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Veröffentlicht am 29.02.2024

Den Anwälten bleiben nur sieben Tage!

Seven Days
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Mit diesem Thriller von Steve Cavanagh habe ich zum ersten Mal diesen Autor kennengelernt. Ich bereue es nicht. Ich habe einen ungemein spannend und unterhaltsam schreibenden Schriftsteller kennengelernt, ...

Mit diesem Thriller von Steve Cavanagh habe ich zum ersten Mal diesen Autor kennengelernt. Ich bereue es nicht. Ich habe einen ungemein spannend und unterhaltsam schreibenden Schriftsteller kennengelernt, der all die Jahre bis jetzt an mir vorbeigegangen war. Es wurde höchste Zeit, einen Thriller vom Autor der Spiegelbestseller zu lesen.

In einem kleinen County agiert seit fünfzehn Jahren ein extrem gefährlicher Bezirksstaatsanwalt. Dieser Staatsanwalt Randal Korn ist für die meisten Todesstrafen in den Vereinigten Staaten bekannt. Die Leser erleben ihn gleich im ersten Kapitel, wie er einem Beschuldigten für einen extrem geringes Vergehen auf den elektrischen Stuhl bringt.

Dieser gefährliche Staatsanwalt lässt keinen aus seinen Fängen. Es werden Beweise so manipuliert, dass jeder Unschuldige dennoch die Todesstrafe erhalten wird. Randal Korn hat sich dafür eine Umgebung mit Polizei, Politikern und weißen Rassisten geschaffen, die ihm keinen Widerstand leisten.

Eddie Flynn, ehemals Trickbetrüger und jetzt erfolgreicher Anwalt in New York, hat ein kleines, aber feines Team um sich, mit dem er für Gerechtigkeit kämpft. Die vier Leute dieser Kanzlei sind ein spezielles Team. Jeder von ihnen hat besondere Fähigkeiten, aber zusammen scheinen sie unschlagbar zu sein. Wer die TV-Serie »Leverage« kennt, der kann sich Eddies Mannschaft etwa so vorstellen wie die Crew in »Leverage«. Mich haben sie zumindest daran erinnert.

Von einem hohen Sicherheitsbeamten in den Regierungskreisen erhält Eddie den Auftrag, einen unschuldig in U-Haft sitzenden Jungen vor der Todesstrafe zu bewahren. Der Auftrag kommt plötzlich und eilt, denn der eigentliche Anwalt des Jungen ist spurlos verschwunden. Eddie Flynn und sein Team haben noch nie einen solch aussichtslosen Fall übernommen wie diesen. Es beginnt schon damit, dass sie kein Hotelzimmer in dem kleinen Örtchen bekommen, in dem der Bezirksstaatsanwalt agiert.

Das Figurenensemble von Steve Cavanagh ist faszinierend und extrem. Die Leute im Team sind nicht nur Angestellte und Partner, sondern sie sind enge Freunde. Ihr Humor, teils abgrundtief schwarz, ist erfrischend und steckt die Leser an.

Auf der anderen Seite gibt es die Verbrecher, wobei ich sagen muss, ein so fiesen Verbrecher wie diesen Staatsanwalt, habe ich bislang noch in keinem Roman kennengelernt. Seine Skrupellosigkeit kennt keine Grenzen.

Steve Cavanagh schreibt also auf der einen Seite sehr humorvoll und man mag seinen Figuren gerne bei der Arbeit zuschauen, andererseits macht er mit seinem extremen und rassistischen Verbrechern auch auf die Probleme der aktuellen Gesellschaft aufmerksam. Auch wenn die Verbrechen im Detail fiktiv sind, offenbart Steve Cavanagh in den Anmerkungen, dass er bei Recherchen auf sie gestoßen ist und sie nur der Realität nachempfunden wurden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieser Thriller extrem spannend und unterhaltend ist. Die schnellen Szenenwechsel halten die Spannung konstant hoch, während der brutale Staatsanwalt für eine gehörige Portion Dramatik sorgt. Gleichzeitig fesselt die Geschichte des unschuldigen Jungen die Leser und lässt sie mitfiebern. Nicht zu vergessen sind die humorvollen Leute im Team von Eddie Flynn mit ihren speziellen Fähigkeiten.

