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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2024

Drachenmagie gut gedacht - noch nicht zu 100 % umgesetzt

Burning Crown
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Wenn es ein Buch zu Drachen und ihren Reitern gibt, sind wir doch alle dabei es zu lesen. Das Band zwischen Drachen und Reiter ist ein ganz besonderes und das merken wir auch im Auftakt der neuen Reihe ...

Wenn es ein Buch zu Drachen und ihren Reitern gibt, sind wir doch alle dabei es zu lesen. Das Band zwischen Drachen und Reiter ist ein ganz besonderes und das merken wir auch im Auftakt der neuen Reihe von Marie Niehoff. Der Titel "Burning Crown" macht neugierig auf mehr und alleine das Cover zieht einen in seinen Bann, wie es andere Bücher niemals schaffen werden. Aber wurden meine Erwartungen hier erfüllt? Oder stört an dieser Story doch noch das ein oder andere?

Cassim will weg. Weit weg. Wo ihn die Menschen, die Drachenreiter nicht finden können. Deshalb ist er im Begriff etwas ziemlich Dummes zu tun, was nicht nur sein Leben, sondern das von vielen, anderen Drachen auch beenden könnte. Aber er will etwas verändern. Denn so, wie er und die gleichgesinnten Drachen bisher unter der grausamen Herrschaft eines Menschen leben mussten, kann und will er nicht mehr weitermachen. Yessa geht es ähnlich, nur dass sie das komplette Gegenteil von Cassim ist. Sie ist eine Reiterin. Eine mächtige noch dazu. Zusammen mit ihrer Schwester Liv möchte sie auch etwas verändern. Das ist auch der Grund, warum sie sich einen hohen Rang und zahlreiche Titel verdient hat. Nur, wenn man ganz oben mitspielt, kann man etwas bewirken. So sind zumindest Yessas Gedanken. Als sie jedoch zusammen mit ihrer Schwester in einen Hinterhalt gerät und nach diesem nichts mehr so ist wie zuvor, findet sie einen neuen Verbündeten, der nicht auf ihr Wohl aus ist. Oder etwa doch? Sind hier mehr als feindselige Gefühle im Spiel oder beruht alles nur auf einem ausgeklügelten Racheplan, in welchen Yessa dummerweise verwickelt wird?

Ich muss schon sagen, dass ich natürlich hohe Ansprüche an die neue Reihe von Marie Niehoff hatte. Klar, wer auch nicht, nachdem er oder sie die Vampir-Reihe rund um Benedict und Florence gelesen hat. Ich habe diese regelrecht verschlungen und GELIEBT! Dass es hierbei um Drachen geht, hat mich nur noch mehr darin bestärkt das erste Buch unbedingt lesen zu müssen. Drachen sind ein brandaktuelles Thema in der Bookbubble und wir können einfach nicht genug von ihnen bekommen. Leider wurden meine Erwartungen an den Band nicht ganz erfüllt. Und wie es dazu kam, erzähle ich euch jetzt ausführlich. Vorab, ich LIEBE das Cover. Wie es gestaltet ist, was für ein wundervoller Farbschnitt dazu ausgewählt wurde und wie schön dunkel die Farbgebung an sich ist, haben mich sofort gecatched. Auch der Klappentext machte mich neugierig auf eine brennendheiße Liebesgeschichte zwischen einem Drachen und seiner Reiterin. Eine verbotene Liebe, zwei Liebende, die sich ihrem Schicksal nicht fügen wollen und dafür kämpfen doch irgendwie zusammen zu sein. Herrlich! Aber dabei ist auch schon das erste Problem für mich aufgetaucht. Ich finde diese Liebe gar nicht so brennend, wie ich sie mir gewünscht hätte. Slowburn schön und gut. Solche Geschichten sind doch auch so viel besser, als wenn wir eine "schnelle" Liebe bekommen. Aber mir fehlen hier einfach die tieferen Gefühle. Dass Yessa und Cassim ihre Gefühle zueinander nicht leugnen können, ist klar. Aber ich hätte mir mehr Tiefe und Intensität gewünscht. Sie drehen sich irgendwie ständig im Kreis. Auch die Handlung geht eher schleppend voran. Im ersten Buch passiert zwar schon einiges, was auch durchaus wichtig ist, aber das Buch konnte mich leider nicht allzu sehr fesseln und ich habe eine Weile gebraucht, bis ich es weiterlesen wollte. Das tut mir so leid, weil ich es einfach mögen wollte. Weil ich auch davon überzeugt bin, dass es eine gut Reihe werden wird. Aber für den Auftakt war es mir etwas "zu wenig". Ich weiß nicht, ob es vielleicht wirklich an meinen zu hohen Erwartungen liegt und das Buch einfach im Vorfeld so arg gehypt wurde. Die Idee dahinter finden ich jedoch nach wie vor mega und werde auch definitiv die beiden anderen Bände kaufen und lesen. Ich finde da geht noch was. Und ich freue mich schon sehr darauf, mehr im zweiten Teil zu lesen. Ansonsten kam ich gut durch das Buch, was den Schreibstil anbelangt. Es sind keine großartigen Zungenbrecher vorhanden (hier und da ein paar Fantasy-Begriffe, die man aber gut verschmerzen kann und eben auch einfach dazugehören).

