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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.04.2024

Spannender Thriller mit überraschenden Wendungen

Die Influencerin
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Die österreichische Lifestyle-Influencerin Sarah Rode ist sehr erfolgreich in dem, was sie tut. Sie hat viele Follower, wird mit kostenlosen Produkten nur so überhäuft, bewohnt ein tolles Haus, hat einen ...

Die österreichische Lifestyle-Influencerin Sarah Rode ist sehr erfolgreich in dem, was sie tut. Sie hat viele Follower, wird mit kostenlosen Produkten nur so überhäuft, bewohnt ein tolles Haus, hat einen ebenfalls erfolgreichen Mann und eine Tochter. Es läuft so gut, dass sie ihre Schwester als persönliche Assistentin anstellen konnte. Aber dann kippt von einem Tag auf den anderen alles, weil man ihr die Schuld am Tod einer jugendlichen Followerin gibt. Sarah legt ihre Accounts still, aber kurz darauf gibt es einen Fake-Account, der sehr private Bilder von ihr postet und sie wird mit Hassnachrichten überhäuft, verfolgt und bedroht. Nach und nach tun sich immer neue Abgründe auf und sie weiß immer weniger, wem sie noch trauen kann.

Ich fand die Thematik, mit den Schattenseiten des Influencer-Daseins, gleich sehr interessant. Dadurch, dass es immer wieder zu überraschenden Wendungen kam, blieb die Handlung auch sehr lange spannend. Sarah war mir trotz ihrer Tätigkeit nicht unsympathisch, da sie nicht total egoistisch und oberflächlich herüberkam, sondern durchaus sehr reflektiert und, weil sie das, was passiert war, nicht kalt ließ. So hat mich ihre Geschichte sehr gefesselt und ich wusste selbst oft nicht mehr, wem man noch trauen kann, da immer wieder falsche Fährten gelegt wurden. Der Schreibstil der Autorin war angenehm lesbar und der Thriller insgesamt nicht zu blutig.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Dating in emanzipiert

That Girl
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Das Cover hätte mich von der Farbgestaltung und vom Stil der Illustrationen her jetzt nicht direkt angesprochen, aber die Handlung klang recht interessant und nach einer eher entspannten Lektüre.

Handlungsort ...

Das Cover hätte mich von der Farbgestaltung und vom Stil der Illustrationen her jetzt nicht direkt angesprochen, aber die Handlung klang recht interessant und nach einer eher entspannten Lektüre.

Handlungsort ist Hannover und nicht die USA oder London, wie bei vielen Romanen für diese Altersgruppe zur Zeit. Protagonistin Tess Raabe ist ein "That Girl" mit einem erfolgreichen Social-Media-Account. Vor kurzem erschien ihr erstes Buch »Date Me«, das sich um ihre mehr oder weniger schrägen Tinderdates dreht, ein weiteres Buch ist gerade in Arbeit. Leo lernt sie dann aber ganz ohne die Hilfe von Tinder kennen und er scheint das Potenzial zum perfekten Partner zu haben und sie kann echt viel Spaß mit ihm haben. Aber vielleicht ist auch alles zu perfekt?

Der Schreibstil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Er ist modern, aber zugleich sprachlich recht ausgefeilt. Außerdem wechseln sich erzählte Passagen mit Mails von Tess Lektorin, Posts oder Nachrichten ab, wodurch sich das Lesen sehr abwechslungsreich gestaltet. Gut finde ich auch, dass Tess nicht mit einer rosaroten Brille durch's Leben geht, sondern alles recht realistisch sieht. Ab und an kommt es auch zu humorvollen Szenen, die aber nie zu plump ausfallen. Es ist auf jeden Fall wohltuend, hier eine sympathische Protagonistin vorzufinden, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und nicht blind vor Liebe agiert, und so auch mal anders handelt, als man es bei einem Roman für Young Adults erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Fremde Heimat

Kosakenberg
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Kosakenberg ist ein fiktiver Ort in Brandenburg, zu weit weg von Berlin, um sich in dessen Speckgürtel zu befinden, aber nah genug, dass sich Berliner nach der Wende günstig Wochenendhäuser im Grünen erwarben. ...

Kosakenberg ist ein fiktiver Ort in Brandenburg, zu weit weg von Berlin, um sich in dessen Speckgürtel zu befinden, aber nah genug, dass sich Berliner nach der Wende günstig Wochenendhäuser im Grünen erwarben. Protagonistin Kathleen ist noch zu DDR-Zeiten geboren und nach der Wende, ebenso wie ihre Schwester, schnell von dort verschwunden, Kathleen nach London und ihre Schwester sogar bis nach Australien. Zurückgeblieben sind ihre Eltern, die getrennt voneinander leben und überhaupt überwiegend ältere Menschen, Kathleens Generation ist fast komplett in den Westen oder gar in andere Länder abgewandert. Aber eine ihrer Jugendfreundinnen ist auch geblieben und versucht geschickt das Beste aus ihrer Situation herauszuholen.

