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Veröffentlicht am 12.12.2017

Unglaubliche Abenteuer mit Sindbad und seinem kleinen, frechen Papagei Koko

Eltern family Lieblingsmärchen – Sindbad, der Seefahrer
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Unsere Meinung:
„Sindbad, der Seefahrer“ ist ein Teil der „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“. Dieses speziell für Kinderohren produzierte Hörbuch präsentiert die ganzen Abenteuer Sindbads, also die sieben ...

Unsere Meinung:
„Sindbad, der Seefahrer“ ist ein Teil der „Märchen aus Tausendundeiner Nacht“. Dieses speziell für Kinderohren produzierte Hörbuch präsentiert die ganzen Abenteuer Sindbads, also die sieben Reisen, die er getätigt hat. Entsprechend hoch ist das Tempo und es gibt Vieles zu entdecken, zu bestaunen und auch ein klitzekleines bisschen zu befürchten. Auf seinen unglaublichen Reisen erleidet Sindbad immer wieder Schiffbruch, verliert sein gesamtes Hab und Gut und schafft es doch irgendwie immer wieder, zu neuem Reichtum zu kommen. Dabei segelt er mitunter bis zum Ende der Welt und begegnet unter anderem dem gigantischen Vogel Rock, Riesenschlangen und –fischen, fliegenden Vogelmenschen, Meerhengsten und dem Scheich des Meeres. Diese Geschichte ist so reichhaltig an Ideen und Handlungen, dass sie stellenweise schon ein wenig gehetzt oder gerafft wirkt und man wirklich aufmerksam zuhören muss, um nicht den Faden zu verlieren. Hier hätte es für meinen Geschmack durchaus ein bisschen mehr „zwischendurch“ geben dürfen, aber ich kann nicht beurteilen, ob das historische Original genauso temporeich ist.

Meine Jungs (6 & 9) haben der Geschichte ganz gebannt und gespannt vom Anfang bis zum Ende gelauscht. Unser aller Liebling war dabei der kleine, freche und doch sehr liebenswürdige Koko, der immer wieder humorvoll Sindbads Erzählungen kommentiert. Sprecher Benno Fürmann haucht Sindbad und insbesondere Koko so wunderbar Leben und Charakter ein, dass es wirklich ein Spaß ist, ihm zuzuhören.

FAZIT:
Ein stellenweise etwas „gehetztes“, aber unglaublich fesselndes und fantasievolles Abenteuer in einer wirklich schönen Produktion für Kinder.

Veröffentlicht am 28.11.2017

Ein spannendes Krimi-Abenteuer in zauberhafter Atmosphäre

Die furchtlose Nelli, die tollkühne Trude und der geheimnisvolle Nachtflieger
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Meine Meinung:
„Die furchtlose Nelli…“ ist ein „Spin Off“ des Kinderbuches „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ der Autorin Verena Reinhardt und besticht insbesondere durch seine phantastisch und auch ...

Meine Meinung:
„Die furchtlose Nelli…“ ist ein „Spin Off“ des Kinderbuches „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ der Autorin Verena Reinhardt und besticht insbesondere durch seine phantastisch und auch ein bisschen geheimnisvoll anmutende Atmosphäre des kleinen Wanderzirkusses Woimick. In diesem ganz besonderen Mikrokosmos treten Menschen und Tiere zusammen auf, wie beispielsweise die Messerwerferin Trude mit der furchtlosen Nelli, einer kleinen Haselmaus. Doch als der Wanderzirkus mit seinem Zeppelin mitten in der nebligsten und schwärzesten Nacht irgendwo im Nirgendwo landet, und auf einmal viele merkwürdige, ja teilweise sogar lebensgefährliche Vorkommnisse geschehen, geht unter den Artisten die Angst um! Hier wird es durchaus schon ein bisschen gruselig, sehr mysteriös und auf jeden Fall richtig spannend! Aber keine Sorge, bei all dem verliert die Autorin das anvisierte Alter ihrer Leser (ab 10 Jahren) nicht aus den Augen.

