminismus, Medizin, Thrillerelementen sowie einem Hauch Mystery

Anatomy
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Die junge Lady Hazel Sinnett möchte unbedingt Chirurgin werden. Das ist für eine Frau im Jahre 1817 aber leider unmöglich. Doch dann lässt sich der gefeierte Dozent Dr. Beecham auf einen Deal ein: besteht ...

Die junge Lady Hazel Sinnett möchte unbedingt Chirurgin werden. Das ist für eine Frau im Jahre 1817 aber leider unmöglich. Doch dann lässt sich der gefeierte Dozent Dr. Beecham auf einen Deal ein: besteht sie die medizinische Prüfung ohne Unterricht, darf sie bei ihm studieren. Da trifft es sich gut, dass Hazel den Auferstehungsmann Jack kennenlernt, der Leichen ausgräbt und anschließend zu Lehrzwecken verkauft. So beginnt Hazel zu sezieren und zu lernen. Dabei kommt sie nicht nur Jack näher, sondern verstrickt sich auch immer weiter in die dunklen Geheimnisse und Intrigen der Stadt. Denn in Edinburgh gehen finstere Machenschaften vor sich, das erkennt sie ganz klar an einigen eindrücklichen Besonderheiten, die sie an den Toten findet.

Die Atmosphäre ist durchaus bedrückend und makaber. Es wird immer wieder ziemlich blutig und teilweise etwas eklig. Das ist definitiv nichts für schwache Nerven. Mich als Gesundheits- und Krankenpflegerin haben die Beschreibungen der Krankheitsbilder, Behandlungen und Autopsien jedoch sehr interessiert.

Hazel ist eine starke Protagonistin, die bereit ist für ihren Traum zu kämpfen. Dabei muss sie sich in einer von Männern dominierten Welt beweisen und wird dabei so gut wie nie ernst genommen. Schließlich gilt eine gute Partie bei der Bräutigam-Wahl und das Gebären der Nachkommen als einzig anzustrebendes Ziel für eine junge Frau ihres Standes.

Wir finden in dieser düsteren Regency Romance einen gelungenen Mix aus Liebe, Feminismus, Medizin, Thrillerelementen sowie einen Hauch Mystery. Es handelt sich dabei um den Auftakt einer Dilogie. Ich bin schon sehr gespannt auf den Abschluss und hoffe auf ein ebenso fesselndes wie eindrucksvolles Finale.

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Veröffentlicht am 29.01.2024

Wenn aus Spaß bitterer Ernst wird

Lupus Noctis
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Sechs Jugendliche begeben sich in ein unterirdisches, stillgelegtes Bunkerkrankenhaus, um dort ihr Lieblingsrollenspiel Lupus Noctis zu zelebrieren. Doch was als Spiel beginnt, wird bald bitterer Ernst, ...

Sechs Jugendliche begeben sich in ein unterirdisches, stillgelegtes Bunkerkrankenhaus, um dort ihr Lieblingsrollenspiel Lupus Noctis zu zelebrieren. Doch was als Spiel beginnt, wird bald bitterer Ernst, denn plötzlich ist der Schlüssel verschwunden. Eingesperrt an diesem unheimlichen, nahezu lichtlosen Ort, kommen schließlich die dunkelsten Geheimnisse ans Licht. Es stellen sich die Fragen: war das Verlegen des Schlüssels ein Versehen oder wurden sie absichtlich von der Außenwelt abgeschnitten? Wem können sie überhaupt trauen, denn möglicherweise befindet sich der Verräter sogar bereits unter ihnen?

Das von den Freunden selbst weiterentwickelte Lupus Noctis wurde inspiriert von dem Rollenspiel „Die Werwölfe von Düsterwald“, welches aus Online- und WhatsApp-Spielen bekannt ist. Ich kenne es zwar selber nicht, fand die Beschreibung und Umsetzung aber sehr spannend, so dass ich schon fast enttäuscht war, dass das Spiel an sich relativ schnell vorbei war. Zur gruseligen Einstimmung war es aber definitiv perfekt. Und wenn man dann die weiteren Ereignisse bedenkt, weiß ich genau, warum ich Keller und die Dunkelheit nicht mag…

Die ganze Zeit herrscht eine zunehmende bedrohliche und beängstigende Atmosphäre, da können einem die Jugendlichen (auch ohne ihre Probleme, die sich im Verlauf herauskristallisieren) wirklich nur Leid tun. Ich konnte ihre zunehmende Panik und das wachsende Misstrauen den anderen gegenüber absolut nachvollziehen.

Es werden einige Überlegungen angestellt, wer oder was hinter der ganzen Sache stecken könnte. Ich habe aber mit der Auflösung bis zum Ende überhaupt nicht gerechnet und wurde dementsprechend immer wieder neu überrascht und schockiert. Mich haben auch die aufgedeckten Geheimnisse „begeistert“, auch wenn einiges davon ziemlich heftig ist und unerwartet kam. Obwohl es zu häufigen Perspektivenwechseln kommt und man über jede:n Jugendliche:n etwas erfährt, kann man trotzdem nicht einschätzen woran bei den einzelnen Personen ist. Wer sagt die Wahrheit, wer spielt ein falsches Spiel?

Die beiden Autorinnen haben hier einen hochgradig spannenden und sehr gelungenen Jugendthriller geschaffen. Nervenkitzel und Gänsehaut-Momente sind da garantiert.

