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Veröffentlicht am 11.05.2024

langatmiger Anfang, aber genau mein Humor

Krähenpakt
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„Du weißt ja, wie das ist. Wenn man sie einmal an sich herangelassen hat, kann man sie nicht mehr essen.“ (S. 372)

Kaja ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, das einen langweiligen Job bei der Stadtverwaltung ...

„Du weißt ja, wie das ist. Wenn man sie einmal an sich herangelassen hat, kann man sie nicht mehr essen.“ (S. 372)

Kaja ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, das einen langweiligen Job bei der Stadtverwaltung hat, bei ihre Tante Luise wohnt und ihre Eltern mit dem Vornamen anspricht. Außerdem hat sie einen schwarzen Fleck auf ihrem Handrücken, der wie ein Tattoo aussieht, aber gewachsen ist. Sie ist sehr tollpatschig, und bei einem ihrer Wanderungen durch das Haus, fällt eine ausgestopfte Krähe vom Regal. Als Kaja die Krähe jedoch wieder zurückstellen möchte, erwacht sie plötzlich zum Leben und fordert die Einlösung des Krähenpaktes. Nur Tante Luise scheint zu wissen, was genau das ist, aber sie nennt sich selbst auch Wicca. Kaja glaubt nicht an Magie, nicht mal, wenn sie ihr ins Gesicht springt.

Kaja hat mich fertig gemacht. Sie ist so ein absolut langweiliger Charakter, an ihr ist nichts bemerkenswertes. Wie oft muß sie fast sterben, damit sie einsieht, daß der Krähenpakt echt ist? Einfach unfassbar, wie blind sie ist, und wie gewöhnlich. Wäre die Krähe nicht gewesen, die viel zur Unterhaltung beigetragen hat, hätte ich vermutlich aufgegeben. Die letzten 100 Seiten wurden dann richtig spannend, bis dahin wurde die Geschichte langsam aufgebaut. Aber es hat sich gelohnt, schon allein für den unterschwelligen Humor der Autorin. Daß Kaja sich die Haare bunt färben soll, weil alle in der großen neuen Firma das so machen und da viel Wert auf Diversity gelegt wird, trifft genau meinen Humor. Dieses Buch verbindet unsere aktuelle Welt hervorragend mit der phantastischen Welt der Cru; die Autorin hat eine hervorragende Mischung geschaffen, mit gewöhnlichen und bemerkenswerten Protagonisten. Sie bedient viele Klischees, u.a. von dem skrupellosen, frauenfeindlichen Bösewicht, ohne daß es langweilig wird. Und am Ende gibt es noch ganz nebenbei Informationen zur Recherche, wie immer sehr informativ.

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Veröffentlicht am 05.05.2024

Bemerkenswert uns lesenswert

Naglfar
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„Ja, euer Volk hat eine irritierende Neigung zur Selbstzerstörung.“ (S. 286)

Ich wußte bereits, als ich dieses Buch angefangen habe, worauf es hinaus läuft. Ich habe (ausversehen) zuerst den zweiten Teil ...

„Ja, euer Volk hat eine irritierende Neigung zur Selbstzerstörung.“ (S. 286)

Ich wußte bereits, als ich dieses Buch angefangen habe, worauf es hinaus läuft. Ich habe (ausversehen) zuerst den zweiten Teil gelesen, der sich grob immer wieder auf den ersten Teil bezieht. Aber das hat mein Lesevergnügen in keinster Weise beeinträchtigt. Im Gegenteil, ich war gespannt, wie es zu dem kommt, was ich bereits weiß.

Anika Wahlgren ist Archäologin und wird nach Svalbard gerufen, ohne wirklich viel darüber zu wissen, was sie erwartet. Die Geheimhaltungsstufe ist sehr hoch und selbst vor Ort bekommt sie nicht alle Informationen, die sie für ihre Arbeit braucht. Das hält sie jedoch nicht davon ab, die entdeckte Höhle auf eigene Faust zu erforschen und so viel zu dokumentieren, wie ihr möglich ist. Dabei stößt sie immer wieder auf seltsame Zusammenhänge und beginnt, mit den Kollegen aus anderen Bereichen zusammen zu arbeiten.
Neben der hohen Geheimhaltung, spielt auch das Wetter in Svalbard eine wichtige Rolle. So kündigt sie ein gigantischer Sturm an, der die Insel mehrere Tage lahm legen wird, gerade als die Situation auf der Forscherstation anfängt kritisch zu werden.

Dieses Buch ist das erste Abenteuer von Anika Wahlgren. Sie ist nicht nur sehr bewandert auf ihrem Gebiet, sondern hat auch einen großen Informationsdrang. Nebenbei ist sie auch noch ziemlich sympathisch und schafft es selbst in den aufregendsten Situationen absolut logisch zu handeln. Bemerkenswert und lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.02.2024

lang, doch die Reise lohnt sich

Das dunkle Herz des Waldes
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„»Es gibt in diesem Turm nichts, das schmutziger ist als du«, bemerkte der Drache, was zwar zweifellos richtig, aber auch sehr unhöflich war.“ (S. 31)

Agnieszka hat ein Talent, sich schmutzig zu machen. ...

