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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2024

Interessant, aber kein Highlight

Der Vertraute
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Luzia Cotado ist ein Hausmädchen mit magischen Fähigkeiten, die ihr als kleine Helferlein die Arbeit erleichtern, die aber nicht unentdeckt bleiben, was letztlich dazu führt, dass der „gerissenste und ...

Luzia Cotado ist ein Hausmädchen mit magischen Fähigkeiten, die ihr als kleine Helferlein die Arbeit erleichtern, die aber nicht unentdeckt bleiben, was letztlich dazu führt, dass der „gerissenste und gefährlichste Mann Spaniens“, Antonio Pérez, der ehemalige Sekretär des Königs, auf Luzia aufmerksam wird. „Der König verlangt nach Wundern, und Pérez hat versprochen, ihm welche zu liefern“. Don Víctor nimmt sie unter seine Fittiche und stellt ihr seinen Vertrauten Santángel an die Seite, der sie trainieren soll und zwischen denen sich eine Romanze entwickelt. Schließlich nimmt sie an einem Turnier teil und tritt gegen drei Kontrahenten in Prüfungen an. Die Handlung spielt im 16. Jahrhundert in Spanien, aber abgesehen von wenigen historischen Details, fehlte es mir gänzlich an Worldbuilding und Erklärungen zum bestehendem Magiesystem. Das Tempo nimmt nur gemächlich zu und es gibt einige Längen, die die Handlung nicht weiterbringen. Das Potenzial wurde nicht ausgeschöpft, denn sowohl die Charaktere, als auch entscheidende Momente, sind oberflächlich, distanziert und zeigen keine emotionale Tiefe. Auch das das Setting wirkte austauschbar. Das Ende konnte mich leider gar nicht begeistern und ließ einige Fragen offen, obwohl es sich um einen abgeschlossenen Roman handelt. Es war leider kein Highlight für mich, trotz interessanter Ansätze.

Veröffentlicht am 12.07.2024

Durchwachsener Start einer Fantasyreihe

Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1)
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«Wächter der Magie. Aufbruch nach Artimé» ist der Auftakt einer Fantasyreihe von Lisa McMann. Es geht um den Kampf zweier Welten und Zwillingsbrüder, die auseinander gerissen wurden.

Man wird ohne Umschweife ...

«Wächter der Magie. Aufbruch nach Artimé» ist der Auftakt einer Fantasyreihe von Lisa McMann. Es geht um den Kampf zweier Welten und Zwillingsbrüder, die auseinander gerissen wurden.

Man wird ohne Umschweife in die Handlung katapultiert, um die Figuren erst allmählich besser kennenzulernen. Der Einstieg ist erschütternd, aber leider wenig spannend, wenn man den Klappentext bereits kennt. Hier baut sich allerdings eine erzählerische Distanz auf, die es mir schwer gemacht hat, mich in die Figuren und die Geschichte einzufühlen. Im Verlauf der Handlung gewöhnt man sich daran und das Ende hat mich ähnlich aufgewühlt, wie der Anfang. Jedoch fehlte es mir insgesamt an Detailreichtum und Handlungsdichte. Jedenfalls bleiben einige Fragen für mich ungeklärt, die möglicherweise in den Fortsetzungen aufgegriffen werden. Allerdings ist die Ideen sehr originell und fantasievoll umgesetzt, auch wenn einiges nicht schlüssig entwickelt und ausbaufähig ist. Da habe ich mich schwer getan, ähnlich wie die Figuren zum Anfang, aber ich glaube, Kindern könnte dieses simple Konzept und die originelle Idee und wichtige Botschaft trotzdem gefallen.

Veröffentlicht am 06.05.2024

Rachedurst und Raubzug

A Tempest of Tea
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„Warum die Welt retten, wenn man auch einfach Tee trinken kann.“

«A Tempest of Tea – Ein Hauch von Tee und Blut» ist der Auftakt einer düsteren Fantasy-Dilogie, und es geht um Rachedurst und einem Raubzug ...

