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Veröffentlicht am 21.04.2024

Unterhaltsamer und nachdenklich machender Roman

Der längste Sommer ihres Lebens
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Der neue Roman von Amelie Fried, „Der längste Sommer ihres Lebens“, erschienen im Heyne-Verlag, hat mir in der vergangenen Woche sehr schöne Lesestunden beschert.

Claudia Berner, erfolgreiche Unternehmerin ...

Der neue Roman von Amelie Fried, „Der längste Sommer ihres Lebens“, erschienen im Heyne-Verlag, hat mir in der vergangenen Woche sehr schöne Lesestunden beschert.

Claudia Berner, erfolgreiche Unternehmerin und Mutter, kandidiert für das Amt der Bürgermeisterin in ihrer süddeutschen Heimatstadt. Die Voraussetzung könnten nicht besser sein, die beiden Kinder werden älter und selbstständiger, ihr Mann kann die Nachfolge als Geschäftsführer im familieneigenen Autohaus antreten und sie selbst hätte die Zeit und Energie für den neuen Job als Politikerin. Doch kaum hat sie ihre Kandidatur bekanntgegeben, überschlagen sich die Ereignisse und Claudia bekommt Zweifel. Die Presse stürzt sich auf die Familie, als bekannt wurde, dass sich die inzwischen volljährige Tochter Anouk einer Gruppe von Klimaaktivisten angeschlossen hat. Die Umfragewerte für die Kommunalwahl sinken, die Kunden wenden sich von der alteingesessenen Firma ab und mit ihrem Ehemann wird die Zusammenarbeit kompliziert und das Eheleben schwierig. Claudias bisher sichere Existenz steht plötzlich auf dem Spiel…

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, der Schreibstil der Autorin ist flüssig und in diesem Buch herrscht eine Grundspannung, die sich zum Ende hin noch erhöht. Daher war mein Lesetempo recht flott und ich war neugierig, wie die Story weitergehen wird. Claudia strahlt das Selbstbewusstsein einer erfolgreichen Unternehmerin aus, wird aber durch die Geschehnisse in der Familie und mit der Öffentlichkeit nahbarer und menschlicher. Der drohende Klimawandel, die Ängste und Sorgen der Aktivisten und die derzeitige politische Situation wurden meines Erachtens angemessen beschrieben und regen zum Nachdenken an. Die Differenzen innerhalb der Großfamilie, die Schwierigkeiten mit dem Familienunternehmen, die Generationenkonflikte sowie auch die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen finden ihren Platz in diesem Buch.

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Veröffentlicht am 12.04.2024

Interessant, faszinierend und unterhaltend

Alles gut
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In dem Debütroman „Alles gut“ von Cecilia Rabess aus dem Eichbornverlag geht es zurück in das Jahr 2016, wo die politische Landschaft der USA durch den Präsidentschaftswahlkampf und die anschließende Wahl ...

In dem Debütroman „Alles gut“ von Cecilia Rabess aus dem Eichbornverlag geht es zurück in das Jahr 2016, wo die politische Landschaft der USA durch den Präsidentschaftswahlkampf und die anschließende Wahl von Trump geprägt ist. Inmitten dieser turbulenten Zeiten beginnt Jess ihren ersten Job als Investmentbankerin bei Goldman Sachs in New York. Von ihren neuen Kollegen kennt sie bereits Josh vom Studium, allerdings liegt sie mit ihm aufgrund von gegensätzlichen politischen Ansichten so gar nicht auf einer Wellenlänge. Jess ist die einzige Frau und die einzige Schwarze im Team und wird trotz hervorragender Qualifikation mit minderen Arbeiten betraut. Nur Josh steht ihr zur Seite und aus den beiden Kontrahenten werden Freunde. Ist damit nun „Alles gut“?
Cecilia Rabess hat es mit ihrem Schreib- und Erzählstil geschafft, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen habe. Mir hat Jess zu Beginn sehr gut gefallen, sie ist als schwarze junge Frau glücklich über die Wahl von Obama gewesen und beobachtet daher völlig entsetzt die Entwicklungen der Republikaner und den Ausgang der Wahl 2016. Josh hingegen als ehrgeiziger junger, weißer Mann denkt und handelt sehr konservativ und gerät dadurch immer wieder in Diskussionen mit Jess. Diese unterschiedlichen Standpunkte sind verständlich dargestellt und die Geschichte wird dadurch dynamisch. Die Autorin hat den Rassismus im Kleinen wie im Großen gut herausgearbeitet und konnte mir so einen Eindruck vermitteln, auf welche Schwierigkeiten die schwarze Bevölkerung in USA immer noch stoßen kann. Daher sind die unterschiedlichen Werdegänge der beiden Protagonisten auch so interessant, sowohl die Herkunft wie auch die aktuelle Jobsituation und beruflichen Perspektiven.
Weniger gut gefallen hat mir allerdings, dass ich Jess zunehmend als anstrengend und unsympathisch wahrgenommen habe, ihr Verhalten innerhalb der Beziehung zu Josh war für mich teilweise fragwürdig und daher bleibt tatsächlich auch nach dem Ende des Buches die Frage „Alles gut“? für mich noch offen.
Nichtsdestotrotz war ich durchwegs gespannt wie die Geschichte weitergeht, empfand das Thema sehr interessant und habe den Roman gern gelesen.

