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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2024

Wenn Spannung im Schlaf versinkt

Anna O.
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Die Ausgangslage in "Anna O" von Matthew Blake klingt spannend: Anna Ogilvy, seit vier Jahren im Tiefschlaf, wird verdächtigt, ihre Freunde ermordet zu haben. Dr. Benedict Prince, ein Spezialist für Verbrechen ...

Die Ausgangslage in "Anna O" von Matthew Blake klingt spannend: Anna Ogilvy, seit vier Jahren im Tiefschlaf, wird verdächtigt, ihre Freunde ermordet zu haben. Dr. Benedict Prince, ein Spezialist für Verbrechen im Schlaf, soll sie aus diesem Zustand wecken und die Wahrheit herausfinden. Das Buch wurde als echter Pageturner beworben - das Marketing ist klasse, aber es konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Besonders die Thematik rund um das Schlaf-Mysterium fand ich spannend. Doch trotz des aufregenden Starts war es mir zu wenig Thriller. Irgendwann wurde es einfach zu unspektakulär. Der Autor hat zwar gut recherchiert und viele Details eingebaut, aber genau das hat die Story in die Länge gezogen und an Spannung eingebüßt.

Die Geschichte wollte viel zu viel auf einmal: viele Infos, ein verzwickter Mordfall, mehrere Perspektiven und das Privatleben des Ermittlers. Am Ende wurde man mit einer langatmigen, verworrenen Aufklärung erschlagen. Zu viele Zufälle und Logikfehler haben dafür gesorgt, dass das ganze Geschehen unrealistisch wirkte. Die Grundidee war gut - vielleicht wurde einfach zu viel gewollt und dann war es letztlich doch nicht der große Thriller, den ich erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 17.04.2024

Kein Romeo? Mehr Drama im Titel als im Buch!

No Romeo
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Anja Tatlisus „No Romeo“ startet mit einem Paukenschlag – ein Prolog, der uns das Herz in die Hose rutschen lässt. Der Roman folgt Mila und Sarah, zwei College-Studentinnen, die durch die Höhen und Tiefen ...

Anja Tatlisus „No Romeo“ startet mit einem Paukenschlag – ein Prolog, der uns das Herz in die Hose rutschen lässt. Der Roman folgt Mila und Sarah, zwei College-Studentinnen, die durch die Höhen und Tiefen ihres Alltags navigieren, dabei Liebe suchen und sich mit den Herausforderungen des Erwachsenwerdens auseinandersetzen.

Die beiden Protagonistinnen, bestechen durch ihre spritzige und authentisch wirkende Freundschaft. Ihre Interaktionen sind von einem Humor durchzogen, der uns Leser immer wieder zum Lachen bringt.
Leider nehmen die Handlungsstränge zunehmend unplausible Wendungen an. Easton, der mysteriöse Gegenpart, bleibt ein Rätsel, verstrickt in ein Wechselspiel aus Nähe und Distanz, das mehr verwirrt als fasziniert. Es mangelt ihm an klarer Entwicklung und an tiefen Einblicken, die ihn greifbarer gemacht hätten. Dadurch wirken viele von Milas Handlungen in Bezug auf ihn übertrieben und unlogisch. Die flache Charakterentwicklung betrifft leider auch weitere Figuren im Buch und lassen uns zusätzlich mit vielen Fragen zurück.

Zudem trügt der Titel „No Romeo“ mit seinen Shakespeare-Anspielungen, die mehr versprechen, als sie halten. Die Geschichte liefert kaum Parallelen zu diesem Klassiker und die Verbindung zu „Romeo und Julia“ scheint aufgesetzt und wenig durchdacht. Die Story bleibt hinter dem gewaltigen Schatten von Verona weit zurück.

Dennoch ist Tatlisus Schreibstil ein Lichtblick. Ihr humorvoller und lebhafter Ausdruck trägt das Buch und sorgt dafür, dass man trotz mancher Enttäuschungen, durch irrwitzige Wortwahlen und Schachtelsätzen immer wieder schmunzeln muss. Anja Tatlisu beschreibt Szenen mit einer solchen Detailverliebtheit, dass man oft das Gefühl hat, selbst im Raum zu stehen.

„No Romeo“ ist vielleicht kein literarisches Meisterwerk, aber es bietet eine unterhaltsame Lektüre mit Momenten echter Freude und tiefgehender Herzlichkeit, die besonders die Fans von leichten, humorvollen Liebesgeschichten ansprechen dürfte.

