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Veröffentlicht am 20.02.2024

✎ Nadine Voigt - Eintausendundeine Idee 2 Armbänder für mich und meine Freund*innen

Eintausendundeineidee (1001) – Armbänder für mich und meine Freund*innen
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Als wir letztes Jahr „Das Kreativbuch“ von Nadine Voigt zu Hause hatten und die Anfrage für ihr nächsten Buch im E-Mail-Postfach lag, lehnte ich diese zuerst ab. Wir haben bereits 2 uralte Bücher aus meiner ...

Als wir letztes Jahr „Das Kreativbuch“ von Nadine Voigt zu Hause hatten und die Anfrage für ihr nächsten Buch im E-Mail-Postfach lag, lehnte ich diese zuerst ab. Wir haben bereits 2 uralte Bücher aus meiner Kindheit übers Knüpfen von Armbändern zu Hause und ich dachte, das würde für den Anfang ausreichen.

Aber dann entdeckte meine fast 6-Jährige die Kumihimo-Scheibe und war nicht mehr zu bremsen. Da beschlossen wir, dass „Armbänder für mich und meine Freundinnen“ doch noch bei uns einziehen muss, denn damals kannte diese Technik niemand bei uns.

Zuerst werden ein paar Grundlagen erklärt. Dazu zählen Dinge, die man benötigt und verschiedene Verschlüsse. Dann kann man eigentlich direkt loslegen - wenn man weiß, wofür man sich bei den tollen Sachen entscheiden soll.

Für uns war erstmal die Kumihimo-Scheibe interessant. Die gebastelte besaßen wir noch aus dem anderen Buch. Da uns diese indes zu instabil war, haben wir uns welche gekauft - sowohl runde als auch eckige, denn beide finden Verwendung hier.

Nadine Voigt zeigt nicht nur einfach geknüpfte Armbänder. Ebenso verwendet sie Charms und Perlen; lässt uns sehen, wie eine Haarsträhne ein besonderes Highlight wird und hat tolle Ideen für Muster.
Mein Favorit ist das Blumenband ganz am Ende.

Obwohl alle 15 Projekte durch eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung unterstützt werden, hat man manchmal, vor allem wenn man etwas zum ersten Mal macht, vielleicht selbst irgendwann einen Knoten im Kopf. Dafür gibt es eine Videoanleitungen, die man via QR-Code bekommt. Die haben uns bei besonders kniffligen Sachen sehr gut geholfen.

Einziges Manko für mich: Es gibt lediglich einen Verschlussknoten („für echte Profis“), den man auf und zu machen kann. Gerade im Sportunterricht ist Schmuck verboten, weswegen ich mir mehr Möglichkeiten diesbezüglich gewünscht hätte. (Magnetverschluss, Karabiner etc.)

Durch die Bilder wurden bei mir Kindheitserinnerungen wach, denn auch ich setzte mich oft irgendwo hin, klemmte mein Band mit einer Sicherheitsnadel an meine Hose und knüpfte los.

„Armbänder für mich und meine Freund
innen“ steht nun auf unserer Verschenkeliste für Freund*innen.
Ich denke, eine Geschenkbox (mit Kumihimo-Scheibe(n) und ein paar Garnen) würde bestimmt ebenso gut ankommen, damit man direkt loslegen kann und nicht erst noch alles besorgen muss.

Für uns ist dieses Büchlein eine Bereicherung und wir möchten es nicht mehr missen.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.02.2024

✎ Corinna Leibig - kleine Schmerzen 2 Der kleine Kopfweh

Der kleine Kopfweh
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Die Kinderfachbücher des Mabuse Verlags sind dafür bekannt, dass sie erst eine illustrierte Geschichte für Kinder enthalten und dann einen Fachteil, der an Erwachsene gerichtet ist.

Ich habe mich für ...

Die Kinderfachbücher des Mabuse Verlags sind dafür bekannt, dass sie erst eine illustrierte Geschichte für Kinder enthalten und dann einen Fachteil, der an Erwachsene gerichtet ist.

Ich habe mich für „Der kleine Kopfweh“ entschieden, weil ich selbst in letzter Zeit manchmal unter Migräne leide und meiner knapp 6-Jährigen aufzeigen wollte, was es alles für Ursachen dafür gibt. Zudem erhoffte ich mir, dass sie versteht, was mir in solchen Situationen gut tut.

Corinna Leibig gibt durch ihre aussagekräftigen Bilder und verständlichen, kurzen Texten sowohl kleinen als auch großen Leuten etwas an die Hand, mit dem man wunderbar arbeiten kann.
Sie zeigt auf, welche Situationen unseren Körper überfordern und dadurch zu Kopfschmerzen führen können. Dabei bleibt sie nicht ständig im Negativen hängen, sondern relativiert auch teilweise.
Die einzigen Lösungen, die jedoch angeboten werden, sind kuscheln und reden. Ich hätte mir da schon gewünscht, dass ebenso kurz auf Ruhe, Schlaf, Dunkelheit und eventuell Arztbesuch eingegangen wird.

