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Veröffentlicht am 15.06.2024

Humorvoller Krimi

Weg vom Schuss
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Da ein Waffenhändler ein Kopfgeld auf die CIA-Agentin Fortune Redding ausgesetzt hat, beschließt ihr Chef, sie vom Radar verschwinden zu lassen und bringt sie, getarnt als ehemalige Schönheitskönigin und ...

Da ein Waffenhändler ein Kopfgeld auf die CIA-Agentin Fortune Redding ausgesetzt hat, beschließt ihr Chef, sie vom Radar verschwinden zu lassen und bringt sie, getarnt als ehemalige Schönheitskönigin und Bibliothekarin, in Sinful, einem abgelegenen Kaff in Louisiana, unter. Fortune soll sich dort unauffällig verhalten und möglichst den Kontakt zu den Dorfbewohnern meiden. Doch dieser Plan ist zum Scheitern verurteilt, da Fortune direkt nach ihrer Ankunft einen menschlichen Knochen in ihrem Garten findet. Das ruft nicht nur den Deputy Sheriff der Stadt auf den Plan, sondern auch zwei ältere Damen, die auf den ersten Blick ziemlich harmlos wirken. Dennoch gelingt es den Ladys, Fortune immer tiefer in die Sache hineinzuziehen....

"Weg vom Schuss" ist der Auftakt zu einer Krimi-Reihe, in der Fortune Redding im Mittelpunkt steht. Die Handlung wird in der Ich-Form, aus ihrer Sicht, geschildert. Fortune wirkt vom ersten Moment an sympathisch, wodurch man sich in ihrer Haut äußerst wohlfühlt. Sie scheint ein ausgeprägtes Talent dafür zu haben, sich in unmögliche Situationen zu katapultieren. Da sie nicht nur schlagfertig ist, sondern auch über sich selbst lachen kann, ist man von Anfang an mitten im Geschehen. 

Gemeinsam mit ihr erkundet man ihren neuen Aufenthaltsort und ist erstaunt, über die unerwarteten Regeln, die in Sinful gelten. Gut, dass Fortune die beiden alten Damen Gertie und Ida Belle kennenlernt, die ihr eigentlich helfen könnten, Fehltritte zu vermeiden. Leider nur eigentlich, denn mit Gertie und Ida Belle fängt der Ärger so richtig an. Unauffälliges Verhalten, um ja keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ist mit den beiden schier unmöglich. Denn die beiden Damen hoffen darauf, dass Fortune sie bei der Aufklärung eines Mordes unterstützt. 

Der Schreibstil ist locker und humorvoll, wodurch man förmlich durch die Seiten fliegt. Die Szenen werden so detailliert beschrieben, dass man sofort alles vor Augen hat. Da Fortune wirklich in jedes Fettnäpfchen tritt, das der kleine Ort zu bieten hat, muss man oft unverhofft schmunzeln. Der Krimianteil  kommt allerdings nicht zu kurz. Auch wenn man meint, dass man alles sofort durchschaut, kann man sich auf einige Überraschungen einstellen. 

Ein humorvoller Auftakt, der neugierig auf den weiteren Verlauf macht. 

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Gelungene Fortsetzung

Mörderland
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In einem Kohlekraftwerk in Dänemark wird durch den Einsatz einer Kampfdrohne eine Explosion ausgelöst. Wenig später trifft es ein Kraftwerk in Rostock. Dann wird der Sohn des dänischen Klimaministers ermordet ...

In einem Kohlekraftwerk in Dänemark wird durch den Einsatz einer Kampfdrohne eine Explosion ausgelöst. Wenig später trifft es ein Kraftwerk in Rostock. Dann wird der Sohn des dänischen Klimaministers ermordet aufgefunden. Martin Juncker nimmt mit seiner jungen Kollegin Nabiha Khalid die Ermittlungen auf. Die beiden versuchen zu klären, ob es einen Zusammenhang zwischen den Fällen gibt. Bei der Autopsie des Ermordeten stellt sich heraus, dass er kokainabhängig war. Deshalb wird auch Signe Kristiansen zu den Ermittlungen hinzugezogen. Sie erhält von einem Inhaftierten brisante Informationen. Dadurch wird der Fall immer verzwickter und nimmt gefährliche Wendungen...

"Mörderland" ist bereits der vierte Band, in dem Martin Jucker und Signe Kristiansen ermitteln. Obwohl man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen kann, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat, ist das nicht unbedingt empfehlenswert. Denn die privaten und beruflichen Nebenstränge bauen aufeinander auf und entwickeln sich kontinuierlich weiter. Das kann man einfach besser genießen, wenn man die Reihe chronologisch liest. 

