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Veröffentlicht am 25.11.2024

Im Käfig

Minus 22 Grad
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Eine junge Frau, alleine auf ihrem Mountainbike unterwegs im winterlichen Vogtland. Nicht zu einer gemütlichen Radtour am Wochenende. In der Dunkelheit, in der Eiseskälte – nur sie und ihr Puls, nur sie ...

Eine junge Frau, alleine auf ihrem Mountainbike unterwegs im winterlichen Vogtland. Nicht zu einer gemütlichen Radtour am Wochenende. In der Dunkelheit, in der Eiseskälte – nur sie und ihr Puls, nur sie und die Geschwindigkeit, nur sie und ein SUV hinter ihr. Nur sie und ein besorgniserregendes Szenario. Nur sie in einem Käfig aus Plexiglas. Nur sie gefangen mit dem Rätsel, warum.
Die Kälte ist das Hauptmotiv dieses Thrillers. Und so ist es ein frostiges Setting, dass der Autor dem Leser präsentiert, und das zieht sich mit fortschreitender Handlung konsequent vom Außen ins Innen. Verschneite Landschaften und zugefrorene Seen, Schlittschuhläufer, Einsiedlerinnen, ein irgendwie kauziger Kommissar, egozentrische erfolgsorientierte Politikerin der mittleren Ebene bis zur Auflösung, der eine absolute Kaltherzigkeit zugrunde liegt und die Opfer-Täter-Frage ins Wanken bringt.
Minus 22 Grad hat mir gut gefallen, war aber kein Highlight für mich. An sich fand ich den Plot gut erdacht und umgesetzt, der Spannungsbogen bleibt in gewissen Handlungssträngen auch sehr gut erhalten und fällt meiner Meinung nach komplett in sich zusammen, wenn der Ermittler Lukas Johannsen oder sogar das Ermittler-Duo auftritt (? Kann ich nicht identifizieren, das Nachwort lässt darauf schließen, dass es eines ist und bleiben soll). Hätte man hier, oder würde man hier für zukünftige Fälle, das Ganze noch ein wenig mit Spannung anfüttern, kann das durchaus sehr gut funktionieren.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Viel Aktualität und so wenig Krimi wie nie

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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… und doch ganz viel Kluftinger, weshalb mir die Lektüre auch nach wie vor sehr gefallen hat. Auch wenn „Kluftinger ermittelt“ hier ganz eindeutig die zweite Geige hinter den kommunalpolitischen Ambitionen ...

… und doch ganz viel Kluftinger, weshalb mir die Lektüre auch nach wie vor sehr gefallen hat. Auch wenn „Kluftinger ermittelt“ hier ganz eindeutig die zweite Geige hinter den kommunalpolitischen Ambitionen des Kommissars, Entschuldigung, Herrn Polizeipräsidenten (nur interims!) spielt.
Die Autoren bringen in den aktuellen Band viel Aktualität hinein: Besonderheiten der Post-Pandemie, Trends bei Social Media verbunden mit Shitstorms und Cyber-Bashing, populistische Tendenzen von alten und neuen Rechten, Impfgegnern, Montags-Spaziergängern und anderen auffälligen Gestalten. Kluftingers Kandidatur für den Gemeinderat und der Tod eines Polizisten während einer Terrorübung tragen hierbei gleichermaßen als Themenlieferanten bei, Spannung liefert allerdings tatsächlich fast nur das private „Drumrum“. Und so ist der Cliffhanger dann auch folgerichtig der Wahlabend in Altusried… mich hat es nicht gestört, aber auffällig war es schon, wie wenig Krimi in diesem Kluftinger steckte. Für Fans der Reihe sicher zu verschmerzen, das geht’s ja auch primär ums Wiedersehen bzw. lesen mit den guten alten Bekannten.

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Veröffentlicht am 15.08.2024

Fast perfekte Tarnung

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Ein purer Zufall beschert Hunter und Garcia ihren nächsten Fall. Eigentlich landen Suizidopfer, bei absolut klarer Todesursache, nicht auf dem Tisch der Rechtsmedizin, sondern maximal als Forschungsobjekte ...

Ein purer Zufall beschert Hunter und Garcia ihren nächsten Fall. Eigentlich landen Suizidopfer, bei absolut klarer Todesursache, nicht auf dem Tisch der Rechtsmedizin, sondern maximal als Forschungsobjekte an der Med School - und schon gar nicht sind sie dem prüfenden Auge der leitenden Forensikerin ausgesetzt. Geschieht dies doch, und ist das vermeintliche Opfer nicht an Knochenbrüchen sondern an Unterkühlung gestorben, dann stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Fällt dann einer sehr eifrigen Medizin-Studentin, nebenbei ein schönes Pendant zu Robert „ich lese viel“ Hunter, bei einem Seminar eine Ungereimtheit bei einem weiteren Leichnam auf, der ebenfalls nicht so zu Tode gekommen ist, wie augenscheinlich vermutet, auch dieses Mal ein Suizid, dann ist die Sache klar. Serienmörder, wirklich einfallsreiche Tarnung, UV-Einheit des LAPD, Hunter und Garcia in vollem Einsatz, Ermittlungen bis zur persönlichen Schmerzgrenze und darüber hinaus bis zum finale grande.
Dem bewährten Schema bleibt Autor Chris Carter auch im neuesten Band seiner Reihe treu, und das finde ich gut. Ich weiß, was ich hier bekomme: einen blutigen Thriller mit einem Serienmörder, dessen Motiv Hunter auf oft wundersame Weise schnell erahnt, einen gelungenen Spannungsbogen und mehr braucht es oft nicht. Ich denke schon, dass der Zenit der Reihe überschritten ist, aber damit ist das, was Carter abliefert, immer noch besser als das Gros der Thriller und damit stellt er immer wieder aufs Neue viele Leser zufrieden, mich eingeschlossen. Es ist der 13. Band einer Reihe, und doch alleine lesbar finde ich. Im Gegensatz zu anderen Bänden sind hier keine großen wiederkehrenden Täter, Opfer, Motive vorhanden, die man besser kennen sollte.
Fazit: wer Carter liest, weiß was er bekommt. Nicht der stärkste. Aber immer noch ein guter Band der bewährten Reihe. Auch auf den hoffentlich nächsten Band werde ich mich freuen!