Es entwickelt sich ein richtiger Krimi, der den Kombinationsgeist der unerschrockenen und latent vorlauten Nelli fordert, denn bis auf ihre getreue Gefährtin Trude scheinen alle anderen Zirkusmitglieder vollkommen neben der Spur zu sein! Stellenweise haben mich der Fall und das Duo Nelli & Trude schon ein bisschen an die guten, alten Fälle von Miss Marple oder Hercule Poirot erinnert. Ein bisschen schade fand ich es nur, dass die kleine Haselmaus Nelli oftmals etwas poltrig und schroff daher kam – das hatte ich irgendwie ein wenig anders erwartet, ist aber mein ganz persönlicher Geschmack.

Ganz begeistert war ich neben dem zauberhaften Setting und dem spannenden Kriminalfall auch von dem Einfallsreichtum und der Kreativität der Autorin. Neben den vielen wunderbaren Charakteren, u.a. dem kleinen Bauchredner und Marienkäfer Coccinellus, gibt es hier beispielsweise das praktische „Tigerbraun“ mit einer „magischen Komponente, in der das Prinzip der Tigertarnung eingefangen worden ist“ (S. 141), oder auch die merkwürdige Droge Valmü, die ein „Fünfuhrkoma“ erzeugen kann. Eine wahrhaft phantastische und unglaubliche kleine Welt also!

FAZIT:
Ein spannendes Abenteuer voller besonderer Charaktere und in dem zauberhaften Mikrokosmos des fliegenden Zirkusses.

Veröffentlicht am 13.11.2017

Ein überzeugender „Robert Langdon“-Krimi mit gewohnten Stärken & einigen Überraschungen

Origin
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„Nichts schadet Kindern mehr als der Verlust der Hoffnung.“ (S. 608)

Meine Meinung:

„Origin“ ist der mittlerweile fünfte Band um Robert Langdon, den Havard-Professor für religiöse Ikonologie und Symbologie. ...

„Nichts schadet Kindern mehr als der Verlust der Hoffnung.“ (S. 608)

Meine Meinung:

„Origin“ ist der mittlerweile fünfte Band um Robert Langdon, den Havard-Professor für religiöse Ikonologie und Symbologie. Bestseller-Autor Dan Brown hat den Grundriss seiner Geschichte auch in diesem Band nach altbewährtem und beliebtem „Robert Langdon“-Muster entworfen. Unverhofft „stolpert“ Langdon mal wieder in eine Situation hinein, in der es gilt, ein Geheimnis zu lüften. Selbstverständlich hat er auch diesmal wieder eine intelligente und attraktive Frau, Ambra Vidal, an seiner Seite und mysteriöse Verfolger an den Fersen. In gewohnter „Schnitzeljagd“-Manier geht es hierbei quer durch Spanien, während Langdon diverse (oft symbolbezogene) Rätsel zu lösen hat. Subjektiv würde ich allerdings sagen, dass es diesmal weniger „vertrackte“ Rätsel waren und dass so manches Rätsel davon eher bewusst um des Rätsels Willen an sich eingebaut wurde und für die Story selbst eher von untergeordneter Rolle gewesen ist.

Einmal mehr beweist Dan Brown eine seiner großen Stärken: Er führt seine Leser an außergewöhnliche und extrem atmosphärische Schauplätze. Hierbei gibt es nicht nur staunenswerte, breit bekannte Sehenswürdigkeiten wie das futuristische Guggenheim-Museum in Bilbao oder Gaudi´s Sagrada Familia, sondern auch reichlich andere tolle Settings, die nicht weniger atemberaubend sind, und die Vielen (wie mir auch) noch nicht bekannt sein dürften. Hier lernt man beispielsweise die Iglesia Catolica Palmariana, das royale El Escorial oder auch das Valle de los Caídos kennen. Es gibt einmal mehr viel Kunst, Kultur, Geschichte und Wissenswertes – wie immer brillant recherchiert von Dan Brown!