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Veröffentlicht am 24.01.2024

Zukunftsfragen und Liebesgeflüster

Heartstopper Volume 5 (deutsche Hardcover-Ausgabe)
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Nicks Schulabschluss rückt näher und er muss sich Gedanken machen, was er mit seiner Zukunft anstellen möchte. Soll er sich bei Unis bewerben? Wenn dann aber doch in der Nähe von zuhause und Charlie. Oder? ...

Nicks Schulabschluss rückt näher und er muss sich Gedanken machen, was er mit seiner Zukunft anstellen möchte. Soll er sich bei Unis bewerben? Wenn dann aber doch in der Nähe von zuhause und Charlie. Oder? Die beiden sind immer noch total verliebt und unzertrennlich. Und langsam kommen sie sich immer näher. Doch seine Gefühle, Wünsche und Ängste klar zu kommunizieren ist gar nicht so einfach wie man denken könnte.

Im Hinblick auf die Ereignisse des Kurzromans „Nick & Charlie“, den ich erst kürzlich gelesen habe, ist das alles irgendwie traurig. Klar ist Charlie hier auch nicht unbedingt begeistert, aber es wirkt doch eher so, als würde er Nick in seinem Vorhaben unterstützen wollen. Dieser hingegen denkt mehr an Charlies Wohl als an das, was für ihn selber am Besten wäre.

Heartstopper ist eine einfühlsame, gefühlvolle und süße Geschichte, die sowohl mit Humor als auch ernsten Themen besticht. Diese sind unter anderem: Wie stelle ich mir meine Zukunft vor? Stelle ich meine Karriere über meine Beziehung oder geht sogar beides? Ist eine Fernbeziehung möglich und möchte ich mich darauf überhaupt einlassen? Wer bin ich ohne meine:n Partner:in? Wem gegenüber kann ich mich öffnen? Psychische Erkrankungen. Therapie. Das erste Mal. Vertrauen. Freundschaft.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Abwechslungsreiche und kurzweilige Lektüre über die Liebe zu Büchern und zum Lesen

Lektüre zwischen den Jahren
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Bei diesem dünnen Büchlein handelt es sich um eine Anthologie von Texten rund um Bücher und Leseliebe. Es geht um das Glück wunderbarer Lesestunden und um Bücher, die ein Leben verändern können. Ob kurz ...

Bei diesem dünnen Büchlein handelt es sich um eine Anthologie von Texten rund um Bücher und Leseliebe. Es geht um das Glück wunderbarer Lesestunden und um Bücher, die ein Leben verändern können. Ob kurz oder länger, jeder Auszug beschäftigt sich mit der Literatur. Einige haben mir richtig gut gefallen wie zum Beispiel „Ein Haus voller Bücher“, „Ein Baum wächst in Brooklyn“ oder „Cliffhanger“, andere waren eher etwas langatmig und anstrengend zu lesen. Insgesamt aber eine abwechslungsreiche und kurzweilige Lektüre zwischen den Jahren. Vom Format her passt es auch in jede Tasche, wirklich praktisch für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 26.12.2023

Hoffentlich nicht wirklich das Finale

Vampyria - Der Hof der Stürme
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Jeanne bekommt einen neuen Auftrag: sie soll den sogenannten Fahlen Phöbus für sich gewinnen. Dabei handelt es sich um einen gefürchteten Piratenkapitän. So macht sie sich auf den Weg nach Amerika, dem ...

Jeanne bekommt einen neuen Auftrag: sie soll den sogenannten Fahlen Phöbus für sich gewinnen. Dabei handelt es sich um einen gefürchteten Piratenkapitän. So macht sie sich auf den Weg nach Amerika, dem Land, das sich seit Jahrhunderten den strengen Regeln des vampyrischen Europas entzieht. Dabei trifft sie nicht nur auf blutrünstige Freibeuter und stürmische Gezeiten, sondern muss sich auch fragen, wer sie selbst eigentlich ist.

Hier erleben wir wieder ein ganz neues, aber ebenso düsteres Setting. Dieses Mal ziehen uns Piraten, Sirenen, Seeschlachten und eine Brautwerbung der etwas anderen Art in ihren Bann.

Jeanne wird mir auch hier durch ihre Handlungen nicht wirklich sympathischer, da sammelt sie leider wirklich wenig Sympathiepunkte. Und ich muss zugegen, dass sie mir ab und zu ein bisschen auf die Nerven gegangen ist. Was ich mich auch frage: Wo kam diese Liebesgeschichte plötzlich her? Für mich persönlich völlig unnötig.

Dieser Teil wird als Finale der Trilogie angekündigt, aber - Entschuldigung - das kann ja wohl nur ein schlechter Scherz sein. Man kann das Ende noch nicht mal als offen oder frei interpretierbar bezeichnen. Für mich ist das kein Ende, sondern der Auftakt zu neuen Abenteuern mit sehr vielen nicht auserzählten Handlungssträngen. Sollte die Trilogie hier wirklich enden, wäre das für mich mehr als enttäuschend. Geht es jedoch weiter, handelt es sich um einen gut gewählten Cliffhanger.

Es wird wieder düster, blutig und brutal. Das Worldbuilding ist der Hammer, die Vampire und sämtliche andere Wesen herrlich bedrohlich und unheimlich. Die Charaktere und die Handlung bleibt bis zuletzt undurchsichtig und spannend mit zahlreichen Wendungen, mit denen man so definitiv nicht rechnet.

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