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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2024

Liebes-Satt

Endlich Schluss mit dem Mangel - Zeit für Fülle
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Megan Fate Marshman beginnt mit einer treffenden Beschreibung unseres Lebens. Jeder läuft eifrig zu seinem Nächsten und streckt ihm seinen leeren Becher entgegen. Doch werden Liebe, ein Lob oder bestätigende ...

Megan Fate Marshman beginnt mit einer treffenden Beschreibung unseres Lebens. Jeder läuft eifrig zu seinem Nächsten und streckt ihm seinen leeren Becher entgegen. Doch werden Liebe, ein Lob oder bestätigende Worte vom anderen hineingefüllt, wächst nur die Sehnsucht nach mehr. Der Becher scheint bodenlos zu sein, denn so viel Liebe auch hineingegeben wird, es ist nie genug.

Die Pastorin Marshman erklärt in diesem Buch, warum unsere Sehnsucht nach Liebe nie wirklich von Menschen befriedigt werden kann. Auf anschauliche Weise zeigt sie, dass der Mensch darauf angelegt ist, in Beziehung mit seinem Schöpfer zu leben. Nur in dieser Beziehung findet ein Mensch wirkliche Erfüllung.

Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel erklärt die Autorin anhand der Schöpfungsgeschichte, wer die eigentliche Hauptfigur in unserem Leben ist. Im zweiten Kapitel zeigen eine Reihe von Bibelstellen aus dem Römerbrief den Weg zu Gott. Im dritten Kapitel dient die Frau am Brunnen im Johannesevangelium als Beispiel für ein Leben, das frei wird, um andere zu beschenken.

Der Schreibstil erinnert an eine Predigt. Wichtige Aussagen werden mehrmals wiederholt, Beispiele veranschaulichen das Gesagte, Bibeltexte werden ausgelegt. Die Autorin erzählt viel von ihrer Arbeit mit Jugendlichen, im Unterricht und auf Ferienfreizeiten. Dort ausgeführte Aktivitäten und die Reaktionen der Teilnehmerinnen darauf, dienen als ausgezeichnete Veranschaulichungen biblischer Wahrheiten. Daneben berichtet die Autorin auf authentische Weise von ihrem eigenen Versagen und wie sie aus ihren Fehlern lernt. Diese kleinen Anekdoten sorgen dafür, dass das Gesagte leicht verständlich und gut auf das eigene Leben übertragen werden kann.

Inhaltlich steht im Mittelpunkt dieses Buches eine Erklärung des Evangeliums: Dass wir Sünder sind und uns aus eigener Kraft nicht erlösen können. Dass alles, was zu einem erfüllten Leben führt, ein Gnadengeschenk ist und nicht verdient werden kann. Wer darüber hinaus tiefergehende Antworten auf die Frage nach Erfüllung sucht, wird vielleicht von diesem Buch enttäuscht werden. Es eignet sich vor allem, um Menschen den Weg zu Gott zu erklären oder auch um Menschen zu helfen, die sich schwer tun das kostenlose Geschenk der Gnade zu verstehen.

Die Sprache ist locker und einfach. Zielgruppe dieses Buches sind vermutlich junge Menschen, was an den Beispielen und der Sprache deutlich wird, und auch an den zahlreichen Hinweisen auf den Wunsch nach Followern in den sozialen Medien.

Fazit: Eine Einführung in den Glauben für junge Leser, die erklärt, wie Gott unsere tiefsten Sehnsüchte stillen möchte. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 25.04.2024

Wie Kinder glauben

Wenn Erwachsene beten, klingt das langweilig
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Seit etwa zehn Jahren ist Daniel Böcking Christ und nach wie vor von seinem neugefundenen Glauben begeistert. Gerade weil er ohne Glauben aufgewachsen ist, ist es ihm ein großes Anliegen, seinen Kindern ...

Seit etwa zehn Jahren ist Daniel Böcking Christ und nach wie vor von seinem neugefundenen Glauben begeistert. Gerade weil er ohne Glauben aufgewachsen ist, ist es ihm ein großes Anliegen, seinen Kindern von Anfang an den Glauben vorzuleben. Über die Gespräche mit seinen Kindern schreibt er in diesem kleinen Buch. Die achtundzwanzig Kapitel lassen sich jeweils in wenigen Minuten lesen. Sie wurden für das christliche Magazin „Pro“ geschrieben, und zwischen den Jahren 2017 und 2022 dort veröffentlicht.

Daniel verbringt gern Zeit mit seinen Kindern. Mal ist er zusammen mit ihnen zu Vorträgen unterwegs, mal übernachten sie im Wald. Fester Bestandteil ihres Tages ist das abendliche Beten. Der Familienvater sucht das Gespräch mit seinen Kindern über Gott. Er stellt ihnen Fragen, und sie haben natürlich auch jede Menge Fragen über den Glauben.

