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Veröffentlicht am 28.04.2024

Fesselnder Thriller mit grandiosem Setting

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Anwältin Anna, ihr Lebensgefährte Henrik und die gemeinsame Freundin Milena unternehmen jedes Jahr eine Wanderung durch die Natur Nordschwedens und diesmal ist Milenas neuer Freund Jacob dabei. Jacob überredet ...

Anwältin Anna, ihr Lebensgefährte Henrik und die gemeinsame Freundin Milena unternehmen jedes Jahr eine Wanderung durch die Natur Nordschwedens und diesmal ist Milenas neuer Freund Jacob dabei. Jacob überredet die anderen zu einer schwierigeren aber reizvolleren Tour als geplant. Nicht nur die anspruchsvollere Wanderung durch den Nationalpark Sarek fordert die Freunde heraus, sondern es entsteht auch eine neue Dynamik in der Gruppe, die zu Streit und Misstrauen führt.

Erzählt wird aus Annas Ich-Perspektive, so dass ich mich bei der Wanderung dabei fühle. Die grandiose Natur und das unberechenbare Wetter beschreibt der Autor sehr anschaulich und eindrucksvoll, auch die Protagonisten werden schnell zu lebendigen, glaubhaften, nicht unbedingt sympathischen Figuren, wozu auch Rückblenden in die Zeit des Kennenlernens beitragen. Ulf Kvenslers Schreibstil ist flüssig, lebendig und angenehm zu lesen, von Anfang an ist eine bedrohliche Atmosphäre spürbar und Spannung ist in der Geschichte durchgehend vorhanden. Die Herausforderungen der Wanderung im Sarek offenbaren gute wie schlechte Eigenschaften der Figuren und Emotionen brechen sich Bahn.

Unterbrochen wird Annas dramatische Erzählung durch Auszüge aus einem Vernehmungsprotokoll, das während ihres anschließenden Krankenhausaufenthalts entsteht und leise Zweifel an Annas Glaubwürdigkeit weckt und mich um so mehr dazu zwingt, das Buch fast ohne Unterbrechung zu Ende zu lesen, um zu erfahren, was wirklich im Sarek passiert ist.

Dem Drehbuchautor und Regisseur Ulf Kvensler ist ein fesselnder, atmosphärischer Thriller mit perfektem Setting gelungen, ein beeindruckendes Debüt, auch wenn ich mir ein etwas ausführlicheres Ende gewünscht hätte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2024

Wechseljahre und andere Herausforderungen

Morden in der Menopause
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Mit Schlaflosigkeit fängt es an und Liv muss erkennen, dass bei ihr ganz überraschend die Wechseljahre begonnen haben. Hat sie bisher den stressigen Alltag mit drei pubertierenden Kindern, der Care-Arbeit ...

Mit Schlaflosigkeit fängt es an und Liv muss erkennen, dass bei ihr ganz überraschend die Wechseljahre begonnen haben. Hat sie bisher den stressigen Alltag mit drei pubertierenden Kindern, der Care-Arbeit für ihre hochbetagten Schwiegereltern und einem Teilzeitjob mit anstrengenden Kunden gemeistert, machen ihr jetzt die Stimmungsschwankungen und ein nur kurzer Geduldsfaden so sehr zu schaffen, dass sie einen Drogendealer erschlägt, der mit ihrem Sohn ins Geschäft kommen wollte. Es bleibt nicht bei der einen Leiche und Liv gerät in nie erahnte skurrile Situationen.

Die Protagonistin erzählt aus der Ich-Perspektive und spricht den Leser auch direkt an und lässt an ihren Überlegungen teilhaben. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, was nicht überrascht, steckt hinter dem Pseudonym Tine Dreyer doch die erfahrene Autorin Christine Drews. Trotz der verrückten Geschichte finde ich Liv als Frau in den Wechseljahren und auch ihre pubertierenden Kinder glaubwürdig beschrieben, während Nebenfiguren auch mal überzogen dargestellt werden, aber auf jeden Fall unterhaltsam. Den Kapiteln jeweils vorangestellt sind kurze, informative Erläuterungen zu den Wechseljahren und Livs Frauenärztin weiß auch die Vorteile der überstandenen Menopause beizusteuern.

Das Buch mit dem witzigen Cover und seiner schrägen Geschichte hat mir auf humorvolle Weise Wissen um die Wechseljahre vermittelt und mich gut unterhalten.

Veröffentlicht am 11.12.2023

Kompakte und fundierte Informationen über heutige Drogen

Die Wahrheit über unsere Drogen
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Schon das bunte Cover und der unverblümte Titel machen neugierig auf das Buch. Mir hat es gut gefallen, es ist informativ und ausreichend ausführlich, um Laien grundlegendes Wissen und ebenso erstaunliche ...

Schon das bunte Cover und der unverblümte Titel machen neugierig auf das Buch. Mir hat es gut gefallen, es ist informativ und ausreichend ausführlich, um Laien grundlegendes Wissen und ebenso erstaunliche Details über die 16 heute angesagten Drogen zu vermitteln. Besonders interessiert war ich an unseren alltäglichen Drogen Kaffee und Zucker, die ich schließlich täglich konsumiere, und an den Schlaf- und Schmerzmitteln.

