Profilbild von buchgestapel

buchgestapel

Lesejury Star
online

buchgestapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchgestapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2025

Hochspannung mit historischem Nachklang

Was wir nie verzeihen
0

Worum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann ...

Worum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann sich erklären, wer es auf so einen alten Mann abgesehen haben könnte, nicht mal er selbst. Als dann jedoch ein weiterer Senior angegriffen und grausam hingerichtet wird, werden in Kommissar Paloviita Zweifel laut – denn die beiden Männer standen definitiv in Verbindung zueinander.


Meine Meinung
Finnland gehört definitiv zu meinen liebsten Settings, ganz besonders wenn es um Krimis und richtig schön düstere Thriller geht.

Was mir beim Lesen tatsächlich zunächst gar nicht wirklich aufgefallen ist, war die Tatsache, dass das Buch eigentlich schon der dritte Teil einer Reihe ist. Lesen kann man es aber auch, wenn man die ersten beiden Teile noch nicht kennt, da es immer wieder kleine Rückbezüge auf die Ereignisse aus den Vorgängerbänden gab und die eigentliche Handlung dadurch nicht beeinträchtigt wurde.

Die Geschichte an sich hat sich wirklich flott lesen lassen, selbst die Zeitsprünge zwischen den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg und der Gegenwart haben mein Lesetempo nicht negativ beeinflusst und da der Spannungsbogen bis zum Schluss hoch war, kam gleichzeitig auch keine Langeweile auf. Darüber hinaus war die Dichte der Ereignisse ziemlich hoch, was ich normalerweise als recht hektisch empfinde, hier aber tatsächlich sehr passend fand.

Obwohl ich die Ermittler noch nicht kannte, hatte ich nicht das Gefühl, den Ermittlungen nicht folgen zu können. Mitunter hatte ich sogar den Eindruck, dass die wiederkehrenden Figuren verhältnismäßig wenige Auftritt hatten und sich die Geschichte praktisch von selbst erzählt hat, was ich wirklich spannend zu verfolgen fand. Interessant gemacht fand ich außerdem, dass hier das Opfer des ersten Mordanschlags einen recht großen Teil der Handlung eingenommen hat. Dessen „Zeitzeugenberichte“ waren definitiv wichtige Stilmittel, die die Geschichte in meinen Augen ganz wesentlich beeinflusst haben.

Am meisten überrascht hat mich dann allerdings vermutlich die Tatsache, dass ich eine wichtige Figur völlig falsch eingeschätzt habe und mir nicht aufgefallen ist, dass sie als Erzähler unzuverlässig war. Normalerweise deutet in den meisten Geschichten irgendetwas darauf hin, hier habe ich es aber entweder übersehen oder vollkommen ignoriert, weshalb ich diese Wendung schlussendlich nicht habe kommen sehen.


Fazit
Dieser Thriller hat mich beim Lesen wirklich begeistert und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Ich war selbst ein wenig überrascht davon, wie gut mir die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gefallen haben, da insbesondere der Zweite Weltkrieg ein Thema mit deutlichem Nachklang ist, der im ersten Moment gar nicht so richtig zu einem Thriller zu passen scheint.

Von mir gibt es dafür alle fünf Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2024

Von Veränderungen und Neuanfängen

Fest im Sattel
0

Worum geht’s?
Auch wenn Viktoria das Reiten liebt, hat sie keine Lust darauf, dem Sport ihr gesamtes Leben zu widmen. Ihre beste Freundin sieht das leider vollkommen anders, und als Viktoria in einen neuen ...

Worum geht’s?
Auch wenn Viktoria das Reiten liebt, hat sie keine Lust darauf, dem Sport ihr gesamtes Leben zu widmen. Ihre beste Freundin sieht das leider vollkommen anders, und als Viktoria in einen neuen Stall wechselt, zerbricht die Freundschaft. An neuen Bekanntschaften hat sie daher zunächst kein Interesse – auch wenn sie bald erkennen muss, dass erste Eindrücke häufig trügen können und eine einmal getroffene Entscheidung vielleicht nicht gleich in Stein gemeißelt sein muss.


Meine Meinung
Als typisches Pferdemädchen hat mich dieses Buch natürlich direkt angesprochen, wobei ich inhaltlich dann tatsächlich vom Tiefgang der Handlung überrascht wurde. Pferde und der Reitsport sind hier nämlich logischerweise auch ein Thema, im Mittelpunkt steht aber eher der Umgang mit Veränderungen, Neuanfängen und Entscheidungen, die man vielleicht noch einmal überdenkt.