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Spannende Themen - aber ich habe keinen Zugang zur Geschichte gefunden

Das erste Licht des Sommers
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Mit dem Titel "Das erste Licht des Sommers" könnte man so einiges verbinden. Aber was hat sich die Autorin Daniela Raimondi wirklich bei der Wahl des Titels gedacht? So viel sei gesagt: Wir wissen es am ...

Mit dem Titel "Das erste Licht des Sommers" könnte man so einiges verbinden. Aber was hat sich die Autorin Daniela Raimondi wirklich bei der Wahl des Titels gedacht? So viel sei gesagt: Wir wissen es am Ende des Buches. Und das sogar ziemlich gut, wie ich finde. Der Klappentext verspricht auch einiges und ich war sehr gespannt auf die Geschichte rund um Norma, Donata und Elia.

Norma wächst als Kind eng zusammen mit ihrer Cousine Donata auf. Die beiden sind sehr unterschiedlich, jedoch kann die eine nicht ohne die andere. Dass Norma Donata hat ist auch gut so. Denn sonst bleibt der jungen Frau nicht viel im Leben. Ihr Elternhaus ist nicht gerade von Liebe geprägt und auch mit der Liebe selbst will es nicht so laufen. Nachdem Norma Donata aber an den Tod verloren hat, ändert sich für die junge Italienerin alles. Sie zieht nach London, weil das Donatas großes Ziel war und versucht dort Fuß zu fassen. Das gelingt ihr mehr oder weniger gut und als sie schon kurz vor dem Aufgeben ist, trifft sie einen alten Freund aus Kindertagen wieder: Elia. Die beiden kennen sich auch von Kindesbeinen an und Elia war schon damals total in Norma verknallt. Alte Gefühle wallen wieder auf und schließlich beschließen die beiden ihre Zukunft gemeinsam zu bestreiten. Dass das nicht so rosig läuft, wie man sich vielleicht wünschen würde, wird nach einer Affäre von Elia klar. In dieser hat er sogar ein Kind gezeugt, was den endgültigen Bruch für Norma bedeutet. Aber kommt im Leben nicht immer alles wieder zusammen, wenn es zusammen gehört? Und wurde Normas Zukunft nicht schon vor langer Zeit von ihren Vorfahrrinnen und ihrer Cousine bestimmt? Denn einen Hauch Magie gibt es in der Geschichte rund um Norma auch. Sogenannte Träumer können in die Zukunft sehen und wissen schon viele Jahre vorher, was passieren wird. Manchmal verliert Norma diese Visionen und Vorhersagungen aus den Augen. Sie kämpft sich vielmehr durch ihr Leben, eckt an ein oder anderer Stelle an und trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen. Wird sie am Ende ihr großes Glück finden oder ist es ihr vielleicht doch nicht vorherbestimmt mit Elia glücklich zu werden?