»Seven Days« ist ein Pageturner erster Güte, der die Leser lachen und sich ekeln lässt. Beste Unterhaltung und für mich ein erfrischend neuer Autor in meiner Autorenliste.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 19.02.2024

Auftakt einer hinreißenden Familiensaga

Himmel über Langani
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Der Roman von Barbara und Stephanie Keating ist ein überwältigendes und riesengroßes Drama, welches von 1957 bis 1966 in Europa und Ostafrika spielt. Dabei ist der Roman so umfangreich, dass er verschiedene ...

Der Roman von Barbara und Stephanie Keating ist ein überwältigendes und riesengroßes Drama, welches von 1957 bis 1966 in Europa und Ostafrika spielt. Dabei ist der Roman so umfangreich, dass er verschiedene Genre gleichzeitig bedient. Verbrechen kommen genauso darin vor wie das Knistern von Romantik. Liebe, Eifersucht, Neid sind Zutaten aus dem menschlichen Dasein. Doch viele Zutaten entstammen auch den gesellschaftlichen Zwängen der damaligen Zeit.

Die zentralen Figuren sind weiße Afrikaner, die sogenannten Afrikaans, die dort geboren sind, aber in die Klasse der Kolonialisten gehören. Die europäischen Länder haben gerade ihre Kolonien aufgegeben und viele afrikanische Staaten in ihre Selbstständigkeit entlassen. In einigen Ländern (u. a. Rhodesien und Südafrika) wollen die ehemaligen Kolonialisten keine schwarze Herrschaft. Die Figuren des Romans sind den modernen Zeiten gegenüber mehr als aufgeschlossen, aber haben trotzdem noch viel Tradition in sich zu tragen. Genau so geht es der afrikanischen Bevölkerung. Anstatt Bauern zu werden lockt das schnelle Geld in Form von Elfenbein, obwohl dies dem Land gar nicht gut tun würde.

Die Hauptfiguren in »Himmel über Langani« sind die Freundinnen Sarah, Camilla und Hannah, die sich Treue und Freundschaft in guten und in schlechten Zeiten geschworen haben. Mit dabei sind ihre Brüder und deren Freunde. Während manche die Farm nach der Entkolonialisierung wieder aufbauen wollen, wollen andere die Tierwelt entdecken oder Karriere in der Modewelt machen. Die Ausbildung absolvieren die Freundinnen und an unterschiedlichen Orten und treffen sich doch wieder auf Langani in Kenia.

Nachdem die drei Freundinnen sich gegenseitig ihre Treue versprochen hatten, waren sie voller Hoffnung auf eine glänzende und glückliche Zukunft. Jedoch mussten sie bald erkennen, dass das heutige Afrika seine eigenen Regeln hat, denen sie nicht entkommen können. Und viele ihrer einstigen Glücksmomente enden letztendlich in einer traurigen Ruine.

Dieser Roman ist der Auftakt einer dreiteiligen Familiensaga (Band 2: »Land ihrer Sehnsucht«, Band 3: »Sterne über Langani«. Die Autorinnen haben den Roman mit vielen spannenden Geschichten über die Familien der drei Freundinnen ausgestattet. Detailreich beschreiben sie die exotische Welt des Lebens in Afrika genauso wie die Mode- und Glitzerwelt im Europa und der westlichen Welt.

Neben den Gefühlen der handelnden Figuren, werden ebenso umfangreich die Landschaft in Afrika und die Traditionen der Afrikaner dargestellt . Als Leser kann man viel kennenlernen über das Leben in Afrika nach der Entkolonialisierung. Sowohl die Korruption als auch das Wirken der schwarzen Bevölkerung gegenüber den weißen Afrikanern werden ausgiebig dargelegt.

Mich hat der erste Teil dieser Trilogie sehr beeindruckt und ich war sowohl von der Spannung als auch von der Exotik und dem Informationsgehalt sehr beeindruckt. Deshalb gebe ich ihm gern eine klare Empfehlung.

