Profilbild von DetlefKnut

DetlefKnut

Lesejury Star
offline

DetlefKnut ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit DetlefKnut über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2024

Crosston Creek am Fuße der Rocky Mountains

Crosston Creek - Was dein Blick mir sagt
0

Dieser Roman ist der Auftakt einer neuen, romantischen Reihe von Cara Lay. Die Handlung spielt im winterlichen Colorado, voller Schnee und Weihnachten nicht weit. Damit entspricht der Roman meinen örtlichen ...

Dieser Roman ist der Auftakt einer neuen, romantischen Reihe von Cara Lay. Die Handlung spielt im winterlichen Colorado, voller Schnee und Weihnachten nicht weit. Damit entspricht der Roman meinen örtlichen Präferenzen, wenn ich an die To-Die-Reihe von Lisa Jackson denke. Crosston Creek ist ein malerischer Ort am Fuße der Rocky Mountains, wo Herzen zueinander finden. Der Roman muss einem Vergleich mit Virgin River von Robyn Carr nicht scheuen, was die Romantik angeht.

Holly hat ihr Zuhause auf der Bristlecone Pine Ranch in dem malerischen Dorf Crosston Creek gefunden. Brian, der Besitzer der Ranch, ist für sie wie ein Vater und die Arbeit mit den Pferden erfüllt Holly auf eine wunderbare Weise.

Als Holly erfährt, dass die Ranch, die ihr so am Herzen liegt, in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bricht für sie eine Welt zusammen. Brian, der Besitzer der Ranch, sieht sich gezwungen, den geliebten Ort zu verkaufen, um seine Schulden zu begleichen. Dieser Verlust ist für Holly besonders schwer zu verkraften, da sie viele ihrer schönsten Erinnerungen mit diesem Ort verbindet. Jeder Winkel der Ranch erinnert sie an glücklichere Zeiten, die nun unwiederbringlich zu enden scheinen.

Holly, die entschlossene und zielstrebige Protagonistin, steht vor einer schier unmöglichen Aufgabe. Die Ranch, auf der sie so viele Jahre gearbeitet hat und die zu ihrem Zuhause geworden ist, steht kurz vor dem Bankrott. Die einzige Hoffnung liegt in Brians Sohn Callen, einem erfolgreichen Anwalt, der jedoch aufgrund eines tragischen Unfalls, der vor Jahren geschehen ist, jeglichen Kontakt zu seinem Vater abgebrochen hat. Trotz seines beruflichen Erfolges zeigt Callen keinerlei Interesse an der Ranch oder an einer Versöhnung mit seinem Vater.

Aber Holly gibt nicht auf. Mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit und Empathie versucht sie, die zerrütteten Beziehungen zu reparieren. Sie weiß, dass eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn nicht nur für die Rettung der Ranch essentiell ist, sondern auch eine tiefere, persönliche Heilung für beide bedeuten könnte. Ihre Bemühungen führen sie durch eine Reihe von emotionalen Gesprächen, unerwarteten Wendungen und Herausforderungen, die nicht nur die Charaktere, sondern auch ihre eigenen Überzeugungen auf die Probe stellen.

Während sich die Geschichte entwickelt, werden Hollys Resilienz und ihre Fähigkeit, Hoffnung in scheinbar ausweglosen Situationen zu finden, zu einem zentralen Fokus der Erzählung. Sie wird zur treibenden Kraft hinter einer möglichen Familienzusammenführung und der Rettung eines wichtigen Erbes. Ihre Geschichte zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Ausdauer und der Glaube an das Gute in den Menschen selbst die tiefsten Wunden heilen können.

Aber die Entwicklung von Gefühlen für Callen war unerwartet und erleichtert die Umsetzung ihres Plans nicht gerade …

»Crosston Creek« ist ein berührender Roman, in dem Cara Lay den zauberhaften Ort und seine vielfältigen Bewohner einfühlsam beschreibt. Die Geschichte handelt von tiefen Freundschaften und dem unschätzbaren Wert des Zusammenhalts in schwierigen Zeiten. Jede einzelne Figur kämpft mit eigenen, oft überwältigenden Herausforderungen. Doch gemeinsam mit der eng verbundenen Gemeinschaft und ihren treuen Freunden finden sie stets einen Weg, diese Probleme zu bewältigen und die wahre Bedeutung von Liebe zu entdecken.

Je tiefer man in die Seiten eindringt, desto brennender wird der Wunsch, dass Holly triumphieren möge in ihrem Bestreben, Vater und Sohn wiederzuvereinigen und dabei auch ihre eigene neue Heimat zu sichern.