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Veröffentlicht am 10.04.2024

Macht Lust auf Entdeckungsreise zu gehen

Beautiful Places Bayern
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Im Reisebuch „Beautiful Places Bayern“ vom @bruckmann.verlag werden auf 165 Seiten 50 zeitlos schöne Reiseziele in Bayern vorgestellt.
Ich bin gebürtige Bambergerin und wohne bereits mein ganzes Leben ...

Im Reisebuch „Beautiful Places Bayern“ vom @bruckmann.verlag werden auf 165 Seiten 50 zeitlos schöne Reiseziele in Bayern vorgestellt.
Ich bin gebürtige Bambergerin und wohne bereits mein ganzes Leben in Bayern, durch viele Ausflüge und Urlaube kenne ich mein Bundesland recht gut. Dennoch gibt es noch vieles Neues in Bayern zu entdecken und hierbei hilft „Beautiful Places Bayern“ prima weiter. Das hochwertig gestaltete Hardcover-Buch begeistert mich alleine schon durch die tollen Fotos wie z.B. Bamberg von oben auf einer Doppelseite oder München vor dem Alpenpanorama. Die Reise führt natürlich durch alle Regierungsbezirke und präsentiert Sehenswürdigkeiten aus den Bereichen Kultur, Natur und Genuss sowie mögliche Aktivitäten. Die Auswahl der Autorin Britta Menzel folgt dem Wunsch, die Dimensionen anzudeuten, in denen Bayern Entdeckungen bietet: Höhlen in der Fränkischen Schweiz, Berge in den Alpen, Orgelklänge in Oberbayern oder Wasserrauschen in Schwaben u.v.m. - es werden wunderbare Orte neben den bereits bekannten Hotspots vorgestellt. Jeweils mit einem umfassenden und interessanten Textteil und den Hinweisen auf weiterführende Informationen im Internet. Es finden sich die 10 Lieblingsorte der Autorin genauso im Buch wie eine Übersicht über Bayern beste Feste. Selbstverständlich dürfen auch Fakten zum Freistaat nicht fehlen sowie „Der perfekte Tag“ im Fünf-Seen-Land.
Dieses Reisebuch macht Lust darauf Bayern zu entdecken, sowohl für Einheimische wie auch für Urlauber und Besucher. Besonders deutlich wird in dem Band, dass Bayern abseits der bekannten Touristenklassiker viele interessante Orte bietet, die besucht werden wollen.
Ein tolles und hilfreiches Buch, das sich meiner Meinung nach auch sehr gut als Geschenk für unternehmungslustige und interessierte Menschen eignet.

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Veröffentlicht am 04.04.2024

Unterhaltsame Kriminalgeschichte mit liebenswerten Ermittlern

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
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Ich kann nachträglich nicht mehr sagen, welche Erwartung ich vor dem Lesen von „Die Hausbootdetektei -Tödlicher Genuss“ hatte, aber ich wurde mit einer entzückenden und charmanten Krimigeschichte überrascht. ...

