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Veröffentlicht am 19.01.2024

Die Welt der Rosinenbarone

Der süße Duft der Reben
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Anfang des 20. Jahrhunderts mussten sich Frauen noch dem Willen ihrer Väter oder Ehemänner fügen. So geht es auch der jungen Spanierin Isabel, die sich für ein Kunststudium an der Londoner Kunstakademie ...

Anfang des 20. Jahrhunderts mussten sich Frauen noch dem Willen ihrer Väter oder Ehemänner fügen. So geht es auch der jungen Spanierin Isabel, die sich für ein Kunststudium an der Londoner Kunstakademie beworben hat. Ihr Vater hingegen hat ganz andere Pläne und schickt sie gegen ihren Willen in ihr Heimatland nach Dénia, um dort zu heiraten.

Alleinschon weil Isabel versucht ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, ist sie mir sympathisch. Trotz ungewohnter harter Arbeit und gefährlichen Begebenheiten geht sie unbeirrt ihren Weg. Ich konnte mich in ihre Gefühlswelt meistens sehr gut hineinversetzen.

Tara Haigh hat für diesen Roman sehr unterschiedliche Protagonisten aus verschiedenen Gesellschaftsschichten gewählt. Davon waren mir einige sympathisch wie Carmen, Fernando und Cristobal, aber auch eine ganze Reihe mega unsympathisch.

Der Schreibstil ist einfach, so dass sich die Geschichte gut lesen lässt. Man hat es hier nicht nur mit einem historischen Roman incl. Liebesgeschichte zu tun, sondern zwischendurch enthält er auch Krimielemente. Besonders interessant fand ich die Ausführungen zu den Problemen der Bauern aufgrund von Monokulturen und die Bedrohung der Rebstöcke durch die eingeschleppte Reblaus.

Auch wenn mir der erste Teil des Romans, der in London spielt besser gefallen hat als der spanische Teil, einige Geschehnisse mehr oder minder gut vorhersehbar waren, so fühlte ich mich insgesamt doch ganz gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Erschreckend realistisch

Alsterschatten
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Das ist bereits der zweite Band mit dem Privatermittler Dr. Elias Hopp, der Ex-Soldatin Janne Bakken und dem LKA-Profiler Zillinski. Für mich war es die erste Begegnung mit diesem Ermittlertrio, was aber ...

Das ist bereits der zweite Band mit dem Privatermittler Dr. Elias Hopp, der Ex-Soldatin Janne Bakken und dem LKA-Profiler Zillinski. Für mich war es die erste Begegnung mit diesem Ermittlertrio, was aber für den Fall keinerlei Bedeutung hatte.

Die Polizei in Hamburg hat es mit einer brutalen Mordserie zu tun und gleichzeitig gibt es Hinweise, dass rechte Strömungen in der Stadt aktiver werden.

Zu Beginn tat ich mich mit den vielen Namen sehr schwer, wobei für mich ja auch die Personen aus dem ersten Band unbekannt waren. Da es sich um einen sehr komplexen Krimi handelt, erforderten neben der Vielzahl der Personen aber auch die Handlungen meine volle Konzentration.

In einem ansprechenden und flüssigen Schreibstil schrieb Leo Hansen diesen erschreckend realistischen Krimi. Der Aufbau ist gut durchdacht und seine Protagonisten vielfältig und facettenreich. Die Spannung steigt kontinuierlich, auch weil den Ermittlern die Zeit davonläuft und der Schluss endet nicht nur mit einem Knall, sondern auch mit einem fiesen Cliffhanger.

Trotz meiner Schwierigkeiten zu Beginn, scheint es mir lohnend, diese Reihe weiter zu verfolgen.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Zusammen ist man stärker

Leselöwen 1. Klasse - Die Insel der magischen Pferde
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Die Königin der magischen Pferde ist krank und nur der Zauberstein kann sie heilen. Aber wo befindet sich dieser Stein und wer kann ihn holen?

Eine schöne und spannende Geschichte gewürzt mit ein wenig ...

Die Königin der magischen Pferde ist krank und nur der Zauberstein kann sie heilen. Aber wo befindet sich dieser Stein und wer kann ihn holen?

Eine schöne und spannende Geschichte gewürzt mit ein wenig Magie. Sie wird durch die vielen farbigen und anschaulichen Illustrationen von Naeko Ishida verstärkt.

Mit ihren tierischen Protagonisten, Pferde und Einhörner, trifft Amelie Benn ganz bestimmt den Geschmack der ganz jungen Leser und wie ich denke besonders der Leserinnen.