»Crosston Creek« ist ein wunderbarer Wohlfühlroman, mit dem man in die winterlichen Gefilde Colorados abtauchen kann.

Der Roman »Crosston Creek – Was dein Blick mir sagt« ist eine fesselnde Geschichte mit einer herrlichen Landschaft, sympathischen Figuren und einem spannenden Konflikt. Die Emotionen wechseln ständig und lassen den Leser mitfühlen. Allerdings endet die Geschichte leider schnell. Insgesamt ist Crosston Creek ein Buch, das das Herz berührt und für eine allgemeine Leserschaft empfehlenswert ist.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 03.06.2024

behütet, aufgewachsen und beneidet auf Rosewood Hall

Die Tote von Rosewood Hall
0

Dieser historische Roman von Annis Bell ist der erste von drei Romanen aus der Lady-Jane-Reihe, deren Handlung in der viktorianischen Zeit in England spielt. Die Schauplätze sind hauptsächlich in London, ...

Dieser historische Roman von Annis Bell ist der erste von drei Romanen aus der Lady-Jane-Reihe, deren Handlung in der viktorianischen Zeit in England spielt. Die Schauplätze sind hauptsächlich in London, Wiltshire, Devon und Cornwall.

Im Jahr 1860 in Wiltshire: Lord Henry Pembroke hat sich große Mühe gegeben, einen Ball für seine geliebte Nichte Lady Jane in Rosewood Hall auszurichten. Auf der Gästeliste sind die begehrtesten Junggesellen der Londoner Gesellschaft, da der kranke Lord sicherstellen möchte, dass die Zukunft seiner geliebten Nichte, die ihm wie eine Tochter ist, gesichert ist. Doch der Abend nimmt eine völlig unerwartete Wendung …

Ein verletztes Mädchen stürzt in der winterlichen Ballnacht durch den Park von Rosewood Hall und wird von Lady Jane entdeckt. Jane ist eine junge Frau und anders als Frauen normalerweise in ihrem gesellschaftlichen Umfeld. Sie hat enorm viel Selbstbewusstsein und bringt das namenlose Mädchen in den Wintergarten.

Doch das Mädchen ist schwer verletzt und so bittet die Sterbende Jane kurz vor ihrem Tod, ihre Freundin Mary zu finden und vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren. Jane fühlt sich von dem Leiden des Mädchens tief berührt und verspricht, zu helfen.

Unerwartete Unterstützung erhält Jane von Captain Wescott, einem zurückhaltenden, etwas düsteren, aber auch attraktiven Mann, der unverhofft und dank des schwerkranken Onkels ihr Ehemann wird. Doch vertrauen kann und mag Lady Jane ihm nicht. Sie begibt sich auf die Suche nach der Freundin des kleinen Mädchens, das in ihren Armen starb.

Die Spannung in diesem Roman nährt sich aus verschiedenen Strängen. Zunächst ist da die Beziehung zwischen Lady Jane und Captain Westcott. Dann versucht Jane ihrer Verpflichtung des toten Mädchens gegenüber nachzukommen und deren Freundin Mary zu suchen. Schließlich geht es darum, denjenigen zu finden, der für den Tod des Mädchens verantwortlich ist. Daraus resultieren dann auch Ermittlungen rund um die Machenschaften in den Kinderheimen.

Die Örtlichkeiten und Figuren sind der viktorianischen Zeit angepasst. Letztere sind für mich gut und ausreichend charakterisiert. Ich kann mit ihren Gefühlen und Verhaltensweisen gut etwas anfangen.

»Die Tote von Rosewood Hall« von Annis Bell ist ein historischer Kriminalroman, denn es wird nicht gerade wenig ermittelt. Auch wenn es vorrangig um die Suche nach einem Mädchen geht, werden doch wesentlich härtere Verbrechen dabei aufgeklärt. Annis Bell hat ihre Protagonistin deshalb mit einer großen Portion Selbstbewusstsein ausgestattet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Roman als unterhaltsamer, spannender und historischer Krimi ein fesselndes Leseerlebnis bietet. Mit seinen vielschichtigen Handlungssträngen und spannenden Ermittlungen in verschiedene Richtungen hält er die Leser von Anfang bis Ende bei der Stange. Besonders die Beziehung zwischen Jane und Wescott sorgt für emotionale Tiefe und lässt die Leser mitfiebern. Die Präsenz der Schurken in den Heimen verleiht der Geschichte zusätzlich eine packende Atmosphäre. Insgesamt ist dieser Roman ein gut zu empfehlender Roman für alle, die nach einer unterhaltsamen und fesselnden Lektüre suchen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2024

Veröffentlicht am 17.03.2024

einen neuen und interessanten Lesestoff eindecken?

