Mord in der Florentiner Spitzengastronomie
Schwarze TageSchauort des Krimis ist Florenz und seine Umgebung. Das Kommissariat erhält eine neue Mitarbeiterin, Laura Gabbiano, die aber schon am ersten Tag ins kalte Wasser geworfen wird. In der Umgebung ist ein ...
Schauort des Krimis ist Florenz und seine Umgebung. Das Kommissariat erhält eine neue Mitarbeiterin, Laura Gabbiano, die aber schon am ersten Tag ins kalte Wasser geworfen wird. In der Umgebung ist ein Mord geschehen, ein bekannter Sternekoch wurde mit seinem Trüffelmesser ermordet. Zeuge war lediglich sein Hund Gonzo, zu dem er offenbar ein inniges Verhältnis hatte, zu den Menschen eher weniger. Seine Frau ist jedenfalls nicht sehr erschüttert, zumal die beiden sich vor einigen Monaten getrennt hatten, probeweise, wie die Frau es schildert.
Chefermittler ist Vito Carlucci, ein erfahrener Commissario, der, nachdem er Laura endlich getroffen hat, mit ihr die Ermittlungen aufnimmt. Ihr kommt es so vor, dass alles ein wenig gemächlicher zugeht als in Rom, wo ihre vorherige Dienststelle war. Jedenfalls ist Carlucci nicht entzückt, als sie einen der Befragten etwas härter zur Brust nimmt. Seine Art der Befragungen ist eine andere. Aber die beiden müssen sich aneinander gewöhnen. Das klappt eigentlich auch ganz gut, denn schon am ersten Abend lädt Laura Vito zu einem Abendessen ein, wo die beiden sich in Ruhe einander vorstellen können.
Hauptverdächtige gibt es einige, allen voran die Frau des Sternekochs, Signora Simonetti. Ihr gehörten die Immobilien, ein Ehevertrag schützte sie vor Übergriffen ihres Mannes und der Gläubiger. Denn Gläubiger gab es eine ganze Menge. Simonetti war heillos überschuldet, obwohl sein Restaurant richtig gut lief. Sein Problem war die Spielsucht, dort verprasste er sein Geld und seine Angestellten warteten schon mehrere Monate auf ihr nächstes Gehalt. Frau Simonetti war außerdem Nutznießerin einer Lebensversicherung über eine Million, und wie sagen es die Ermittler landauf landab: Folge der Spur des Geldes.
Und so laufen die Ermittlungen darauf hinaus, Signora Simonetti zu überführen. Sie hat einen guten Anwalt, der sie immer wieder vor weiteren Ermittlungen rettet, aber schlussendlich scheint sich die Schlinge um ihren Hals doch zuzuziehen.
Wir haben es hier offenbar mit einem neuen Ermittlerduo zu tun, dem Autor merkt man auf jeden Fall an, dass er schon mehrere Krimis geschrieben hat, er versteht etwas von Spannungsaufbau und dem Legen falscher Fährten. Die beiden Ermittler, die hier zusammengewürfelt werden, scheinen ein gutes Team zu werden. Laura ist zwar deutlich temperamentvoller und impulsiver, Vito Carlucci ist dafür zurückhaltender, wartet länger ab.
Ich habe das Gefühl, dass wir die beiden noch häufiger zu sehen bzw. zu lesen bekommen, das wird nicht der letzte Krimi des Duos gewesen sein. Darauf deutet der Schluss hin, hier gibt es gemeinsame Bekannte in Rom, die offenbar auch Licht in die private Vergangenheit der Ermittler bringen können.
Ansonsten ist der Krimi nach dem Muster geschrieben, wie sie in den letzten Jahren immer erfolgreicher wurden. Seien es nun die Südfrankreich oder Bretagne-Krimis oder seien es Krimis, die in Italien angesiedelt sind, beide Länder haben eine ausgezeichnete Küche und so lässt sich der Gaumenschmaus wunderbar mit dem Lösen kniffliger Fälle verbinden. Auch in den Florentiner Sternerestaurants hätte ich gerne hin und wieder mit am Tisch gesessen, der Duft von Trüffeln stieg mir schon beim Lesen in die Nase.