Insgesamt ist diese spannende und unterhaltsame Saga aus Afrika eine fesselnde Lektüre für alle, die exotische Bilder im Kopf lieben, auf der Suche nach unheimlichen Familiengeheimnissen sind und von spannenden Ereignissen in Afrika und Irland mitgerissen werden wollen. Taucht ein in diese faszinierende Geschichte und lasst euch von den Abenteuern unserer furchtlosen Protagonisten verzaubern!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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Veröffentlicht am 07.02.2024

Petra Durst-Benning - ihren erster Gegenwartsroman

Kräuter der Provinz
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Petra Durst-Benning hat mit dem vorliegenden Roman ihren ersten Gegenwartsroman veröffentlicht. Nach überragenden Erfolgen mit historischen Romanen hat sie sich in ein anderes Genre gewagt. Auch dies erfolgreich, ...

Petra Durst-Benning hat mit dem vorliegenden Roman ihren ersten Gegenwartsroman veröffentlicht. Nach überragenden Erfolgen mit historischen Romanen hat sie sich in ein anderes Genre gewagt. Auch dies erfolgreich, wie ich finde. Denn auch in dieser geschichte geht es um Frauen, Frauen, die ihr Leben auf den Kopf stellen wollen oder müssen, Frauen, die sich durchsetzen, und am Ende ihr Glück finden … oder auch nicht.

Therese hat in ihrem Heimatdorf Maierhofen im Allgäu einen Landgasthof zum Erfolg gebracht. Als Bürgermeisterin möchte sie solch einen Erfolg auch für das Dorf schaffen. Es gibt nur ein Hindernis: Eine Diagnose „Krebs“ liegt ihr im Nacken und lässt sie immer häufiger den Optimismus verlieren. Durch Zufall wird sie an ihre Cousine Greta erinnert, die sie seit ihrer Kindheit nie wieder getroffen hatte und die eine erfolgreiche Werbefachfrau geworden ist. Das bringt sie auf die Idee, Greta in das beschauliche Maierhofen zu holen und auf fachfrauliche Hilfe bezüglich des Dorfes zu hoffen. Greta, der gerade in der Agentur, in der sie arbeitet, eine viel jüngere neue Werbefrau an die Seite gestellt wurde, verliert die Lust an der Arbeit für diese Agentur. Aber ebenso wenig kann sie sich zunächst eine Kampagne für ein Dorf vorstellen. Sie ist ausgebrannt. Doch sie greift die Idee einer Auszeit und eines kleinen Checkups in dem Allgäu-Dorf ihrer Kindheit auf. Als ihre Ideen für eine Kampagne Gestalt annehmen, wird sie zusätzlich von Thereses Freundin Christine, der Frau des örtlichen Autohändlers und von Beruf Hausfrau, unterstützt.

Petra Durst-Benning zeigt mit diesem spannenden Roman Wege auf, um sich von persönlichen Tiefschlägen nicht in die Knie zwingen zu lassen. Sie will Mut machen und plädiert dafür, den Kopf nie in den Sand zu stecken, immer nach vorne zu schauen und gegebenenfalls neue Wege zu beschreiten. Das Buch trägt selbst in den Wintermonaten, in denn die Handlung teilweise spielt, so viel Sonne in sich, dass man glaubt, stets von dieser beim Lesen begleitet zu werden. Die Figuren, nicht nur die weiblichen, bringt uns die Schriftstellerin über ihr Handeln und Denken sehr nah. Es ist alles nachvollziehbar und plausibel. Es braucht nicht lange, um sie als Freunde ins Herz zu schließen.
Geschmückt wird der Aufbruch des Dorfes mit vielen Rezepten, die Leserin oder Leser gleich ausprobieren kann. Selbst Edy vegane Bratwurst ist dabei. Und wer beim Lesen Appetit auf ein dickes Butterbrot , bestreut mit Kräutersalzen, bekommt, muss sich keinen Zwang antun. Drei kleine Gläschen mit Kräutersalzen gehören ebenfalls zum Buch. Eine wunderschöne Idee für ein wunderschönes Buch, welches Lust auf die Zukunft macht.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2015

Veröffentlicht am 26.01.2024

Historische Fakten wunderbar fiktionalisiert!