„»Es gibt in diesem Turm nichts, das schmutziger ist als du«, bemerkte der Drache, was zwar zweifellos richtig, aber auch sehr unhöflich war.“ (S. 31)

Agnieszka hat ein Talent, sich schmutzig zu machen. Selbst wenn sie sich Mühe gibt, finden die Äste und Dornen immer den Saum ihres Kleides, um Fäden darauf zu ziehen; selbst auf einer trockenen Straße findet der Schlamm seinen Weg auf ihre Kleider. Ganz im Gegensatz zu Kasia, die nicht nur wunderschön aussieht, sondern sich auch zu benehmen weiß. Früh wurde klar, daß wenn beide 17 Jahre alt sind, der ansässige Magier in diesem Tal, genannt der Drache, Kasia in seinen Turm holen wird. „Alle sagen, dass man ein Mädchen, das für den Drachen infrage kommt, anders liebt, wenn es älter wird. Dagegen könne man gar nichts tun, denn schließlich wisse man immer, wie leicht man es verlieren könnte.“ (S. 7)
Als der Drache dann nach Dvernik, in Agnieszkas Dorf, kommt, um seinen Tribut der Ernte und ein Mädchen mitzunehmen, entscheidet er sich nicht für Kasia. Obwohl er sie wohlwollend, und Agnieszka nur mit einem Stirnrunzeln betrachtet, nimmt er Agnieszka mit. „»Nun«, sagte er barsch, »dann bist du es wohl.« […] Mir blieb nicht einmal die Gelegenheit, zurückzuschauen und ein letztes Abschiedswort zu sagen, ehe der Drache sich zum Gehen anschickte. Seine Finger hatten sich fest um mein Handgelenk geschlossen.“ (S. 19)

Voller Angst kann Agnieszka kaum verstehen, was geschehen ist, und noch weniger, was von ihr erwartet wird. Der Drache ist ein recht unangenehmer Zeitgenosse, vergräbt sich in seinen Büchern und ist hauptsächlich barsch und anklagend gegenüber Agnieszka. Er zwingt sie, Magie zu benutzen, ohne daß sie überhaupt versteht, daß sie es tut. Sie soll lernen, aber er erklärt ihr nichts und hält sie für dumm. Das anfängliche Zusammenspiel der beiden ist sehr frustrierend für alle beteiligten, auch den Leser.
Doch Nieshka, wie sie von ihren Freunden genannt wird, kann ebenso stur sein, wie der Magier. Nachdem sie verstanden hat, daß sie Magie in sich trägt, findet sie ihren eigenen Weg und der Drache beginnt nach anfänglichen Zweifeln, ihre Talente zu fördern. Währenddessen bedroht der Dunkle Wald das ganze Tal, und der Drache hat immer größere Schwierigkeiten, ihn in seine Schranken zu weisen. Und dann wird Kasia vom Wald entführt.

Ich habe dieses Buch im Januar 2017 gelesen, als die gebundene Ausgabe erschienen ist. Und ich konnte mich nur noch an den Anfang erinnern. Doch es hat mir trotzdem gut gefallen, vielleicht sogar besser als beim ersten Mal. Der Umfang der Geschichte ist phantastisch, der Weg zum eigentlichen Konflikt lang und steinig, doch die Reise lohnt sich. Nieshka bleibt bis zum Ende des Buches sich und ihrer Magie treu und täuscht alle mit dem ersten Eindruck. Und der Drache ist bis zum Ende mürrisch, obwohl er doch ein Herz hat.
Das erneute Lesen dieses Werkes hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich habe mich durchweg gut unterhalten gefühlt. Der Dunkle Wald ist einen Besuch wert, doch seid vorsichtig! Nicht ohne Schutzzauber zu tief hinein wagen!

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Veröffentlicht am 30.10.2023

unterhaltsam und lehrreich

Das Elfenlicht von Arwarah
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„»Du willst die Menschen unterwerfen!? Das wird dir niemals gelingen!«
»Etwas mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten wäre angebracht! […] Diese nichtsnutzige Brut ist untereinander so uneins, dass es ein ...

„»Du willst die Menschen unterwerfen!? Das wird dir niemals gelingen!«
»Etwas mehr Vertrauen in meine Fähigkeiten wäre angebracht! […] Diese nichtsnutzige Brut ist untereinander so uneins, dass es ein Leichtes sein wird, sie zu unterwerfen. Ihr hohen Potenzial an schlechten Eigenschaften wird mich dabei bestens unterstützen. Jeder weiß, dass sie neidisch, stretisüchtig und voller Habgier sind. Ich werde ihre Träume vergiften und ihre Gedanken verwirren!«“ (S. 186)

Till trauert um seine Eltern und das Meer, das nicht mehr direkt vor seiner Tür ist. Zum Unglück aller wird er in seinem neuen Zuhause auch ganz furchtbar krank, sodaß der Arzt ihm Heilstunden in der naheliegenden Feengrotte verschreibt.
Die Feengrotte in Saalfeld ist Dreh- und Angelpunkt vieler Sagen um Feen und Elfen, und Till wird schnell in ein Abenteuer hineingezogen, daß ihn nicht nur über sich hinauswachsen läßt, sondern auch aus der Trauer zieht. Und weil Abenteuer alleine keinen Spaß machen, begleiten ihn Lilly und Flora und bringen so ganz viel Schwung in das Unternehmen.