Kurze Kapitel, wenig Text auf jeder Seite und dazu die großformatigen Illustrationen sind ideal für Leseanfänger, aber natürlich lässt ich die Geschichte auch prima vorlesen.

Mit gefällt besonders die Diversität der Pferde, wo jedes eine andere Magie/Stärke aufweist und sie nur zusammen das Problem lösen und den Stein finden können. Hier ergibt sich im Anschluss eine gute Gelegenheit, das Thema zu besprechen und darauf hinzuweisen, dass es bei den Menschen ähnlich ist.

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Veröffentlicht am 31.12.2023

Beziehungen der unterschiedlichsten Art

Höllenkalt
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Höllenkalt ist der vielversprechende Auftakt zu einer neuen Reihe um die Finanzdetektivin Áróra Jónsdóttír von Lilja Sigurdardóttír.

Áróra wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch. Sie ist ...

Höllenkalt ist der vielversprechende Auftakt zu einer neuen Reihe um die Finanzdetektivin Áróra Jónsdóttír von Lilja Sigurdardóttír.

Áróra wirkt auf den ersten Blick nicht unbedingt sympathisch. Sie ist eigenbrötlerisch, folgt aber ihrem eigenen Kompass und ihren Werten. Das empfand ich als positiv. Auf ihrer Suche nach ihrer verschwundenen Schwester bekommen wir durch Rückblicke auch ein Bild von Ísafold, das sich aber sehr von Áróra unterscheidet. Die übrigen Protagonisten sind teilweise sehr speziell und total unterschiedlich gezeichnet.

Auch wenn ich mir recht früh über die Zusammenhänge sicher war, so kam es doch noch zu einer unerwarteten Wendung. Die Autorin baut direkt zu Beginn den Spannungsbogen auf und trotz einiger Längen im Mittelteil brach die Spannung nicht ganz ab. Besonders gut hat mir das isländische Flair, das ich selbst schon kennenlernen durfte, gefallen.

Mir gefiel dieser etwas andere Island-Krimi ganz gut und das Ende lässt gerade in Bezug auf Áróra und ihre Zukunft einige Fragen offen, so dass ich die Reihe gerne weiterverfolgen werde.

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Veröffentlicht am 27.12.2023

Von Träumen und Möglichkeiten

Aufs Meer hinaus
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Bertha Torgersen träumt davon, ihre streng puritanische Heimat im Süden Norwegens zu verlassen. Die Gelegenheit bot sich mit dem Angebot in einem Lebensmittelladen in einer aufstrebenden Bergarbeiterstadt ...

Bertha Torgersen träumt davon, ihre streng puritanische Heimat im Süden Norwegens zu verlassen. Die Gelegenheit bot sich mit dem Angebot in einem Lebensmittelladen in einer aufstrebenden Bergarbeiterstadt zu arbeiten. Dort trifft sie auch Hanna Brummenӕs wieder.

Cecilie Enger hat ihre beiden sehr unterschiedlichen Protagonisten sehr authentisch gezeichnet. Beide Frauen haben Träume. Die etwas zurückhaltendere Bertha weiß noch nicht so genau wie ihr Lebensentwurf aussehen soll. Die forschere, in Männerkleidern gekleidete Hanna träumt von der Gleichstellung von Frauen und Männern. Ihre geschäftliche Beziehung beginnen die beiden mit der Übernahme des Lebensmittelgeschäftes. Dank Hannas Geschäftssinn floriert ihr Unternehmen so gut, dass sie expandieren können und Anfang des 20. Jahrhunderts kaufen sie sogar ein Schiff und werden damit zu den ersten Reederinnen Europas. Ihre geschäftlichen Unternehmungen kann alle Welt sehen, aber ihre Liebe halten sie zeitlebens vor der Außenwelt geheim.

Die Autorin befleißigt sich eines ruhigen, aber klaren Schreibstils. Obwohl ich der Entwicklung von Hanna und Bertha gerne und interessiert gefolgt bin, dümpelte mir die Geschichte zeitweise zu sehr dahin. Und bei dem langen Zeitraum von ca. 70 Jahren hätte ich mir etwas mehr Informationen zu dem jeweiligen Zeitgeschehen gewünscht.

Ein lesenswerter Roman über zwei starke Frauen, die ihren Träumen gefolgt sind und damit ihrer Zeit um einiges voraus waren.

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