Auch wenn – wie bereits erwähnt – Vieles nach dem altbekannten „Robert Langdon“-Schema aufgebaut ist, bietet Brown hier doch auch ein paar Neuigkeiten mit an. Die Spektakulärste hiervon ist wesentlicher Teil der Geschichte und bleibt hier daher lieber unerwähnt. Aber auch das hohe Maß an ethischen und philosophischen Fragen, die der Autor im Lauf der Geschichte thematisiert, ist für mich hier neu gewesen.

Letztendlich hat mich „Origin“ trotz seiner Stärke von knapp 700 Seiten über die gesamte Länge hinweg gefesselt und sehr gut unterhalten. Manche Stellen haben zwar etwas langgezogen gewirkt, was allerdings der komplexen Grundthematik geschuldet ist. Am Ende präsentiert Brown eine Auflösung, die für meinen Geschmack die passendste und beste aller möglichen Alternativen gewesen ist, die aber sicherlich nicht nach jedermanns Geschmack ist.

FAZIT:
Vier Sterne vergebe ich, da „Origin“ bei allen Stärken und trotz der durchweg sehr guten Leseunterhaltung sowie des spannenden und top-aktuellen Grundthemas für meinen Geschmack nicht ganz an „Illuminati“ und „Sakrileg“ heranreicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Tempo
  • Atmosphäre
  • Lesespaß
Veröffentlicht am 27.09.2017

Humor, skurrile Szenen und Charaktere und eine ordentliche Portion Spannung – ein guter Mix!

Mausetot im Mausoleum
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Meine Meinung:

„Minipli-Man und Hornbrillen-Girl“ (S. 129) ermitteln wieder

Ich muss zugeben, dass dies mein erster „Loretta Luchs“ war, aber es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein! Ich hatte ...

Meine Meinung:

„Minipli-Man und Hornbrillen-Girl“ (S. 129) ermitteln wieder

Ich muss zugeben, dass dies mein erster „Loretta Luchs“ war, aber es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein! Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich einzulesen und im Reigen der Figuren zu Recht zu finden. Protagonistin Loretta Luchs ist ein Charakter wie ich ihn mag: bodenständig, authentisch, ein bisschen schräg und mit einem „sehr stark ausgeprägten Hang, eigenwillig zu handeln“ (S. 131). Ganz wunderbar sind ihre koddrigen Erwiderungen und Sprüche, die sie oftmals – wohl zu ihrem Glück – nur in Gedanken tätigt. Aber auch die anderen Figuren sind Lotte Minck sehr gut gelungen und bilden einen bunten Strauß ungewöhnlicher und ganz individueller Charaktere, sei es Frank aus „Kropkas Klümpchenbude“ mit seinem unverwechselbaren Dialekt oder auch die sympathische Astrologin Stella Albrecht mit ihrer wahrsagenden Oma alias „Madame Pythia“.

Die Story selbst entwickelt sich – mit Ausnahme des einen Mordes, der schon in der offiziellen Kurzbeschreibung erwähnt wird - in der ersten Hälfte des Buches eher langsam. Hier hätte es für meinen Geschmack ruhig ein bisschen mehr Spannung sein dürfen. Dafür legt Lotte Mink ab ungefähr der Hälfte den Schalter um und Tempo und Spannung nehmen gehörig an Fahrt auf. (Nicht nur) die Ereignisse überschlagen sich und Lotte Mink konfrontiert Loretta und ihre Leser mit mehr als nur einer Überraschung und wahrlich skurrilen Situationen. Hier versteht es die Autorin wirklich, ihre Leser zu fesseln, und das dann auch bis zum Schluss.

FAZIT:
Solide Krimi-Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuss Humor, schrägen Charakteren und skurrilen Situationen.