Man darf sich über ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren freuen und kann beobachten, wie es ihnen mittlerweile ergangen ist. Handlungsorte und Protagonisten werden anschaulich beschrieben, wodurch man sich ganz auf die Ermittlungen einlassen kann. Obwohl es ein wenig dauert, bis die Ereignisse Fahrt aufnehmen, kommt keine Langeweile auf. Im Gegenteil, man genießt die Suche nach Hinweisen und versucht, die einzelnen Puzzleteilchen selbst zu einem stimmigen Bild zusammenzusetzen. Allerdings kommt es immer wieder zu überraschenden Wendungen, die dafür sorgen, dass man die eigenen Überlegungen überdenken muss. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Geschickt angelegte Szenenwechsel sorgen dafür, dass man gespannt dem Verlauf der Ereignisse folgt und versucht, Verbindungen zu entdecken. Doch bis es dazu kommt, muss man sich ein wenig gedulden, da die Fälle äußerst verzwickt sind. Dadurch stellt sich zwar zunächst keine Hochspannung ein, dennoch kommt man als Krimi- und Thriller-Fan voll auf seine Kosten, da man unbedingt erfahren möchte, was es mit den beiden unterschiedlichen Fällen auf sich hat und ob es nicht doch eine Gemeinsamkeit geben könnte. 

Eine gelungene Fortsetzung, die durch überraschende Wendungen überzeugt. 

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Spannende Ermittlungen

Witwenwald
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Kristoffer Bark rollt mit seinem Team einen alten Mordfall neu auf. Vor Jahren wurde die brutal zugerichtete Leiche der attraktiven Emelie Kartmann gefunden. Ihr Täter konnte nie ermittelt werden. Kristoffer ...

Kristoffer Bark rollt mit seinem Team einen alten Mordfall neu auf. Vor Jahren wurde die brutal zugerichtete Leiche der attraktiven Emelie Kartmann gefunden. Ihr Täter konnte nie ermittelt werden. Kristoffer Bark geht alle damaligen Ansätze mit seinem Team durch. Dabei stellt sich heraus, dass Emelie gestalkt wurde. Doch bevor er sich genauer mit allem befassen kann, wird der Mann seiner ewig krankgeschriebenen Mitarbeiterin Sara ermordet. Bei den Untersuchungen fallen Kristoffer Parallelen zu Emelie Kartmann auf. Denn auch Sara wird bei Ämtern angezeigt und gestalkt. Kristoffer stellt sich die Frage, ob es sich um den gleichen Täter handelt. Denn wenn das so ist, schwebt Sara in großer Gefahr...

"Witwenwald" ist der zweite Band einer schwedischen Krimireihe, in der Kristoffer Bark ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man den Auftakt nicht gelesen hat. Wichtige Hintergrundinformationen zu den Hauptcharakteren fließen in die Handlung ein. 

Diese wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet und startet zunächst eher gemächlich, da die Charaktere und ihre Eigenarten detailliert beschrieben werden. Dennoch gelingt es der Autorin hervorragend, vom ersten Moment an, Interesse zu wecken. 

Durch die unterschiedlichen Blickwinkel bekommt man eine gute Übersicht über das Geschehen. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen und beobachtet gespannt, wie sich die einzelnen Protagonisten verhalten. Dabei hofft man, einen entscheidenden Hinweis zu entdecken. Doch so leicht lässt sich der Täter nicht in die Karten schauen. Im Gegenteil, schon bald betrachtet man alle Akteure, die mit Sara zu tun haben, äußerst misstrauisch. Dadurch gerät man in den Sog der Ereignisse und mag das Buch kaum aus der Hand legen. Zum Ende hin steigert sich die Spannung enorm und gipfelt in einem Finale, bei dem man einfach mitfiebern muss.

Die privaten Nebenhandlungen drängen sich nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fließen harmonisch ins Geschehen ein. Dadurch wirken Haupt- und Nebencharaktere sehr lebendig. Die Handlungsorte werden ebenfalls so authentisch beschrieben, dass man sich alles mühelos vorstellen kann. 

Eine gelungene Fortsetzung, die zwar eher gemächlich startet, sich dann aber zu einem echten Pageturner entwickelt. 

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Veröffentlicht am 11.01.2024

Mitreißende Fortsetzung

New Hope - Das Schimmern des Glücks
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Braxton Campbell führt seine Schreinerei in New Hope mit großem Erfolg. Mittlerweile ist sein Betrieb schon außerhalb des kleinen Städtchens bekannt. Das Wichtigste in Braxtons Leben ist allerdings seine ...

Braxton Campbell führt seine Schreinerei in New Hope mit großem Erfolg. Mittlerweile ist sein Betrieb schon außerhalb des kleinen Städtchens bekannt. Das Wichtigste in Braxtons Leben ist allerdings seine Tochter Ruby. Seit dem Tod von Rubys Mutter setzt der alleinerziehende Vater seine ganze Energie ein, um Ruby dabei zu unterstützen, den Tod der Mutter zu verarbeiten und ihr eine glückliche Kindheit zu ermöglichen. Braxton selbst will nie wieder eine Frau nah an sich heranlassen, denn die Angst vor einer erneuten Verletzung sitzt tief. Doch dann kommt Payton nach New Hope und stellt sein ganzes Leben auf den Kopf. Plötzlich hat seine erfolgreiche Schreinerei Konkurrenz, doch Braxtons Herz gerät jedes Mal aus dem Takt, wenn er Payton sieht....

