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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Starker Anfang, der schnell abflachte

Was du siehst
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1967: Ruth steht vor einem Scherbenhaufen, als der Mann, den sie liebt, plötzlich verschwindet. Hochschwanger verlässt sie Ost-Berlin und wagt den Schritt in ein völlig ungewisses Leben. In einem kleinen ...

1967: Ruth steht vor einem Scherbenhaufen, als der Mann, den sie liebt, plötzlich verschwindet. Hochschwanger verlässt sie Ost-Berlin und wagt den Schritt in ein völlig ungewisses Leben. In einem kleinen Dorf an der Elbe, irgendwo in Mecklenburg, findet sie nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch eine neue Verbündete: Hannah.

Ihre Kinder, Jule und Andi, wachsen fast wie Geschwister miteinander auf. Sie verbringen ihre Tage am Wasser, durchstreifen die Wälder und träumen von dem, was einmal kommen könnte. Schließlich gestehen sie sich ihre Liebe – und für einen Moment scheint alles perfekt. Doch die Vergangenheit wirft ihre Schatten: Ein lange gehütetes Geheimnis reißt Jule nach dem Mauerfall in die Ferne, während Andi im Dorf zurückbleibt und auf das Wiedersehen mit seiner großen Liebe hofft.

Am Anfang war ich wirklich begeistert. Der erste Teil hat mich sofort abgeholt: Ruths Geschichte, das kleine Dorf an der Elbe, die märchenhafte Stimmung – das alles war so schön erzählt, dass ich komplett eintauchen konnte. Auch die Beziehung zwischen Jule und Andi hat mich berührt, ich habe richtig mit ihnen mitgefühlt und wollte unbedingt wissen, wohin das führt.

Leider hat sich das Ganze ab dem zweiten Teil ziemlich verändert. Plötzlich gab es dauernd Zeitsprünge und wechselnde Perspektiven, die mich eher verwirrt als neugierig gemacht haben. Mein Lesefluss war dadurch ständig unterbrochen, und ich musste mich regelrecht durchhangeln. Dazu kamen viele Zufälle, vor allem gegen Ende, die auf mich sehr konstruiert wirkten. Auch die geschichtlichen Aspekte, wie die Sperrzonen, wurden zwar eingeführt, aber dann nicht weiterverfolgt – das hat sich angefühlt, als hätte die Autorin einen wichtigen Faden einfach fallen gelassen.

Schade eigentlich, denn der Anfang hatte so viel Potenzial und ich mochte die Figuren wirklich gern. Insgesamt bleibt bei mir das Gefühl: ein starker Start mit toller Atmosphäre, der im weiteren Verlauf leider an Kraft und Glaubwürdigkeit verliert.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Ein Sommer zwischen Blumen, Briefen und Erinnerungen – leider ohne echte Verbindung

Noch fünfzig Sommer mehr
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Das Buch erzählt die Geschichte von Eleni, einer Frau, die nach dem Verlust ihrer großen Liebe Théo in Trauer und Isolation verharrt. Erst geheimnisvolle Briefe und Blumen bringen langsam wieder Bewegung ...

Das Buch erzählt die Geschichte von Eleni, einer Frau, die nach dem Verlust ihrer großen Liebe Théo in Trauer und Isolation verharrt. Erst geheimnisvolle Briefe und Blumen bringen langsam wieder Bewegung in ihr Leben und eröffnen die Möglichkeit auf einen Neuanfang. Was sich nach einer emotionalen und hoffnungsvollen Reise anhört, bleibt in der Umsetzung leider hinter den Erwartungen zurück.

Trotz des vielversprechenden Klappentextes konnte ich keinen wirklichen Zugang zur Protagonistin finden. Eleni bleibt über weite Strecken blass und emotional distanziert – was es schwer machte, mit ihr mitzufühlen oder sich für ihren Weg zu interessieren. Ihr Innenleben wird zwar thematisiert, erreicht aber nicht die nötige Tiefe, um wirklich berühren zu können.

Der Schreibstil beginnt atmosphärisch und gefühlvoll, verliert aber schnell an Reiz. Besonders störend waren die häufigen Wiederholungen – sowohl von Namen als auch von ganzen Gedanken oder Beschreibungen. Dies nahm dem Erzählfluss an Dynamik und ließ die Handlung mitunter langatmig wirken.

