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Steffi58

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2025

Eigenartiger Humor

Russische Spezialitäten
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Cover ist für mich ein echter Hingucker, der Titel macht neugierig! Beides erinnert an meine Kindheit und löst ein gewisses Maß an Nostalgie aus – aus der man relativ unsanft in die Realität geholt wird.
Wir ...

Cover ist für mich ein echter Hingucker, der Titel macht neugierig! Beides erinnert an meine Kindheit und löst ein gewisses Maß an Nostalgie aus – aus der man relativ unsanft in die Realität geholt wird.
Wir begeben uns in die Welt zweier Identitäten , der russischen und der ukrainischen und erkennen , dass Risse manchmal nicht nur durch ein ganzes Land , sondern auch durch Familien gehen.
Das Buch handelt von einer Familie, die schon in den 90ern aus der Ukraine nach Deutschland ausgewandert sind. Hier haben sie ihren sogenannten магазин eröffnet , auch um alle die Klischees zu bedienen , die die Ostdeutschen mit diesem Begriff in Verbindung bringen. Aber zu den zahlreichen Kunden, der Laden läuft gut , gehören auch die Nashi , also Jene , die auch ausgewandert sind.
Aber dann beginnt der Krieg in der Ukraine , der direkt auch in den Alltag dieser Familie eingreift. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ändert sich radikal. Während die Mutter den propagandistischen Aussagen des russischen Staatsfernsehens bedingungslos glaubt, solidarisiert sich der Sohn mit dem ukrainischen Volk, dessen Höhepunkt eine unglaubliche Reise in die Ukraine darstellt.
Dieses Buch beschreibt sehr gut die Zerrissenheit der Menschen mit russischen und ukrainischen Wurzeln im Angesicht des Krieges.
Das Buch kann ich nur eingeschränkt empfehlen , denn der teilweise sehr skurrile , eigenwilliger Humor des Autors will nicht so recht zu der schwierigen Situation passen , die sich nach Kriegsausbruch im магазин und in der Familie entwickelt. Schwierig zu folgen ist auch den zahlreichen Zeitsprüngen.

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Veröffentlicht am 07.04.2024

Wichtiges Thema , leider nicht gut umgesetzt

Die InvesTiere
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An dem Buch wäre ich wahrscheinlich in der Buchhandlung vorbeigelaufen , das Cover ist nicht sehr ansprechend gestaltet. Auch hinter den Titel muss man erst steigen.
Vom Klappentext war ich sofort begeistert, ...


An dem Buch wäre ich wahrscheinlich in der Buchhandlung vorbeigelaufen , das Cover ist nicht sehr ansprechend gestaltet. Auch hinter den Titel muss man erst steigen.
Vom Klappentext war ich sofort begeistert, diese Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und Themen rund um Unternehmensgründung und Finanzen finde ich total interessant. Die Leseprobe war interessant und unterhaltsam. Nett der Titel Die InvesTiere in seiner Doppeldeutigkeit . Startup Roman hört sich erstmal etwas langweilig an und eher nach Theorie.
Der Autor Jan Grobbel versucht dies zu vermeiden: mit den Tierfiguren , dem Kaninchen Rosi und ihr bester Freund Hamster Erik , die gemeinsam ein Unternehmen aufbauen wollen. Dabei stoßen sie auf verschiedenste Schwierigkeiten. Der Roman will nicht belehren , will nett sein und ist sicher auch unterhaltsam und gleichzeitig lehrreich. Ob eine Tiergeschichte für Teenager das richtige Mittel der Wahl ist , wage ich leider zu bezweifeln.
Die Länge des Textes erschlägt selbst den erwachsenen Leser , für die Teenies hätte ich mir Graphiken , Tabellen und Zeichnungen zur Verdeutlichung der doch sehr komplexen Thematik gewünscht.
Meine älteste Enkelin , 12 Jahre , ist jetzt in dem Alter , in dem man sich schon mal mit der Thematik Investition, Finanzen, Unternehmertum beschäftigen kann. Ich bin mir leider ziemlich sicher , dass sie , trotz guten Willens, das Handtuch relativ zeitig werfen wird.
Schade, die Idee ist lobenswert, leider hapert es an der altersgerechten Umsetzung.
Der erwachsene Leser, der sich nicht an den tierischen Protagonisten stört, kann sicher Interessantes mitnehmen.

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Veröffentlicht am 20.02.2024

Kunst und Literatur gemeinsam

Die Entflammten
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Das Cover des Buches hat mich sofort an van Gogh denken lassen , unschwer kann man sein allgegenwärtiges Sonnenblumenmotiv erkennen.
Interessiert hatte mich von Anfang an die Verknüpfung von Kunst und ...