Wenn man vom Klappentext ausgeht, verspricht einem das Buch schon gute Unterhaltung, eine Liebesgeschichte, die mehr oder weniger gut ausgeht und auch einen Hauch von Magie. Für mich die perfekte Mischung. Besser könnte es nicht sein. Dass das Ganze dann noch im schönen Italien spielt, ist perfekt. Hier sind wir aber leider schon beim ersten Problem: Die Sprache. Schon zu Beginn des Buches wird oft auf italienisch gesprochen oder Liedtexte werden auf italienisch abgedruckt. Die Übersetzung steht immer hinter oder unter dem jeweiligen Text. Leider stört das, meiner Meinung nach, total den Lesefluss. Ich persönlich lese die Worte nie ganz genau und überspringe vieles, was es zu keinem angenehmen Lesen für mich macht. Auch habe ich keinen richtigen Zugang zur Geschichte oder den Protagonisten bekommen. Eine Geschichte, bei der es um starke, junge und vor allem sehr interessante Frauen geht, ist immer gut. Hier haben wir gleich mehrere dieser Frauen aus ein und derselben Familie. Ich habe aber keine von ihnen so wirklich greifen können. Weder Norma, noch deren Mutter Elsa, auch nicht die Cousine Donata und die Großmutter Neve. Es gibt noch weitere, wichtige Frauen in der Familie, die eine tragende Rolle spielen. Da wäre zum Beispiel noch eine Tante aus Brasilien, Adele und deren Tochter Maria Luz. Zu keiner habe ich einen Bezug entwickelt, was mir ganz besonders bei Norma sehr leid getan hat. Schön fand ich aber, dass es viel Geschichte in der Story gab. Man bekommt hier interessante Fakten rund um die russische Geschichte, die italienische sowieso und auch wie es in den 1970er Jahren in England ausgesehen hat. An sich wirklich spannend und ein toller Sidefact. Wirklich romantisch wurde es auch nicht. Die Beziehung zwischen Norma und Elia war eher "lieblos", wenn ich das so sagen darf. Da waren keine allzu großen Gefühle vorhanden. Echt schade! Zum Ende des Buches hin bekam ich dann aber doch noch ein wenig das, wonach ich mich gesehnt habe. Als Norma ihre Mutter Elsa am Sterbebett begleitet, reflektiert Norma einiges aus ihrer Vergangenheit und das gefiel mir sehr. Schade, alles in allem hätte ich mehr erwartet und wurde leider etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 23.02.2024

Tolles Konzept, leider nicht perfekt umgesetzt

Mayfair House
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"Mayfair House" - ein schickes und bekanntest Herrenhaus im Jahre 1905. Von Alex Hay wird diesem im gleichnamigen Roman Leben eingehaucht. Und was das für ein Leben nur ist! Wer es liebt in die Welt von ...

"Mayfair House" - ein schickes und bekanntest Herrenhaus im Jahre 1905. Von Alex Hay wird diesem im gleichnamigen Roman Leben eingehaucht. Und was das für ein Leben nur ist! Wer es liebt in die Welt von Bridgerton einzutauchen, wird mit diesem Roman sicher nichts falsch machen. Doch seid gewarnt: Hier spielen nicht die hohen Herrschaften die erste Geige. Nein, hier übernehmen die Bediensteten die tragende Rolle und lassen ihre Herrschaften alt aussehen.

Im Hause de Vries gibt es viele Angestellt, die mit Stolz oder auch mit Angst der Hausherrin dienen. Eine von ihnen war Mrs King, die bis zum Tode ihres Herren diesem und seiner Familie treu ergeben war. Doch dann wird sich nach dessen Ableben kurzerhand von seiner Tochter gefeuert und muss Mayfair House augenblicklich verlassen. Sie weiß sofort, dass mehr hinter ihrer abrupten Entlassung steckt und hat schon lange einen Plan entwickelt, um Gerechtigkeit folgen zu lassen. Zusammen mit weiteren, engagierten Frauen, plant sie einen Coup, der größere nicht sein könnte. Ein Maskenball soll von diesem ablenken und der Hausherrin de Vries Sicherheit vorgaukeln. In der Zwischenzeit wird ihr Haus aber alles andere als sicher sein...

