Hochspannung mit historischem Nachklang
Was wir nie verzeihenWorum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann ...
Worum geht’s?
Als der fast hundertjährige Albert Kangasharju bei einem Spaziergang vor seinem Altenheim angegriffen und fast ermordet wird, ist der Schock nicht nur bei seiner Familie groß. Niemand kann sich erklären, wer es auf so einen alten Mann abgesehen haben könnte, nicht mal er selbst. Als dann jedoch ein weiterer Senior angegriffen und grausam hingerichtet wird, werden in Kommissar Paloviita Zweifel laut – denn die beiden Männer standen definitiv in Verbindung zueinander.
Meine Meinung
Finnland gehört definitiv zu meinen liebsten Settings, ganz besonders wenn es um Krimis und richtig schön düstere Thriller geht.
Was mir beim Lesen tatsächlich zunächst gar nicht wirklich aufgefallen ist, war die Tatsache, dass das Buch eigentlich schon der dritte Teil einer Reihe ist. Lesen kann man es aber auch, wenn man die ersten beiden Teile noch nicht kennt, da es immer wieder kleine Rückbezüge auf die Ereignisse aus den Vorgängerbänden gab und die eigentliche Handlung dadurch nicht beeinträchtigt wurde.
Die Geschichte an sich hat sich wirklich flott lesen lassen, selbst die Zeitsprünge zwischen den Ereignissen im Zweiten Weltkrieg und der Gegenwart haben mein Lesetempo nicht negativ beeinflusst und da der Spannungsbogen bis zum Schluss hoch war, kam gleichzeitig auch keine Langeweile auf. Darüber hinaus war die Dichte der Ereignisse ziemlich hoch, was ich normalerweise als recht hektisch empfinde, hier aber tatsächlich sehr passend fand.
Obwohl ich die Ermittler noch nicht kannte, hatte ich nicht das Gefühl, den Ermittlungen nicht folgen zu können. Mitunter hatte ich sogar den Eindruck, dass die wiederkehrenden Figuren verhältnismäßig wenige Auftritt hatten und sich die Geschichte praktisch von selbst erzählt hat, was ich wirklich spannend zu verfolgen fand. Interessant gemacht fand ich außerdem, dass hier das Opfer des ersten Mordanschlags einen recht großen Teil der Handlung eingenommen hat. Dessen „Zeitzeugenberichte“ waren definitiv wichtige Stilmittel, die die Geschichte in meinen Augen ganz wesentlich beeinflusst haben.
Am meisten überrascht hat mich dann allerdings vermutlich die Tatsache, dass ich eine wichtige Figur völlig falsch eingeschätzt habe und mir nicht aufgefallen ist, dass sie als Erzähler unzuverlässig war. Normalerweise deutet in den meisten Geschichten irgendetwas darauf hin, hier habe ich es aber entweder übersehen oder vollkommen ignoriert, weshalb ich diese Wendung schlussendlich nicht habe kommen sehen.
Fazit
Dieser Thriller hat mich beim Lesen wirklich begeistert und die Spannung bis zum Schluss aufrecht erhalten. Ich war selbst ein wenig überrascht davon, wie gut mir die Sprünge zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gefallen haben, da insbesondere der Zweite Weltkrieg ein Thema mit deutlichem Nachklang ist, der im ersten Moment gar nicht so richtig zu einem Thriller zu passen scheint.
Von mir gibt es dafür alle fünf Bücherstapel.