Das Elfenlicht von Arwarah ist ein wundervolles Buch über Familie, Trauer, magische Wesen, Abenteuer und die Feengrotte in Saalfeld. Obwohl der Einstieg mit der Beerdigung der Eltern trübsinnig ist, wird mit dem Thema Trauer sehr umsehend umgegangen. Auch wie die Familie um Tills Onkel mit ihm umgeht, ist sehr umsichtig und feinfühlig.
Nachdem Till das erste Mal in der Feengrotte war, bin ich neugierig und habe einen Besuch dieser schon auf meine Liste gesetzt. Der Rundgang wird wunderbar beschrieben, die Besonderheiten hervorgehoben und vielleicht kann ich ja sogar einen Blick nach Arwarah werfen.
Auch das Abenteuer im Elfenland ist bis zum Ende spannend. Die Beschreibungen der Welt sind düster, lassen aber die Schönheit, die einst herrschte, durchblicken. Die drei Menschenkinder werden unterstützt, wo es nur geht, während gleichzeitig auf ihr Wohlbefinden geachtet wird. Selbst die Dynamik der drei Geschwister ist bezaubernd.

Ich bin zwar nicht die Zielgruppe für dieses Buch, trotzdem habe ich dieses Abenteuer genossen und nebenbei noch etwas gelernt. Die Bücher aus diesem Verlag sind wirklich etwas Besonderes, geben sie Reisetipps in Deutschland und Hintergrundwissen weiter.

„Ach, die Menschen heutzutage sollen nur noch an das glauben, was sie sehen! Aber der Glauben allein kann auch schon Berge versetzen!“ (S. 53)

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Veröffentlicht am 16.09.2023

Sie ist unscharf an den Rändern

Das Licht von Aurora (Band 1)
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„Ich fühlte mich nicht mehr klar definiert, es war, als würde ich langsam an den Rändern verschwimmen und mit meiner Umgebung verschmelzen […].“ (SD. 219)

Sasha, die meisten vergißt, daß sie eigentlich ...

„Ich fühlte mich nicht mehr klar definiert, es war, als würde ich langsam an den Rändern verschwimmen und mit meiner Umgebung verschmelzen […].“ (SD. 219)

Sasha, die meisten vergißt, daß sie eigentlich Alexandra heißt, kann es kaum fassen, als der bestaussehendste Junge aus ihrer Schule im Buchladen vor ihr steht. Noch weniger kann sie glauben, wie zuvorkommend Grant ist und daß er unbedingt mit ihr zum Abschlußball gehen möchte. Doch endet der Abend des Balls nicht so, wie erhofft.
Obwohl Grant sie an einen schönen kleinen See geführt hat, erwacht Sasha am nächsten Tag in einem Bunker, orientierungslos und einem Jungen gegenüber, der wie Grant aussieht, aber behauptet Thomas zu heißen. Außerdem behauptet er, in einer Parallelwelt zu sein, in der Sashas Analog, wie die Doppelgänger dort genannt werden, die entführte Prinzessin ist, deren Platz sie einnehmen soll.

„Ich habe schon kapiert, dass du ein großer, harter Typ bist und mir nach Belieben drohen kannst, aber du wirst mir nichts tun – sonst wäre das nämlich längst geschehen. Trotzdem muss ich es dir nicht leicht machen und das habe ich auch nicht vor, es sei denn, ich kriege ein paar Antworten.“ (S. 77)

Prinzessin Juliana soll in sieben Tagen heiraten. Das ist auch der Tag, an dem Sasha wieder zurück auf die Erde und in ihr altes Leben darf, so die Versprechungen des Generals. Thomas ist solange ihr Leibwächter und zusammen geben sie sich die größte Mühe, Juliana zu ersetzen. Doch ein Netz aus Lügen und Intrigen kann nicht lange halten und wird irgendwann zusammenfallen.

Sasha hat mir von Anfang an gefallen, weil sie sich ihrem Schicksal nicht kampflos ergeben hat, ständig einen Ausweg sucht, und trotzdem nicht aus Trotz handelt. Ihr Verhalten war durchweg nachvollziehbar und ich habe bis zum Ende mitgefiebert. Kein Wunder also, daß die Jungs ihr alle verfallen.
Die Welt von Aurora ist interessant und die Theorie der Mulitversen logisch dargestellt. Auch die Analoge und alles, was damit zusammen hängt, fand ich nachvollziehbar und haben sich nahtlos in die Geschichte eingefügt. Und obwohl es einen zweiten Band gibt, endete das Buch nicht mit einem Cliffhanger und macht trotzdem Lust auf den zweiten Teil.

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