Wie oben bereits erwähnt werden sich hier alle begeistern lassen, die die Werke rund um Bridgerton kennen und lieben. Auch mich hat der Klappentext sofort in seinen Bann gezogen und ich wollte direkt anfangen zu lesen. Leider muss ich sagen, dass die Story an sich doch ganz gut durchdacht ist, die Umsetzung aber alles andere ist als das. Wahrscheinlich trägt dazu auch der Schreibstil in diesem Buch bei. Er ist alles andere als flüssig und nicht immer einfach zu lesen. Das liegt natürlich auch daran, dass wir uns im Jahr 1905 befinden und zu dieser Zeit selbstverständlich andere Worte gebraucht wurden, als es heute der Fall wäre. Trotzdem hätte ich mir hier etwas mehr Einfachheit gewünscht. Das hätte die Geschichte, in meinen Augen, auf jeden Fall mehr voran getrieben. Leider erscheinen die verschiedenen Charaktere auch eher blass. Man lernt zwar einige der Frauen, die an dem großen Coup beteiligt sind, besser kennen, aber mir ist keine so wirklich nahe gekommen. Auch Mrs King selbst wirkt unnahbar und die meiste Zeit über eher rätselhaft. Dieses Rätsel wird natürlich am Ende aufgedeckt, keine Sorge. Wie schon gesagt, die Story an sich ist gut. Würde die Geschichte rund um Mayfair House verfilmt werden, würde ich mir den Film/die Serie auch definitiv ansehen. Sie hätte Potential. Hier wurde aber oft auch ein bisschen mehr ausgeschmückt, als es der Geschichte gutgetan hat. Manche Informationen hätte es für mein Dafürhalten gar nicht gebraucht. Denn die Damen waren alle sehr raffiniert und haben alles gut durchdacht. Das mag ich an diesem Roman so sehr. Die Frauen übernehmen die große Rolle und planen einen Coup, den es keinen zweites Mal gegeben hat. Alleine diese Umsetzung hat mich fasziniert und mir doch die 3 von 5 Sternen entlockt. Schade, man hätte aus der Geschichte wirklich mehr herausholen können. Aber vielleicht wird es ja wirklich noch etwas mit einer Verfilmung und wir können uns das Ganze zu Hause auf dem Fernseher in anderer Ausführung ansehen?

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Veröffentlicht am 11.02.2024

Humorvoller Umgang mit dem Tod

Jetzt ist Sense
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"Jetzt ist Sense" von Hans Rath lässt schon anhand des Covers darauf schließen, was sich im Inneren des Buches verbirgt. Der Sensenmann sitzt am Tresen und scheint offenbar, laut des Titels, keinen Bock ...

"Jetzt ist Sense" von Hans Rath lässt schon anhand des Covers darauf schließen, was sich im Inneren des Buches verbirgt. Der Sensenmann sitzt am Tresen und scheint offenbar, laut des Titels, keinen Bock mehr zu haben. Ob sich dieser Verdacht im Laufe des Buches bestätigen wird? Wir werden sehen...

Liv Bentele ist Psychologin und hat im Laufe ihrer Kariere schon einige, harte Fälle auf ihrer Couch sitzen gehabt. Aber als plötzlich der Tod höchst persönlich bei ihr anklopft, wird es auch der handfesten Psychologin mulmig zumute. Dieser scheint einfach nur nett mit ihr plaudern zu wollen, aber uns allen sollte ja bekannt sein, dass es nichts Gutes bedeutet, wenn der Tod bei einem an die Tür klopft. Trotzdem lässt sich die 50jährige auf diverse Gespräche mit dem Tod, der sich auch Zino nennt, ein. Denn mal ganz ehrlich: Der Typ muss doch wahnsinnig sein, wenn er glaubt, dass Liv ihm die Nummer des Sensenmannes abnimmt. Sie vermutet viel eher Wahnvorstellungen, auf jeden Fall ein krankhaftes Verhalten. Doch Zino scheint den Tod förmlich anzuziehen. Um Liv herum passieren immer wieder eigenartige Dinge und sie blickt dem Tod mehr als ein mal ins Gesicht. Ob doch etwas an Zino's Geschichte als wandelnder Tod dran ist? Als sie dann noch erfährt, dass der Gott des Todes nicht einfach nur zufällig vor ihrer Tür gelandet ist und weiteraus mehr dahintersteckt, könnte ihre Verwirrung und Angst nicht größer sein...

