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Veröffentlicht am 04.02.2024

schöne Familiengeschichte

Das Mädchen aus Ostpreußen
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Johanna kehrt zurück zu ihren Großeltern, ihr Leben in Köln hat sie nach einer großen Enttäuschung hinter sich gelassen. Noch weiß sie nicht wie es weiter gehen soll. Und dann findet sie heraus, dass es ...

Johanna kehrt zurück zu ihren Großeltern, ihr Leben in Köln hat sie nach einer großen Enttäuschung hinter sich gelassen. Noch weiß sie nicht wie es weiter gehen soll. Und dann findet sie heraus, dass es im Leben ihrer Großmutter wohl eine Geschichte gibt, die sie nicht kennt, aber eventuell ihr Leben über den Haufen werfen könnte.

Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal begleiten wir Johanna, die nach einer unglücklichen Beziehung ihr Leben überdenken muss. Auf dem Hof ihrer Großeltern versucht sie nach vorne zu schauen, muss dabei aber erst einmal mit ihrer Vergangenheit abschliessen.

In der zweiten Zeitebene begleiten wir Netti, Johannas Großmutter, die mit ihrer Familie am Ende des zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen flüchten musste. Sie kommen in Lüneburg unter und Netti gelingt es eine Anstellung als Haushälterin bei einem britischen Offizier zu bekommen. Der ist allerdings sehr abweisend, aber die Stellung sichert das Überleben der Familie.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Gerade im Teil von Netti wird klar wie sehr die Vertriebenen haben leiden müssen. Erst haben sie ihre Heimat verloren, schreckliches auf der Flucht erlebt und wurden dann noch von der einheimischen Bevölkerung wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Netti ist dabei eine tolle Figur, sie verliert trotz der schrecklichen Umstände nicht den Lebensmut und schafft es dabei anderen mit Freundlichkeit zu begegnen, wo ihr selbst nur Hass entgegenschlägt.

Johanna fand ich zwischenzeitlich ziemlich anstrengend. Anstatt sich den Großeltern anzuvertrauen macht sie alles mit sich aus und schafft es nicht mit den Menschen zu sprechen, die ihr am Herzen liegen. Glücklicherweise hat sie aber ein Umfeld, das damit umgehen kann und so kommt sie im Laufe des Buches doch wieder zurück in die Spur.

Der Schreibstil war toll, ich konnte mir die Gegend in beiden Teilen gut vorstellen und auch das Zeitgefühl hat in beiden Ebenen gut gepasst. Der Zeitenwechsel hat nicht gestört und man hat das Buch flüssig weggelesen. Alles in allem war es ein tolles Buch, das mich gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 04.02.2024

witziger dritter Teil

Miss Merkel: Mord auf hoher See
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Angela Merkel ist es etwas langweilig in ihrer Rente. Und nachdem in Freudenstadt auch keine Morde mehr stattfinden, kann sie noch nicht mal detektivisch tätig werden. So hat sie das Krimi schreiben für ...

Angela Merkel ist es etwas langweilig in ihrer Rente. Und nachdem in Freudenstadt auch keine Morde mehr stattfinden, kann sie noch nicht mal detektivisch tätig werden. So hat sie das Krimi schreiben für sich entdeckt. Und um sich weiterzubilden macht sie nun eine Krimi Kreuzfahrt um sich etwas von den anwesenden Krimi Autoren abzuschauen. Nur das dummerweise gleich bei der ersten Veranstaltung einer der Autoren ums Leben kommt. Und so beginnt sie wieder zu ermitteln.

Dieser dritte Fall für Miss Merkel hat mir wieder gut gefallen. Er war lustig und verzwickt und die Anspielungen auf die Buchszene waren für Vielleser gut erkennbar. Der Humor hat diesmal gut gepasst und war nicht übertrieben. Das Zusammenspiel zwischen Joachim, Mike, Marie und Angela war für mich stimmig und Joachim darf diesmal auch mehr als nur daneben stehen.

Alles in allem fand ich diesen Fall sehr lustig und er hat mir von den drei bisher erschienenen Bänden am besten gefallen. So darf es meinetwegen weitergehen.

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Veröffentlicht am 02.02.2024

gelungener Abschluß

Sonnenblüte
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Breen und Keenan ziehen in ihren letzten Kampf gegen Odran. Nach der großen Schlacht müssen sie einen Weg finden dem Schrecken ein Ende zu machen. Doch bis dahin muss noch viel gelernt werden und Breen ...

Breen und Keenan ziehen in ihren letzten Kampf gegen Odran. Nach der großen Schlacht müssen sie einen Weg finden dem Schrecken ein Ende zu machen. Doch bis dahin muss noch viel gelernt werden und Breen muss ihren neu entdeckten Kräften auch trauen und sie gezielt einsetzen.

Dies ist nun der letzte Band dieser Reihe. Die Geschichte ist bei weitem nicht so actionreich, wie die Bände davor. Es gibt weniger blutige Kämpfe und Schlachten, dafür mehr persönliche Entwicklung der Figuren. Breen muss in diesem Band noch mehr lernen sich zu vertrauen und auch die diversen Beziehungen zueinander stehen im Fokus.