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Veröffentlicht am 29.04.2024

Mehr Schein als Sein

Der Spiegelorden
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Andi Bottlingers "Der Spiegelorden" beginnt mit einem spannenden Einstieg, der mitten in einem Angriff ansetzt und durch gestreute Informationen herausfordert – ein kühner Start, der sich von vielen anderen ...

Andi Bottlingers "Der Spiegelorden" beginnt mit einem spannenden Einstieg, der mitten in einem Angriff ansetzt und durch gestreute Informationen herausfordert – ein kühner Start, der sich von vielen anderen Erzählungen abhebt. Doch dieser erfrischende Beginn ist zugleich der Höhepunkt des Werks.

Obwohl der Titel "Der Spiegelorden" eine tiefgründige Erforschung und Komplexität eines mysteriösen Ordens vermuten lässt, entpuppt sich die Geschichte mehr als eine Erzählung Naurandas und ihr Erbe. Diese thematische Änderung enttäuschte mich und mein Interesse schwindete mit dem Fortschreiten der Geschichte. Die Charaktere, einschließlich der Hauptfigur, entwickeln sich nur oberflächlich und es mangelte an der notwendigen Tiefe, um mich vollends zu fesseln.

Zudem stolpert der Roman über zahlreiche formale Fehler, wie inkonsistente Pronomen, was zusammen mit der Verwechslung der Geschlechtsangaben eines Charakters den Lesefluss stört. Diese Mängel überschatten den sonst angenehmen Schreibstil.

Aber die Geschichte bietet auch positive Aspekte. Insbesondere die Dynamik zwischen Bjoron und Darien wird eindrucksvoll dargestellt, was die sozialen und kulturellen Unterschiede und deren Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen beleuchtet. Auch die Botschaft, selbst aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen, bleibt als wertvolle Gedankengänge bestehen.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

ABGEBROCHEN ! ! !

Crown and Bones – Liebe kennt keine Grenzen
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"Crown and Bones" von Jennifer L. Armentrout enttäuschte mich zutiefst, sodass ich das Buch nach der ersten Hälfte abbrach.

Der Start des Buches war vielversprechend spannend und knüpfte direkt an die ...

"Crown and Bones" von Jennifer L. Armentrout enttäuschte mich zutiefst, sodass ich das Buch nach der ersten Hälfte abbrach.

Der Start des Buches war vielversprechend spannend und knüpfte direkt an die letzten Geschehnisse von "Flesh and Fire" an. Es gab tatsächlich eine erkennbare Handlung. Doch anstatt fesselnder Entwicklungen verlor sich die Geschichte wieder einmal, mehr und mehr, Seite für Seite, in endlosen Dialogen, Monologen und wiederholten Gesprächen. Wie es weiter geht oder endete, kann ich an dieser Stelle nicht mehr beschreiben.

Besonders enttäuschend war, dass die anfängliche Intensität und Sinnlichkeit von Armentrouts Schreibstil, wie im ersten Buch "Blood and Ash", nachließ. Die anfänglich vielversprechende Reihe verlor an Substanz.

Die Fülle an leeren Dialogen und fehlender Handlung macht es mir leider unmöglich "Liebe kennt keine Grenzen" weiterzuempfehlen.
Obwohl ich andere Werke der Autorin sehr schätze.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Leichte Kost zum Wohlfühlen

Straßensymphonie
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"Straßensynphonie" von Alexandra Fuchs entpuppt sich als süßer Teenie-Roman, jedoch traf er nicht meinen persönlichen Geschmack.

Trotz des Klappentextes, der eine musikalische Reise verspricht, konzentriert ...

"Straßensynphonie" von Alexandra Fuchs entpuppt sich als süßer Teenie-Roman, jedoch traf er nicht meinen persönlichen Geschmack.

Trotz des Klappentextes, der eine musikalische Reise verspricht, konzentriert sich das Buch eher auf ein Slice-of-Life-Erlebnis mit einer Prise Fantasie. Eine junge frische Romanze und der Alltag mit Freunden und Familie dominieren die Handlung.

Leider verliert sich die Geschichte gelegentlich in verschiedenen Einflüssen und wirkt unentschlossen, als wüsste die Autorin nicht, welche Richtung sie einschlagen soll.

Insgesamt empfinde ich das Buch als angenehme Lektüre mit/für Wohlfühlfaktor.

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