Wer fürchtet sich nicht davor dem Gott des Todes gegenüberzustehen? Dies ist auch eine große Angst meinerseits. Der Tod hat für mich immer etwas Beklemmendes an sich, egal, wie sehr man über ihn nachdenkt. Hans Rath spielt hier mit der Angst vor dem Tod und vor allem vor dem großem Unbekanntem. Kommen wir nach unserem Ableben in den Himmel oder existiert doch so etwas wie die Hölle? Wird vorher ausgesiebt und entschieden, welchen Weg man selbst gehen darf? Den nach oben oder doch eher den nach unten? Auch mit dem Thema, wie es zu so einem Tod kommen kann, wird hier gespielt. Zino ist eine Art vom Gott des Todes. Er begleitet die Menschen vom Leben in den Tod. Aber ist seine Art die einzige, die es gibt? Hier wird wirklich viel mit Fiktion gespielt und fast möchte man selbst daran glauben, dass das Schicksal spontan entscheidet, wer wann zu gehen hat. Zino erklärt plausibel seine Arbeit und dass er schon lange im Geschäft ist. Doch merkt man auch, wie leid er das ganze Prozedere langsam ist. Liv scheint ihm vielleicht wirklich helfen zu können. Und er im Gegenzug ihr... Ihr seht schon, das Thema an sich ist nicht nicht spannend. Leider ist es so gar nicht das, was ich normalerweise lese. Mir gefällt mir Art des Erzählens nicht so ganz. Auch die Charaktere wie Liv, Zino, Liv's Exmann und deren beste Freundin Conny, konnten mich nicht so wirklich überzeugen. Die Figuren blieben für mich eher blass und nicht besonders aussagekräftig. Zugute halten muss ich dem Buch jedoch, dass ich schnell durch die relativ kurzen Kapitel kam und es nicht zu langatmig war. Unterhalten gefühlt habe ich mich auch auf jeden Fall, auch wenn es manche Passagen für mich im Buch nicht gebraucht hätte. Da gab es oft zwischenmenschliche Dialoge, die für mein dafürhalten, nicht relevant für die Geschichte des Buches waren. Da es eigentlich eine Story war, die ich so nicht lesen würde, vergebe ich trotzdem 3 von 5 Sternen, weil das Buch mit seiner Sichtweise zum Tod trotzdem noch eine Weile in mir nachgehallt hat. Zum Denken regt es auf jeden Fall an.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Ich hatte mir mehr erhofft, schade!

Selbst in dunkelster Nacht
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"Selbst in dunkelster Nacht" - wenn die Liebe bedingungslos wird und man füreinander da ist, auch wenn es noch so aussichtslos scheint. Das möchte Ali Kassesmyar mit seinem neuem Roman ausdrücken. Aber ...

"Selbst in dunkelster Nacht" - wenn die Liebe bedingungslos wird und man füreinander da ist, auch wenn es noch so aussichtslos scheint. Das möchte Ali Kassesmyar mit seinem neuem Roman ausdrücken. Aber gelingt ihm das auch? Er beschreibt die Geschichte zwischen Liora und Kieran, die sich durch Zufall kennenlernen und plötzlich nicht mehr voneinander lassen können.