Der eiserne Herzog
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Dieser historische Schinken ist der letzte Roman, der noch vor dem Tod des Schriftstellers Ulf Schiewe erschien. Leider konnte er den Erfolg dieses historischen Romans nicht in seiner Gänze auskosten.

Noch ...

Dieser historische Schinken ist der letzte Roman, der noch vor dem Tod des Schriftstellers Ulf Schiewe erschien. Leider konnte er den Erfolg dieses historischen Romans nicht in seiner Gänze auskosten.

Noch als Junge kann sich Guilhem/William dank seiner engsten Freunde der Verfolgung seiner Widersacher entziehen. Guilhem ist intelligent und kann sich behaupten. Seine Freunde schirmen ihn ab und er kann sich als Herzog der Normandie behaupten. Im Laufe des Romans wird klar, dass sich am besten keiner mit ihm anlegen sollte. Schließlich ist er eine, der immer bekommt, was er will. Aber das fällt ihm nicht einfach in den Schoß, sondern er tut etwas dafür. Er bemüht sich darum. Später wird ihm dies mit List, Schläue und Tücke attestiert. Dank einiger weniger getreuer konnte Guilhem als Herzog der Normandie König von England werden.

Ulf Schiewe hat sich in diesem Roman des Themas der Eroberung Englands durch William, den Eroberer, angenommen. Dabei bleibt er nicht bei der bloßen Beschreibung dessen, was hinlänglich aus den historischen Dokumenten bekannt ist. Viel mehr hat Ulf Schiewe sich der historischen Personen angenommen und aus ihnen lebhafte und intelligente Figuren gemacht, die viel über die Taten nachdenken, die sie vorhaben zu tun.

Er hat sie als Menschen dargestellt, wie sie hätten sein können, mit allen Zweifeln, Hoffnungen und Depressionen, mit aller Wut und Enttäuschung, wie sie auch heute im Leben der Menschen vorkommen. Das hat mich stark beeindruckt.

Und nebenbei: Fast alle Figuren des Romans sind real existierende Menschen gewesen. Nur kleine Nebenfiguren sind von Ulf Schiewe frei erfunden worden.

Auf diese Weise wird es den Lesern möglich, hinter die Kulissen eines aufkommenden Krieges zu blicken. Es bleibt also nicht nur bei den bekannten Fakten, das William England übernommen hat, sondern man kann verstehen, wie es zu seiner Entscheidung kam, über England herzufallen. Man erfährt, wie viel Betrug und Intrigen notwendig waren, um ihm den ihm zustehenden Thron vorzuenthalten. Auch, wenn viele Lücken in den historischen Dokumenten von Ulf Schiewe mit Fiktion aufgefüllt wurden.

Als Leser dringt man aber nicht nur in den Kopf von Guilhem/William, sondern auch in die Köpfe seiner Widersacher. Es wird alles plausibel.

Ob die tatsächlichen historische Personen so gedacht haben, bleibt den Lesern natürlich vorenthalten. Aber Ulf Schiewe hat eine Variante angeboten, die es für möglich macht. Ich konnte mich jedenfalls gut in die Leute einfinden.

Insgesamt betrachtet wurden vom Autor lebensnahe Figuren geschaffen, um ehemals realen Menschen neues Leben mit fiktiven Mitteln einzuhauchen. Diese Figuren nehmen uns mit auf spannende Abenteuer, lassen uns mitfühlen und regen unsere Fantasie an. Sie sind mir für einige Stunden zu unvergesslichen Begleitern geworden.

Der Autor ist viel zu früh aus dem Leben geschieden. Schade, dass die Leser auf viele neue Romane von ihm verzichten müssen. Den vorliegenden aber sowie alle zuvor von ihm veröffentlichten Romane bleiben ihm erhalten, um mehr über die Geschichte Europas zu erfahren. Ein Roman, den ich überaus gerne empfehle!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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Veröffentlicht am 12.01.2024

Interessante Figuren in einer spannenden Handlung auf Fischland

Der Sturm: Vergraben
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»Der Sturm« von Karen Sander ist nun schon die zweite Romanserie nach »Der Strand«. Als Serie von Romanen sind die drei Romane zwar unabhängig lesbar, weil sie abgeschlossene Fälle enthalten. Aber wegen ...

