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Veröffentlicht am 11.01.2025

Sternchensuppe

Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst
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"Wenigstens hatte sie immer ein passendes Zitat parat."

Nach dem Lesen hatte ich Lust auf Sternchensuppe. Die bereitet sich die namenlos bleibende Frau im Büchlein zu und das verbreitet ordentlich ...

"Wenigstens hatte sie immer ein passendes Zitat parat."

Nach dem Lesen hatte ich Lust auf Sternchensuppe. Die bereitet sich die namenlos bleibende Frau im Büchlein zu und das verbreitet ordentlich Wohlfühlstimmung, wie die ganze Geschichte. Darin regt die Suche nach dem perfekten Platz für einen Ohrensessel als Lieblingsplatz in ihrem Zuhause die Frau dazu an, sich Fragen über ihr Leben zu stellen. Die Lesenden begleiten sie dabei auf ihrer Gedankenreise.

"Was für ein Geschenk. Da liegt sie die Welt, und lädt mich von ganzem Herzen dazu ein, mich auf den Weg zu machen, um sie zu erkunden. Um mich zu erkunden. "

Für mich persönlich ist der Funke nicht richtig übergesprungen. Mir war es etwas zu viel Kreisen um sich selbst und zeitweise eher betulich als tiefgründig. Das gilt auch für die Ratschläge, in denen sich der Text direkt an die Lesenden wendet. "Lerne dich mit all deinen Seiten kennen, lieben und schätzen."
Ich könnte mir vorstellen, dass das Buch für Leute gut geeignet ist, die dazu neigen, "die Herzensmomente des Lebens" leicht zu übersehen. Menschen, die dagegen vor großen Herausforderungen stehen oder sich in Krisen befinden, werden hier eher nicht aufgefangen. Mich haben einzelne Ideen wie ein Herzenswunsch in Form eines Hundes und die Sternchensuppe sehr angesprochen, aber leider nicht das Konzept in Gänze.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Blick hinter die Kulissen

Der Raum dazwischen
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Für den titelgebenden Raum dazwischen findet die Autorin ganz unterschiedliche Definitionen: die Liebe, der Raum zwischen Mensch und Pferd oder dem Hier und dem Jenseits. Catherin Seib arbeitet ...

Für den titelgebenden Raum dazwischen findet die Autorin ganz unterschiedliche Definitionen: die Liebe, der Raum zwischen Mensch und Pferd oder dem Hier und dem Jenseits. Catherin Seib arbeitet als Tierkommunikatorin, hauptsächlich mit Pferden, und bildet andere Menschen darin aus. "Tierkommunikation als Wegweiser" lautet der Untertitel. Sicherlich werden die meisten Lesenden automatisch ein Rezept erwarten, wie die Kommunikation mit Tieren besser gelingen kann. Anscheinend war das aber schon Inhalt eines ihrer früheren Bücher. Das Buch erhält vor allem den eigenen weiteren Lebensweg der Autorin, Aufzeichnungen der "Gespräche" mit ihren Pferden, ihre Ansichten über den Tod und über ihre Kunden.

Die Ausführungen zur Tierkommunikation haben mich persönlich nicht überzeugt. Ich verbringe selbst mein Leben auch mit Tieren und weiß, wie eng man zusammenwächst. Wenn aber Pferde parlieren wie Philsosophen, Psychologen oder esoterisch Geschulte wirkt das auf mich nicht authentisch. Die Autorin warnt selbst davor, nicht so egozentriert zu agieren. Ihre Ausführungen, dass ihre Pferde für sie die Elternrolle übernommen haben, fand ich überraschend. Nicht gefallen hat mir die wiederholte Beschreibung einer Kundin, deren Pferd nicht fraß, als weinerlich und ähnliche Schilderungen. Meiner persönlichen Erfahrung liegt auch Problemen wie Hufrehe und -geschwüren tatsächlich sehr häufig eine handfeste Ursache wie falsche Fütterung oder EMS zugrunde. Die Suche nach eher psychosomatischen Gründen könnte Lesende mit wenig Kenntnissen in die Irre führen. Dies sind medizinische Notfälle.

Als Pferdehalterin war die Beschreibung eines Lebens mit Pferden und der gemeinsamen Auswanderung nach Costa Rica für mich dennoch interessant zu lesen, obwohl mich auch hier manches gewundert hat, wie etwa, dass die Autorin dort die Weiden anscheinend mit Stacheldraht umzäunt hat, mit der erwartbaren Verletzungsfolge.

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Veröffentlicht am 20.07.2024

Kaltes schwarzes Herz

When The Moon Hatched
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Wieder mal ein Buch, das ich so unbedingt mögen wollte. Weil es so hübsch aussieht, Drachen beherbergt und ich dicke Wälzer einfach liebe. Und zunächst fand ich auch die Idee mit den Drachen, ...

