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Veröffentlicht am 15.01.2024

Wohlfühl-Fantasy

Schöne neue Zauberwelt
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Kayleigh hat es nicht leicht: Nach dem Tod ihrer Eltern kümmert sie sich nicht nur um ihre Teenie-Schwester Jillian, sondern auch um ihren eigenen Sohn Brandon.

Als wären zwei Kinder nicht stressig genug, ...

Kayleigh hat es nicht leicht: Nach dem Tod ihrer Eltern kümmert sie sich nicht nur um ihre Teenie-Schwester Jillian, sondern auch um ihren eigenen Sohn Brandon.

Als wären zwei Kinder nicht stressig genug, entwickelt Brandon eines Tages magische Fähigkeiten - und stellt damit das Leben der kleinen Familie komplett auf den Kopf. Kay und Jill müssen nicht nur zu ihren Onkeln über einer magische Teestube ziehen, sondern auch versuchen, Brandon in Schach zu halten - obwohl ihnen niemand etwas über diese neue Welt erklärt, denn Nichtmagische dürfen eigentlich gar nichts wissen...

Als das magische Haus dann Jillian ein ominöses Tagebuch offenbart und die Schwestern unter dem Haus eine Leiche finden, überschlagen sich die Ereignisse.




Kennt ihr schon das tolle Genre, das jetzt gerne als "Cozy Fantasy" bezeichnet wird? Ihr kennt ja schon Cozy Krimis aus meiner Leseliste, jetzt gibt es das auch für Fantasy-Titel - "Mr. Parnassus Heim für Magisch Begabte" ist zum Beispiel auch so ein Buch, bei dem es um fantastische Ereignisse geht, aber ohne in Stress auszuarten. Im Vordergrund steht keine epische Quest oder die Vernichtung der Menschheit oder die Auslöschung der Erde auf dem Spiel, sondern es passiert alles im kleinen. Wichtig sind zwischenmenschliche Beziehungen und eine große Tasse Tee.

So ist es auch hier. Ja, es passiert viel, es gibt einen Einbruch, die Mädels müssen mit den Regeln der neuen Welt klarkommen, ständig wird Bekanntes auf den Kopf gestellt - aber: Es gibt auch eine sprechende Katze, ein eigenwilliges Haus, Wächter-Feen, Wiesel-Kuriere, jede Menge tiefschürfende Gespräche am Essenstisch und, wie bereits erwähnt, literweise Tee.

Als wäre das nicht bezaubernd genug, hat Stephanie die Illustratorin Nina Schellenbach engagiert und super-putzige Zeichnungen der Beteiligten anfertigen lassen.

Übrigens ist das Buch das erste Selfpublishing-Projekt von Stephanie, sie hat aber Sandra Florean als Lektorin angeheuert und somit ist das Schmuckstück nicht nur ordentlich lektoriert, sondern auch korrigiert worden.



Falls ihr also auf der Suche nach einem entspannten Wohlfühl-Abenteuer seid, dann kommt doch auf einen Besuch in die Magpie Lodge. Seid allerdings gewarnt, dass es der erste Band einer Reihe ist (der zweite ist bereits erschienen) und das Ende daher offen.

Veröffentlicht am 15.01.2024

Herrlich

Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein
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Torsten Sträter begegnete mir zum ersten Mal, als ich im November auf der Suche nach etwas Ablenkung "LOL" auf Amazon ansah. Er hielt einen Vortrag über "Hunde, die Billard spielen" und ich rollte vor ...

Torsten Sträter begegnete mir zum ersten Mal, als ich im November auf der Suche nach etwas Ablenkung "LOL" auf Amazon ansah. Er hielt einen Vortrag über "Hunde, die Billard spielen" und ich rollte vor Lachen von der Couch. Letzte Woche entdeckte ich, dass er mehrere Bücher geschrieben hat! Ich begann die Leseprobe von diesem Buch, kicherte meinem Mann seine Telko voll und drückte auf kaufen.

In diesem aktuellsten Band sind seine gesammelten Anekdoten, Reden und Sendungsbeiträge von 2017-2020, gegliedert in 6 Teile:



1. Geschichten

Saukomische Kurzgeschichten. Direkt die erste über seine Putzfrau hat mich aus den Schuhen gehauen und überzeugt.



2. Vizeersatzsprecherstatements

Statements "von" Bekanntheiten aus Funk und Politik mit (damalig) aktuellem Bezug. Von der katholischen Kirche über Facebook bis Olaf Scholz kriegen alle ihr Fett weg. Diesen Teil las mir Adam vor, während ich versuchte, Kekse zu backen - das gestaltete sich mit Lachanfällen schwieriger als gedacht.



3. Texte aus Nuhr im Ersten

Ebenfalls eher politisch-aktuelle Texte.



4. Sträters Männerhaushalt

Kurze Texte über die Eigenarten des Ruhrgebiets, seltsame Gegenstände und andere Betrachtungen. Die Texte über Schnittblumen und Sonntagsspaziergänge sprechen mir aus der Seele.



