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Veröffentlicht am 02.09.2024

"gerooteter Jailbreak" oder kaufe kein gebrauchtes Handy

Das Smartphone
5


„Das Smartphone“ von Marc Meller
Worum geht´s?
Paula, gerade mit ihrem Master in Molekularbiologie fertig geworden, kauft sich, um Geld zu sparen, ein gebrauchtes Smartphone. Abends wird sie von dem etwas ...


„Das Smartphone“ von Marc Meller
Worum geht´s?
Paula, gerade mit ihrem Master in Molekularbiologie fertig geworden, kauft sich, um Geld zu sparen, ein gebrauchtes Smartphone. Abends wird sie von dem etwas nerdigen Verkäufer angerufen, sie möchte bitte vorbeikommen, er hätte auf ihrem alten Handy eine Spyware gefunden. Als sie am nächsten Morgen zu dem Laden kommt, ist dort die Polizei und sie erfährt, dass der Verkäufer einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Sie gibt der Polizistin ihre Handynummer. Am gleichen Tag bewirbt sich Paula, deren Studium bisher einwandfrei verlaufen war, um eine Doktorandenstelle und bekommt auch gleich die Zusage.
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Paula wird von der Polizei des Mordes verdächtigt, alles läuft aus dem Ruder, das wohl geordnete und geplante Leben steht auf dem Kopf und das alles wegen des Kaufs eines gebrauchten Handys. Sie gerät sogar selbst in Gefahr, bekommt unerwartete Hilfe und versucht sich aus diesem Abwärtsstrudel heraus zu kämpfen.
Was haben eine gekündigte Autoversicherung, ein Lied, das Handy und anderes damit zu tun?Wird sie ihr normales Leben zurück erhalten?
Meine Meinung:
Empfehlen kann ich das Buch „Das Smartphone“ nicht uneingeschränkt, es ist kein Thriller, den man mal an einem Sommerabend bei einem Glas Rotwein gemütlich weg liest. Gleich mehrere Male werden die Begriffe „rooten“ und „Jailbreak“ erklärt, wahrscheinlich dachte der Autor, dass Nichtinformatiker dies sonst nicht verstehen würden. Allerdings denke ich, dass der ganze Kontext eher bei IT Interessierten aufgehoben ist und die bräuchten, genauso wie alle anderen auch, diese Wiederholungen nicht. An sich ist die Handlung um Paula so spannend, dass man gar nicht aufhören möchte, zu lesen. Doch wenn diese Erklärstellen kommen, habe ich mich erwischt, dass ich großzügig drübergelesen habe. Es wirkt einiges sehr konstruiert, manche Handlungen konnte ich auch nicht ganz nachvollziehen. Auch wenn fast alles, was in die Handlung reingepackt wurde,recht real ist, ist mir das konstuierte Gesamtbild, sehr unrealistisch, zu aufwendig für das Ergebnis.
Obwohl ich ebenso wie der Autor Marc Meller in der chemischen Industrie gearbeitet habe und an naturwissenschaftlichen Themen interessiert bin, hat mich das Buch jetzt nicht gepackt. Ich denke, dass es meinem Sohn, der Informatik studiert, evtl. besser gefallen könnte. Mal schauen.
Das Cover fällt auf jeden Fall ins Auge, pechschwarzer Hintergrund, der Titel in blutroten, erhabenen Buchstaben und einer blauen Funktionskurve. Der Schreibstil ist OK, sorgt auch für eine spannungsgeladene Handlung bis er sich in „gerooteten Jailbreaks“ verliert.

Fazit:
Ich habe lange über das Fazit nachdenken müssen. Erstens – ich würde das Buch nur einem „Informatikernerd“ empfehlen. Mich hat es nicht geflasht, den Schluss fand ich sehr abwegig. An sich gab es weite Strecken mit megaspannender Handlung um Paula. Dann verlor sich das in Wiederholungen, Erklärungen, seltsamen Konstrukten. Halbe Sterneanzahl deswegen von mir. Aber reine Geschmackssache.

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Veröffentlicht am 09.01.2024

Bis zur Buchmitte grandios...

Endling
2

„Endling“ von Jasmin Schreiber
Worum geht´s?
Deutschland in 18 Jahren. Eine Pandemie nach der anderen, politische Zustände, die man nicht haben will, schon gar nicht als Frau und ein entsetzliches Artensterben ...