Letztlich bleibt ein Roman, der viel Potenzial für eine leise, aber kraftvolle Geschichte gehabt hätte – dieses aber durch stilistische Schwächen und eine schwer zugängliche Hauptfigur verschenkt.

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Veröffentlicht am 06.06.2024

Hätte es nicht gebraucht

The Legacy – Endlich erwachsen
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Bei „The Legacy“ von Elle Kennedy handelt es sich um den fünften Band der Off-Campus-Reihe. In diesem letzten Band werden die vier vorherigen Bände nochmal aufgegriffen und in einem Kurzgeschichtenstil ...

Bei „The Legacy“ von Elle Kennedy handelt es sich um den fünften Band der Off-Campus-Reihe. In diesem letzten Band werden die vier vorherigen Bände nochmal aufgegriffen und in einem Kurzgeschichtenstil werden wir nochmal in die Geschichten der vorher behandelten Charaktere mitgenommen und erfahren, was sich nach dem jeweiligen Band abgespielt hat bzw. was sich in der Gegenwart ereignet.

Ich fand die Idee an sich toll, weil ich bei manchen Bänden doch Schwierigkeiten hatte, die Charaktere loszulassen, weil ich sie so gern begleitet habe. Leider wurden meine Erwartungen nicht getroffen. Ich hatte das Gefühl, dass es den letzten Teil gar nicht gebraucht hätte, da er so sehr an der Oberfläche kratzte, dass der Funke nicht wirklich überspringen wollte.

Im Grunde waren die vier Kurzgeschichten hier einfach zu ähnlich. Die Charaktere gehen den Klischeeweg einer länger bestehenden Liebe in dem Alter, was wenig Überraschungen bereit hielt. Sie alle gingen einen ähnlichen Gang, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Und auch wenn das wahrscheinlich tatsächlich sehr authentisch ist, so war es mir doch zu eintönig und hatte zu wenig Tiefgang.

Nichtsdestotrotz mag ich den Schreibstil von Elle Kennedy einfach sehr. Sie schafft es, eine Leichtigkeit in ihre Geschichten zu bringen, die einfach mitreißend ist. Auch wenn der Inhalt nicht meinen Wünschen entsprach, so konnte sie mich dennoch bei der Stange halten. Sie beschreibt die Höhen und Tiefen von Beziehungen, spickt diese mit einer Prise Humor, ganz viel Liebe und noch mehr Leidenschaft.

„The Legacy“ ist ein netter Abschluss der Reihe, den es nicht zwingend gebraucht hätte und deren Inhalt auch einfach an die 4 vorherigen Bände jeweils als Epilog hätte angehängt werden können. So haben wir die einzelnen Protagonisten nochmal erlebt, aber dennoch bin ich der Meinung, dass man auf den fünften Band gut und gerne verzichten kann.

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Veröffentlicht am 02.04.2024

Nicht warm geworden

Jogginghosen-Henry
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Henry hat schon immer davon geträumt, seine Traumfrau zu treffen, aber ausgerechnet jetzt? Frühmorgens nach einer durchtanzten Nacht auf dem Campingplatz eines Metalfestivals? Bevor er begreift, was passiert ...

Henry hat schon immer davon geträumt, seine Traumfrau zu treffen, aber ausgerechnet jetzt? Frühmorgens nach einer durchtanzten Nacht auf dem Campingplatz eines Metalfestivals? Bevor er begreift, was passiert ist, ist die schöne Unbekannte schon wieder im Getümmel verschwunden. Henrys Freunde Gabriel, Felix und Evil Enrico erkennen die Dringlichkeit der Situation und setzen sofort eine Suchaktion in Gang. Doch was sie nicht wissen: Das Wochenende hält noch so einiges bereit, das nicht geplant war, und wird das Leben der Freunde ordentlich durcheinanderwirbeln. Glück, Liebe und Tod sind eben auch nur Zeltnachbarn im Leben.

Wir begleiten Henry dabei, wie er Jahr für Jahr auf das gleiche Festival geht, von Erzählungen und Begegnungen berichtet und sich überwiegend aber nicht wirklich weiterentwickelt.