"Das Schimmern des Glücks" ist der dritte Teil der New-Hope-Reihe. Da jedes Mal ein anderes Pärchen im Zentrum der Ereignisse steht, kann man die Bände auch unabhängig voneinander lesen. Wichtige Hintergrundinformationen zu den Bewohnern von New Hope und deren Beziehungen untereinander, fließen in die Handlung ein. Da man dabei auch auf Charaktere trifft, die man bereits aus den vorherigen Teilen kennt, kann man die Reihe allerdings noch mehr genießen, wenn man die Bände chronologisch liest. Denn dann kann man beobachten, wie es den Pärchen, die vorher im Mittelpunkt standen, mittlerweile geht. 

In diesem Band dreht sich alles um Payton und Braxton. Die Handlung wird in der Ich-Form, abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere, geschildert. Dadurch kann man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben und außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und was sie voneinander denken. Beide Charaktere wirken vom ersten Moment an sympathisch. Braxton und Payton haben einen ganz besonderen Humor, der die Handlung enorm auflockert. Durch die gewählte Perspektive erkennt man aber schnell, dass dieser Humor auch ein Schutz für die beiden ist, denn sie wurden in der Vergangenheit tief verletzt und wollen unbedingt vermeiden, dass so etwas erneut passiert. 

Das Knistern zwischen den beiden ist von Anfang an spürbar. Doch Payton und Braxton haben gute Gründe, diese Gefühle zu verdrängen. Das das auf Dauer nicht gut gehen kann, wird schnell klar. Dennoch kommt auch diese Story ohne große Dramen aus. Das Gefühlschaos, das beide durchleben, wird nachvollziehbar beschrieben, wodurch man sich ganz auf die Geschichte einlassen kann und außerdem oft zum Nachdenken angeregt wird. 

Das kleine Städtchen New Hope wird wieder sehr authentisch beschrieben. Man fühlt sich in dieser Umgebung einfach wohl und hat außerdem das Gefühl, selbst durch die Straßen zu schlendern und dabei alte Bekannte zu treffen. Diese Atmosphäre gibt dieser Reihe einen zusätzlichen Reiz. 

Eine wunderbare Fortsetzung, in der man die ganz besondere Atmosphäre des Städtchens und eine mitreißende Lovestory genießen kann. 

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Veröffentlicht am 05.03.2023

Gelungene Fortsetzung, die durch lebendige Charaktere überzeugt

Still wanting you
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Nachdem Amber erfahren hat, dass ihr langjähriger Lebensgefährte sie betrogen hat, zieht sie die Konsequenzen und trennt sich von ihm. Amber krempelt ihr gesamtes Leben um. Dazu gehört auch, dass sie sich ...

Nachdem Amber erfahren hat, dass ihr langjähriger Lebensgefährte sie betrogen hat, zieht sie die Konsequenzen und trennt sich von ihm. Amber krempelt ihr gesamtes Leben um. Dazu gehört auch, dass sie sich eine Praktikumsstelle sucht, um sich auf die Eröffnung des Familienhotels vorzubereiten. Dort trifft sie ausgerechnet auf den attraktiven Brian, in den sie in der Highschool heimlich verliebt war. Das einzige Date, das sie mit ihm je hatte, endete allerdings in einer Katastrophe...

"Still wanting you" ist nach "Still missing you" der zweite Band der Still-Reihe von Valentina Fast. Dieser Teil der Reihe knüpft beinahe nahtlos an den ersten Band an. Man kann den aktuellen Ereignissen zwar auch dann folgen, wenn man den Auftakt nicht gelesen hat, dennoch ist es empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten, damit man die Weiterentwicklung der Charaktere verfolgen kann. 

In diesem Band stehen Amber und Brian im Zentrum der Ereignisse. Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht der Hauptcharaktere, geschildert. Dadurch kann man nicht nur an den Gedanken und Gefühlen der beiden teilhaben, sondern außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken und was sie voneinander denken. 

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Es gelingt ihr hervorragend, sowohl die Charaktere als auch die Handlungsorte so zu beschreiben, dass man alles mühelos vor Augen hat und ganz in die Handlung eintauchen kann. Dass es zwischen den beiden gewaltig knistert, ist sofort spürbar. Dennoch kann man Ambers Vorsicht, sich nicht auf Brian einzulassen, nachvollziehen. 

Die Nebencharaktere wirken ebenfalls sehr lebendig und bereichern die Handlung. Der Zusammenhalt zwischen den Adoptiv-Geschwistern wird so authentisch beschrieben, dass man sich sicher ist, dass sie sich aufeinander verlassen können. Ambers Ex-Freund polarisiert, wodurch man Ambers Wut auf ihn hervorragend nachvollziehen kann. 

Die Liebesgeschichte zwischen Amber und Brian wirkt glaubhaft und wird nicht zu zuckersüß und übertrieben dargestellt. Deshalb kann man mit diesem Buch wunderbar dem Alltag entfliehen und einfach mal die Seele baumeln lassen. 

Eine gelungene Fortsetzung, die durch lebendige Charaktere überzeugt. 

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