„Endling“ von Jasmin Schreiber
Worum geht´s?
Deutschland in 18 Jahren. Eine Pandemie nach der anderen, politische Zustände, die man nicht haben will, schon gar nicht als Frau und ein entsetzliches Artensterben dank der Klimaerwärmung. Diese nicht erstrebenswerte Zukunft wird anhand einer aus 4 Frauen bestehenden Familie und ihres Umfeldes aufgezeigt. Nach dem schrecklichen Tod des Vaters während einer Pandemie reagieren die Witwe, die Schwester des Verstorbenen und die beiden Töchter sehr unterschiedlich und recht selbstschädigend in ihrer Trauer. Erst als die Witwe aus ihrer Misere ausbricht, beginnt sich bei den anderen auch etwas zu ändern. Die große Schwester, deren Leben nur aus Arbeit bestanden hatte, kommt zurück in ihre Heimatstadt, um nach ihrer sehr sonderbar gewordenen Tante und ihrer Teenagerschwester zu sehen und ist entsetzt, was in ihrer Abwesenheit passiert ist. Zwei Reisen folgen, um sicherzustellen, ob es der besten Freundin der Tante gut geht. Mystische und gefährliche Dinge passieren und die Charaktere durchlaufen große Veränderungen.
Meine Meinung:
Empfehlen kann ich das Buch „Endling“ bis zur Mitte des Buches. Bis dahin gibt es volle Sterneanzahl. Die Schreibstil ist ansprechend, wechselt zwischen Alltags – und Wissenschaftssprache. Man erlebt das Buch sozusagen mit der Hauptperson mit wie etwa mit den gesprochenen Gedanken einer Hauptprotagonistin einer TV-Serie. Die Fachsprache bringt einen näher an das Artensterben heran und man leidet mit den Endlingen mit. Auch die Beschreibung der Umstände um den Tod des Vaters und den daraus resultierenden Reaktionen der Familienmitglieder sind sehr nachvollziehbar. Die beschriebenen politischen Zustände kann man sich leider, leider in der Zukunft vorstellen und machen einem Angst.
Unerklärliche, mystische Begebenheiten wirken spannend und verbreiten einen Hoffnungsschimmer.
Dann ab der Buchhälfte mit Beginn der zweiten Reise hat mich die Handlung total verärgert und ich war froh, als ich am Ende ankam und würde für diesen Teil nur die minimale Sterneanzahl vergeben. Warum sehr intelligente Leute auf einmal Scheuklappen aufhaben und völlig verblödet auf eine gefährliche Situation reagieren, ist mir unklar. Sie wurden vorher extra darauf hingewiesen. Auch die mystischen Dinge wurden unbefriedigend dargestellt.
Das Cover dagegen hatte mich sofort angesprochen, die gelbe Farbe und die Weinbergschnecken in Kombination mit dem Titel fallen in einer Buchhandlung gewiss ins Auge.
Fazit:
Bis zur Mitte des Buches klare Leseempfehlung. Danach Enttäuschung pur.

PS
Habe gerade eine andere Rezension gelesen und wusste nicht, wie ich antworten kann
Als Mama dreier Teenager bzw "Jungerwachsener" finde ich Hanna sehr gut getroffen, unlogisch, nervig etc. Passt. Wobei ich den 2. "Roadtrip" idiotisch fand, weil der Mann erst fast sterben musste, bis das Aha-Erlebnis kam und andere Wischiwaschi Mystery.

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Veröffentlicht am 29.04.2024

Zu viele Klischees, zu viel Schwarz und Weiß

Heult leise, Habibis
7

„Heult leise, Habibis!“ von Sineb El Masrar
Worum geht´s?
Das Buch soll die „vernünftigen Stillen“ dazu anregen, ihre Stimme einzusetzen, damit nicht immer nur die Lauten zu hören sind, die oftmals polarisieren ...

