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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.08.2021

Entspannende Lektüre

Das Einstein-Mädchen
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Ich bin sofort in das Buch "Das Einstein-Mädchen" von Phillip Sington eingetaucht. Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen.

Die Geschichte spielt in Berlin im Jahr 1932. Hauptschauplatz ist die ...

Ich bin sofort in das Buch "Das Einstein-Mädchen" von Phillip Sington eingetaucht. Der Erzählstil ist flüssig und leicht zu lesen.

Die Geschichte spielt in Berlin im Jahr 1932. Hauptschauplatz ist die psychiatrische Abteilung der Charité. Dr. Martin Kirsch, der dort als Psychiater tätig ist, ist verschwunden. Seine Verlobte macht sich auf die Suche nach ihm. In einer Rückblende wird seine Geschichte erzählt. Er wird behandelnder Arzt einer Frau, die in der Nähe von Albert Einsteins Sommerhaus fast nackt gefunden wurde. Sie leidet unter Amnesie und hatte nur einen Zettel mit einer Ankündigung eines Vortrags von A. Einstein dabei. Deshalb wird sie das Einstein-Mädchen genannt.

Es wird eine ganze Menge über psychische Krankheiten, Vererbung, Rasse, usw. erzählt. Für meinen Geschmack etwas zu viel. Die darüber hinausgehende politische Situation wird nur soweit angesprochen, wie nötig, um die Atmosphäre zu beschreiben. Das gefällt mir sehr gut, es gibt schon genügend Bücher die sich mit Nazideutschland beschäftigen.

Wie der Titel des Buches schon vermuten lässt, wird auch auf die physikalischen Theorien von A. Einstein eingegangen, allerdings nur sehr kurz und oberflächlich, genau richtig, um dem Roman das nötige Flair zu geben.

Der Erzählstil zeichnet sich durch deutliche Sprünge zwischen den Erzählsträngen aus. Dies erzeugt Tempo und Spannung. Allerdings werden nicht alle zu Ende gebracht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die ganze Geschichte nicht völlig durchdacht ist.

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Veröffentlicht am 24.08.2021

Auf der Suche nach sich selbst

Als wir uns die Welt versprachen
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Edna wurde als Kind von ihren Eltern, in großer Armut lebende Südtiroler Bergbauern, nach Ravensburg verkauft, wo sie und weitere "Schwabenkindern" auf einem Bauernhof wie Leibeigene ausgebeutet wurden. ...

Edna wurde als Kind von ihren Eltern, in großer Armut lebende Südtiroler Bergbauern, nach Ravensburg verkauft, wo sie und weitere "Schwabenkindern" auf einem Bauernhof wie Leibeigene ausgebeutet wurden. Zusammen mit Jacob flüchtet sie, wird aber von ihm getrennt. Nur der Papagei Emil ist ihr Gefährte. Viele, viele Jahre später entdeckt sie durch Zufall ein Bild von Jacob in einer Zeitschrift. Er liegt schwer verletzt in Ravensburg im Krankenhaus. Sie beschließt, zu ihm zu reisen und macht sich - wieder mit Emil als ihrem einzigen Begleiter - auf der gleichen Route, die sie schon vor fast 80 Jahren genommen hatte, auf den Weg. Dabei lässt sie uns an ihren Gedanken und ihrer Erinnerung an früher, an die Zeit als Schwabenkind und an Jacob teilhaben.

Die Autorin beschreibt die fast neunzigjährige Edna als willensstarke, wunderliche und fast schon etwas einfältige Frau mit kindlichem Gemüt, die ihr Ziel verfolgt, egal was passiert. Selbst als sie ihren Umhang und ihre sich darin befindliche Geldbörse verliert, macht sie sich keine großen Sorgen wie es weitergehen soll, sondern setzt ihre zusehends beschwerlicher werdende Reise unbeirrt fort. Dabei trifft sie auf Menschen, die - ähnlich wie sie - nicht den üblichen Normen entsprechen und ihr unvoreingenommen begegnen und helfen.

Edna ist nicht nur auf dem Weg zu Jakob, sondern auch auf der Suche nach sich selbst. Ich wurde sofort zu Ednas begeisterter Reisebegleiterin, habe mich auf dem Weg aber immer mehr von ihr entfernt und musste mich fast schon dazu zwingen, ihn bis zum Ende mitzugehen, da diese Reise sehr langatmig erzählt ist. Schade, ich hatte mir mehr versprochen.

