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Veröffentlicht am 23.02.2024

Durchwachsen

You, with a View
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In diesem Roman wird sehr viel Werbung für Peleton und Tiktok gemacht, was mich extrem gestört hat. Außerdem ist der Roman von vornherein vorhersehbar, aber passabel geschrieben. Er ist flüssig zu lesen ...

In diesem Roman wird sehr viel Werbung für Peleton und Tiktok gemacht, was mich extrem gestört hat. Außerdem ist der Roman von vornherein vorhersehbar, aber passabel geschrieben. Er ist flüssig zu lesen und leicht verständlich, wobei ein paar englische Begriffe vorkommen.

Insgesamt wirkt das ganze Szenario aber unrealistisch. In diesem Buch wirkte das "enemies to lovers" für mich unrealistisch, da erstens sich die beiden Protagonisten in der Schule anscheinend gehasst haben. Und nach Jahren will man dann diese Person? Ich denke eher nicht. Zweitens wirkt es sehr unwahrscheinlich, dass die Klassenbeste nach Jahren als gescheiterte Fotografin endet.

Auf jeden Fall finden beide per Zufall wieder zusammen und beginnen einen Roadtrip von 2 Wochen, in denen sie sich schon ganz am Anfang so anziehend finden, dass sie früh übereinander fallen und der Roadtrip gar nicht mehr richtig zur Kenntnis genommen werden kann, da alles aus Bettgeschichten überschattet wird. Die Mitte des Buchs ist wirklich inhaltslos. Ein wirkliches Reisefeeling kam bei mir nicht durch. Und als beide dann auch noch zu einer Wahrsagerin gegangen sind, konnte ich nur noch mit den Augen rollen.

Fazit: Kann man sich gut nebenbei anhören (Ich hatte das Hörbuch), bleibt aber nicht lange im Kopf. Der Roman ist sehr seicht und locker zu lesen. Das Drama am Ende ist an den Haaren herbeigezogen. Insgesamt gesehen aber eine ganz süße Liebesgeschichte, wenn man die Kritik außer Acht lässt. Sie ist solide geschrieben und das Ende konnte für mich noch das Ruder reißen.

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Veröffentlicht am 04.02.2024

Tragische Lebensgeschichte

Krummes Holz
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Jirka kehrt nach 5 Jahren im Internat wieder zurück in seine Heimat und trifft dort auf seine ältere Schwester Malene, seine inzwischen demente Großmutter Agnes und Leander, den Sohn des verstorbenen Verwalters ...

Jirka kehrt nach 5 Jahren im Internat wieder zurück in seine Heimat und trifft dort auf seine ältere Schwester Malene, seine inzwischen demente Großmutter Agnes und Leander, den Sohn des verstorbenen Verwalters des Guts der Familie Jirkas. Seine Mutter ist schon lange tot, von seinem Vater fehlt jedoch jede Spur seit seiner Rückkehr und die Familie hüllt sich in Schweigen. Was ist passiert?

Die Antwort kommt, aber sie kommt spät und gefiel mir persönlich nicht so als Lösung. Im Chaos des 2. Weltkriegs hätte ich das noch für realistisch und akzeptabel gefunden, aber nicht mehr in der Nachkriegszeit, wo ich schätze, der Roman stattfindet. Einen exakten Rahmen gibt der Roman nicht an, aber durch die Erzählungen kann man das gut in die 70er einordnen. Abgesehen von der Kritik hätte Linhof auch die beiden Erzählstränge etwas deutlicher kennzeichnen können, sodass man sich besser in der Chronologie hätte einfinden können.

Im Roman durchweg passiert ansonsten recht wenig außer, dass Jirka stets von seinen Handlungen im Haus erzählt, in denen sein Innerstes durchkommt. Das wirkt ständig von Flashbacks durchbrochen, sodass wir auch einen guten Einblick in seine Kindheit und Jugend bekommen, die vollgepackt mit Wut und Tragik ist. Die Familie ist kaputt, von Liebe hat sie noch nie gehört. Sie lässt einen nicht zu Wort kommen. Angst ist ein ständiger Gast im Haus. Die Hand spricht öfter als der Mund. Durch die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder wird man als Leser selbst sprachlos. Ein sehr schwer zu verdauendes Thema. Der Roman ist sehr aufwühlend zu lesen, aber gleichzeitig bedeutend, um die Lage der Kriegsüberlebenden nachvollziehen und verstehen zu können.

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Veröffentlicht am 30.01.2024

Vollgepackt mit Geschichten

Das Flüstern des roten Ahorns
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Der Roman "Das Flüstern des roten Ahorns" von Kate Dakota ist leicht zu lesen. Es geht um Hannah, die nach jahrelanger Eiszeit zwischen ihr und ihrer Großmutter Dora zurück zu ihren Wurzeln kehrt, da sie ...

Der Roman "Das Flüstern des roten Ahorns" von Kate Dakota ist leicht zu lesen. Es geht um Hannah, die nach jahrelanger Eiszeit zwischen ihr und ihrer Großmutter Dora zurück zu ihren Wurzeln kehrt, da sie von Doras Nachbarn hört, dass sie HIlfe braucht. Daher lässt sie alles stehen und liegen und überrascht Dora mit ihrer spontanen Ankunft. Trotz ihres gebrochenen Arms und ihres Alters ist diese aber gar nicht erfreut über ihren Besuch. Doch Hannah lässt sich nicht unterkriegen. Auch nicht vom unhöflichen Gast, der eine zuckersüße Tochter und Geheimnisse mit sich bringt.