Sehr gut gefallen hat mir dabei, dass die Gestaltung sehr klar war und man sowohl die einzelnen Figuren auseinanderhalten, als auch ihre Mimik und Gefühle gut zuordnen konnte. Das Prinzip erinnert ein wenig an die Comics aus Kinder- und Jugendzeitschriften, die ich früher allerdings wirklich gerne mochte und daher auch hier sehr positiv wahrgenommen habe.

Die Entwicklung der Protagonistin, ihre Sorgen, Ängste und Interessen fand ich ebenfalls sehr gelungen dargestellt, was mir vor allem bei so einer jungen Zielgruppe wichtig war. Sich mit Neuanfängen auseinanderzusetzen ist gerade in dem Alter keine besonders leichte Aufgabe, weshalb ich die Mischung aus einer sehr ansprechenden Gestaltung und der ermunternden Botschaft, offen für Neues zu sein definitiv empfehlens- und lesenswert finde.


Fazit
Um dieses Buch zu mögen, muss man definitiv kein Pferdefan sein – es schadet aber natürlich auch nicht. Dass hier allerdings eher Themen wie Freundschaft und die persönliche Entwicklung der Protagonistin und ihrer Interessen und Wünsche im Vordergrund stehen hat es meiner Meinung nach sehr leicht gemacht, mit der wirklich schön gestalteten Geschichte ein sehr breites Publikum anzusprechen.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2024

Auftragsmord als Familiengeschäft

Happy Meat – Der Geschmack der Liebe
0

Worum geht’s?
Cavas Familie gehört das Very Happy Meat Imperium – Premium Fleisch-Lieferservice bei Tag, Organhändlerring bei Nacht. Das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“ hat jeder von ihnen bis ...

Worum geht’s?
Cavas Familie gehört das Very Happy Meat Imperium – Premium Fleisch-Lieferservice bei Tag, Organhändlerring bei Nacht. Das Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“ hat jeder von ihnen bis aufs Mark verinnerlicht, weshalb Cava umso schockierter ist als sie erfährt, dass einer ihrer Brüder die Familie verraten haben soll. Kurzerhand versucht sie herauszufinden, wer oder was ihrer Familie gefährlich werden könnte – und stößt dabei auf die wohl schrecklichste Überraschung ihres Lebens.


Meine Meinung
Als großer Fan des Food-Universe habe ich mich schon unglaublich auf diesen Band der Reihe gefreut, da ich die Idee einer Selbstjustiz übenden Organ-Mafia bestehend aus den Erben Aphrodites super spannend fand.

Der Schreibstil hat mir – wie immer bei Marie Graßhoff – sehr gut gefallen, man kommt trotz der recht umfangreichen Handlung schnell durch die Geschichte und landet aufgrund der verhältnismäßig kurzen Kapitel unglaublich schnell in einem regelrechten Sog, der es schwierig macht, das Buch wieder aus der Hand zu legen.

Cava war eine durchaus interessante Protagonistin, die in ihrem jungen Leben schon eine ganze Menge durchmachen musste und daher sicherlich nicht einfach zu gestalten war. Trotzdem war es für mich etwas befremdlich, wie lange sie körperliche Gewalt ihr gegenüber als völlig normal hingenommen hat, vor allem da sie in Hinblick auf ihre Geschwister in diesem Punkt völlig anderer Meinung war. Ihren Zwiespalt zwischen Familienverbundenheit und Gerechtigkeitssinn fand ich dann allerdings sehr gut dargestellt, was diesen kleinen Kritikpunkt in meinen Augen wieder ausgeglichen hat.

Der Handlungsbogen war auf jeden Fall sehr temporeich, was mir grundsätzlich gefallen hat. Die Ereignisse folgen zwar Schlag auf Schlag, sodass definitiv keine Langeweile aufkommen konnte, gleichzeitig gab es aber auch immer wieder kurze Rückblenden in Cavas Kindheit, um den Handlungsbogen ein bisschen zu entzerren. Lediglich zum Ende hin hatte ich den Eindruck, dass die finale Schlacht ein wenig arg hektisch verlief, während die Ereignisse danach wieder vergleichsweise ruhig erzählt wurden. Ganz zusammengepasst hat das für mich, im Vergleich zum Rest der Geschichte war dieser Punkt für mich allerdings auch eher nebensächlich.