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Veröffentlicht am 28.06.2024

Grandiose Idee, enttäuschende Umsetzung

Die Passagierin
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Healther wurde als Jugendliche per Zeitreise nach Kolchis evakuiert - wie insgesamt etwa dreihundertausend weitere Menschen aus verschiedenen Zeiten. Jahre später reist sie zurück in das Sanatorium, in ...

Healther wurde als Jugendliche per Zeitreise nach Kolchis evakuiert - wie insgesamt etwa dreihundertausend weitere Menschen aus verschiedenen Zeiten. Jahre später reist sie zurück in das Sanatorium, in dem sie damals unterkam.
Die Idee, Zeitreisen zu nutzen, um Menschen zu evakuieren, fand ich zunächst grandios. Demenstprechend war ich sehr gespannt auf die Hintergründe und die Geschichte, die Franz Friedrich daraus macht. Leider hat mich die Umsetzung einigermaßen enttäuscht, da ich die Zusammenhänge nicht verstand und auch die Beweggründe nicht nachvollziehen konnte. Ich lese sehr gerne tiefgründige Romane, die auch gerne schwere Kost sein dürfen, aber "Die Passagierin" konnte mich einfach nicht abholen und ließ mich einigermaßen ratlos zurück. Ich fühlte mich in einer Dystopie gefangen, die eine fortwährende Beklemmung auslöste - normalerweise kein Grund für mich, nicht in eine Geschichte eintauchen zu können, aber hier wollte es mir einfach nicht gelingen, obwohl ich mich für alles offen fühlte.

Veröffentlicht am 05.01.2024

Nüchtern und sachlich

Henriette lächelt
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"Henriette lächelt" von Andrea Heinisch widmet sich dem immer aktueller werdenden Problem Adipositas. Die 50 jährige Henriette wiegt 190 kg. Allein diese Tatsache macht ihr das Leben schwer, dazu kommt ...

"Henriette lächelt" von Andrea Heinisch widmet sich dem immer aktueller werdenden Problem Adipositas. Die 50 jährige Henriette wiegt 190 kg. Allein diese Tatsache macht ihr das Leben schwer, dazu kommt aber, dass ihre Mutter, schlank, sportlich und aktiv, in der Wohnung über ihr lebt und sich ungefragt in alles einmischt.

Das Buch ist in kurzen, nüchternen und sachlichen Sätzen geschrieben, ebenso kurz sind die Kapitel. Möglicherweise liegt es an diesem Schreibstil, dass es mir nicht so recht gelingen will, eine Beziehung zu Henriette aufzubauen. Auch wenn ich als Leserin Einblick in ihr Gefühlsleben und ihre Gedankengänge bekomme, fällt es mir schwer, mich hineinzuversetzen und habe eher das Gefühl eine episodenhafte Dokumentation ihres Lebens vor mir zu haben.

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Wenig gelungen

Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne
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"Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne" ist der erste Teil einer Familiensaga und handelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Theresa von Eibens Verlobter Jakob plante ein Musikhaus in Hamburg zu eröffnen, ...

"Das Musikhaus an der Alster - Lied der Sterne" ist der erste Teil einer Familiensaga und handelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Theresa von Eibens Verlobter Jakob plante ein Musikhaus in Hamburg zu eröffnen, kommt aber kurz vor der Hochzeit nicht von einer Geschäftsreise nach Berlin zurück. Kurze Zeit später nötig ihr Bruder sie, sich mit dem aufstrebenden Banker Franz Mayer zu verloben, um die in Schieflage geratene Firma zu retten. Kurz vor der Hochzeit erhält Theresa ein Paket mit einer Geige, das von Jakob stammen muss und macht sich auf den Weg nach Berlin zur Spurensuche.

Das Buch beginnt wie ein historischer Roman, zeigt im Verlauf der Geschichte - durch künstlich und krampfhaft erzeugte Spannung - immer mehr Züge eines Krimis. Letztlich ist es ganz nett und leicht zu lesen, aber mein Interesse, mir den nächsten Teil auch noch zu Gemüte zu führen, hält sich in überschaubaren Grenzen. Schade, ich mag Familiensagas und fand die Beschreibung vielversprechend. Leider finde ich die Umsetzung wenig gelungen und sehr seicht.

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