5. Laudationes

auf Pufpaffs Happy Hour, das Ende der Kohle, den Tod und den deutschen Kleinkunstpreis.



6. Special

Ebenfalls wieder persönlichere Anekdoten.



Also, das hat sich doch durchweg gelohnt. Mehrere Lachflashs, durchkicherte Abende und ein neuer Favorit für unser Spiel "Bring your own book" - das hat sich rentiert und ich freue mich darauf, die älteren Bücher nachzuholen.



"Ich erzähle Ihnen ohne Punkt und Komma Quatsch, weil es mich bei aller Hirnrissigkeit erfüllt, und dann gehe ich vor die Tür und grinse mir einen."

Veröffentlicht am 15.01.2024

Wundervoll

Herbstlande / Hinter den fallenden Blättern
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Yva war schon immer ein wenig anders - sie kann nämlich die Blätter flüstern hören. Als sie sich während eines Sturms im Park verirrt und ihr ein Kastanienmännchen etwas stiehlt, wird es allerdings auch ...

Yva war schon immer ein wenig anders - sie kann nämlich die Blätter flüstern hören. Als sie sich während eines Sturms im Park verirrt und ihr ein Kastanienmännchen etwas stiehlt, wird es allerdings auch für sie zu absonderlich...



Für jemanden, dessen erster Satz "Guck mal Mama, die Blätter tanzen" war, war diese Novelle die perfekte Herbstlektüre. Diese Novelle war so durch und durch Fabienne, dass es mir eine Freude war, all die Anspielungen auf Dinge, die ihr Freude bereiten - Alice, Doctor Who, Christian von Aster und andere - zu entdecken.

Veröffentlicht am 15.01.2024

Bezaubernd

Herbstlande / Herbstfeuer
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Diese wirklich kurze Novelle (35 Seiten) erzählt von einer Zeit, bevor die Herbstlande zu dem wurden, was sie heute sind. Von einem Mädchen, das sich auf eine gefährliche Mission begibt, um seinen kranken ...

Diese wirklich kurze Novelle (35 Seiten) erzählt von einer Zeit, bevor die Herbstlande zu dem wurden, was sie heute sind. Von einem Mädchen, das sich auf eine gefährliche Mission begibt, um seinen kranken Bruder zu retten. Doch nicht alle Wesen in den Herbstlanden sind ihr wohlgesonnen.



Wer Fabiennes Schreibstil und Herbst mag, ist hier bestens aufgehoben. Ein Kürbiskönig, herbstliche Landschaften, niedliche Wesen und unerwartete Kameradschaft prägen auch diesmal ihre Geschichte.



Kann bedenkenlos unabhängig (und von mir sogar als erstes) gelesen werden.

Veröffentlicht am 15.05.2019

Bücher und Magie!

Die unsichtbare Bibliothek
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Irene ist eine Spionin. Doch nicht irgendeine Spionin, nein, sie arbeitet für eine Bibliothek, die zwischen verschiedenen Alternativwelten existiert und Bücher aus allen Welten versammelt. Kaum hat sie ...

Irene ist eine Spionin. Doch nicht irgendeine Spionin, nein, sie arbeitet für eine Bibliothek, die zwischen verschiedenen Alternativwelten existiert und Bücher aus allen Welten versammelt. Kaum hat sie ein Manuskript aus einem Zaubererinternat gestohlen, wird sie mit einem Frischling auf eine gefährliche Mission geschickt: in ein alternatives London, in dem Werwölfe, Vampire, Fae existieren und Zeppeline als Transportmittel genutzt werden. Dort muss sie eine spezielle Ausgabe von Grimms Märchen finden, doch die wurde bereits gestohlen...



Als wäre das wunderschöne Cover nicht genug (das Bild ist leider sehr schlecht, in echt ist es dunkelgrün mit goldener Prägung), ist das Buch auch noch megaspannend. Man kommt kaum zu Atem, ständig passiert was. Sobald man sich zwei Seiten entspannt hat, finden sie etwas heraus oder es stürmt jemand herein oder Krokodile sprengen eine Party! Huiuiui.

Dass mit diversen Personen etwas nicht stimmt, wird einem als aufmerksamer Leser recht schnell klar und es ist interessant zu verfolgen, wie Irene langsam jedem von ihnen auf die Schliche kommt (auch wenn ich ihr bei Aubrey eine Theorie voraus war).

Die magischen Wesen in dieser Welt werden einem nicht aufgedrängt, also die Vampire hängen nicht ständig im Dunkeln rum und trinken Blut, sondern sie sind Aristokraten und haben halt nur zufällig eine spezielle Diät.



Insgesamt ein irrer Auftakt - es soll wohl eine Trilogie werden -, der einen fast atemlos zurücklässt. Ich glaube, am Ende stand mir beim Lesen im Zug eine Weile der Mund ein wenig offen...



"The atmosphere of the library soothed her automatically; the rich lantern lights, the sheer scent of paper and leather and the fact that everywhere she looked, there were books, books, beautiful books."





~ Lilith ~

27.03.2015