Eine sanfte, leicht zu lesende Geschichte über die erste (queere) Liebe, persönliches Wachstum und vor allem Freund*innenschaft. Ich mochte die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander richtig gerne. ...
Eine sanfte, leicht zu lesende Geschichte über die erste (queere) Liebe, persönliches Wachstum und vor allem Freund*innenschaft. Ich mochte die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander richtig gerne. Der Roman richtet sich meiner Meinung nach an ein eher junges Publikum, er wird jetzt nicht sonderlich spicy, aber das ist völlig okay so und ich hab ihn trotzdem gern gelesen.
Ein tierischer Krimi mit witzigen und kreativen Elementen einer Welt, in der es keine Menschen zu geben scheint, aber alle Tiere zusammenleben. Lässt sich leicht lesen, wurde zwischendrin richtig spannend. ...
Ein tierischer Krimi mit witzigen und kreativen Elementen einer Welt, in der es keine Menschen zu geben scheint, aber alle Tiere zusammenleben. Lässt sich leicht lesen, wurde zwischendrin richtig spannend.
Das Buch liest sich wirklich gut und schnell, auch wenn ich zu den Figuren keine richtige Bindung aufbauen konnte. Verschiedene persische Wörter werden geschickt in den Text eingebunden und in einem der ...
Das Buch liest sich wirklich gut und schnell, auch wenn ich zu den Figuren keine richtige Bindung aufbauen konnte. Verschiedene persische Wörter werden geschickt in den Text eingebunden und in einem der nächsten Kapitel übersetzt. Das alles passiert sprachlich total elegant und organisch im Laufe der Handlung. Die Geschichte bekommt am Ende einen derartigen Twist, dass es sich eigentlich lohnen würde, das Buch mit dem Wissen gleich nochmal von vorn zu lesen. Ich denke, ich hätte mir für die Charaktere noch etwas mehr Glück/Liebe gewünscht, andererseits soll es vielleicht auch einfach nicht darum gehen, sondern um die Komplexität des Lebens der Protagonistin als Deutsch-Iranerin.
Für den zweiten Roman von Bettina Wilpert habe ich etwas mehr Zeit als beim ersten gebraucht, um reinzukommen. Nach dem ersten Drittel entwickelten die drei Handlungsstränge aber einen Sog. Die Autorin ...
Für den zweiten Roman von Bettina Wilpert habe ich etwas mehr Zeit als beim ersten gebraucht, um reinzukommen. Nach dem ersten Drittel entwickelten die drei Handlungsstränge aber einen Sog. Die Autorin arbeitet wie schon bei ihrem ersten Buch ohne direkte Rede. Das ist für mich anfangs immer etwas gewöhnungsbedürftig, macht den Schreibstil aber auch besonders und rasanter. Die Geschichten der drei Figuren, besonders die aus der NS- bzw. DDR-Zeit, sind bedrückend, aber wichtig. Kein Wohlfühlbuch, dafür eines, das mir widerständige Geschichte und Einblicke in die beiden Regimes in Romanform gewährt hat.
Ich bin wirklich ambivalent in meiner Bewertung dieses Romans. Er hat seine kraftvollen Momente, in denen zwischen den Zeilen ganz viel Sprengkraft steckt. Aber er war mir auch zu abstrakt und losgelöst ...
Ich bin wirklich ambivalent in meiner Bewertung dieses Romans. Er hat seine kraftvollen Momente, in denen zwischen den Zeilen ganz viel Sprengkraft steckt. Aber er war mir auch zu abstrakt und losgelöst von real Greifbarem. Meine Erwartungen einer sich entwickelnden Beziehungsgeschichte mit viel Einblick in das Innenleben der Figuren konnten aber auf jeden Fall so nicht erfüllt werden.
Den Auftakt fand ich richtig gut und dieser Eindruck hielt auch im ersten Drittel an. Die Perspektiven wechseln recht schnell und ohne eindeutige Kennzeichnung, das muss mensch natürlich mögen. Später teilen sich die beiden Frauen übrigens immer mal eine Perspektive - was bei den Männern nicht passiert und ein gutes Beispiel für die komplexe Bildsprache ist.
Dann zerfaserte die Erzählung aber zunehmend und ich konnte immer weniger einordnen, wo die Geschichte sich hinentwickelt. Ich mag figurengetriebene Literatur einfach deutlich lieber und gerade bei diesem sehr spannenden Thema habe ich das etwas vermisst. Die Gegenüberstellung einer scheinbar perfekten Zweifachmutter und der unfreiwillig kinderlosen Frau ist nicht neu. Aber ich mochte Dita Zipfels Sezierung unseres Blickes auf andere Frauen sehr gern. Sie wirft auf eine besondere Art eigene Narrative über den Haufen.
Auch toll war die Kontrastierung weiblicher und männlicher Solidarität. Wir realisieren über die Frauenfiguren, dass ihre beiden Partner eigentlich vor allem auf ihre Körper und seine vermeintliche Reproduktionsfähigkeit aus sind. Das war wirklich stark herausgestellt! Und während Eva und Linn einander stützen, ohne das gleichzeitig zu romantisieren, zeigt sich die männliche Gemeinschaft von Matze und Felix vor allem über deren Beziehungshierarchie. Matze verfällt dem reichen Felix, der scheinbar mühelos durchs Leben kommt, immer mehr - wider besseren Wissens. Sicherlich etwas überzeichnet, fand ich diese Männerdynamik doch stark geschrieben.
Wofür es von mir etliche Abzüge gibt, ist der Umgang mit Tieren in diesem Buch. Ob die detaillierte Bezeichnung toter Tierkörper, die regelmäßig verspeist werden oder diese Tierquälerei des Kanarienvogels, der das Cover voller falscher Versprechen schmückt - ich fand es völlig unangemessen. Ich konnte das auch nicht als Kritik an der Realitätsferne reicher Menschen lesen, denn Linn hätte als Figur ein konsistent kritischer Gegenpol sein können, verliert sich dann an der Stelle aber irgendwie. Für mich ist das einfach unreflektiert und wenig zeitgemäß.
Handlungstechnisch wurde es mir im letzten Drittel dann auch echt zu wild. Für meinen Geschmack ist die Autorin hier zu sehr in verschiedene Richtungen ausgebrochen, es wurde mir gleichzeitig zu ungenau und übertrieben wild. Damit es zu einem guten Buch für meinen Geschmack wird, hätte es emotional nähere und vielschichtigere Figuren gebraucht, mehr nachvollziehbare Beziehungsdynamik und weniger skurrile Nebenstränge. Der Epilog hinterlässt mich auch eher ratlos und unbefriedigt.
Vielleicht eher eine Empfehlung für Menschen mit Freude an surrealen Elementen und einer etwas wilden Handlungsdynamik. Für mich maximal ein okayes Erlebnis.