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Veröffentlicht am 03.04.2024

Leider nicht mein Geschmack

Weil ich an dich glaube – Great and Precious Things
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Für den entscheidenden Lese-Impuls hat bei mir der bekannte Name der Autorin gesorgt. Ihren Fantasy-Büchern begegnet man überall. Die möchte ich zwar nicht lesen, aber auf diesen Liebesroman habe ich mich ...

Für den entscheidenden Lese-Impuls hat bei mir der bekannte Name der Autorin gesorgt. Ihren Fantasy-Büchern begegnet man überall. Die möchte ich zwar nicht lesen, aber auf diesen Liebesroman habe ich mich umso mehr gefreut.
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Darum geht’s: Eine Nachricht seines kranken Vaters sorgt dafür, dass Camden Daniels nach Jahren der Abwesenheit in seine Heimatstadt Alba zurückkehrt. Unter dramatischen Umständen trifft Cam Willow wieder - die Frau, die mit seinem verstorbenen Bruder zusammen war und die er seit seiner Jugend mehr oder weniger heimlich liebt…
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Laut Klappentext ist die Story hochemotional, tiefgründig und mitreißend. Ich sage dazu 3x ganz klar Nein. Das, was hier versprochen wird, ist bei mir jedenfalls nicht angekommen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen.
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1. Die Protagonisten
Ich mag weder Willow noch Camden und konnte zu keinem von beiden eine intensivere Bindung aufbauen. Sie waren mir noch nicht mal sympathisch. Camden hat mich als männliche Hauptfigur Null angesprochen. Er ist ein traumatisierter Afghanistan-Veteran, bullig und stark tätowiert mit einem Hang zur Brutalität. Das diese hier auch noch positiv, weil aus Liebe und Beschützerinstinkt, gerechtfertigt wird, finde ich problematisch und fragwürdig. Auch Willow konnte mich nicht auf ihre Seite ziehen. Als erwachsene Frau, die in ihrem 19-jährigen Ich feststeckt, ist sie mir leider viel zu blass und konturlos geblieben.
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2. Das Setting
Alba könnte eine nette Kleinstadt sein, ist davon aber weit entfernt. Hier scheinen ausnahmslos Menschen zu wohnen, die anderen nicht das Schwarze unterm Fingernagel gönnen. Die Atmosphäre habe ich die meiste Zeit als unangenehm und bedrückend empfunden. Ich habe mich hier einfach nicht wohlgefühlt.
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3. Die Handlung
Die ersten 100 Seiten haben mir noch ganz gut gefallen. Dann war es mir persönlich zu viel nicht nachvollziehbares Herumgeeiere, vor allem in der Beziehung zwischen den Protagonisten. Die Dramen haben auf mich künstlich und aufgebauscht gewirkt. Das Geschehen hat sich für meinen Geschmack zu sehr im Kreis gedreht. Dadurch wurde es zäh und langatmig, teilweise sogar langweilig. Emotional war ich da einfach raus.
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4. Der Schreibstil
Meinen anfänglichen Eindruck “gut zu lesen” habe ich revidiert, als ich auf 60 Seiten über eine holprige Formulierung nach der anderen gestolpert bin. Darunter auch seltsame Beschreibungen. Da heißt es zum Beispiel von Camden “Seine Wimpern ruhten als zwei dicke, dunkle Halbmonde auf seinen Wangen”. Häh??? Kann der die zu Zöpfchen flechten? Auch grammatikalisch sind mir einige Sätze negativ aufgefallen und im Fall von etwa “der wilden Glut, die er in meinen Adern entfachte” dachte ich sogar, ich hätte einen Groschenroman in der Hand. Ich bin bei sowas normalerweise echt kein Korinthenkacker, aber hier war es mir einfach zu viel. Danach ist es wieder besser geworden. Vielleicht habe ich aber auch nicht mehr so genau gelesen, denn an der Stelle war ich schon zu genervt von fast allem.
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Ein Pluspunkt ist die Aufmachung des Buches. Der Schutzumschalg des Hardcovers ist ansprechend gestaltet und einfach schön anzusehen. Der Farbschnitt ist ein zusätzlicher Hingucker. Ansonsten ist hier für meinen Geschmack kein großer Wurf gelungen. Ich bin doch ziemlich enttäuscht und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, ob ich der Autorin noch eine zweite Chance geben werde.

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Veröffentlicht am 20.03.2024

Was soll das?

This Is Not The End
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Was für eine optische Schönheit mit einem niedlichen Farbschnitt und einem Cover, bei dem ich fast eine Graphic Novel erwartet habe. Die Geschichte klang vielversprechend und ich wollte sie so sehr mögen. ...