Der Aufbau vom geschichtlichen Hintergrund der Drogen mit ihrer Entdeckung/Entwicklung, über die gewünschte bzw. tatsächliche Wirkweise bis zu den Begleiterscheinungen/Auswirkungen ist durchdacht und gelungen. Wobei die erstrebte positive Wirkung genau so erwähnt wird wie die Risiken und die Entwicklung einer möglichen physischen und/oder psychischen Abhängigkeit.
Chemische Einzelheiten werden so knapp wie möglich, aber detailliert wie nötig geschildert. #DerApotheker informiert über den Hintergrund der Droge und ihre pharmakologische Wirkung im Körper, Dr. Carsten Schleh steuert die toxikologischen Aspekte und interessante Fallbeispiele aus Fachpublikationen bei. Beide Autoren haben bereits erfolgreiche Bücher geschrieben, und mit 'Die Wahrheit über unsere Drogen' ihr erstes gemeinsames Buch vorgelegt.

Durch eine nicht wirklich nötige Rahmenhandlung wird jedoch der Leser direkt angesprochen, was mir gefallen hat. Aufklärung ohne erhobenen Zeigefinger haben die Autoren meiner Meinung nach gut umgesetzt.
Sehr gut und ausführlich ist auch das Quellenverzeichnis am Ende des Buchs, während die Gliederung des Textes optimaler hätte gestaltet werden können mit Hervorhebungen, Zusammenfassungen oder Grafiken.
Ich habe einiges Neues und Wissenswertes aus dem Buch mitgenommen und ich kann es jedem Leser empfehlen, der sich kompakt und fundiert über unsere heutigen Drogen informieren will.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Thema
  • Cover
Veröffentlicht am 26.11.2023

Spannender beklemmender Thriller um manipulierte Erinnerungen

Ausgelöscht
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In Wien und in Berlin tauchen nach drei Wochen zwei Frauen wieder auf, die selbst der Meinung sind, nur zwei Tage verschwunden gewesen zu sein. Beide haben die gleichen Erinnerungen und Erinnerungslücken ...

In Wien und in Berlin tauchen nach drei Wochen zwei Frauen wieder auf, die selbst der Meinung sind, nur zwei Tage verschwunden gewesen zu sein. Beide haben die gleichen Erinnerungen und Erinnerungslücken an die Entführungen. Die Psychologin und Erinnerungsforscherin Lea Goldberg arbeitet mit den Ermittlern an der Aufklärung der Fälle.

Es gibt zwei Handlungsstränge in der rätselhaften Geschichte, die sich abwechseln. Lea Goldberg erzählt in der Gegenwart aus der Ich-Perspektive, so dass ich ihren Gedanken und Gefühlen sehr nah komme. Sie hat vor einem Jahr selbst ein Trauma erlitten, so dass sie nicht nur die professionelle Therapeuten-, sondern auch die Patientensicht aus eigenem Erleben kennt. Die zweite Handlung spielt 'damals', hier wird von einem personalen Erzähler das problematische Leben einer namenlosen Frau geschildert.
Leas ist eine sympathische Protagonistin, deren Erlebnisse mich berührt haben, während mir die beklemmende Entwicklung der namenlosen Frau 'damals' im Mittelteil des Buchs fast zu viel war, zu detailliert erzählt und zu viel Raum einnehmend.

Theresa Prammers Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen, sie hat mich auf falsche Fährten gelockt und mein Miträtseln führte lange in Sackgassen. Ihre Figuren sind interessante Charaktere, die Sympathie oder Antipathie wecken, die Protagonistin Lea besitzt Tiefe, handelt jedoch nicht immer glaubwürdig. Die wissenschaftliche Basis des Thrillers, nämlich manipulierte Erinnerungen, ist ein faszinierendes Thema, das die Autorin einfallsreich und spannend bis zum großen Showdown umgesetzt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2023

Abwechslungsreiche Alltagsgeschichten

Geschichten aus der Wundertüte
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In den 'Geschichten aus der Wundertüte' geht es um Alltagsgeschichten aus verschiedensten, auch ungewöhnlichen Perspektiven, nicht nur Menschen erzählen von Begebenheiten oder Sorgen, tauchen in die Vergangenheit, ...

In den 'Geschichten aus der Wundertüte' geht es um Alltagsgeschichten aus verschiedensten, auch ungewöhnlichen Perspektiven, nicht nur Menschen erzählen von Begebenheiten oder Sorgen, tauchen in die Vergangenheit, erinnern sich an 'früher'.
Die Geschichten sind unterschiedlich lang und die in der zweiten Hälfte haben mir am besten gefallen, in denen es um weibliche Selbstbestimmung geht oder um die Unberechenbarkeit des Lebens. Manche Erzählungen haben ein überraschendes Ende, andere ein offenes, so dass ich mir Gedanken über verschiedene Alternativen gemacht habe und die Geschichte in meinem Kopf noch nachhallte. Gelungen finde ich die gesellschaftskritischen Aspekte in einigen Geschichten, ob es um Hochhaussiedlungen am Stadtrand geht oder Pflegeheimkosten.
Auf jede Erzählung folgt ein thematische passendes Gedicht, das augenzwinkernd auf das Vorausgegangene Bezug nimmt oder eine neue Perspektive hinzufügt.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen, in Teilen fand ich Einzelheiten zu sehr 'auserzählt', da wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Alles in allem habe ich Christiane Ulmer-Leaheys neues Buch gern gelesen und vergebe 4 von 5 Sternen.