Mir hat das Buch wieder gut gefallen, die Beschreibungen von Talamh sind einfach toll und das miteinander der dortigen Menschen ist wunderbar beschrieben. Nur manchmal wurden mir die Zeremonien etwas zu pathetisch. Die Übersetzung war dieses mal für mich wieder gut, Faxe wurde meist einfach nur Faxe genannt und nicht mehr Hündchen.

Alles in allem war es wieder ein sehr schönes Buch aus der Feder von Nora Roberts. Ich bin gespannt was als nächstes von ihr kommen wird.

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Veröffentlicht am 31.01.2024

Veränderungen

Commissario Tasso treibt den Winter aus
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Tasso ist immer noch suspendiert und hat sich überreden lassen mit seinem ehemaligen Ispettore Vierweger auf den Egetmann-Umzug in Tramin zu gehen. Und dass obwohl er für Fasching doch gar nichts übrig ...

Tasso ist immer noch suspendiert und hat sich überreden lassen mit seinem ehemaligen Ispettore Vierweger auf den Egetmann-Umzug in Tramin zu gehen. Und dass obwohl er für Fasching doch gar nichts übrig hat. Und dann stirbt in der Menge auch noch ein Einheimischer. Die Frage, die sich stellt ist Unfall oder Mord? War der Tote doch sehr beliebt und es kann sich niemand vorstellen, wer etwas gegen ihn gehabt haben könnte.

Und so steigt Tasso mit in die Ermittlungen ein, wird kurzzeitig wieder in Dienst gesetzt und weil Vierweger auch schon da ist und deutsch spricht, soll er ihn unterstützen. Auch Mara war mit einer Freundin in Tramin und nutzt die Zeit bis zu ihrem beginnenden Jura-Studium in Mailand um bei den Ermittlungen zu helfen, sehr zum Unwillen ihres Vaters.

Der letzte Fall hängt Tasso immer noch sehr nach, er hat auch noch eine Untersuchung durch das Innenministerium zu überstehen und er steckt in einer Lebenskrise und weiß nicht so recht, wie es weitergehen soll. Mir hat die persönliche Entwicklung wieder sehr gut gefallen, auch bei Mara tut sich so einiges und auch Bruno, der Questore muss nach seiner Entführung sein Leben überdenken. Der Fall in Tramin war ziemlich verzwickt und obwohl man als Leser noch ganz andere Hinweise hat als die ermittelnde Truppe, habe ich bis zum Schluss mit gerätselt.

Gut gefallen hat mir, wie die Autorin es schafft die Schwierigkeiten zwischen deutschen Einheimischen und zugezogenen Italienern darzustellen und dabei beide Seiten angemessen zu beleuchten. Die Italiener kommen auch dazu ihre eigenen Geschichten zu erzählen und man sieht, dass viele den Versprechungen von einem besseren Leben gefolgt sind und sehr unter Heimweh leiden.

Ich mag diese Reihe wirklich sehr und habe mich gefreut, dass die Autorin im Nachwort einen weiteren Band für dieses Jahr ankündigt. Auf den freue ich mich jetzt schon sehr.

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Veröffentlicht am 28.01.2024

Die Mumie in Wien

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Leopold von Herzfeld hat bei seiner täglichen Arbeit immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Ist er doch Jude, dann auch noch ein Piefke und seine Methoden sind auch noch neu. Das macht seinen Stand bei ...

Leopold von Herzfeld hat bei seiner täglichen Arbeit immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Ist er doch Jude, dann auch noch ein Piefke und seine Methoden sind auch noch neu. Das macht seinen Stand bei den Kollegen nicht immer einfach. Der neueste Fall ist recht verzwickt, ein Ägyptologe wird mumifiziert im naturhistorischen Museum gefunden, eigentlich soll er aber auf einer Forschungsfahrt in Ägypten sein. Dazu kommen noch mehrere Morde an jungen Strichern, deren Genitalien entfernt wurden und die die Polizei vor große Rätsel stellt.

Die Beziehung zu Julia ist dabei nicht einfach, zu oft muss Leo sie versetzen, wenn der Beruf ruft. Und da Julia mittlerweile als Polizeifotografin arbeitet, muss die Beziehung auch geheim bleiben.

August Rothmayer hat auch wieder seine Auftritte im Buch, von denen ich mir durchaus mehr gewünscht hätte. Er ist ein wirklich uriger Charakter, den ich sehr gerne mag.

Mir hat das Buch wieder gut gefallen. Es geht viel um Vorurteile und Diskriminierung. Unglaublich wie damals noch mit Menschen umgegangen wurde, die ein wenig anders als die Mehrheit waren. Gerade die Völkerschauen, die damals gang und gäbe waren zeigen, wie wenig Achtung man hatte vor diesen Menschen, die von einem anderen Kontinent kamen.

Dem Autor ist es sehr gut gelungen die Wiener Atmosphäre einzufangen und der Einsatz des Dialekts ist wohl dosiert und gibt den gewissen Lokalkolorit. Man meint das Wien kurz vor der Jahrhundertwende förmlich vor sich zu sehen. Für nicht-dialektkundige gibt es am Ende noch ein Wörterbuch Wienerisch für Piefkes und zusätzlich ein ausführliches Nachwort.

Alles in allem war es ein schönes Buch, das mich gut unterhalten hat. Den dritten Band der Reihe werde ich sicher auch noch lesen.

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