Liora liebt Blumen. Deshalb arbeitet sie in einem Blumenladen, welcher von der Mutter ihrer besten Freundin geführt wird. Die beiden verbindet nicht nur die Liebe zu Blumen, sondern auch ein großer Verlust, den man nur schwer verarbeiten kann... Kieran teilt ihre Leidenschaft zu Blumen und Blüten jeder Art. Aus diesem Grund ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich eines Tages in dem Blumenladen als Aushilfe bewirbt und durch sein Geschick mit den Pflanzen auch direkt eingestellt wird. Es kann jedoch kein Zufall sein, dass Liora und er nun im selben Haus leben, nur wenige Stockwerke voneinander getrennt. Liora ist der unnahbare Kieran gleich aufgefallen und irgendetwas zieht sie an seiner dunklen Art an. Kieran kann die Anziehungskraft zu Liora langsam auch nicht mehr leugnen, versucht aber mit aller Macht dagegen anzukämpfen. Wird ihm das gelingen? Denn nicht nur Liora musste in ihrer Vergangenheit harte Verluste einstecken. Auch Kieran kennt das Gefühl von Trauer nur zu gut und Schuldgefühle stehen bei ihm an der Tagesordnung. Die beiden können sich so eigentlich gegenseitig Halt und Kraft geben, aber schaffen sie es auch mit ihrer jeweiligen Trauer klarzukommen ohne darin zu ertrinken?



An sich finde ich den Ansatz dieser Geschichte nicht schlecht. Der Klappentext konnte mich gleich überzeugen, denn ich finde den Blumenladen als Setting auch echt sehr gut gewählt. Leider wurde im Laufe der Geschichte zu viel versucht. Zu viele Themen kamen hoch, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Immer wurde ein neues Trauma hervorgeholt und es musste eine Lösung dafür gefunden werden. Liora hat ihre Päckchen zu tragen und auch Kieran hat mehr als eine Geschichte, die ihn umtreibt. Hätte man sich hier bei beiden jeweils auf ein Thema fokussiert und diese dann miteinander verbunden, wäre die Sache für mich deutlich runder geworden. Der Kreis hätte sich geschlossen und Lioras und Kierans Beziehung hätte eine gemeinsame Basis gehabt. Aber durch den ständigen Sprung von einer in die nächste Story, war mir das persönlich einfach zu viel Drama. Die Dramen wurden für meinen Geschmack dann auch zu kurz angerissen und nicht weiter vertieft. Sehr schade! Denn wie gesagt, die einzelnen Themen an sich sind sehr spannend und eignen sich gut dazu zu einem tollen Gesamtbild zu werden. Schön fand ich jedoch den Schreibstil, der mich schnell und leicht durch das Buch geführt hat. Ich kann wirklich gut durch die einzelnen Kapitel, die auch nicht zu lang waren. Auch das Cover finde ich nach wie vor wunderschön und einfach perfekt zum Buch gewählt. Dieses erregte schon meine Aufmerksamkeit, bevor ich den Klappentext überhaupt gelesen hatte. Also das ist auch jeden Fall gut gelungen. Kieran als Bad Boy und Liora als lebensfrohes Mädchen mit Ecken und Kanten sind als Protagonisten auch perfekt gewählt. Leider kam von Kieran kaum Widerstand zu den aufkommenden Gefühlen gegenüber Liora. Normalerweise dauert es ja immer einen Moment, bis sich der Bad Boy in das Good Girl verliebt und seine Maske fallen lässt. Das ging mir bei ihm leider etwas zu schnell und wirkte auf mich so, als wäre es nicht Lioras Art, die ihn schließlich verzaubern und überzeugen konnte. Hier hätte Kieran etwas mehr mit sich hadern können, das hätte mir nichts ausgemacht. An sich ist die Story aber unterhaltsam und man muss dazu sagen, dass das Buch ein relativ offenes Ende hat. Einer Fortsetzung steht also nichts im Wege. Denn gegen Ende drehte sich die ganze Geschichte noch einmal um 180°. Wer das typische "Böser Junge verliebt sich in nettes Mädchen von nebenan"-Genre mag, wird mit dem Buch sicher warm werden. Mir persönlich war es nur einfach zu viel, was man erzählen wollte, in ein Buch gepackt.

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