Fazit
Fans des Food-Universe bekommen in diesem Band der Reihe eine temporeiche, gleichzeitig aber auch recht brutale Geschichte mit einer interessanten Protagonistin und einer wirklich ungewöhnlichen Familie präsentiert. Sympathisch sind dabei sicherlich nicht alle Figuren, wem diese Konstellation allerdings gefällt, der kann bei einer groß angelegten Verschwörung mit rätseln und einige spannende Lesestunden mit diesem Buch verbringen.

Dafür gibt es voll fünf Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.05.2024

Galliens niedlichste Helden sind wieder in Aktion

Idefix und die Unbeugsamen 05
0

Worum geht’s?
Nacht für Nacht verschwinden immer wieder Hunde von Lutetias Straßen und bleiben spurlos verschwunden. Das können Idefix und die Unbeugsamen natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und stürzen ...

Worum geht’s?
Nacht für Nacht verschwinden immer wieder Hunde von Lutetias Straßen und bleiben spurlos verschwunden. Das können Idefix und die Unbeugsamen natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und stürzen sich in ein Abenteuer, dass sie nicht nur dem Geheimnis um die verschwundenen Hunde, sondern auch einem ganz besonderen Druiden näher bringt.


Meine Meinung
Wer die Geschichten um Asterix und Obelix kennt, der darf sich in diesem Band der Reihe auf eine Begegnung mit Miraculix freuen – und natürlich auch wieder auf ein niedliches Abenteuer mit Idefix und seinen Freunden.

Die Parallelen zu den ursprünglichen Geschichten fand ich auch hier wieder sehr schön gestaltet, da man den Zusammenhang sofort erkennt, selbst wenn man nicht alle Geschichten um Asterix und Obelix gelesen oder die Filme gesehen hat. Durch die witzige Namensgebung gab es dabei auch immer wieder etwas zu lachen, was insbesondere bei den kleinen Leseratten wirklich gut ankam.

Der Erzählstrang an sich war dem Genre entsprechend recht einfach gehalten, und durch die vielen Bilder kam man insgesamt wirklich schnell durch die Geschichte. Langweilig oder oberflächlich fand ich das Buch aber auf keinen Fall, da man auch beim Vorlesen noch einiges entdecken konnte und sich ein bisschen in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlt.


Fazit
Großen und kleinen Fans der Abenteuer rund um Asterix, Obelix und Idefix kann ich diese Reihe nur absolut ans Herz legen. Die niedlichen Geschichten und ihre tierischen Helden machen beim Lesen wirklich Spaß, und durch den Wiedererkennungswert der Gestaltung kann man eigentlich gar nicht anders, als auch diese Reihe zu lieben.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 29.04.2024

Niedliche Tiere für kleine Entdecker

Sound- und Fühlbuch Süße Tiere (mit 6 Sound- und Fühlelementen)
0

Meine Meinung
Selbst Großstadtkinder sind definitiv leicht für Tiere zu begeistern (da war ich als Kind auch keine Ausnahme) – vor allem dann, wenn es nicht nur ein Bild, sondern auch noch Geräusche und ...

Meine Meinung
Selbst Großstadtkinder sind definitiv leicht für Tiere zu begeistern (da war ich als Kind auch keine Ausnahme) – vor allem dann, wenn es nicht nur ein Bild, sondern auch noch Geräusche und Fühlelemente zu entdecken gibt.

Selbst mir hat die Kombination aus Bildern und Fell zum Streicheln beim Vorlesen Spaß gemacht, auch wenn ich definitiv schon ganz deutlich über das Alter der Zielgruppe hinweg bin. Hundertprozentig getroffen fand ich zwar nicht alle Geräusche, bei bspw. einem Hamster wäre das aber auch wirklich beeindruckend gewesen, und gerade jüngeren Kindern fallen eher unnatürlich klingende Geräusche tatsächlich gar nicht so sehr auf.

Dass man die Soundeffekte auch ausschalten kann, fand ich besonders gut durchdacht, denn bereits bei leichten Berührungen der Fellfläche werden die Töne ausgelöst. Einerseits ist das Buch so wirklich intuitiv zu handhaben, auf Dauer gesehen bin ich für diesen Weitblick in der Konzeption des Buches aber definitiv dankbar.


Fazit
Die Idee und Umsetzung dieses Buches finde ich sehr gelungen, da es wirklich eine Menge zu entdecken gibt, was das Buch meiner Meinung nach über längere Zeit hinweg interessant macht. Auch die Tiergeräusche und die weichen Fellelemente machen auch beim Vorlesen Spaß, zumal die Funktion zum Ausschalten der Töne die Nerven schont, ohne dabei die Entdeckerfreude zu trüben.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel.