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Veröffentlicht am 27.02.2024

Ärztin trifft auf Texas Ranger - Funkenflug und soziales Engagement, sehr unterhaltsam

Die eigensinnige Ärztin
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Chicago, 1893: Die erste Begegnung zwischen der Ärztin Billy Jack Tate und dem Texas Ranger Hunter Scott findet auf der Weltausstellung statt – allerdings erwischt Hunter sie in einer ziemlich heiklen ...

Chicago, 1893: Die erste Begegnung zwischen der Ärztin Billy Jack Tate und dem Texas Ranger Hunter Scott findet auf der Weltausstellung statt – allerdings erwischt Hunter sie in einer ziemlich heiklen Situation, aus der auch gleich weitere folgen.

Billy ist davon überzeugt, dass sie mit ihrem Beruf vieles bewirken kann, auch wenn sie in der Männerwelt auf taube Ohren und Unverständnis stößt, wozu auch Hunter gehört. Er ist die Art Großstadtleben nicht gewohnt, liebt seine Freiheit draußen in freier Natur und löst schnell mal Konflikte mit der Faust, wenn er Ungerechtigkeit sieht und Frauen oder Kinder bedroht werden.

Billy dagegen ist oft stur und uneinsichtig, auch wenn sie das Herz auf dem rechten Fleck hat und sich sehr für das Wohl anderer engagiert. Schon bald findet man sich in so manchen herrlich komischen Wortgefechten wieder, zwischen Schmetterlingen fliegen auch die Funken.
Beide sind von einem großen Gerechtigkeitssinn geprägt, nur haben sie auch unterschiedliche Auffassungen diese anzugehen.

Dazu greift die Autorin viele soziale Brennpunkte auf, wie die damalige Stellung der Frau, die Rechte von Kindern, Armut, jugendliche Straftäter, Vorurteile und das Rechtssystem. Es erschüttert einen, wie diese Kluft zwischen Arm und Reich so extrem ausfallen kann und besonders die Kinder die Leidtragenden waren, von denen es in diesem Roman einige wirklich traurige Momente gibt, aber auf Tatsachen beruhen.

Man ist von Beginn an in der Handlung drin, die viel Dynamik und Einblick in die Charaktere bietet. Zwischen lustigen Dialogen und Meinungsverschiedenheiten, einigen emotionalen und spannungsgeladenen Situationen werden historische Begebenheiten mit leichten Abweichungen durch den Freestyle der Autorin aufgegriffen und in die Handlung integriert. Charaktereigenschaften wie Gerechtigkeitssinn, Selbstlosigkeit und Zusammenhalt werden aufgegriffen, wobei mir aber die christlichen Werte leider viel zu wenig waren, da sie nur kurz und eher am Rande erwähnt wurden.

Eine nette Geschichte für zwischendurch und ich werde mit Sicherheit noch weitere Bücher der Autorin lesen, denn die gelungene Mischung zwischen heiterem Roman und sozialen Problemen hat mir sehr gefallen.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

Der Milchhof zwischen zwei Weltkriegen - dramatisch, ereignisreich

Der Milchhof – Das Flüstern der Gezeiten
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Der 2.Teil der Milchhof Saga spielt während der Weimarer Republik und dem Beginn des NS-Regimes. Nachdem der 1.Weltkrieg beendet ist, spüren dennoch alle die Auswirkungen durch die Wirtschaftskrise und ...

Der 2.Teil der Milchhof Saga spielt während der Weimarer Republik und dem Beginn des NS-Regimes. Nachdem der 1.Weltkrieg beendet ist, spüren dennoch alle die Auswirkungen durch die Wirtschaftskrise und die Sanktionen, die Deutschland auferlegt wurden. Gemeinsam mit ihrer Tochter Alea kämpft Lina um das Überleben und Fortbestehen des Milchhofs und immer wieder steht sie neuen Herausforderungen gegenüber, denn es gibt immer noch Menschen, die auf Rache aus sind und nichts auslassen, um Lina zu schaden.

Es hat Spaß gemacht, an die Friesische Wehde zurückzukehren, mitzuerleben, was sich alles verändert hat, wie weit die Fortschritte auf dem Milchhof sind und auch die Kinder der Hauptprotagonisten erwachsen werden und ebenfalls Kinder bekommen. So manche Entwicklung hat mich überrascht und leider gibt es auch hier einiges an Schicksalsschlägen.

Für Lina gilt immer noch, dass aufgeben keine Option ist und ich fand es erstaunlich, wie diese tapfere Frau gegen all die Ungerechtigkeiten, die Bedrohungen und Niederlagen kämpft, immer wieder aufsteht und sich nicht unterkriegen lässt.

Die bedrohliche Entwicklung des NS-Regimes hat die Autorin hier gut eingebunden, man spürt die Sorge und Bedenken aller, die Chancenlosigkeit, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die einem das Herz zerreißen, während Menschen sich von dem verdrehten gefährlichen Gedankengut blenden lassen und zeigen, zu was sie fähig sind. Wenn Hass das Denken beeinflusst.

Die Handlung ist in zwei Teile geteilt und es gibt ein paar Zeitsprünge. Obwohl man die Charaktere mittlerweile kennt, besonders mit dem typisch friesischen Dialekt und gebannt mitverfolgt, was aus ihnen wird, welche Entscheidungen sie treffen und welches Problem wieder gemeistert werden muss, fehlt mir dennoch zeitweise die Tiefe und der Zugang zu den Charakteren, es wirkt zeitweise etwas unpersönlich und trocken.

Einiges kann man schon erahnen, dennoch steigt der Spannungsbogen gerade ab der zweiten Hälfte des Buches, die Ereignisse überschlagen sich förmlich und ruhige Zeiten liegen für den Milchhof weit entfernt.

Jetzt bin ich auf das Finale gespannt, was während des 2.Weltkriegs alles passiert ist und wie sich das auf den Milchhof auswirkt.

Eine interessante Reihe mit viel Dramatik, Schicksalsschlägen und mutigen Frauen, die tapfer und unermüdlich für das kämpfen, was ihnen am Herzen liegt – das Unternehmen und die Liebe.

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Veröffentlicht am 04.01.2024

Eine Geschichte fürs Herz mit Romantik und französischem Flair

Das romantische Château in Frankreich – Hochzeit mit Hindernissen
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Im 3.Teil der romantischen Erzählung über das kleine aber mittlerweile renovierte Chateau im Loire-Teil geht es um die Hochzeitsvorbereitungen von Élodie und Nicolas.

Inzwischen wird das Schloss gern ...

Im 3.Teil der romantischen Erzählung über das kleine aber mittlerweile renovierte Chateau im Loire-Teil geht es um die Hochzeitsvorbereitungen von Élodie und Nicolas.

Inzwischen wird das Schloss gern für Führungen und Festlichkeiten genutzt und konnte sich somit von den finanziellen Problemen erholen.

Während sie mit den Besuchern und Gästen alle Hände voll zu tun haben, ständig auf neue Probleme treffen, die Einrichtung eines Schneiderateliers im Schloss ansteht, taucht auch noch Nicolas Bruder Guillaume auf, der beide damals in große Schwierigkeiten gebracht hat.

Obwohl Menschen sich ändern können, bleibt Élodie misstrauisch, was sich auch auf ihr Verhältnis zu dem gutmütigen, sanften Nicolas auswirkt.

Und die Dorfbewohner tun mit ihrer herrlich frischen, aber sehr neugierigen Art alles, um die Hochzeitsplanungen immer wieder etwas durcheinander zu bringen und Élodies Gefühlswelt auf den Kopf zu stellen.
Corinna Dorenkamp hat mal wieder dafür gesorgt, dass man beim Zuhören in den idyllischen Ort nach Frankreich versetzt wird, bei allen Vorbereitungen, Festlichkeiten und Plänen voll dabei sein kann und dabei lustige, emotionale und romantische Momente miterleben kann.

Eine Geschichte fürs Herz, nett für zwischendurch und für alle, deren Herz für Romantik und französischen Flair schlägt. Unaufgeregt geht es um Freundschaften, Vertrauen, Ehrlichkeit und Neuanfänge - und dabei spielt ein kleiner Junge eine große Rolle.

Ich mag die Reihe, denn manchmal braucht man auch ein wenig rührselige, vielleicht auch etwas schmalzige Momente, gerade wenn das Leben selbst oft hart genug ist.

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Veröffentlicht am 29.12.2023

Für alle Schleckermäulchen und Naschkatzen - Einblick in das Bonbonhandwerk Werthers

Träume aus Karamell
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Der erste Teil der Bonbon-Saga über die noch heute berühmten Werthers Sahnebonbons. Passend für alle Naschkatzen und Schleckermäulchen.

Die schicksalhafte Begegnung des Geschwisterpaares Fritz und Anne ...

Der erste Teil der Bonbon-Saga über die noch heute berühmten Werthers Sahnebonbons. Passend für alle Naschkatzen und Schleckermäulchen.

Die schicksalhafte Begegnung des Geschwisterpaares Fritz und Anne mit dem Bonbonhersteller Anton Leyen legt den Grundstein für die ideenreiche Erweiterung der bekannten Bonbonfabrik. Während Fritz als Zuckerbäcker und Anne aufgrund der Backkünste ihrer verstorbenen Großmutter an neuen Kreationen arbeiten, scheint es jemand auf das erfolgreiche Unternehmen abgesehen zu haben. Es folgt eine Reihe von Sabotageakten, die teilweise lebensbedrohlich sind. Auch wenn die Kurzbeschreibung nicht ganz zu dem Inhalt passt, weil es etwas anders verläuft, fand ich den Roman sehr unterhaltsam, mit viel Einblick in die Kunst dieses besonderen Handwerks, was weltweit große Abnehmer findet.