Ich kann nachträglich nicht mehr sagen, welche Erwartung ich vor dem Lesen von „Die Hausbootdetektei -Tödlicher Genuss“ hatte, aber ich wurde mit einer entzückenden und charmanten Krimigeschichte überrascht. Der Band ist der erste Titel der Krimireihe von Amy Achterop, erschienen bei S. Fischer, derzeit gibt es vier Bücher der Hausbootdetektei-Serie.
Fünf Personen finden sich auf einem Amsterdamer Hausboot zusammen, um eine Privatdetektei zu gründen. Die Idee stammt von Arie, einem ehemaligen Polizisten, der sich als Privatermittler selbstständig machen möchte. Sein selbst zusammengestelltes Team besteht aus zwei Frauen und zwei Männern, die im gesellschaftlichen Leben bzw. der herkömmlichen Arbeitswelt immer wieder auf Schwierigkeiten stoßen. Gemeinsam wollen sie die Fälle lösen, auf die die Polizei keine Lust hat. Der erste Auftrag führt die Hobbydetektive in die Gastroszene, sie sollen für einen Sternekoch bei der Konkurrenz ein Rezept ausspionieren. Doch dann taucht die Wasserleiche eines Star-Sommeliers auf, hängt sein Tod mit dem Wettstreit der beiden Köche zusammen? Das Team beginnt die Ermittlungen und steckt bald mittendrin in der Welt der Feinschmecker - wie weit gehen Köche für ihren Erfolg?
Ich habe das Buch an zwei Abenden durchgelesen und es hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert. Einerseits habe ich erst letztes Jahr Amsterdam besucht und konnte mich wunderbar in die Atmosphäre der Stadt einfühlen. Andererseits haben mir die fünf Hobbydetektive sehr gut gefallen, die Autorin hat die Charaktere liebevoll und charmant beschrieben, sie haben zwar alle Ecken und Kanten und ihre Alltagsprobleme, dennoch sind sie durchwegs sympathisch und nahbar. Die Kommunikation innerhalb des Teams empfand ich als sehr wertschätzend, das war schön zu lesen. Der Kriminalfall ist für mein Empfinden eher unspektakulär, hat aber als erster Auftrag gut zu der Truppe gepasst und mich bestens unterhalten.
In meinen Augen lebt die Geschichte von den liebevoll charakterisierten Personen und der geschaffenen Wohlfühlatmosphäre, allerdings ohne kitschig zu sein. Ich freue mich auf die weiteren Bände der Serie und den persönlichen Entwicklungen der Hobbydetektive.

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Veröffentlicht am 28.03.2024

Toller und spannender Kriminalroman

Ostseefinsternis
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Eva Almstädt hat mit „Ostseefinsternis“ bereits das 19. Mal einen Kriminalroman mit Kriminalkommissarin Pia Korittki geschrieben, erschienen ist das Buch bei Lübbe.
Eine kurze Inhaltsbeschreibung spare ...

Eva Almstädt hat mit „Ostseefinsternis“ bereits das 19. Mal einen Kriminalroman mit Kriminalkommissarin Pia Korittki geschrieben, erschienen ist das Buch bei Lübbe.
Eine kurze Inhaltsbeschreibung spare ich mir an dieser Stelle, gerne möchte ich auflisten, was mir gut gefallen hat und womit ich etwas Probleme hatte:

+ Ich habe nicht die vollständige Bestsellerreihe gelesen, ich kenne bisher nur einige einzelne Bände. Dennoch war es mir bei Ostseefinsternis ohne Probleme möglich wieder in die Reihe einzusteigen. Die persönliche Geschichte und aktuelle Lebenssituation von Pia, ihrem Sohn und Lebensgefährten wird ausreichend erklärt und reicht vollkommen, um das Geschehen zu verstehen.
+ Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.
+ Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und schreibt leicht verständlich. Die Charaktere werden so gut beschrieben, dass ich mir die beteiligten Personen alle bestens vorstellen konnte.
+ Ich mag es sehr, dass Pia „menschelt“, d.h. sie sich auch mal im Ton vergreift oder schlecht gelaunt sein kann.
+ Der Kriminalfall war sehr spannend und aufgrund der Vielzahl der beteiligten Personen war der Kreis der Verdächtigen bis zum Ende groß. Als Leserin habe dadurch die Möglichkeit lange mitzurätseln.
+ Zum Ende hin erhöhte sich die Spannung deutlich, das war ein wirklich starker Abschluss.
+ Der Stammbaum am Buchanfang war sehr hilfreich.

- Die Anzahl der beteiligten Personen war bei diesem Kriminalfall sehr hoch, es war daher nötig, aufmerksam zu lesen und die Verwandtschaftsverhältnisse zu kennen (bzw. vorne im Stammbaum nachzusehen).
- Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin die Vaterschaft ihres Sohnes Felix noch in diesem Band aufklärt.

Die positiven Punkte überwiegen eindeutig, ich habe den Kriminalroman sehr gerne gelesen und mich dabei wirklich gut unterhalten. Eva Almstädt gelingt es sehr gut, die Protagonisten und in Ermittlungsarbeit realistisch darzustellen, dadurch fühlt sich der ganze Fall so echt an.

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