Im Fachteil gibt es von Dr. med. Charly Gaul einige zusätzliche Informationen, die überdies vertieft werden. Das ist aber nur für Erwachsene und muss dann eben ohne begleitende Bilder auskommen. Solches Wissen bleibt oft weniger bei meinem Kind hängen, weil es nicht nochmals selbst nachgeschaut werden kann.

Auf meinem Instagramprofil gibt es einen kleinen Einblick ins Buch.

©2024 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.11.2023

✎ Margarita Engle - Trommel Traum Girl

Trommeltraumgirl
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"Nach den Sternen greifen und dafür kämpfen, um sie zu bekommen" - das ist etwas, was ich meiner 5-Jährigen immer wieder mit auf den Weg gebe.

Alle Kinder können alles tragen, machen, werden - etwas, ...

"Nach den Sternen greifen und dafür kämpfen, um sie zu bekommen" - das ist etwas, was ich meiner 5-Jährigen immer wieder mit auf den Weg gebe.

Alle Kinder können alles tragen, machen, werden - etwas, mit dem meine Tochter manchmal ein Problem hat, weil es ihr im Kindergarten von Gleichaltrigen anders erzählt wird, obwohl wir ihr es genau so vorleben.

Dieses Bilderbuch lädt wunderbar dazu ein, über jene Sachen zu sprechen.

Die Illustrationen sind großflächig und farbenfroh. Die Darstellungen der Personen (besonders Hände und Köpfe) sind hin und wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Doch die Gestaltung an sich ist kindgerecht und lädt zum Verweilen ein.

Über die Textaufteilung bin ich einige Male gestolpert. Ich habe gesehen, dass man sich am englischen Original orientiert hat, doch ich finde, das funktioniert in diesem Fall im Deutschen nicht immer. Nach dem zweiten Mal Lesen klappte es jedoch besser.

Mit meinem Kind bin ich weiterhin im Gespräch, dass gesellschaftliche Normen nicht immer stimmen müssen. Dass wir Individuen und doch gleich sind - alle dürfen alles werden / sein / machen - auch wenn manche nicht die gleiche Chance dazu haben.
Ich möchte sie darin bestärken, ihren Träumen zu lauschen und nach ihnen zu streben. Die Wege, die wir gehen, sind nicht immer gerade und es werden sicher einige Hürden auf sie warten, doch ich hoffe, dass sie den Mut hat, für ihre Träume zu kämpfen (oder um Hilfe zu bitten).

Neben "Emmanuels Traum" ist "Trommel Traum Girl" ein weiteres Mutmachbuch für die Kleinsten unter uns.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 07.11.2023

✎ Bettina Marie Schneider - Geschichten aus Lunas Sternengarten 1 Die Mission

Geschichten aus Lunas Sternengarten
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Dieses kleine Büchlein kam bereits Anfang des Jahres zu mir. Damals las ich es, doch irgendwie schien es der falsche Zeitpunkt gewesen zu sein, denn ich konnte so gar nichts damit anfangen. Vielleicht ...

Dieses kleine Büchlein kam bereits Anfang des Jahres zu mir. Damals las ich es, doch irgendwie schien es der falsche Zeitpunkt gewesen zu sein, denn ich konnte so gar nichts damit anfangen. Vielleicht waren meine Erwartungen zudem zu hoch, denn der Verlag und die Autorin sagten mir, dass es ab 6 Jahren empfohlen wird und "auch und besonders Kinder diese Geschichte" lieben. Ich erwartete also etwas, was ich meinem Kind vorlesen könnte, wenn wir wieder mal ein totes Tier auf der Straße sehen würden ...

Lunas Geschichte jedoch erreichte mich nicht. Und schon gar nicht wollte ich sie meiner Tochter vorlesen.

Heute, mit einigen Monaten Abstand und erneutem Eintauchen in die Erzählung, bin ich froh, dass ich "Geschichten aus Lunas Sternengarten" damals nicht direkt verschenkt habe.

Das Märchen ist so liebevoll niedergeschrieben wurden. Die Worte nehmen einen an die Hand und gehen mitten ins Herz. Wer bereits ein Haustier gehen lassen musste, weiß, wie tief der Schmerz manchmal sitzt. Die Autorin zeigt Lesenden einen Weg auf, den Tod nicht als etwas Endgültiges, Kaltes zu sehen.

Mir persönlich gefällt die Vorstellung, dass Haustiere einen Sternengarten haben, in dem es ihnen gut geht und sie von den (meisten) Leiden, die sie auf Erden hatten/erfahren mussten, befreit werden. Auch meine 5-Jährige denkt lieber an im Himmel tollende Haustiere, als daran, dass sie unter kalter Erde liegen. (was nicht ausschließt, dass wir ihr den Kreislauf des Lebens erklärt haben)

An einer Stelle soll mit Vorurteilen aufgeräumt werden: "Wie ich diese Vorurteile hasse!" Doch direkt danach werden Stereotype produziert: "Es gibt sanfte, schwarze Prinzessinnen und wilde, weiße Kriegerinnen; [...]" Das ist eine der wenigen Stellen, die mir so gar nicht zusagten. Vielleicht war auch das damals mein eigentliches Problem mit der Kurzgeschichte ...