Was für eine optische Schönheit mit einem niedlichen Farbschnitt und einem Cover, bei dem ich fast eine Graphic Novel erwartet habe. Die Geschichte klang vielversprechend und ich wollte sie so sehr mögen. Allerdings konnte ich mit ihr so gar nichts anfangen.
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Darum geht’s: Hughs Eltern sind vor zwei Jahren tödlich verunglückt. Er hasst Enden und meidet Veränderungen. Dann macht er bei seiner Mitschülerin Olivia Moon eine seltsame Entdeckung. Ist das Mädchen unsterblich? Um mehr herauszufinden, willigt Hugh in einen Roadtrip mit dem Eiswagen seiner Schwester ein.
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Es war schon nicht so einfach in die Geschichte reinzukommen. Den 1. Leseabschnitt habe ich zur Orientierung gebraucht. Dann war ich bereit für den angekündigten Roadtrip. Dabei bin ich dann abr mehr und mehr auf der Strecke geblieben. Auch, wenn ich den Ansatz der Geschichte mochte, so konnte mich die Umsetzung leider nicht abholen. Gute Ideen und interessante Szenen sind hier so verwirrend zusammengeschrieben, dass ich mich gefragt habe: Was will das Buch überhaupt von mir? Das ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden. Die Bedeutung von Olivias “Unsterblichkeit” habe ich nicht verstanden. Alles war seltsam diffus. Selbst unter der Prämisse, dass es ein Jugendbuch ist, habe ich die Story nicht greifen können. Ständig habe ich noch auf den Durchbruch gehofft. Der kam aber nicht.
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Fazit: Eigentlich ein klassisches Abbruch-Buch, das ich aber für die Leserunde tapfer durchgezogen habe. Ich hatte auch die Hoffnung, der Message der Geschichte über den Austausch untereinander noch auf die Spur zu kommen. Aber irgendwie herrschte hier überwiegend Verwirrung und Ratlosigkeit. Damit bleibt die Erkenntnis, dass dies einfach nicht mein Buch war.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Mayfair House
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Oben lädt Madame zum Ball der Saison. Unten planen die Dienstmädchen den Raub des Jahrhunderts.

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Der Teaser zum Buch verspricht einen wilden Mix, der Elemente aus Gaunerkomödien im Stil von Ocean’s ...

Oben lädt Madame zum Ball der Saison. Unten planen die Dienstmädchen den Raub des Jahrhunderts.

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Der Teaser zum Buch verspricht einen wilden Mix, der Elemente aus Gaunerkomödien im Stil von Ocean’s 8 mit Bridgerton- und Downton Abbey-Vibes kombiniert. Das klingt unterhaltsam und vergnüglich, entwickelt sich dann aber anders als erwartet. MAYFAYR HOUSE ist einerseits historischer Roman, andererseits Cosy Crime - und doch nichts davon so richtig, weil der Autor irgendwie alles auf einmal will, viel zu viel hinein packt, sich dadurch in verschiedenen Handlungssträngen verliert und der Geschichte letztendlich der klare Fokus fehlt.

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Was mir gefallen hat, ist, dass wir es hier nicht mit der typischen Glamourwelt-Story zu tun haben. Wir blicken vielmehr hinter die edle Fassade und entdecken dabei unvermutete Beziehungsgeflechte sowie weniger glamouröse Ecken und Gestalten. Negativ dabei: Wir haben viele Personen - und jede scheint irgendwie ihr eigenes Süppchen zu kochen. Das verwirrt und lenkt zeitweise auch zu sehr von den eigentlichen Hauptpersonen der Geschichte ab. Will sagen: Wenn ein doppeltes Lottchen in der Gaunerriege mehr Interesse auf sich zieht, als die Organisatorin des Ganzen, läuft in der Gewichtung eindeutig etwas falsch. Gleiches gilt auch für die Handlung an sich, die einfach zu viele Baustellen aufmacht, mal hierhin und mal dorthin driftet und dadurch zum verwirrenden Durcheinander wird.

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Fazit: Netter Ansatz. Eher misslungene Umsetzung. Unter dem Schulaufsatz würde wohl stehen: Thema verfehlt. Mit deutlich mehr Fokus auf dem Kern der Geschichte und einer engmaschigeren Erzählweise hätte MAYFAIR HOUSE ein toller und atmosphärischer Roman werden können. In der vorliegenden Form habe ich mich aber ständig gefragt, wo die Geschichte überhaupt hin will und mich durch unnötige Längen gequält, die die Freude an der eigentlichen Story doch sehr gedämpft haben.

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Veröffentlicht am 27.01.2024

Schade, schade

Zimmer 55
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Ich war neugierig auf das Buch. Gleichzeitig aber auch sehr skeptisch. Warum? Weil die Handlung doch extrem an den absolut tollen Thriller THE INSTITUTION von Helen Fields erinnert.
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Darum geht’s: Die ...

