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VerenaStahl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2024

Zweite Chance für Mutter-Tochter-Beziehung

Der Morgen nach dem Regen
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Das Buch ist sowohl aus Johannas als auch Elsas Perspektive geschrieben. Zudem gibt es immer wieder Rückblicke, in denen man Johanna auf ihren beruflichen Reisen in Krisengebiete begleitet und einen Einblick ...

Das Buch ist sowohl aus Johannas als auch Elsas Perspektive geschrieben. Zudem gibt es immer wieder Rückblicke, in denen man Johanna auf ihren beruflichen Reisen in Krisengebiete begleitet und einen Einblick in die Entwicklung der angespannten Beziehung zwischen Mutter und Tochter bekommt. Das hat die ganze Geschichte sehr abwechslungsreich gemacht und ich konnte mich in beide hineinversetzen. Die Autorin schafft es sehr gut, ihre Gefühle zu transportieren.

Auf der einen Seite konnte ich gut verstehen, dass Elsa sich in ihrer Kindheit von ihrer Mutter allein gelassen und ungeliebt gefühlt hat. Andererseits konnte ich auch Johannas Passion für ihren Beruf und ihren Drang anderen zu helfen nachvollziehen.

Ich fand es ein sehr schönes Detail, dass beide durch die Liebe und Erinnerung an ihre Tante bzw. Großtante Toni immer verbunden geblieben sind und sie letztendlich das Erbe deren Hauses wieder näher zusammengebracht hat.

Die Geschichte ist in manchen Teilen vorhersehbar und das Ende war mir etwas zu plötzlich und ein bisschen zu kitschig. Teilweise hätte ich mir auch tiefgründigere Gespräche zwischen Mutter und Tochter gewünscht.

Trotzdem fand ich das Buch mit zwei interessanten Frauen, die sich entfremdet und viel Klärungsbedarf haben, sehr lesenswert. Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und unaufgeregt, trotzdem ist die Beschreibung von Johannas Reisen für die Vereinten Nationen fesselnd.

Veröffentlicht am 16.07.2024

Süße Liebesgeschichte mit tiefgründigen Themen

Funny Story
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Funny Story war für mich das zweite Buch der Autorin nach Book Lovers. Dieses hier hat mir sogar noch ein bisschen besser gefallen als das andere.

Ich mag den Schreibstil von Emily Henry sehr gerne. Er ...

Funny Story war für mich das zweite Buch der Autorin nach Book Lovers. Dieses hier hat mir sogar noch ein bisschen besser gefallen als das andere.

Ich mag den Schreibstil von Emily Henry sehr gerne. Er ist lustig, abwechslungsreich und lässt sich schnell lesen, die Dialoge werden nicht langweilig. Manche Phrasen und Themen wiederholen sich allerdings öfter, was das Ganze ein bisschen in die Länge zieht.

Die Charaktere sind durchweg sympathisch, außer diejenigen, die man nicht mögen soll und den Hauptfiguren nicht wohlgesinnt sind.

Die Geschichte ist recht vorhersehbar, aber das tut dem Lesespaß keinen Abbruch. Es geht viel um die Vergangenheit der Protagonisten und deren Einfluss auf ihre Gefühlswelt. So finden auch ernste Themen wie Vertrauensprobleme, Abhängigkeit vom Partner und Einsamkeit ihren Platz in der Geschichte.

Insgesamt kann ich das Buch nur jedem weiterempfehlen, der eine kurzweilige Liebesgeschichte sucht, die an manchen Stellen etwas kitschig ist, aber der es auch nicht an Ernsthaftigkeit mangelt.

Veröffentlicht am 30.05.2024

Bedrückende Geschichte nach wahren Begebenheiten

Zeit zu verzeihen
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Zunächst erzählt die Geschichte von Rosa, einer Witwe, die ihre Kinder unter vielen Herausforderungen in Ostpreußen großziehen muss. Dabei wird auch die Kindheit ihres Sohns Viktors beleuchtet. Später ...

Zunächst erzählt die Geschichte von Rosa, einer Witwe, die ihre Kinder unter vielen Herausforderungen in Ostpreußen großziehen muss. Dabei wird auch die Kindheit ihres Sohns Viktors beleuchtet. Später geht es dann um die Beziehung zwischen Clara und Viktor, die die innerdeutsche Grenze trennt und die viele schreckliche Dinge auf sich nehmen müssen, damit sie gemeinsam eine Chance haben. Die Vergangenheiten der Hauptpersonen sind dabei geschickt miteinander verknüpft worden.

Mit kurzen Kapiteln, verschiedenen Sichtweisen und Zeitsprüngen lässt sich das Buch schnell durchlesen und ist dadurch abwechslungsreich. Mir hat gefallen, dass man die Protagonisten über einen sehr langen Zeitraum begleitet und sowohl die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg als auch die Teilung Deutschlands miterlebt.