Ob es eine Fortsetzung gibt? Meine Recherchen ergaben diesbezüglich nichts. Der Titel und das Ende lassen es vermuten, ebenso der Hinweis "Fortsetzung folgt", doch vielleicht soll es auch nur zum Nach- und Umdenken anregen. Beides funktioniert für mich.

Bettina Marie Schneider, die den Blog "Gutes Karma to go" betreibt und sich im Tierschutz engagiert, hat ein tröstendes Werk verfasst, welches Jung und Alt bewegen wird.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.11.2023

✎ Kathrin Schrocke - Weiße Tränen

Weiße Tränen
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"Weiße Tränen" - ein Begriff, den ich vor dieser Lektüre nicht kannte, obwohl ich mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema '(Alltags)Rassismus' auseinandersetze. Daran merke ich, dass es einfach noch ...

"Weiße Tränen" - ein Begriff, den ich vor dieser Lektüre nicht kannte, obwohl ich mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Thema '(Alltags)Rassismus' auseinandersetze. Daran merke ich, dass es einfach noch sooo viel zu lernen gibt ...

Kathrin Schrocke nimmt Jugendliche mit ihrem Buch ein Stück weit an die Hand. Sie zeigt ganz klar Missstände auf ohne mit dem Finger darauf zu zeigen. Sie hält der privilegierten Gesellschaft einen Spiegel vor, den man nicht einfach abwischen kann. Sie gibt diskriminierten Gruppen eine Stimme.

Obwohl wir die Geschichte aus der Perspektive des weißen Lenni erleben, kommen Schwarze und Menschen mit Kopftuch zu Wort - zwei Gruppen, die ständig mit (Alltags)Rassismus zu leben/kämpfen haben. Und doch ist der Jugendroman nicht für sie geschrieben wurden. Sondern eben für jene, die denken, sie würden sowas nicht tun. Die in einer Blase leben, die so nicht existiert - an einer "Schule ohne Rassismus".

Mir gefällt, wie hier aufgezeigt wird, wo überall Alltagsrassismus lauern kann. Privilegierte haben da einfach kein Auge für, wenn sie sich noch nie damit beschäftigt haben.
Und trotzdem kaut die Autorin nicht einfach alles vor, sondern gibt Denkanstöße zum Beispiel mit Fragen, die oft unbedacht gestellt werden. Das fand ich wichtig und richtig, weil ich auch immer wieder merke, dass Personen nur scheininteressiert sind. Wenn man ihnen nicht alles auf dem Silbertablett serviert, vergessen sie es einfach wieder. Aber ich denke, wenn man selbst recherchiert, sieht man erstmal, wie groß das Thema wirklich ist ...

Am liebsten würde ich dieses Werk direkt den Deutschlehrenden an unserer Schule in die Hand drücken, weil es ein Buch ist, welches wirklich in den Klassen besprochen gehört. Ich weiß, dass Schulen nicht alles abfangen können und dass auch Erziehende in der Pflicht sind. Doch es gibt eben auch Menschen die damit nie in Berührung kommen, wenn man sie nicht mit der Nase darauf stößt. Im Klassenverband würde man auf einen Schlag sehr viele SuS erreichen. Und die Kinder hätten direkt Leute um sich, um über den Inhalt reden zu können.
Mein Exemplar wird auf alle Fälle in die Schulbibliothek wandern.

Obwohl der Roman großartig ist, gibt es kleinere Begebenheiten, die etwas runder hätten sein können. Meiner Meinung nach hätte man da noch ein My (µm) mehr herausholen können. Vor allem bei der angepeilten Zielgruppe. Es gibt zum Beispiel eine weiße Person, die für mich zu sehr im Hintergrund gelassen wurde. Ihr hätte ich einen größeren Wirkungskreis gewünscht. Sie geht in der Masse einfach unter. Und ein Ereignis, lässt die Geschichte nun einfach im Raum schweben.
Wobei auch hier wieder positive Aspekte hervorstechen: Wer das Geschriebene wirklich verstanden hat, wird sich nun näher damit beschäftigen. (wer es nicht sowieso bereits tut)

Daher finde ich es eben als Schullektüre sehr gut geeignet. Es MUSS nachbesprochen werden. Es MUSS sich etwas ändern.

Ein großen Pluspunkt erhält "Weiße Tränen", weil man sich die Mühe gemacht hat, ein Sensitivity Reading in Anspruch zu nehmen. (warum werden die eigentlich nicht wie Übersetzer*innen gennant, sondern nur im Nachwort erwähnt?) Im Nachwort erklärt die Verfasserin zudem, warum man die Personen so handeln lässt, wie sie handeln.

Es gibt auch eine Liste mit Lektüre- und Podcast-Empfehlungen.

©2023 Mademoiselle Cake