Ich war neugierig auf das Buch. Gleichzeitig aber auch sehr skeptisch. Warum? Weil die Handlung doch extrem an den absolut tollen Thriller THE INSTITUTION von Helen Fields erinnert.
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Darum geht’s: Die junge Psychologin Anna Varga tritt eine Stelle in einer Klinik für Schwerverbrecher an. Ihre Vorgängerin ist verschwunden. Anna selbst fühlt sich verfolgt und bekommt anonyme Briefe, die sie vor einem Geheimnis in Zimmer 55 warnen. Und dann stirbt auch noch ein Patient…
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Ein guter Abklatsch kann auch entzücken. Die Fußstapfen von THE INSTITUTION sind allerdings etliche Nummern zu groß. Trotzdem muss ZIMMER 55 sich aufgrund der auffälligen Parallelen daran messen lassen - und scheitert grandios. Dabei lässt der Start noch hoffen. Das Setting ist immerhin eine Steilvorlage. Außerdem könnten die unterschiedlichen Erzählperspektiven und kurzen Kapitel für Tempo und Spannung sorgen. Die Autorin übertreibt es aber. Sie bringt zu viele Personen ins Spiel und lässt dadurch keinem Charakter die Chance, sich zu entfalten. Hinzu kommt, dass die Kapitel zu kurz sind. Durch diese sprunghafte Erzählweise werden interessante Momente abrupt gekappt und jeder Ansatz von Tiefe im Keim erstickt, weil es eben plötzlich an ganz anderer Stelle weitergeht. Zwar habe ich mich im Verlauf mit dem seltsamen Erzählstil abgefunden. Das Leseerlebnis ist dadurch aber nicht besser geworden. Mir hat der Fokus gefehlt. Dadurch verliert sich das Interesse an der Geschichte. Und eigentlich will man sie dann irgendwann nur noch der Form halber beenden.
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Und jetzt kommt ganz zum Schluss doch noch etwas Positives. Das Ende hat mir dann nämlich überraschend gut gefallen. Hinter allem steckt eine durchaus berührende Geschichte, die mir ein paar Figuren leider viel zu kurz auch nochmal etwas näher gebracht hat. Wie gerne hätte ich vorher in Rückblenden schon mehr über diese Vergangenheit erfahren. Das hätte stark werden können.
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Fazit: Es ist sooo schade. Allein für das Ende würde ich eigentlich gerne doch noch einen Stern mehr vergeben. Aber dafür hat einfach davor viel zu wenig zusammengepasst. Der Schluss zeigt, was möglich gewesen wäre. Das allein kann den überwiegend konfusen, zusammen gestückelten und spannungsarmen Gesamteindruck aber auch nicht rausreißen.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

Ein lascher Krimi

Das Bild der Toten
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Der Name des Autors war mir ein Begriff. Ich hatte bis dato aber noch nichts von David Lagercrantz gelesen. Das habe ich hiermit nachgeholt. Ich muss aber sagen, dass ich es wohl auch dabei belassen werde. ...

Der Name des Autors war mir ein Begriff. Ich hatte bis dato aber noch nichts von David Lagercrantz gelesen. Das habe ich hiermit nachgeholt. Ich muss aber sagen, dass ich es wohl auch dabei belassen werde. Im Allgemeinen mag ich Schweden-Krimis. Der Klappentext klang hier auch gut. Aber mit der Umsetzung konnte ich nicht so viel anfangen.
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Darum geht’s: Samuel Lidmann wird ein Foto seiner Frau in Venedig zugespielt. Claire soll allerdings schon viele Jahre tot sein - ums Leben gekommen bei einem Unfall. Der Psychologe Hans Rekke und die Polizistin Micaela Vargas stellen Nachforschungen an…
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Aus dem Plot hätte man was machen können - hat Lagercrantz für meinen Geschmack aber nicht. Der Autor hat seine Fanbase - mich konnte er mit diesem Buch aber nicht vom Hocker hauen. Er schreibt zwar flüssig, allerdings auch recht trocken und träge. Man liest und liest und liest und trotzdem hatte ich das Gefühl, nicht so richtig vom Fleck zu kommen. Es war miir persönlich zu spröde und emotionslos. Spannung kam nicht wirklich auf. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass eine ziemlich überschaubare Handlung ohne viel Elan künstlich ausgedehnt wird. Für mich war es wie Autofahren mit angezogener Handbremse. Hier hätte das Gaspedal mal ganz kräftig durchgetreten werden müssen. Stattdessen geht es ohne Tempo und auch ohne Enthusiasmus durch die Story. Zu allem Überfluss waren mir die Charaktere auch noch zu blass und oberflächlich, so dass sie mich einfach nicht besonders interessiert haben.
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Ich mag es durchaus nordisch unterkühlt. Dass es trotzdem geschmeidig geht, haben schon zahlreiche skandinavische Autoren unter Beweis gestellt. Lagercrantz wirkt dagegen spröde. Das Buch hinterlässt bei mir den schalen Eindruck eines 08/15-Krimis ohne Besonderheiten. Es liefert mir auch irgendwie keinen Anreiz, es gegebenenfalls nochmal mit einem anderen Buch des Autors zu probieren. Dafür war es mir einfach zu lahm.

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