Hera Lind schafft es, das Leiden der Menschen, aber auch ihren Mut und ihre Stärke authentisch zu transportieren. Man fühlt richtig mit den Protagonisten mit. Ich fand es sehr bedrückend, sich vorzustellen, dass das echte Erlebnisse von realen Personen waren.

Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass sie in dem Buch vier verschiedene Leserschicksale kombiniert hat. Ich glaube, ich hätte es besser gefunden, diese Geschichten auf mehrere Bücher zu verteilen. Es ist so viel Schreckliches beschrieben, dass man irgendwann ein bisschen den Blick für die Einzelschicksale verloren hat, was schade ist.

Die Dialoge waren für meinen Geschmack teilweise etwas zu gestelzt und wirkten nicht so natürlich. Auch einige kleine Logikfehler sind mir aufgefallen. So wurde z. B. Viktor im März 1945 als vierjähriger Junge beschrieben und hatte ein paar Seiten später am 4. Mai 1946 seinen vierten Geburtstag.

Da es sich bei den Kritikpunkten aber nur um Kleinigkeiten handelt, würde ich das Buch an sich auf jeden Fall weiterempfehlen, jedoch ist es nicht für zartbesaitete Personen geeignet, da die Schilderungen schon recht explizit sind.

Veröffentlicht am 16.05.2024

Viele wichtige Themen

Yellowface
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Die Geschichte wird aus der Sicht von June, einer bisher erfolglosen Autorin, erzählt. Sie schreibt ein Manuskript ihrer verstorbenen chinesisch-amerikanischen Star-Autorin-Freundin um und veröffentlich ...

Die Geschichte wird aus der Sicht von June, einer bisher erfolglosen Autorin, erzählt. Sie schreibt ein Manuskript ihrer verstorbenen chinesisch-amerikanischen Star-Autorin-Freundin um und veröffentlich es dann in ihrem Namen.

Ich mochte June nicht besonders, weil sie nur so vor Neid auf erfolgreichere Personen strotzt und generell unsympathisch ist. Das war aber denke ich genau so von der Autorin beabsichtigt. Ich fand es sehr interessant, wie geschickt sie es schafft, dass man mit einer unsympathischen Protagonistin doch mitfühlt. Man hat mit June Mitleid, dass ihr bisher der Durchbruch als Autorin nicht gelungen ist und fiebert mit, ob ihr Schwindel auffliegt.

Zudem war es spannend, einen Einblick in die umkämpfte Literaturbranchen und ihre Abläufe zu bekommen. Man begleitet June von der Ausarbeitung des Manuskripts bis nach der Veröffentlichung ihres Buches.

Generell sind die (teilweise unterschwellig) behandelten Themen top aktuell und relevant, wie Rassismus, Cancel Culture und Schattenseiten der sozialen Medien. Das Buch regt die Leser auf jeden Fall zum Nachdenken an und appelliert an die eigenen Moralvorstellungen. Wem gehört moralisch gesehen ein umgeschriebener Text? Wer darf über welche Themen schreiben?

So gegen Ende des Buches hat sich allerdings die Geschichte etwas gezogen und auch die Auflösung fand ich nichts Besonderes. Trotzdem würde ich definitiv eine Leseempfehlung aussprechen.

Veröffentlicht am 25.03.2024

Interessantes Selbsthilfebuch

REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst
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Die Autorin zeigt an Beispielen ihrer Klientinnen und Klienten, wie unser Gehirn funktioniert und wie wir uns das zunutze machen können. Sie hat es geschafft trotz der Komplexität des Themas „Gehirn“ ihre ...

Die Autorin zeigt an Beispielen ihrer Klientinnen und Klienten, wie unser Gehirn funktioniert und wie wir uns das zunutze machen können. Sie hat es geschafft trotz der Komplexität des Themas „Gehirn“ ihre Erklärungen mit einem sehr einfach und flüssig zu lesenden Schreibstil leicht verständlich zu halten. Zwischendurch gibt es immer mal wieder Aufgabenstellungen zum Ausfüllen. So wird man zum Nachdenken und Selbstreflektieren angeregt. Insgesamt ist das Buch sehr interessant und man lernt viel Neues dazu.

An manchen Stellen war mir das Buch allerdings etwas zu theoretisch und abstrakt und mir ist es teilweise schwergefallen, die Theorie auf mich persönlich anzuwenden.

Natürlich darf man das Buch nicht als sofort wirkendes Allheilmittel sehen. Der Leser muss mit einer gewissen Disziplin und Selbstreflexion an sich arbeiten. Man wird nicht von heute auf morgen Ergebnisse bemerken, sondern es wird einige Wochen/Monate in Anspruch nehmen.

Auch ist es wichtig zu wissen, dass die Autorin bei einem Schritt ihres Programms empfiehlt, sich einen Experten oder einen nahen Vertrauten zu Hilfe zu nehmen.

Ich denke, die meisten werden etwas aus dem Buch mitnehmen können und seien es nur kleine Tipps, was dem Gehirn guttut. Die Autorin kann auf jeden Fall gut motivieren und reale Hoffnungen machen.