Die Charaktere waren alle auf ihre Art ... nennen wir es besonders. Jede:r von ihnen hatte sein:ihr ganz eigenes Päckchen zu tragen, aber alle verband eine relativ okaye Freundschaft. Ich würd es nicht stark nennen, da sie sich – der eine mehr als der andere – sofort gegenseitig ans Messer liefern würde. Ich würde sagen, sie werden verbunden durch ihr ähnliches Alter, das gleiche Dorf und den gemeinsamen Nenner der Festivalliebe.
Ansonsten bin ich ein wenig enttäuscht von Henry. Da wir ihn Jahr um Jahr auf das gleiche Festival begleiten, hab ich mir mehr Entwicklung seines Charakters gewünscht. Gefühlt kämpft er immer noch mit den gleichen Dämonen, hat immer noch die gleichen Ansichten und verhält sich auch immer noch gleich. Da hätte ich mir einfach mehr Dynamik gewünscht.

Der Schreibstil war fluffig und wurde durch die eine oder andere Erzählung aufgelockert. Anfangs fand ich das ganz charmant und war an Frank Goosen erinnert, weswegen ich mich richtig auf die Geschichte gefreut hatte. Aber so wirklich warm wurde ich mit den ständig ausschweifender werdenden Geschichten nicht. Es brauchte ewig, um einen Bezug herzustellen und hin und wieder hatte ich das Gefühl, es wurd einfach erzählt, um erzählt zu werden, wobei die Geschichte und die Message der kleinen Ausschweifung immer mehr ins Abseits rückten.

Ein netter Roman für zwischendurch, der mich leider nicht wirklich überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 16.03.2024

Leider nichts für mich

Die Auszeit
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Die geplante Auszeit sollte perfekt sein: Die Influencerin Viktoria Kaplan und ihre fünf engsten Vertrauten planen, das Leben in einem abgelegenen Rückzugsort in den Alpen zu genießen. Sie sind jung, attraktiv ...

Die geplante Auszeit sollte perfekt sein: Die Influencerin Viktoria Kaplan und ihre fünf engsten Vertrauten planen, das Leben in einem abgelegenen Rückzugsort in den Alpen zu genießen. Sie sind jung, attraktiv und erfolgreich, und sie wollen, dass die ganze Welt an ihrem Glück und Glamour teilhat. Doch unter der Oberfläche gibt es Spannungen und Geheimnisse. Was als Feiern von Freundschaft, Liebe und Leidenschaft beginnt, verwandelt sich schnell in Eifersucht, Neid und Hass. Jeder anwesende Gast gerät unter Verdacht, auch der Hotelbesitzer Pierre und sein Team. Doch das vermeintlich abgelegene Retreat ist nicht so einsam, wie sie dachten, und bald bricht ein mörderischer Sturm über sie herein.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und springt dabei zwischen den Zeitebenen: vor der Tat und danach, wo sich mit der Frage befasst wird, wer der:die Täter:in sein könnte und welches Motiv sich dahinter versteckt.

Ich bin mir ganz sicher, dass der Thriller für viele Leser:innen der perfekte Einstiegsthriller ist, der sanft startet, irgendwann an Fahrt aufnimmt und dann mit einem Ende daher kommt, das für nicht alle direkt zu erahnen gewesen ist. Mich jedoch konnte das Buch leider nicht überzeugen, obwohl ich es so gern gemocht hätte.

Ich tat mich mit all den Namen und Charakteren schwer, auch wenn hinten im Buch (wahrscheinlich in weiser Voraussicht) die Charaktere mit einer kurzen Beschreibung zusammengefasst wurden. Leider wurde mein Lesefluss des öfteren gestört, weil ich eben diese Charakterauflistung immer wieder abrufen musste, um nicht durcheinander zu kommen. Genau deswegen und weil keine:r mir sonderlich sympathisch vorkam, konnt ich keine wirkliche Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Ich möcht jedoch betonen, dass das ein Me-Problem ist, ich hab's einfach nicht so mit Namen.

Die Geschichte nahm für mich zu langsam an Fahrt auf. Auch wenn ein Erzählstrang die Sicht nach der Tat einnahm, empfand ich es nicht wirklich als super spannend. Anfangs konnte ich noch ein wenig miträtseln, aber schnell waren die ersten Vermutungen angestellt, die sich in Teilen dann auch bestätigten.

Den Schreibstil fand ich an sich wirklich gut, aber für mich passte er leider nicht in das Thrillersetting. Die teilweise ausschweifende und poetische Sprache kann ich mir echt gut in einer spicy Romancegeschichte vorstellen, jedoch gab es in diesem Fall einen Bruch für mich.

Auch wenn ich es wirklich gern gemocht hätte, muss ich gestehen, dass „Die Auszeit“ leider nichts für mich gewesen ist.

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