Das Cover des Buches hat mich sofort an van Gogh denken lassen , unschwer kann man sein allgegenwärtiges Sonnenblumenmotiv erkennen.
Interessiert hatte mich von Anfang an die Verknüpfung von Kunst und Literatur . Erleichternd, dass die gefundenen Figuren zur näheren Erklärung an den Anfang gestellt wurden. Der Roman spielt natürlich in Frankreich mit den durch van Gogh und seinen malenden Zeitgenossen bekannten Orten Paris, Arles und Auvers-sur-Oise und in den Niederlanden in Bussum , Laren und Amsterdam.
Uns begegnen Jo und Gina; zwei Frauen in zwei verschiedenen Epochen. Die Eine ist verheiratet mit Theo van Gogh , dem Bruder von Vincent, die Andere Kunsthistorikerin .
Das Buch ist durchaus informativ und die Autorin beschreibt unterhaltsam das leidenschaftliche Leben der Jo van Gogh-Bonger. Gelungen erscheint mir die Mischung aus Roman und Doku-Fiktion. Der Schreibstil ist sehr klar, passt aber nicht so ganz zur dargestellten Farbigkeit des Themas. Das liegt vielleicht auch daran, dass Simone Meier nicht nur Autorin ist , sondern auch Journalistin. Die Kenntnisse im Bereich Kunstgeschichte sind jedenfalls unterhaltsam umgesetzt.


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Veröffentlicht am 10.10.2022

Lustig wie immer, aber nicht wie gewohnt einfallsreich

Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Wanne geschaukelt hat
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Ich finde es ganz toll, dass Marc-Uwe Kling auch Kinderbücher schreibt, die ja eigentlich ein Spaß für die gesamte Familie sind. Deshalb bin ich ein großer Fan seiner Kinderbücher . Nicht zu vergessen ...

Ich finde es ganz toll, dass Marc-Uwe Kling auch Kinderbücher schreibt, die ja eigentlich ein Spaß für die gesamte Familie sind. Deshalb bin ich ein großer Fan seiner Kinderbücher . Nicht zu vergessen die tollen Illustrationen von Astrid Henn. Die Beiden arbeiten wirklich mit tollen Ergebnissen zusammen.
Aus der Reihe um Tiffanys Familie kennen wir schon die Bände zu Oma und Opa und selten hatte ich so viel Spaß beim Vorlesen. Auch diesmal machten uns Titel und Bilder schon neugierig , klar war sofort, dass es wieder allerhand passieren wird.
Ich erwartete wieder genialen Wortwitz und spitzfindigem Humor. Dementsprechend war ich schon enttäuscht, dass die Geschichte so oberflächlich daher kam. Ich hatte das Gefühl , dass der Autor diesmal nicht wirklich bei der Sache war , sondern eher mit einer wenig einfallsreichen Fortsetzung zufrieden war.
Noch kritischer sehe ich die nicht kindgerechten Kommentare der Erwachsenen, die meine Enkel trotz meiner Hinweise nicht wirklich nachvollziehen konnten. Sie haben diesmal , wohl auch deshalb, viel weniger Spaß gehabt.
Dieses Mal haben mich die Bilder mehr überzeugt als die Geschichte selbst. Schade eigentlich.

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Veröffentlicht am 19.01.2021

Überraschend

Ich und der Andere
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Jim Morrisons Musik ist eigentlich nicht so meine, aber das Cover in ungewohntem Gelb mit Wiedererkennungswert weckte meine Neugier. Ich erinnere mich noch gut , dass ich vor mehreren Jahren mit meinen ...

Jim Morrisons Musik ist eigentlich nicht so meine, aber das Cover in ungewohntem Gelb mit Wiedererkennungswert weckte meine Neugier. Ich erinnere mich noch gut , dass ich vor mehreren Jahren mit meinen Schülern auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise sein Grab suchten.
Morrison starb am 3. Juli 1971 im Alter von 27 Jahren. Und sofort stellte ich mir die Frage - wie so oft bei zu früh verstorbenen Personen- wie wäre sein Leben verlaufen? Unspektakulär? Im Drogensumpf? Als Bohemien und gefeierter Dichter? Oder lebt er noch unerkannt auf den Seychellen?
Eine interessante Sache , uns den Musiker mit einem wahrlich fiktiven Roman näher zu bringen. Die Umstände, unter denen Morrison ums Leben kam, haben immer wieder zu Diskussionen unter Anhängern geführt, zumal es nach seinem Tod keine weiteren Tests an dem Leichnam gegeben haben soll und sein Sarg stets verschlossen blieb. Der Autor ,der österreichische Schriftsteller Jürgen Kaizik, nutzt diese Unklarheiten und baut darauf die Grundidee seines Buches auf.
Jim Morrison erzählt in Ich-Form von seinem Leben , auch mit den „Doors“, wir nehmen Anteil an seinen , manchmal von Drogen erweiterten , Gedanken.
Der Andere ist ein erfundener Lehrer und Dichter, den Morrison "Hölderlin" nennt und der zu Morrisons Muse und Phantom wird.
Kaiziks Roman ist zwar Fiktion , dennoch trifft er den Zeitgeist der späten 60er-Jahre und der Hippie-Bewegung.
Lässt man sich ein auf die Lektüre, verschwimmen Sänger und Lehrer immer mehr , vieles wird undeutlich , aber die wichtige Momente in Jim Morrisons Leben werden psychologisch glaubhaft erzählt.