Düster und schräg!
How To Kill a Guy in Ten WaysMit "How To Kill A Guy in Ten Ways" habe ich es mir nachmittags gemütlich gemacht um in die Welt von Millie und Message M einzutauchen. Der Klappentext des Debütromans der Autorin Eve Kellman hat mich ...
Mit "How To Kill A Guy in Ten Ways" habe ich es mir nachmittags gemütlich gemacht um in die Welt von Millie und Message M einzutauchen. Der Klappentext des Debütromans der Autorin Eve Kellman hat mich sehr angesprochen, aber habe mir auch etwas anderes erwartet. Außerdem sagt der Titel doch auch aus um was es gehen soll, aber diese zehn Arten sind einfach nicht aufgetaucht. Dafür haben einige Kerle dran glauben müssen. Aber trotzdem habe ich das Buch direkt verschlungen.
Kurzum geht es um Millie, welche durch Message M Frauen und jungen Mädchen in den Clubs oder irgendwo sonst helfen will sich aus bremslichen Situationen zu retten. Wir erfahren auch schon früh: sie will sich an dem Mann rächen, für das was er ihrer Schwester Katie angetan hat. Dabei schreckt sie auch vor Mord nicht zurück...
Millie ist eine recht einfache Person, würde ich mal sagen. Jemand tut einem anderen Leid an, dieser muss dafür bezahlen. Sie hat mit viel Belastbaren zu kämpfen, was wir mit der Zeit erfahren. Zu Anfang ist Millie noch eher rational und scheint vollkommen normal zu sein. Mit ihrem stinklangweiligen Job, welchen sie nicht machen will, ihrem normalen Reihenhaus und einem nervigen Nachbarn. Mit der Zeit legt sich das und Gefühle übernehmen die Oberhand. Sie rettet Personen und hilft ihnen miesen Typen zu entkommen. Was auch schnell ziemlich untergeht, unter all den anderen Situationen.
Die Suche nach dem Vergewaltiger ihrer Schwester, dem 'Bestrafen' von etlichen miesen Kerlen, welche sie mal einfach so aussucht. Sie übersieht auch gerne mal ein Treffen mit ihren Freundinnen, weil so viel los ist. Schlaf wird überbewertet und sie reagiert ihren Frust mit etlichen Kilometern Laufen ab - und mit Mord. Ehrlich gesagt habe ich sie einerseits verstehen können, aber andererseits ist sie so eiskalt und getrieben, da kann sie einen schon recht unsympathisch werden.
Sie hat meist eine negative Einstellung und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen können einen schon öfters runterziehen. Sie denkt viel mehr nach als man zunächst glaubt und kommt dadurch immer mehr in die Bredouille. Das wird auch nicht besser, als sie James kennenlernt, welcher echt für Schwierigkeiten sorgen kann. Das war schon vorprogrammiert.
Wir lernen ein paar ihrer Freundinnen kennen. Die allerwichtigste ist Nina, mit der sie alles erleben kann und sie trotz allem zusammenhalten werden. Und dann noch Izzy und Angela, welche ich nicht besonders ausstehen konnte. Die Szenen und Treffen mit den beiden waren mir ehrlich gesagt einfach zu langweilig und uninteressant und daher konnte ich es nicht erwarten, dass sie verschwinden.
Ich wollte Action, ich wollte Message M auf Mission und da haben wir eindeutig viel zu bieten bekommen. Mein Gott, dass sie überhaupt so lange damit durchgekommen ist, ist doch ein Wunder. Manchmal wollte ich den Kopf schütteln, um zu denken, du hast das vergessen und das völlig doof angestellt. Nur um dann festzustellen, wie sie damit klarkommt und irgendwie hinkriegt. Wie seltsam das auch scheinen mag, denn Cops sind eigentlich nicht dämlich. Hoff ich mal. Diese warens jedenfalls.
Das Ende spitzte sich echt zu und ein paar Dinge habe ich erwartet, aber auch eine Menge nicht auf dem Schirm gehabt. Eines hat mich echt genervt, doch ich kann dazu nichts sagen, denn: Spoiler! Würde zu viel verraten, aber das war echt scheie. Ich muss auch noch sagen, das Ende war wirklich speziell und ich saß nur da und wusste nicht ob ich lachen, geschockt oder verwirrt sein soll. Da ging es echt ab. Einerseits wollte man das Millie damit durchkommt, weil sie es aus 'guten' Gründen macht und wie sie immer wieder alles durchkriegt, andererseits möchte man ihr gerne mal in die Frese hauen und sehen wie sie im Knast vergammelt.
Insgesamt muss ich ehrlich zugeben, hatte der Roman etwas an sich, sodass ich einfach wissen wollte wie es ausgeht und das hat mich dann doch gefesselt. Dadurch hat mir der Debütroman der Autorin Eve Kellman gut gefallen. Ich kam flott durch das ganze Geschehen, auch wenn es etwas abstrus, schräg und düster war. Ein paar Kleinigkeiten haben mich gestört, wie die Freundinnen Izzy und Angela, welche nicht wirklich etwas zur Story beizutragen hatten. Auch dieser gewisse Punkt zum Schluss und ein paar kleinere Dinge, nach eigenem Geschmack.
Millies Art war moralisch verwerflich, wie sie über die Morde denkt, welche für sie absolut okay waren. Dabei aber so heuchlerisch über andere Frauen etc. denkt. Ein Buch für Zwischendurch, bei dem man es einfach Geschehen lassen soll und man die Gedanken abschalten kann, welches ich auch seltsamerweise gerne verfolgt habe, dass man einiges sogar nachvollziehen konnte, wie sie es gelöst hat eher nicht. Aber naja.
Hiermit möchte ich mich recht herzlich bei Bastei Lübbe und NetGalleyDE für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplar bedanken, wobei meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst wurde.