Die Spur
0

Der Amerikaner Richard Laymon gilt als Meister des Psychothrillers. Seine Romane werden gerne mit denen von Stephen King auf eine Ebene gestellt. Kribbelnde Spannung zieht sich durch die streckenweise ...

Der Amerikaner Richard Laymon gilt als Meister des Psychothrillers. Seine Romane werden gerne mit denen von Stephen King auf eine Ebene gestellt. Kribbelnde Spannung zieht sich durch die streckenweise actionreiche Handlung.
In vorliegenden Roman werden in zwei unterschiedlichen parallelen Handlungssträngen zwei Geschichten. Während Rick und seine neue Partnerin Bert in die Berge fahren, um zu campen und zu wandern, geht die junge Gillian ihrem außergewöhnlichen Hobby nach: Sie sucht nach Häusern, deren Bewohner offensichtlich verreist sind. Diese Häuser nimmt sie einige Tage in Beschlag, lebt in ihnen, schnüffelt in den fremden Sache, bevor sie dann zum nächsten Haus weiterzieht.
Bert und Rick begegnen bei ihrer Bergtour verschiedenen Leuten, die ebenfalls wandern. Doch Rick scheint in der Vergangenheit besondere Erfahrungen gemacht zu haben, denn er ist der Angsthase von beiden. Während die energiegeladene Bert mit großen Schritten voranschreitet, versucht Rick sie stets zur Umkehr zu drängen und glaubt, von jedem anderen Wanderer bedroht zu sein. Gillian befreundet sich zur gleichen Zeit mit einem Nachbarn an, was sie eigentlich sonst nie macht. Doch als sie die Videosammlung ihres Hausbesitzers in Augenschein nimmt, muss sie Ungeheuerliches feststellen. Sie wohnt momentan in dem Haus eines Serienmörders.

Wie eingangs bereits erwähnt, geht es bei Laymon sehr subtil zu. Die Spannung scheint sanft über alle Seiten zu flirren. Beim Lesen spürt man ein sonores Summen im Hinterkopf. Man spürt die Gefahr genau so wie die Protagonisten, weiß aber nicht, wann und aus welcher Richtung sie kommen wird. Das ist ein ganz besonderer Stil, der Spaß beim Lesen beschert. Er erinnert an Gruselbücher aus der Kindheit, bei denen man am liebsten unter die Bettdecke gekrochen wäre, um nicht vom schwarzen Mann geholt zu werden.

Diese subtile Spannung bedeutet aber nicht, dass keine rasche Handlung erfolgt. Im Gegenteil. Laymon versteht es, mit einigen Kämpfen, Schlägereien und Messerstechereien das Lesen gefährlich zu machen. Die Figuren müssen viel Action erleben, durch die Wälder fliehen, sich in Baumwipfeln retten, bevor sie der Lösung Ihres Problems näherkommen. Langweilig wird es nicht. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Ich empfehle Ihnen gerne den Lesern, die actionreiche Psychothriller in amerikanischer Umgebung mögen. Vielleicht mögen auch Sie mit Richard Laymon einen neuen und interessanten Lesestoff eindecken?

Veröffentlicht am 17.03.2024

Kann nur empfohlen werden.

Wechselspiel der Liebe
0

Flora lebt mit ihrem Vater in Cornwall. Sie ist 22 Jahre alt und möchte nun zu neuen Ufern aufbrechen: in London nach einer Wohnung und einem Job suchen. Für die Wohnungssuche kann sie zunächst bei einer ...