„Heult leise, Habibis!“ von Sineb El Masrar
Worum geht´s?
Das Buch soll die „vernünftigen Stillen“ dazu anregen, ihre Stimme einzusetzen, damit nicht immer nur die Lauten zu hören sind, die oftmals polarisieren und die Gesellschaft spalten.
Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, im ersten versucht die Autorin beide Seiten, extrovertierte Laute und introvertierte Leise zu analysieren, warum sie sich so verhalten, wie sie sich verhalten.
Sie richtet das Buch an „ignorante Dauerempörte“ (schön formuliert) und versucht ihr Tun mit verschiedenen psychologischen Erklärungsansätzen zu entschlüsseln.
Im ersten Teil des Buches beschreibt sie zudem die Medienlandschaft und verschiedene Effekte, die die Leute, die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit auf sich ziehen wollen, benutzen. Interessant hierbei waren besonders der „Lady Di“ Effekt und das „Fremdweinen“.
Teil 2 soll dann einige Lösungsansätze aufgreifen, wie z.B. eine gesunde Identitätsbildung, geht dann aber auch wieder auf vermeintliche Ursachen wie Vaterlosigkeit ein.
Im dritten Teil führt sie an Beispielen wie z.B. Bin Laden und Hitler vor, wie diese das Volk verhetzten und eine Vielzahl darauf hereinfiel bzw. fällt und aus welchen Gründen. Und dass dagegen die „vernünftigen Stillen“ ihr Wort in die Waagschale legen sollen.
Vieles bringt die Autorin in den Kontext des dritten Reichen oder des Israel-Palästina Konfliktes, der ehemaligen DDR oder Islamisten, auch zu Hetzkampagnen auf Social Media.
Sinen El Masrar ist 1981 in Hannover geboren, ihre Eltern stammten aus Marokko. Sie ist als Autorin, Moderatorin und Journalistin sowohl in Print als auch in Online-Medien tätig. Zum Beispiel auf „Twitter-X“ ist sie auf social media aktiv.

Meine Meinung:
Der erste Buchabschnitt hat mich zum großen Teil noch überzeugt, ich fand die Gedankengänge ganz interessant, wenn auch nicht immer stimmig.
Besonders dass sie das Buch an „ignorante Dauerempörte“ richtet, die es lesen sollen. Erstens: wer würde sich von sich aus zu dieser Gruppe zuordnen und zweitens das Buch, in dem diese Gruppe von vorne bis hinten kritisiert wird, lesen?
Gut, sie will auch „vernünftige Stille“ motivieren, ihr Wort zu erheben. Aber gerade, dieses Polarisieren und schwarz-weiß Denken, prangert sie an und benutzt es dann selbst. Stille – sind nicht immer vernünftig, intelligent und auf der „richtigen“ Seite. „Laute“ richten nicht immer Schlechtes an, sind nicht immer auf der „falschen“ Seite. Social Media Leute liefern nicht nur Fake News und bekommen erotische Gefühle, wenn sie viele Likes und Aufmerksamkeit auf ihre polarisierten News bekommen. Und: es gibt nicht nur „Stille“ und nicht nur „Laute“, sondern dazwischen jede Menge Nuancen.
Kinder, die ohne Vater aufwachsen, bekommen nicht automatisch Störungen sexueller oder beruflicher Art . Dies nur ein Beispiel von vielen, das mich im zweiten Teil enorm störte und ich froh war, als ich das Buch ausgelesen hatte. Als sie dann noch Klischees über die ehemalige DDR brachte, Alleinerziehende und Ödipuskomplex fast gleich setzte, war für mich das Maß voll.
Der zweite Abschnitt fing sinngemäß an, als sich 2 Wessis und ein Ossi tief im Osten trafen und das Gespräch so lief: von DDR und dass sich Demokratien nicht nur durch Wahlen legitimieren auf Wahlen in der Türkei, Erdogans Drohung mit „Halbmond gegen Kreuz“, Judenhass, Palästina-Israel-Konflikt, antidemokratische Machtübernahme nicht nur durch Putsch – das alles auf sechs Seiten, das war mir alles sehr verkürzt, sehr oberflächlich aneinander gereiht.
Das Cover mit dem Auge und des etwas provokanten Titels finde ich gelungen, allerdings ist der Schutzumschlag von schlechter Qualität, knittert sehr leicht und hat eine grauenvolle Haptik. Der Schreibstil ist in Ordnung, psychologische Hintergründe sind so erklärt, dass sie leicht zu verstehen sind.
Fazit:
Mäßige Leseempfehlung.
Die, an die es zum einen gerichtet ist, werden es kaum lesen und sich um 180 Grad (oder waren das 360 Grad? ändern. Die, die lauter werden sollen, werden dadurch wahrscheinlich ihr Verhalten auch nicht ändern. Sie werden auch kaum in der Politik oder Gesellschaft was ändern können, denn wie in Talkrunden, werden Gespräche nicht moderiert und Introvertierte so wohl nicht zu Wortführern.
Einige der Erklärungen und Ansichten der Autorin haben mich richtiggehend abgestoßen, diese Beispiele fand ich sehr einseitig, überholt bzw. nicht richtig.
Auch hätten meiner Meinung nach z.B. politische Instrumentarien, wie das Schweizer System der Volksabstimmung oder andere Entscheidungsgremien zu den Lösungsansätzen gehört.
2 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 16.11.2023

