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Veröffentlicht am 06.03.2024

Mal was ganz anderes

All dies könnte anders sein
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In ihrem Debutroman „All dies könnte anders sein“ von Sarah Thankam Mathews geht es um Sneha. Sneha kommt aus Indien und startet nach ihrem Studium einen Job in Milwaukee. Im Gegensatz zu vielen ihrer ...

In ihrem Debutroman „All dies könnte anders sein“ von Sarah Thankam Mathews geht es um Sneha. Sneha kommt aus Indien und startet nach ihrem Studium einen Job in Milwaukee. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kommiliton*innen hat sie Glück und findet trotz der Rezession einen Job. Sie kann dadurch ihre Eltern in Indien finanziell unterstützen. Sie stürzt sich in ihr neues Leben mit alten und neuen Freunden und auch ins Dating. Sie verliebt sich in Marina, eine Tänzerin. Ihre Eltern in Indien jedoch wissen nicht, dass sie auf Frauen steht und würden sich für ihre Tochter eine arrangierte Ehe wünschen. Sneha hadert mit den Traditionen ihrer Vorfahren.

Der Roman behandelt viele verschiedene Themen, wie zum Beispiel Rassismus, LGBTQ, Dating, Identitätsfindung und Arbeitsrecht. Ich finde es toll, dass die Protagonistin eine queere Person of Color ist. Jedoch finde ich aufgrund der Themenvielfalt, dass einiges vernachlässigt wurde und Teile oft nur kurz angesprochen werden, was etwas schade ist. Zudem versteht die Protagonistin die queere Community teilweise nicht so sehr, obwohl sie selbst Teil davon ist. Ein Beispiel dafür ist, wie sie sich zu dem Pronomen „they“ äußert.
Ein großer Kritikpunkt, den ich hab ist der Schreibstil. Ich hatte gehofft, dass ich mich dran gewöhnen werden, aber das ist leider nicht passiert. Ich musste mich richtig durchquälen, weil ich mit dem Schreibstil absolut nicht klarkam. Das Thema war wirklich toll und auch die Geschichte wäre insgesamt wirklich interessant, wenn der Schreibstil nicht wäre. Ich fand es sehr anstrengend, dass wörtliche Rede nicht gekennzeichnet wurde. Das macht das Ganze irgendwie leider sehr zäh. Am Anfang hatte ich zudem noch Probleme mitzukommen, auch die Personen am Anfang waren irgendwie schwer auseinanderzuhalten. Das hat sich im Laufe des Buches allerdings gebessert. Schade fand ich auch, dass man den Namen der Protagonistin erst zur Hälfte des Buches erfährt.
Alles in allem fand ich die Geschichte wirklich interessant, aber der Schreibstil ist ein dickes Minus, daher bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Nicht sehr überzeugend

Pack Up the Moon
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„Pack up the Moon“ von Kristan Higgins, übersetzt von Barbara Röhl, begleitet Joshua durch seine Trauerphase, nachdem er seine Frau verloren hat. Lauren, seine Frau, stirbt an einer Lungenkrankheit, hinterlässt ...

„Pack up the Moon“ von Kristan Higgins, übersetzt von Barbara Röhl, begleitet Joshua durch seine Trauerphase, nachdem er seine Frau verloren hat. Lauren, seine Frau, stirbt an einer Lungenkrankheit, hinterlässt ihm jedoch für die ersten zwölf Monate nach ihrem Tod Briefe mit kleineren und größeren Aufgaben.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Zum einen aus Laurens Sicht, die meist rückblickend verläuft – sie beginnt mit ihrem Tod und führt dann in die Vergangenheit. Zum anderen aus Joshuas Perspektive, die chronologisch nach Laurens Tod in die Zukunft blickt – in ein Leben ohne sie.

Ich hatte ein sehr emotionales Buch erwartet, das mich komplett fesselt – leider war das nicht der Fall. Ich habe ziemlich lange gebraucht, um es zu lesen, weil mir einfach der Drang gefehlt hat, die Geschichte weiterzuverfolgen. Emotional hat mich das Buch über weite Strecken nicht erreichen können, auch wenn die letzten Seiten dann doch ein paar Tränen bei mir ausgelöst haben.

Die Charaktere waren recht interessant, wobei ich bei einigen Figuren zunächst Schwierigkeiten hatte, die Beziehungen zueinander zu verstehen.
Was mich jedoch gestört hat: Das Buch ist voll von Vorurteilen und Stereotypen. Teilweise wurden Begriffe verwendet, die heutzutage einfach nicht mehr angebracht sind – zum Beispiel „farbige“ für People of Color.

Insgesamt hat mich die Geschichte sehr an „P.S. Ich liebe Dich“ erinnert – die Parallelen sind deutlich.

Für mich persönlich war das Buch leider nichts, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Menschen, die gerne emotionale Geschichten lesen, durchaus gefallen könnte.

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