Flora lebt mit ihrem Vater in Cornwall. Sie ist 22 Jahre alt und möchte nun zu neuen Ufern aufbrechen: in London nach einer Wohnung und einem Job suchen. Für die Wohnungssuche kann sie zunächst bei einer Freundin unterkommen. Doch bevor es dazu kommt, erhält sie die schlechte Nachricht, dass aus der Unterkunft nichts wird, weil die andere Bewohnerin nun doch nicht verreist und somit kein Platz mehr ist. Flora sucht sich ein einfaches Hotel, stellt dort den Koffer an der Rezeption ab und schaut sich nach einem Restaurant fürs Abendessen um. Sie wird überaus freundlich vom Kellner hofiert. Doch ihre Verwunderung dauert nicht lange. Eine junge Frau in ihrem Alter betritt das Restaurant. Der Kellner schaut verblüfft von dem einen Gast zum anderen und zurück. Und auch Flora glaubt, in ihr Spiegelbild zu sehen. Die andere Frau sieht genauso aus wie sie, trägt ganz ähnliche Kleidung, nur sichtbar um einiges teurer. Beide Frauen kommen ins Gespräch, Flora erfährt, warum der Kellner mit ihr geflirtet hat, denn Rosa ist Stammgast in diesem Restaurant. Im Gespräch stellt sich heraus, dass Flora und Rosa eineiige Zwillinge sind, die beide nichts voneinander ahnten. Während Flora von ihrem Vater aufgezogen wurde, lebte Rosa bei der Mutter. Rosa lädt Flora ein, bei ihr zu wohnen, sie holen Ihren Koffer aus dem Hotel und quatschen die ganze Nacht. Es gibt viel zu erzählen.
Am nächsten Tag verlässt die jetseterprobte Rosa London in Richtung Griechenland und lässt eine perplexe Flora in ihrer Wohnung zurück. Dann steht Antony vor der Tür, der Ex-Verlobte von Rosa. Er möchte Rosa bitten, nur das eine Mal noch mit nach Schottland zu seiner Großmutter zukommen, da die schwer krank darnieder liegt und diesen Wunsch hatte. Da Rosa verschwunden ist, kommt Antony auf eine unmögliche Idee, die der Ausgangspunkt für das kommende Desaster sein soll.

Extrem unterhaltsam, spannend die Entwicklung in dieser Verwechslungsgeschichte. Pilcher ist bekannt für solch prickelnde und humorvolle Geschichten. Auch die Liebhaber von Cornwall und Schottland kommen auf ihre Kosten, wenn es darum geht, das Flair zu schnuppern.

Kann nur empfohlen werden.

Veröffentlicht am 17.03.2024

Aufregender Lesestoff bei der Suche nach einem vermissten Teenager mit sympathischen Figuren.

48 Stunden
0

Susan lebt mit ihrem Freund Dave in New York. Dave ist Polizist, Detective, der im Schichtdienst arbeitet. Vor einem Jahr ist Lisa bei ihnen eingezogen. Lisa ist die fünfzehn Jahre jüngere Schwester von ...

Susan lebt mit ihrem Freund Dave in New York. Dave ist Polizist, Detective, der im Schichtdienst arbeitet. Vor einem Jahr ist Lisa bei ihnen eingezogen. Lisa ist die fünfzehn Jahre jüngere Schwester von Susan. Sie ist selbst noch Teenager und möchte in New York auf eine Musikschule gehen. Deshalb schien es allen hilfreich, wenn sie die Eltern in Texas verließ und sich an das Leben in NY gewöhnte. Fürsorglich kümmern sich Susan und Dave um Lisa. Auch Dave kommt gut mit dem Mädchen klar, wie sie auch umgekehrt mit ihm. Doch da kommt Lisa auf die Idee, nach ihren leiblichen Eltern zu suchen. Sie weiß, dass ihre Eltern in Texas sie adoptiert haben. Aber sie besteht darauf, dass ihre Adoptiveltern immer ihre „richtigen“ Eltern sind und auch bleiben werden. Doch sie spürt einen Drang, etwas über ihre Herkunft zu erfahren. Einfach zu wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind, ist ihr Ziel. Und ob sie so sind, wie sie sie sich immer vorgestellt hat. Doch als Susan mit Lisa eines späten Abends über die Adoption sprechen will, kommt es zu einem Streit. Lisa verlässt die Wohnung … und kehrt nicht mehr zurück.

Parallel zu dieser Geschichteerfährt der Leser, dass es einen Menschen gibt, der andere Menschen beobachtet, der etwas mit den anderen Menschen vorhat. Und der Leser erfährt von dem vermissten Mädchen, welches seit einem Jahr verschwunden ist und bei dem Dave erfolglos ermittelt hatte.

Pepper bringt den Leser mit diesem Roman in ein Setting, welches den Kultserien „Law & Order“ und „Blue Blood“ ähnelt. Die Handlung spielt größtenteils in Brooklyn und ermittelt wird von Detectives verschiedener Reviere. Spannung ist eine der wesentlichen Prämissen. Obwohl in einigen Abschnitten durch den Kopf des Täters das Geschehen verfolgt wird, bleibt dieser bis zum Ende eine Überraschung. So manches Mal möchte man sich festlegen, sollte es aber tunlichst vermeiden. Die gesamte Handlung spielt sich innerhalb von 48 Stunden ab. Da läuft vieles parallel. Als Leser wird man deshalb häufig von einem Ort zum anderen „gebeamt“, kapitelweise, was auf ganz natürliche Weise das Tempo des Romans erheblich erhöht.

Aufregender Lesestoff bei der Suche nach einem vermissten Teenager mit sympathischen Figuren.