Wieder mal ein Buch, das ich so unbedingt mögen wollte. Weil es so hübsch aussieht, Drachen beherbergt und ich dicke Wälzer einfach liebe. Und zunächst fand ich auch die Idee mit den Drachen, die zu Monden versteinern, zwar etwas unausgereift, aber trotzdem originell, ebenso wie ein paar andere Ansätze des Worldbuildings. Die Protagonistin Raeve, die von sich selbst sagt, sie habe ein kaltes schwarzes Herz und das Töten als Assassinin genießt, konnte nicht gerade viele Sympathiepunkte sammeln, aber das Geheimnis ihrer Vergangenheit, das sich in eingestreuten Tagebucheintragungen erschließt, nachdem sie auf König Kaan getroffen ist, faszinierte mich doch. Leider zerfaserte die Geschichte der beiden nach der Hälfte immer mehr zugunsten muskulöser Oberschenkel, die sich bei jedem Schritt straffen, expliziten Sexszenen, die zumindest meinen Geschmack nicht trafen, Sätzen aus ein bis drei Worten ähnlichen Inhalts und Wendungen wie "ganz die schattendurchdrungene Bestie im besten Mannesalter", "Ich öffne den Mund. Schließe ihn. Öffne ihn wieder... Mein Mund klappt auf und ich falle auf die Knie."..."wie der schimmernde Hieb einer Klinge, die ins Herz trifft und das Herz bluten lässt, das so begierig für sie pumpt."
Der Roman ist aus Raeves und Kaans Sicht erzählt. Daneben treten die Perspektiven von Kaans Schwester Veya und einer weiteren Nebenfigur, die eigentlich wenig beitragen. Veyas Erzählstimme ist so austauschbar mit Raeves, dass man sie ohne die Kennzeichnung am Kapitelbeginn nicht bemerkt hätte.
Hier haben die Drachen auf ihren Flügen wirklich ganz viel Luft nach oben gelassen!

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Etwas Alchemie

Infinity Alchemist
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Die Grundidee des Buches, Alchemie mit Quantentheorie und positivem Denken zu verbinden, hat mich wirklich begeistert. Der Beginn des Buches entführte in die Welt von Ashen Woods, der ohne Studium Alchemie ...

Die Grundidee des Buches, Alchemie mit Quantentheorie und positivem Denken zu verbinden, hat mich wirklich begeistert. Der Beginn des Buches entführte in die Welt von Ashen Woods, der ohne Studium Alchemie praktiziert. Zugang zum renommierten Lancaster College erhält er nur als Hilfskraft, nicht als Student. Dort begegnet er bald der Professorin Ramsey Thorne, die sein Talent erkennt und ihn fördert. Ramsay ist so mächtig, dass sie sich wahlweise in einen Mann oder eine Frau verwandeln kann. Als Ramsay und Ash beschließen, nach dem Buch der Quelle zu suchen, das grenzenlose Macht verleihen soll, beginnt eine gefahrvolle Reise. Doch natürlich sind sie nicht die einzigen, die das Buch finden wollen...

Die Geschichte hat wirklich viel Potenzial. Doch anstatt das Magiesystem und das Worldbuilding farbenprächtiger auszuarbeiten, konzentriert sich Kacen Callender immer mehr auf die wachsende Anziehung zwischen Ramsay und Ashen und fluiide Geschlechtsidentitäten. Bald stößt noch Ramsays Ex Callum zu dem Duo, das sich damit endgültig von herkömmlichen Beziehungsmustern verabschiedet. Die Charaktere von Ramsay und Ash bleiben dabei aber so wenig tiefgründig und zum Teil fast flüchtig, dass das Beziehungsgeflecht wenig berührt. Die wirklichen Probleme lösen sich zim Ende hin fast wie im Kinderspiel. Mit einer anderen Prioritätensetzung hätte der Roman für nich sehr viel gewonnen.

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Kummer des Meeres

Die Tage des Wals
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"Ich kannte nur den Kummer des Meeres, keine Liebe. Nur die Notwendigkeit zu retten, Boote, die in einem Sturm ausliefen, Frauen, die sich im Leuchtturm zusammendrängten."

In ihrem Debütroman beleuchtet ...

"Ich kannte nur den Kummer des Meeres, keine Liebe. Nur die Notwendigkeit zu retten, Boote, die in einem Sturm ausliefen, Frauen, die sich im Leuchtturm zusammendrängten."

In ihrem Debütroman beleuchtet Elisabeth O'Connor das äußerst karge Leben auf einer walisischen Insel in den Dreißiger Jahren des früheren Jahrhunderts. Die 18jährige Manod lebt dort mit Vater und jüngerer Schwester, als zwei Ereignisse die Ödnis unterbrechen: das Stranden eines sterbenden Wals und die Ankunft zweier englischer Wissenschaftler, Joan und Edward, die die Tradition der Inselbewohner aufzeichnen wollen. Als sie Manod als Assistentin einstellen, scheint sich für Manod unerwartet eine ganz andere Welt zu eröffnen...

Die Autorin wirft kurze Schlaglichter auf Manods Geschichte. Manche Kapitel bestehen nur aus einem einzigen Absatz. Gelegentlich werden die Aufzeichnungen der Forschenden eingestreut. Für mich hat diese Kürze keinen Lesefluss aufkommen lassen, der aber einen Roman ausmachen sollte. O'Conner hat bisher Kurzgeschichten und Gedichte verfasst. Manchmal erschien es mir, als hätte sie einen fließenden Übergang zwischen allen diesen Textformen schaffen wollen, was zweifellos viele Kritiker begeistern wird. Für mich ging das leider zu Lasten von Manods durchaus faszinierender Story. Allzuviel bleibt im Vagen und der Fantasie der Lesenden überlassen. Vor allem über die Konstellation zwischen Manod und den Wissenschaftlern hätte ich gern viel mehr erfahren. Ich habe den Roman an einem halben Nachmittag gelesen und musste die Insel kaum angekommen schon wieder verlassen. So habe ich zwar interessante Einblicke in den dortigen Alltag in äußerst passendem Stil erhalten, blieb aber auch etwas ratlos zurück.

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