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Veröffentlicht am 23.04.2024

Auf ein Neues mit Leclerc!

Bedrohliche Provence
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Niemals geht man so ganz… und schon gar nicht, wenn man in den Ruhestand geht, und vor allem nicht, wenn man Albin Leclerc ist. Offiziell nur noch als Berater der Polizei tätig, ist er aber immer noch ...

Niemals geht man so ganz… und schon gar nicht, wenn man in den Ruhestand geht, und vor allem nicht, wenn man Albin Leclerc ist. Offiziell nur noch als Berater der Polizei tätig, ist er aber immer noch mittendrin im Geschehen und greift nach bestem Wissen und Gewissen ein, wenn es ohne ihn doch nun mal nicht gehen will… Bereits zum 10. Mal wird Leclerc als Ermittler tätig, diesmal kommt er einem Bekannten zu Hilfe, dessen Nicht mit ihrem Freund tot aufgefunden wurde. Die beiden waren zuletzt in Afrika für die Organisation médecins sans frontières tätig und die Umstände sind unklar und werden auch nicht durch das Auffinden zweier weiterer Leichen erhellt. In der Folge taucht Leclerc in einen wahren Sumpf ein, aus dem es sich wieder hinaus zu winden gilt. Selbstverständlich speilen auch Leclercs Umfeld, sein Privatleben und nicht zuletzt der allseits beliebte Mops Tyson eine gewichtige Rolle und machen den 10. Band dieser reihe zu einer runden Sache!
Fazit: nicht der spannendste und nicht der innovativste Krimi auf dem Markt, aber solide Lese-Unterhaltung mit bewährten Charakteren und Settings, macht einfach Spaß.

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Veröffentlicht am 22.06.2023

Die Schatten bleiben

City of Dreams
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Egal, wie schnell Danny Ryan rennt, oder wie weit - die Vergangenheit ist schneller. Selbst wenn er sich manchmal so fühlt, als hätte er sie abgehängt, steht sie dann doch an der nächsten Ecke. Es scheint ...

Egal, wie schnell Danny Ryan rennt, oder wie weit - die Vergangenheit ist schneller. Selbst wenn er sich manchmal so fühlt, als hätte er sie abgehängt, steht sie dann doch an der nächsten Ecke. Es scheint einfach keinen Weg aus der „Familie“ heraus zu geben, egal ob in L.A. oder Las Vegas – Providence, Rhode Island „Dogtown“ ist überall…
Dabei hatte er es wirklich vor. Nach dem Tod seiner Frau Terri wollte Danny Ryan mit allem abschließen, neu anfangen, heraus aus den Strukturen der irisch-italienischen Dualität an der Ostküste sein Glück im Westen suchen. Hinderlich ist dabei nüchtern betrachtet natürlich, dass er seinen Ausstieg mit einem Betrug an der Mafia ermöglicht hat – und auch seine Entourage weiterhin an seiner Seite ist. Und Unauffälligkeit ist nun nicht gerade die Stärke des Einzelnen. So sieht sich Danny nicht vor dem großen Neubeginn mit seinem Sohn in Kalifornien und Nevada, vielleicht mit einer neuen Liebe, friedlich, in der Sonne, sondern gefangen in alten Strukturen und Abhängigkeiten. Das organisierte Verbrechen, das FBI, alte Verbündete und neue Feinde lassen sich nicht so einfach abschütteln und Danny muss erkennen, dass auch die Traumfabrik an der Westküste für ihn nicht das Ziel darstellen wird.
Ich hatte mit dem ersten Band der Trilogie so meine Problemchen. Winslows Stil war mir zu nüchtern, zu berichtend und nicht fesselnd genug. Trotzdem hat mich dieser zweite Band sehr interessiert und ich muss tatsächlich feststellen, dass er eine ganz andere Faszination auf mich ausübte und ich viel schneller in der Geschichte angekommen bin und diese auch mit Spannung verfolgt habe. Zwar fehlt mir noch immer so ein bisschen die Ausführlichkeit der Sprache und vieles ist mir zu knapp, kalt und verkürzt formuliert, aber ich nehme dies nun als den individuellen Ton dieses Autors wahr und fand es letztendlich in meiner Bewertung dann für die Geschichte passend.
Fazit: es hat sich gelohnt, auch den zweiten Band zu lesen, denn nun bin ich tatsächlich gespannt, welchen Weg, Danny Ryan im abschließenden Band versucht, für sich zu finden.

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