Ja, ist denn heut schon Weihnachten oder oh du fröhliche, todbringende Weihnachtszeit...

Lady Arrington und der Weihnachtsmord
1

Ja, ist denn heut schon Weihnachten oder oh Du fröhliche, todbringende Weihnachtszeit….

„Lady Arrington und der Weihnachtsmord“ von Charlotte Gardener
Worum geht´s?
Auf einer weihnachtlichen Tour mit ...

Ja, ist denn heut schon Weihnachten oder oh Du fröhliche, todbringende Weihnachtszeit….

„Lady Arrington und der Weihnachtsmord“ von Charlotte Gardener
Worum geht´s?
Auf einer weihnachtlichen Tour mit einem Luxuskreuzfahrtschiff durch das Europäische Polarmeer von Hamburg über Island und Grönland nach Kanada trübt ein toter Weihnachtsmann die vorweihnachtliche Idylle. Lady Arrington, die Freundin des Kapitäns, ermittelt mit Unterstützung einiger fleißiger Helfer. Diverse Probleme, wie ein recht unfähiger Ersatzweihnachtsmann und etwaige andere Todesfälle, sind auch nicht gerade hilfreich. Viele Fragen, war es Mord, waren es Morde oder nicht, warum, weshalb, wie und überhaupt geben ein Rätsel auf, das es rechtzeitig vor Weihnachten zu lösen gilt, um den vielen Familien mit ihren Sprösslingen eine herrliche Weihnachtszeit in der Heimat des Weihnachtsmannes zu bescheren.
Meine Meinung:
Empfehlen kann ich das Buch „Lady Arrington und der Weihnachtsmord“ eigentlich nicht.
Charlotte Gardener ist eine englische Autorin, die, nachdem sie lange Zeit am Theater gearbeitet hat, nun in ihre wunderschöne Heimat Brighton zurückgekehrt ist, um in einem gemütlichen Café mit Blick auf das Meer sitzend, Kriminalromane zu schreiben.
Es ist mein erstes Buch aus dieser Reihe. Der Einstieg in den sechsten Band gelang recht gut, allerdings fehlte bei manchen Szenen die Informationen aus den vorhergegangenen Bänden, wie etwa über Lady Arrington und ihre Helfer. Eine Szene mit Lady Arringtons Lektor erinnerte mich sehr an „Drei Engel für Charlie“, was ich etwas irritierend fand.
Nachdem mich das Cover und vor allem der Titel sofort angesprochen hatten, da ich Weihnachtskrimis im Stile englische Landhauskrimis liebe – abgeschnitten durch den Schnee, auf einer Insel oder auf einem Luxusdampfer – hatte sich meine Erwartung zunächst bestätigt. Einige Szenen zu Beginn waren sehr amüsant geschrieben und eine besonders lebensecht, in der sich die Kinder der Passagiere aufschaukeln, die Eltern anstatt zu beruhigen mit eskalieren und man es sich tatsächlich genauso vorstellen konnte. Der Schreibstil ist sehr ansprechend und flüssig zu lesen. Allerdings hat die Handlung einige Schwächen und ich fand das Buch nach einigen Kapiteln recht langweilig. Auch habe ich die Lösung früh erraten und war sehr unglücklich, dass es tatsächlich die richtige Lösung war. Überraschungsmomente hätte ich willkommen geheißen. Gegen das Wort „Veilchenduft“ habe ich aufgrund der wahnsinnig häufigen Wiederholungen eine Aversion entwickelt. Irgendwann hatte es nur noch genervt.
Fazit:
Auf der Plusseite finden sich einige sehr humorvolle Stellen und schöne Naturbeschreibungen, die mich an unseren diesjährigen Norwegenurlaub erinnert haben. Auf der Minusseite eine veilchenduftgeschwängerte, vorhersehbare Auflösung. Dies war leider der langweiligste Weihnachtskrimi, den ich bisher gelesen habe und der auch keine Weihnachtsstimmung bei mir aufkommen gelassen hat.
Ich werde mir die ersten Bände dieser Serie nicht kaufen und meine Leseempfehlung fällt nicht sehr groß aus. Allerdings sind die Geschmäcker der Leser ja unterschiedlich. Vielleicht dieses Abschlussfazit: Wer bei Cluedo immer gewinnt, sollte diesen Krimi nicht lesen!