„Warum die Welt retten, wenn man auch einfach Tee trinken kann.“

«A Tempest of Tea – Ein Hauch von Tee und Blut» ist der Auftakt einer düsteren Fantasy-Dilogie, und es geht um Rachedurst und einem Raubzug in einer korrupten Großstadt voller Menschen und Vampire. Erzählt wird die Geschichte aus drei Blickwinkeln der Diebe. Eine davon ist Arthie Casimir, der droht, ihr luxuriöses Teehaus „Spindrift“ zu verlieren. Sie stellt eine Crew zusammen, um mit dem Diebesgut ihr Teehaus zu retten.
Der erste Akt beginnt mysteriös und behandelt die Zusammenführung der Crew-Familie, sowie die Planung und Vorbereitung des Raubzugs, was die meisten Seiten des Buches in Anspruch nimmt. Hier kommt selten Spannung auf, vieles ist überflüssig und langatmig. Zumal die Zeit nicht genutzt wird, der Handlung mehr Struktur zu geben. Was die Protagonisten bewegt, bleibt undurchsichtig und geheimnisvoll. Besonders Archie verrät „niemals ein Geheimnis“, wie über die besondere Waffe „Calibore“ (ein cooles Detail). Auch die Motive der Diebe sind nicht ganz nachvollziehbar und so muss man sich einiges zusammenreimen. Ich wurde nicht so ganz warm mit der Handlung und den oberflächlichen Figuren, wobei mir einige Ideen gefallen haben. Auch die Romanzen wirkten unnatürlich konstruiert, was auch für manche Dialoge gilt. Das hinterließ alles einen faden Beigeschmack. Der zweite und dritte Akt sind deutlich temporeicher und halten noch überraschende Wendungen und einen abrupten Ende bereit. Hafsah Faizal überzeugt mit dem Schreibstil, einer düsteren Atmosphäre und einem vielversprechendem Worldbuilding, von dem ich mir noch mehr Details gewünscht hätte. Insgesamt wurde leider viel Potenzial für einen mitreißenden Auftakt, der Lust auf die Fortsetzung machen soll, verschenkt und es bleibt abzuwarten, ob sich der weitere Teil lohnt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2024

Krimi mit Schwächen

Der falsche Vogel
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Vorweg: Einem Vergleich mit Agatha Christies Miss Marple hält dieser Krimi nicht stand. Arthur Crockleford stirbt in seinem Antiquitätenladen und es deutet alles auf Mord hin. Doch er hat Botschaften hinterlassen, ...

Vorweg: Einem Vergleich mit Agatha Christies Miss Marple hält dieser Krimi nicht stand. Arthur Crockleford stirbt in seinem Antiquitätenladen und es deutet alles auf Mord hin. Doch er hat Botschaften hinterlassen, die für Freya Lockwood gedacht sind, obwohl sie sich schon viele Jahre nicht mehr gesehen haben. Versehen mit einer Warnung, dass sie zum nächsten Opfer werden könnte, wenn sie das Rätsel nicht löst. Gemeinsam mit Arthurs guter Freundin Carole, versucht Freya den Spuren zu folgen. Freya plagen einige Ängste und sie fühlt sich der Aufgabe nicht gewachsen. Ihre Entwicklung hat mir gefallen, die sie wieder zu ihren alten Stärken zurückführt, denn sie hat ein Händchen für die Antiquitätenjagd bewiesen und viel von ihrem Mentor gelernt. Das hat sie auch ihrer Tante Carole zu verdanken, die sie immer wieder antreibt, was allerdings auch etwas überzogen, wenig einfühlsam und oberflächlich dargestellt wird. Passend zum Cosy-Crime ist der Schreibstil flüssig und leicht. Leider wird das Miträtseln unnötig erschwert und einige Sachverhalte waren unglaubwürdig und stark konstruiert. Das man nebenbei noch einiges über Antiquitäten lernt, war ein netter Zusatz, aber der Krimi konnte mich ingesamt nicht überzeugen.

Veröffentlicht am 24.04.2024

Düstere Geschichte

Die Hexen von Cleftwater
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Inspiriert von wahren Ereignissen im Jahr 1645 erzählt «Die Hexen von Cleftwater» von Margaret Meyer über eine Stadt, die durch verheerende Anschuldigungen und Hexenjagd in Angst lebte.

Martha Hallybread ...

Inspiriert von wahren Ereignissen im Jahr 1645 erzählt «Die Hexen von Cleftwater» von Margaret Meyer über eine Stadt, die durch verheerende Anschuldigungen und Hexenjagd in Angst lebte.

Martha Hallybread ist eine Heilerin und Hebamme in dem fiktiven Inselort Cleftwater, die nur über Gebärdensprache kommuniziert. Sie ist alleinstehend, kinderlos und dient einem Ehepaar. Martha ist vom Glauben zerrissen, von Kindheitstraumata gebeutelt und muss mit ansehen, wie die Hexenverfolgung in Cleftwater Einzug hält. Ihre Sprachlosigkeit schützt sie. Ihr Leben ist geprägt von einer Verbindung mit der Natur und ihrer Vergangenheit. Hier rückt die zweiseitige Wachspuppe "Atzmann" ins Licht, vererbt von ihrer Mutter, die Hexerei praktiziert zu haben scheint. Es scheint unvermeidlich, dass auch Martha zum Ziel der Jagt wird.

Düster und scharf schreibt Margaret Meyer und zeichnet blumig bildhafte Realitäten der Grausamkeit. Das sollte man vorher wissen. Der Debütroman ist voller moralischer Komplexität und hat in Zeiten gefälschter Nachrichten eine nicht unbedeutende Relevanz. Martha ist der moralische Kompass dem Romans, bestrebt die Frauen zu retten, aber auch ihr eigenes Überleben zu sichern. Der „Atzmann" bringt hier eine spannende Komponente mit ein. Während mich die erste Hälfte noch fesselnd überzeugen konnte, schwächelte die Handlung im weiteren Verlauf. Geprägt von Wiederholungen verliert der Roman an Sogkraft und es fiel mir zunehmend schwer, Martha als nah und glaubwürdig wahrzunehmen.