Warum hat Gott Stechmücken gemacht? Gibt es den Teufel wirklich? Warum macht Gott nicht, dass der Krieg aufhört? Solche und ähnliche Fragen versucht Daniel Böcking zu beantworten, dabei gibt er aber auch ehrlich zu, wenn er auf eine Frage keine befriedigende Antwort hat.

Da die Texte im Verlauf von fünf Jahren entstanden sind, können Leser mitverfolgen, wie die Familie wächst. Ein Baby wird geboren, die Kinder werden älter, ein Umzug steht an. Dazu kommen äußerliche Veränderungen, vor allem in der Zeit mit dem Corona-Virus und den dazugehörigen Einschränkungen. Das Grundthema in all den Jahren bleibt dasselbe: Ein Vater überlegt, wie kann ich meinen Kindern den Glauben vermitteln? Immer wieder kommt er zu dem Schluss, dass es wohl am wichtigsten ist diesen Glauben vorzuleben. Er lernt weniger Druck auszuüben und mehr zu vertrauen, dass Gott schon seinen Weg mit seinen geliebten Kindern gehen wird.

Fazit: Wunderschön geschrieben, vermittelt dieses Buch vor allem die Begeisterung und Dankbarkeit des Autors für den Glauben. Die kurzen Texte sind teils unterhaltsam, teils tiefsinnig, und immer voller Staunen über unseren großen Gott. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 23.04.2024

Ein fast Hundertjähriger Botschafter gegen das Vergessen

Albrecht Weinberg - »Damit die Erinnerung nicht verblasst wie die Nummer auf meinem Arm«
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Albrecht Weinberg erlebt als junger Mann, wie sich das Denken von Freunden und Nachbarn allmählich verändert. Sein Vater ist ein geachteter Bürger und arbeitet als Viehhändler. Doch er leidet unter den ...

Albrecht Weinberg erlebt als junger Mann, wie sich das Denken von Freunden und Nachbarn allmählich verändert. Sein Vater ist ein geachteter Bürger und arbeitet als Viehhändler. Doch er leidet unter den zunehmenden Einschränkungen für Juden. Schon bald darf er nicht mehr seinen Beruf ausüben, und die Kinder nicht mehr die Schule besuchen. Besonders schmerzhaft für den Jungen Albrecht ist, dass sich Freunde nicht mehr mit ihm treffen dürfen.

Trotz der Pogrome, erlebt er jedoch mehrere glückliche Jahre auf einem landwirtschaftlichen Gut. Die dort von einer jüdischen Hilfsorganisation untergebrachten Jugendliche sollen Fertigkeiten erlernen, die ihnen bei einer eventuellen Emigration nützlich sein könnten. Viele seiner Freunde können sich ins Ausland retten, doch Albrecht nicht. 1943 wird er nach Ausschwitz deportiert.

Er überlebt. Gerade so, es ist eigentlich ein Wunder, dass der geschundene, abgemagerte junge Mann die Jahre in verschiedenen Arbeits- und Konzentrationslagern übersteht. Er möchte danach nur weg. Zusammen mit seiner Schwester lebt er ab 1947 in Amerika. Sie wollen eigentlich nie wieder zurück nach Deutschland. Doch als seine schwerkranke Schwester mehr Pflege braucht, als sie in Amerika bekommen kann, reist das Geschwisterpaar doch zurück in die alte Heimat. Nach ihrem Tod beginnt Albrecht von dem Erlebten zu erzählen. Der inzwischen fast Hundertjährige Mann hält Vorträge und sieht sich als Botschafter gegen das Vergessen. Vor allem junge Menschen möchte er informieren, und die Jugendliche lieben es Zeit mit Albrecht zu verbringen.

Die wahre Geschichte dieses Buches ist wertvoll und wichtig. Die eindrückliche Erzählung klingt noch lange nach. Albrecht Weinberg versteht es gut, die Unfassbarkeit der grausamen Taten darzustellen.

Die Geschichte wechselt zwischen zwei Zeitebenen. Auf der einen Seite verfolgt der Leser Weinbergs Leben von Anfang an, mit einem Schwerpunkt auf dem Erleben während des Dritten Reichs. Dazwischen wird abschnittsweise vom Neuanfang der Geschwister in Deutschland erzählt. Die Wechsel in die heutige Zeit bietet zwar eine Pause, um die geschilderten Schrecken zu verdauen, trotzdem wirken sie etwas störend.

Ich persönlich finde an diesem Buch besonders wertvoll, dass der Stimmungswechsel in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg anschaulich geschildert wird, zum Beispiel die zunehmende Einschränkungen für Juden und die Veränderung von Beziehungen bis hin zur Feindseligkeit. Ich hoffe, dass diese Erinnerungen von vielen gelesen werden und dass sie helfen, dass Menschen aller Nationalitäten und Rassen wertgeschätzt werden.

Fazit: Erinnerungen eines KZ-Überlebenden, die eindrücklich zeigen, wie schlimm die Judenverfolgung in Deutschland tatsächlich war. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 22.04.2024

Einblick ins Cockpitgeschehen

"Guten Tag, hier spricht Ihre Kapitänin"
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Schon als kleines Mädchen ist Cordula begeistert von Flugzeugen und der Raumfahrt. Es stört sie nicht, dass es kaum Frauen gibt, die sich für den Pilotenberuf interessieren. Sie setzt alles dafür ein, ...