»Der Sturm« von Karen Sander ist nun schon die zweite Romanserie nach »Der Strand«. Als Serie von Romanen sind die drei Romane zwar unabhängig lesbar, weil sie abgeschlossene Fälle enthalten. Aber wegen des Seriencharakters gibt es immer einen Strang, der sich von Band 1 bis Band 3 durchzieht.

Bei »Der Sturm: vergraben« geht es erneut an die Ostsee auf Fischland/Darß zur Kriminalinspektion im fiktiven Sellnitz. Bei einem Sturm, der die Küste heimsucht, werden wegen des Abbruchs eines Stücks von den Klippen die Knochen zweier Menschen gefunden. Einheimische und ältere Kollegen erinnern sich daran, dass es vor der Wende 1989 ein Serientäter gab, der immer Pärchen tötete. Er wurde nie geschnappt und als Darß-Ripper bezeichnet.

Jedoch nicht alles, was in diesem Thriller als Verbrechen passiert, wurde von diesem Ripper getan. Es gibt viele kleine und große Vorkommnisse, die die Leser bei der Stange halten. Karin Sander hat sich da viele Kleinigkeiten einfallen lassen, die neben den Ermittlungen im Hauptfall für Spannung sorgen.

Was das Figurenensemble angeht, so ist es breit gefächert. Da der Thriller in den alten Bundesländern spielt, haben viele Figuren einen entsprechenden DDR-Hintergrund. Der wird nicht besonders herausgekehrt, spielt aber für die eine oder andere Motivation eine Rolle. Außerdem werden die Figuren damit natürlich authentisch. Nichts kann langweiliger sein als in den alten Bundesländern auf Menschen ohne DDR- Vergangenheit zu treffen.

Das Stammpersonal ist selbstverständlich identisch mit dem aus dem vorhergehenden Serie. Im Mittelpunkt stehen Tom Engelhardt, der Leiter der Kripo in Sellnitz sowie die Kryptologin Mascha Krieger vom LKA in Schwerin. Freunde, Verwandte, Bekannte und Kollegen von ihnen sind den Lesern der ersten Serie ebenfalls vertraut. Und so gibt es auch hier so manchen Konflikt zu bewältigen, der den Roman besonders spannend macht. Z. B. die rotznässige Göre, die gerade von der Polizeischule gekommen war, Maschas Bruder, der neidisch auf den Leiter der Kripo ist oder der Adoptivvater von der Kryptologin, der selbst bei der Kripo in der DDR tätig war und bei den Ermittlungen um den Darß-Ripper dabei war.

Diese gesamte Gemengelage macht »Der Sturm: vergraben« interessant, unterhaltsam und angenehm spannend, so dass man ihn kaum aus der Hand legen möchte und er in nillkommanichts durchgelesen ist.

Das Lokalkolorit spielt natürlich auch eine große Rolle. Die bildhaften Beschreibungen laden dazu ein, sich die Winde an der Ostseeküste im Herbst oder im Winter einmal um die Nase wehen zu lassen.

Die Dialoge, die Karen Sander geschaffen hat, wirken real wie aus dem Leben gegriffen und sind jeweils dem Alter der Figuren angepasst. Man bekommt ein Gefühl dafür, sich selbst mit diesen Menschen zu unterhalten.

»Der Sturm: vergraben« ist ein Thriller, den ich den Thrillerfreunden sehr gerne empfehle.

In Karen Sanders zweiter spannender Romanserie auf Fischland an der Ostsee können Leser nicht nur in eine fesselnde Geschichte eintauchen, sondern auch interessante Menschen kennenlernen. Mit vielen Spannungsbögen und einem ununterbrochenen Lesevergnügen ist diese Serie ein absolutes Muss für alle Thrillerfans. Tauche ein in die Welt von Fischland und lass dich von Karen Sanders meisterhaftem Schreibstil fesseln.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

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