Am Ende steht immer der Mann
Die Löwin von Jerusalem
Die Frauen in der Antike und damit auch in der Bibel sind ja bekanntlich unterrepräsentiert. Von daher ist es lobenswert und lesenswert, wenn ein ganzes Buch über Bathseba, eine der Frauen des König Davids ...
Die Frauen in der Antike und damit auch in der Bibel sind ja bekanntlich unterrepräsentiert. Von daher ist es lobenswert und lesenswert, wenn ein ganzes Buch über Bathseba, eine der Frauen des König Davids geschrieben wird. Wir werden rund 300 Jahre zurück geführt und leben zunächst mit den Kindern David und Bathseba das normale Leben von Teilnomaden bzw. Hirten. Dann springt das Buch immer wieder hin und her. Wir erfahren vom Verlieben der beiden als Jugendliche, von ihrem Erwachsenwerden, das sie beide auseinanderführt, aber auch von ihrer bleibenden Sehnsucht nach einander, die sie schließlich in Jerusalem wieder zusammenführt.
Leider gelingt es dem Buch nicht, die Frauenfigur wirklich in den Mittelpunkt zu stellen. Die Gefühle und Lebensfragen, der Alltag und die Aufgaben von Bathseba kommen kaum zum Ausdruck. Stattdessen seitenlange Kampfbeschreibungen von David bzw. Urija, Bathsebas Mann. Ja, die Zeit damals war brutal und für Frauen gewiss kein Zuckerschlecken. Aber so gelingt es dem Buch leider nicht wirklich, uns diese besondere Frau näher zu bringen.