Schon als kleines Mädchen ist Cordula begeistert von Flugzeugen und der Raumfahrt. Es stört sie nicht, dass es kaum Frauen gibt, die sich für den Pilotenberuf interessieren. Sie setzt alles dafür ein, einen der begehrten Ausbildungsplätze bei Lufthansa zu bekommen. Doch selbst nachdem sie endlich ihre Pilotenlizenz in den Händen hält, ist sie nicht zufrieden. Sie will höher hinauf, und so wird sie eine der ersten weiblichen Kapitäninnen Deutschlands. Später bildet sie sogar selbst zukünftige Kapitäne aus. Und auch bei ihrer Bewerbung als Astronautin kommt sie bis in die Endrunde.

In diesem Buch erzählt sie kurz von ihrer Kindheit und Jugend, um dann genauer zu beschreiben, was es bedeutet Pilotin zu werden und in diesem Beruf zu arbeiten. Sie erzählt, wie sie es geschafft hat Beruf und Familie zu vereinbaren, berichtet von besonderen Einsätzen in der Coronazeit, und zeigt, wie sich die Welt des Fliegens nach den Anschlägen im Jahr 2001 verändert hat. Sie macht ihren Lesern und Leserinnen Mut ungewöhnliche Wege einzuschlagen, erklärt eindringlich, wie wichtig das Persönliche im Berufsleben ist, und lässt Leser in die abgeschlossene Welt des Cockpits blicken.

Das Buch ist sehr gut geschrieben, es liest sich flüssig und schnell. Für Flugreisende ist es spannend zu erfahren, wie es für einen Piloten im Cockpit ist, was vor und nach den Flügen geschieht, und wie verantwortungsvoll alle Aufgaben ausgeführt werden. Die hervorragende Leistungen der Autorin sind sehr beeindruckend. Das ist ihr auch bewusst, und sie erzählt es gern. Sie gibt aber auch zu, wenn es Bereiche gibt, die ihr weniger liegen. Sehr schön ist es auch über die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihrem Mann zu lesen.

Fazit: Ein inspirierendes Buch über eine Frau, die zielstrebig ihren Traum verfolgt, und die ein sympathisches, menschenzugewandtes Vorbild ist. Mit interessanten Einblicken in den Pilotenberuf, ist dieses Buch sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 14.03.2024

Die Kunst des Kochens

Fettarm frittieren mit dem Airfryer
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Ist an diesem neuen Trend etwas dran? Viele schwärmen von Heißluftfritteusen, sogenannte „Airfryer“. Eine Mischung aus Backofen und Fritteuse, zaubern diese Küchengeräte leckere, knusprige, kalorienarme ...

Ist an diesem neuen Trend etwas dran? Viele schwärmen von Heißluftfritteusen, sogenannte „Airfryer“. Eine Mischung aus Backofen und Fritteuse, zaubern diese Küchengeräte leckere, knusprige, kalorienarme Snacks und Mahlzeiten hervor.

Der britische Autor dieses Buchs hat lange experimentiert, damit seine Gerichte einfach, günstig und gesund sind. In diesem Buch finden sich 80 Rezepte, für schnelle Mahlzeiten und für besondere Gelegenheiten, für Snacks und für Vorspeisen, für Beilagen und für exotische Gerichte.

Insgesamt wirkt die Auswahl der Rezepte recht international. Neben vielen asiatischen Rezepten, stehen auch mexikanische und italienische Gerichte und natürlich britische Köstlichkeiten zur Auswahl. Manche Zutaten finden sich vermutlich nicht in einem typischen deutschen Haushalt, zum Beispiel Crumpets oder Bao-Brötchen, und leider fehlen Vorschläge, um solche Lebensmittel zu ersetzen. Doch der Großteil der Zutaten sind leicht erhältlich. Die schrittweise Anleitungen sind verständlich und leicht zu befolgen.

Neben jedem Gericht findet sich ein ansprechendes Bild. Die Kalorienzahl wird immer aufgeführt, manchmal gibt es auch allgemeine Tipps. Die Anzahl der Portionen wird genannt, und zu Beginn von jedem Rezept findet sich eine kurze persönliche Erläuterung des Autors.

Fazit: Insgesamt ist dieses Buch ein guter Einstieg in die Kunst des Airfryer-Kochens. Die Auswahl der Rezepte ist vielfältig, sodass mit Sicherheit für jeden etwas dabei ist. Ob Lachs, Hähnchen, Hamburger oder Popcorn, frittierte Snacks und Hauptgerichte laden zum Nachkochen ein. Die Leidenschaft des Autors für gutes Essen wird ebenso deutlich, wie sein Wunsch nicht so viel Zeit mit der Zubereitung der Gerichte zu verbringen. Sehr empfehlenswert!