Die erste Hälfte des Romans las ich zügig und sehr interessiert. Der Aufbau des Settings und der Handlung haben mir äußerst gut gefallen. Doch dann geriet der Roman in meinen Augen etwas ins Strudeln. Er wich mir zu sehr von einem roten Faden ab, da plötzlich sehr viele kleine Geschichten eingebaut wurden, die mich überrascht haben. Ab diesem Zeitpunkt habe ich nicht mehr so interessiert und begeistert gelesen, da ich es zu sehr an den Haaren herbeigezogen und konstruiert fand. Ich mag leichte Lektüren mehr, wenn sie realistisch wirken.

Daher empfehle ich den Roman liebend gern Frauen, die gern einen Liebesroman mit vielen Geheimnissen und kleinen Geschichten lesen wollen und sich gern überraschen lassen. Der Kanadaaspekt hat mir sehr gefallen. Das Feeling inmitten der Wildnis Kanadas zu leben und täglich im Wald Spaziergänge an einen See zu machen, kommt sehr gut durch.

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Veröffentlicht am 25.01.2024

Hexenverfolgung

Die Hexen von Cleftwater
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Das Cover wirkt düster. Man erkennt eine Distel und alles ist in dunklen Tönen gehalten, sodass man sich schon während dem Kauf für eine unheimliche Geschichte mit wahrem Bezug bereit machen kann. Der ...

Das Cover wirkt düster. Man erkennt eine Distel und alles ist in dunklen Tönen gehalten, sodass man sich schon während dem Kauf für eine unheimliche Geschichte mit wahrem Bezug bereit machen kann. Der Schreibstil ist sehr malerisch erzählend, gleichzeitig auch distanziert und kühl. Es gibt sehr viele Charaktere, die noch ausbaufähig sind, da ich es schwer hatte sie auseinander zu halten, weil sie wenig differenzierte Charaktereigenschaften hatten, die betont hervorstachen. Es geht um ein kleines Dorf in Cleftwater, in der Martha lebt, die als Hebamme den Frauen des Dorfs unterstützend zur Seite steht und auch gern mit ihren Fachkenntnissen der Kräuterkunde hilft. Sie ist extrem religiös und sucht während der Hexenverfolgung, der sie zu unterstützen verpflichtet wird, stets den Rat des Priesters und vor allem Gott. Es sterben trotz ihrer Ambitionen viele der wichtigen Charaktere, um der Geschichte Tiefe zu verleihen und sie realistisch wirken zu lassen. Denn Meyer hat zu diesem Thema viel recherchiert und ihr Herzblut hineingesteckt. Das erkennt man an. Trotzdem braucht man einen langen Atem für den Roman und sollte abgebrüht sein. Ein bisschen Vorkenntnisse in der Materie ist auch ganz hilfreich, um der ganzen Handlung leicht folgen zu können. Ansonsten sollte man auf jeden Fall sehr konzentriert lesen.

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Veröffentlicht am 13.01.2024

Kitsch

Winterküsse unterm Nordstern
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Das Cover ist ein Traum, der einen sofort verleitet, das Buch zu kaufen. Allerdings sollte man vom Inhalt nicht so viel erwarten. Er trieft vor Kitsch und Klischees nur so vor sich hin. Der Frauenroman ...

Das Cover ist ein Traum, der einen sofort verleitet, das Buch zu kaufen. Allerdings sollte man vom Inhalt nicht so viel erwarten. Er trieft vor Kitsch und Klischees nur so vor sich hin. Der Frauenroman ist seicht und leicht zu lesen. Ein bisschen Drama ist natürlich auch dabei, aber man sollte nicht wirklich etwas Tiefgründiges erwarten. Der Roman ist perfekt für Frauen, die sich in Männer verlieben, die trauern und die Frau verloren und schon ein Kind haben.

Die Protagonisten kommen recht schnell zusammen. Nachdem Charlottes Leben in ihren ersten 30 Jahren nur katastrophal verlaufen war, gelingt ihr eine Wendung um 180 Grad und alles, was sie dafür tun musste, ist, spontan nach Finnland auszuwandern. Denn dort wird sie von allen mit offenen Armen empfangen. Plötzlich läuft alles glatt, sowohl privat als auch beruflich. Das wirkte unrealistisch und machte den ganzen Roman wenig spannend. Zudem wurde mit Eljas, der Protagonist, viel zu oft als "Hottie" bezeichnet. Solche Romane, die von Frauen geschrieben werden, lassen Frauen dumm wirken. Als wäre alles nebensächlich, solange der Mann heiß ist.

Ich habe für den Roman wirklich lange gebraucht, weil es letztlich so klischeebelastet und kitschig war. Wer daher in der Weihnachtszeit nach einem Schmöker sucht, der nicht lange im Kopf bleibt, kann mit dem Roman gern abschalten und etwas extrem Simples lesen.

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