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Veröffentlicht am 30.08.2025

"buried" = wie unterirdisch schlecht

I Know Where You Buried Your Husband
3

„I know where you buried your husband“ von Marie O`Hare
Worum geht´s?
Die fünf, sehr unterschiedlichen Frauen Sophia, Caoimhe, Safa, Ajola und Ella sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Sophia fühlt sich ...

„I know where you buried your husband“ von Marie O`Hare
Worum geht´s?
Die fünf, sehr unterschiedlichen Frauen Sophia, Caoimhe, Safa, Ajola und Ella sind seit ihrer Schulzeit befreundet. Sophia fühlt sich in ihrer Ehe unterdrückt und sieht für sich nur die beiden Auswege, sich selbst oder ihren Ehemann umzubringen. Als die fünf ihn zusammen tot auffinden, geschehen ein paar seltsame Begebenheiten und anstatt die Polizei zu informieren, begraben sie ihn. Sieben Jahre später werden sie deswegen erpresst und vor eine unvorstellbare Wahl gestellt.
Die relativ kurzen Kapitel wechseln sich ab, jeweils aus der Sichtweise einer der Protagonistinnen. Die Frauen sind alle mit ihrem Leben unzufrieden haben diverse Zwangsstörungen und andere psychische Probleme. Das Cover ist recht einfach gehalten, ähnlich wie der Schreibstil.
Meine Meinung:
Empfehlen kann ich das Buch „I know where you buried your husband“ überhaupt nicht. Warum?
Den angekündigten schwarzen Humor sucht man vergeblich. Die Frauen sind alle samt und sonders mega unsympathisch. Sie sind mit ihrem Leben unzufrieden, die Hauptschuld tragen die Männer, die in diesem Buch alle sehr schlecht wegkommen. Eine der Frauen misshandelt ihr Kind – natürlich ein Junge – auf extremste Weise. Bei allen findet man psychische Störungen in einem Ausmaß, als hätte die Autorin ein ganzes Lexikon der psychischen Erkrankungen in diesem Buch unterbringen wollen. Alles in allem hat sie versucht unendlich viele Themen hineinzubringen und hat sich dabei schrecklich verzettelt. Alles kurz erwähnt, ohne darauf einzugehen. Und nach einer entsetzlichen Tat ist die Welt scheinbar von alleine wieder ganz toll. Auch ist die Beschreibung der Frauen sehr chaotisch, die eine soll ihr Studium abgebrochen haben, im Supermarkt gejobbt haben und auf einmal ist sie Lehrerin, natürlich mit gestörter Wahrnehmung. Magie, in dem Buch teils Magik genannt, wird auch noch mit ins Spiel gebracht. Und eine Menge Filmzitate kamen in den Gesprächen der Freundinnen vor, mit denen ich nichts anfangen konnte und dann auch nicht wollte, da ich nur noch fertig werden wollte.
Fazit:
Dieses Buch war für mich der Reinfall des Jahres. Hätte ich es nicht im Rahmen einer Leserunde gelesen, ich hätte es nie fertig gelesen und das kommt bei mir fast nie vor. Die Diskussionen mit den anderen Leserinnen retteten das ganze etwas, geteiltes Leid ist halbes Leid. Für mich war diese Lektüre absolut verschwendete Zeit. Das Buch brachte nichts, aber auch gar nichts rüber. Das Thema an sich, gepaart mit schwarzen Humor, einem Bruchteil der Themen und etwas weniger seltsamer Handlung, hätte was werden können.
Von mir keine Leseempfehlung. 1 Stern ist mir fast zu viel, hach, man kann auch einen halben geben. „Buried“ – wie unterirdisch. Einfach schlecht.

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