Auf verständliche Weise erhält man nicht nur Aufschluss zur Herkunft und Verarbeitung der Zuckerrübe und des daraus entstehenden Zuckers und dessen Weiterverarbeitung, sondern gleichzeitig auch ein paar Informationen in die zeitgleich bestehenden Unternehmen Dr.Oetker und Stollwerck.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig, besonders Anton mit seiner etwas verpeilten, hektischen und etwas überschwänglichen Art brachte mich immer wieder zum Schmunzeln. Während immer neue Ideen umgesetzt werden, geht es auch auf dem romantischen Wege für einige zwar ziemlich spontan, dennoch irgendwie lustig voran.

Getrübt werden die harmonischen Abläufe allerdings immer wieder von Vorfällen, die sich keiner erklären kann, weil die Mitarbeiter schon so lange im Betrieb arbeiten und die Gründe unverständlich sind. Es gibt Verdächtigungen, aber der oder die Täter sind immer einen Schritt voraus. Die Auflösung kam für mich allerdings nicht ganz so überraschend, da hätte ich mir doch ein wenig mehr Spannung und Dramatik gewünscht. Obwohl mir die Geschichte gefallen hat, plätscherte es zeitweise öfter mal dahin.

Während des Lesens kann man sich sowohl die Arbeit, die Personen und auch das Geschehen bildhaft vorstellen, während man immer diesen speziellen Karamellgeruch in der Nase hat und fast schon schmecken kann. Und obwohl ich eigentlich gar kein Sahnebonbonfan bin, war es eine interessante historische Reise, die bis zum Beginn des 1.Weltkrieges reichte.

Ich bin schon gespannt, wie es im 2.Teil weitergeht, der dann zu Beginn des 2.Weltkrieges spielt.

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Veröffentlicht am 27.12.2023

Frauenpower und der Kampf um das Erbe des Milchhofs

Der Milchhof – Das Rauschen der Brandung
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Der Auftaktband der Milchhof Trilogie spielt zwischen 1890-1914 in der Friesischen Wehde an der Nordsee. Aufgrund eines dummen Fehlers kann sich die Bauerntochter Lina der Ehe mit dem cholerischen und ...

Der Auftaktband der Milchhof Trilogie spielt zwischen 1890-1914 in der Friesischen Wehde an der Nordsee. Aufgrund eines dummen Fehlers kann sich die Bauerntochter Lina der Ehe mit dem cholerischen und egoistischen Thees nicht entziehen. Während die Privatmolkerei wächst und mit Derk Voigt ein talentierter, umsichtiger Obermaier eingestellt wurde, laufen hinter den Kulissen Intrigen, Sabotageakte und eheliche Krisen. Denn erst nach der Hochzeit kommt Lina hinter die Geheimnisse Thees, was sie erpressbar macht.

Doch Linas Liebe zur Molkerei, ein unbändiger Wille, das Erbe ihres Vaters weiterzuführen und sich nicht unterkriegen zu lassen, verhelfen ihr zu manch ungeahnten Ideen und Kräften und sie lernt mit der Zeit, sich ihrem Schicksal zu stellen, auch wenn ihre Gefühle für jemand ganz anderen schlagen.
Die Autorin versteht es, Sympathien und Antipathien zu schüren, eine unterhaltsame und dramatische Story zu kreieren. Aber auch Einblicke in die Milchwirtschaft, die Produktion und dem technischen Fortschritt machen es interessant.

Missverständnisse und langgehegter Groll und Eifersucht sorgen immer wieder dafür, dass Lina zwischen die Fronten gerät und ausbaden muss, was hinter den Kulissen angerichtet wurde.

Obwohl Lina für mich eine wirklich starke, ehrgeizige Frau ist, die trotz aller Umstände treu ihren Pflichten nachkommt und immer wieder aufsteht, empfand ich manche Reaktion dennoch unpassend und nicht immer nachvollziehbar. Auch Derk kam mir manchmal wie ein trotziger Junge vor, der sich aufgrund der Tatsache, dass er nicht bekommen kann, was er haben will in Situationen bringt, die rücksichtslos und unüberlegt sind. Andererseits gibt es aber auch gerade zum Ende Momente, wo er dann wieder wie ein gescholtener Junge in der Ecke steht und alles mit sich machen lässt. Das war zeitweise etwas ermüdend und hat ein paar Sympathiepunkte geraubt.

Alles in allem ist es eine kurzweilige, interessante Geschichte, mit dem so typischen friesischem Dialekt, der in die Zeit des Kaiserreichs abtaucht, in der es für Frauen sehr schwer war, unternehmerisch tätig zu sein. Doch mit Lina lernt man eine mutige, tapfere Frau kennen, die trotz vieler Schwierigkeiten und drohendem 1.Weltkrieg dem Schicksal eine Kampfansage macht.

3,5 Sterne

Nun freue ich mich schon auf Teil 2, der die Familiengeschichte zwischen dem 1. und 2.Weltkrieg weitererzählt.

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