Der Roman schildert anhand von zehn "Heimfahrten" Kathleens Erinnerungen aus ihrer Kindheit und Jugend in der DDR und, wie man ihr bei ihrer Rückkehr begegnet und wie ihr der doch so vertraute Ort und die Menschen dort immer fremder werden. Insbesondere das Verhältnis zu ihrer Mutter, die sie durch die räumliche Distanz nur sehr selten sieht und die gefühlt in einer ganz anderen Welt lebt, spielt dabei eine wichtige Rolle.

Ich finde, dieser Roman ist ein sehr wichtiger und eindrucksvoller Roman über die Nachwendezeit. Die Autorin fängt die Stimmung und die Emotionen sehr feinsinnig und eindrucksvoll ein und man kann sich sehr gut in Kathleens Situation zwischen zwei Welten hineinversetzen. Teilweise kommt es auch zu humorvollen Anektoden, die aber nie ins plumpe abgleiten. Kathleen als Protagonistin war mir sehr sympathisch, aber auch die Nebenfiguren hatten trotz mancher Schrulligkeit sympathische Züge an sich. Der Schreibstil war gut lesbar und das Konzept, den Roman anhand von zehn "Heimfahrten" zu untergliedern, fand ich sehr gelungen.

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Veröffentlicht am 21.04.2024

Macht Appetit auf Italien

Die Spaghetti-vongole-Tagebücher
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Wie der Titel und das Cover bereits vermuten lassen, befasst sich der Autor hier hauptsächlich mit den kulinarischen Vorzügen Italiens. Der Ich-Erzähler ist mit einer Italienerin verheiratet und möchte ...

Wie der Titel und das Cover bereits vermuten lassen, befasst sich der Autor hier hauptsächlich mit den kulinarischen Vorzügen Italiens. Der Ich-Erzähler ist mit einer Italienerin verheiratet und möchte auf seiner Geburtstagsfeier deren Familie mit besonders guten italienischen Klassikern beeindrucken. Daher trifft er sich in Italien mit den "Experten" für die Gerichte, die ihm für sein Menü vorschweben und versucht, den ein oder anderen Tipp von ihnen zu bekommen und sich die wichtigsten Kniffe abzuschauen.

Dabei erfährt man natürlich auch abseits des Kulinarischen mehr über die italienischen Orte, die der Autor besucht und die ein oder andere Anekdote aus seinem österreichisch-italienischen Familienleben. Somit handelt es sich um eine gut lesbare und mitunter auch amüsante Lektüre, durch die man mehr über authentische kulinarische Genüsse Italiens abseits der Pizza erfährt und einige interessante Charaktere aus dem kulinarischen Bereich kennenlernt. Auf jeden Fall besteht beim Lesen die Gefahr, Appetit auf die beschriebenen Köstlichkeiten zu bekommen.

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Veröffentlicht am 07.04.2024

Zeitenwende

Das Schweigen des Wassers
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Susanne Tägders Kriminalroman wurde von einem wahren Fall inspiriert. Handlungsort ist ein kleiner Ort in Mecklenburg. Hauptkommissar Groth kommt Anfang der 90er Jahre, also kurz nach der Wende, nach Jahren ...

Susanne Tägders Kriminalroman wurde von einem wahren Fall inspiriert. Handlungsort ist ein kleiner Ort in Mecklenburg. Hauptkommissar Groth kommt Anfang der 90er Jahre, also kurz nach der Wende, nach Jahren in Hamburg nicht ganz freiwillig zurück in seinen ostdeutschen Heimatort, wo er als eine Art Aufbauhelfer dienen soll, obwohl er selbst auch schon mit Vorschriften in Konflikt geraten ist. Privat musste er auch einiges verkraften. Kurz nach seiner Rückkehr in die alte Heimat wird Siegmar Eck, ein alkoholabhängiger Bootsverleiher, tot im Wasser gefunden und man geht schnell von einem Unfall aus, woran Groth aber schnell zu zweifeln beginnt. Und bald wird klar, dass es eine Verbindung zu einem Mordfall zu DDR-Zeiten gibt.

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Die Wendezeit, in der dieser spielt, ist eine sehr spannende, in der viel aufgearbeitet werden musste. Groth als Kommissar hat seine Ecken und Kanten, man kann sich jedoch gut in ihn hineinversetzen und er wirkt nie arrogant oder unsympathisch. Der Fall selbst war spannend, lange blieb offen, was genau geschehen war. Der Schreibstil der Autorin war zugleich gut lesbar und anschaulich, sodass man sich gut in die Situation und Orte kurz nach der Wende hineinversetzen konnte.

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