Veröffentlicht am 18.09.2017

Ein spannender Krimi über ein sehr ernstes und leider zeitgemäßes Thema

Love like blood
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Meine Meinung:
„Hier geht es nicht darum, was Gott will, sondern nur um Männer, die alles beherrschen und Mädchen wie mich in ihre Schranken weisen wollen.“ (S. 302)

„Love like blood“ ist der mittlerweile ...

Meine Meinung:
„Hier geht es nicht darum, was Gott will, sondern nur um Männer, die alles beherrschen und Mädchen wie mich in ihre Schranken weisen wollen.“ (S. 302)

„Love like blood“ ist der mittlerweile 14. Band um den Londoner Ermittler Tom Thorne des britischen Bestsellerautors Mark Billingham (u.a.: „Die Schande der Lebenden“, „Die Scherben der Wahrheit“). Obwohl ich bislang keinen einzigen der Vorgängerbände kenne, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten in die Geschichte hinein- und mich im Kreis der Hauptcharaktere zu Recht zu finden. Die Story nimmt mit dem Prolog schon sehr schnell an Fahrt auf, in dem Susan Best, die Lebensgefährtin der zweiten Protagonistin, DI Nicola Tanner, brutal ermordet wird. Diese schreckliche Tat wirft DI Tanner komplett aus der Bahn und krempelt ihre Persönlichkeit nahezu vollständig um. War sie in den Reihen der Londoner Polizei bislang eher als pedantisch und regel-verliebt bekannt, so scheut sie sich in diesem Fall nicht, trotz Beurlaubung Ermittlungen auf eigene Faust aufzunehmen und dabei auch sehr unkonventionelle Wege einzuschlagen. Eigenschaften, die eigentlich eher Tom Thorne zugeschrieben werden, den Tanner kurzerhand um Hilfe bittet. Im Verlauf der Story entwickeln sich die beiden Protagonisten zu einem sehr interessanten Team, in dem Thorne überraschender Weise den Part des eher Bedächtigen und überlegt Handelnden einnimmt. Ein wahrlich sehr interessant zu verfolgendes Spiel der Charaktere, dass Autor Mark Billingham gekonnt mit weiteren interessanten Figuren arrondiert, wie beispielsweise dem flapsigen, homosexuellen Gerichtsmediziner Hendricks oder auch dem eher schüchternen, aber sehr pflichtbewussten DS Dipak Chall.

Der Fall selbst fusst auf einem grausamen Phänomen, dass man sich selbst eigentlich nicht vorstellen kann, das aber doch leider traurige Realität ist: Ehrenmorde. Entsprechend eng und verschworen sind die Gruppierungen und die Ermittler haben es schwer, hier die sich immer wieder auftürmende Mauer des Schweigens zu überwinden. Sehr geschickt spielt der Autor noch mit einem anderen großen Hindernis für die Ermittlungen: Vorurteilen! Diese ausgewogene Betrachtungsweise Billinghams hat mir dabei sehr gut gefallen!

Auch der Schreibstil des Autors gefällt und passt perfekt zur Story und zu seinen Charakteren: direkt, schnörkellos und offen. Manchmal blitzt sogar ein feines Quäntchen Humor durch („Kläffendes, kleines Mistvieh. – Die Frau oder der Hund?“ - S. 249), der nicht selten als Schutzschild der Ermittler vor der harten Realität dient. Als sehr gelungen empfunden habe ich es auch, dass uns der Autor schon sehr früh und regelmäßig an den Handlungen und Denkweisen der Täter, einem extrem ungleichen Duo, teilhaben lässt.

Am Ende, nach einem über weite Strecken intakten Spannungsbogen (mit einem leichten Durchhänger im Mittelteil) gelingt es Billingham, seinen Fall in sich rund und nachvollziehbar aufzulösen. Teile der Auflösung hatte ich hierbei schon vorausgeahnt, mit einem anderen Teil ist es dem Autor aber eindrucksvoll gelungen, mich komplett zu überraschen und doch noch zu schockieren.

FAZIT:
Eine starke, spannende Story mit einem ernsten Grundthema und kantigen Charakteren.