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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2025

Man fühlt sich wieder, als wäre man 15

Das Leben fing im Sommer an
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Das Buch spielt im Jahr 2006, und wir begleiten den 15-jährigen Chris. Sein größter Traum ist es, Fußballprofi zu werden. Es ist ein Coming-of-Age-Roman, der Chris durch einen Sommer begleitet. Chris steht ...

Das Buch spielt im Jahr 2006, und wir begleiten den 15-jährigen Chris. Sein größter Traum ist es, Fußballprofi zu werden. Es ist ein Coming-of-Age-Roman, der Chris durch einen Sommer begleitet. Chris steht auf Debbie, und plötzlich beginnt auch sie, sich für ihn zu interessieren. Wir erleben mit, was er in diesen Monaten alles anstellt.

Zunächst einmal finde ich das Cover unfassbar schön. Ich mag es unheimlich gerne, und deshalb darf es sogar recht präsent in meinem Bücherregal stehen.
Ich muss gestehen, dass ich anfangs Zweifel hatte, ob Christoph Kramer wirklich ein Buch schreiben sollte – doch das Buch hat mich tatsächlich überzeugt. Die Geschichte fand ich wirklich interessant, gerade weil sie autobiografisch ist. Ich habe mich beim Lesen oft wieder wie 15 gefühlt. Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen. Eine Szene, die mir besonders im Kopf geblieben ist, spielt im Freibad: Chris beschreibt das Aufwachen nach einem kurzen Nap, und ich hatte beim Lesen das Gefühl, selbst in dieser Situation zu sein. Insgesamt ist der Schreibstil sehr bildhaft, was mir total gut gefallen hat.

Allerdings habe ich auch ein paar Kritikpunkte. Zum einen wird der Begriff Eskimokuss verwendet – warum kann man nicht einfach Nasenkuss sagen? Ich verstehe nicht, warum dieser diskriminierende Begriff einfach stehen gelassen wurde. Zudem gibt es eine Szene, in der Chris und ein Freund heimlich ihre Nachbarin fotografieren, während sie sich oberkörperfrei in ihrem Garten sonnt. Sie nutzen das Foto dann als Handyhintergrund. Diese Szene wird nicht weiter eingeordnet oder kritisch betrachtet – das finde ich äußerst problematisch. Klar, das Buch ist aus der Sicht eines 15-Jährigen geschrieben, aber trotzdem hätte man diese Situation reflektieren oder zumindest kommentieren können. Das ist leider nicht passiert, und genau diese Punkte haben mich, im Gegensatz zum Rest der Geschichte, lange beschäftigt.

Trotzdem ist es insgesamt eine tolle Geschichte, die eine wunderbare sommerliche Stimmung vermittelt.

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Veröffentlicht am 26.03.2025

Authentisch und humorvoll

No Hard Feelings
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Penny ist in ihren 20igern. Wenn sie sich mit ihren Freundinnen vergleicht schneidet sie allerdings schlecht ab. Die eine Freundin wird Partnerin in einer Kanzlei und die andere hat sich gerade frisch ...

Penny ist in ihren 20igern. Wenn sie sich mit ihren Freundinnen vergleicht schneidet sie allerdings schlecht ab. Die eine Freundin wird Partnerin in einer Kanzlei und die andere hat sich gerade frisch verlobt. Penny hingegen tritt in ihrem Job auf der Stelle, weil sie eine tyrannische Chefin hat und sie hat einen On-Off-Freund seit dem Studium.
Sie möchte etwas ändern: sie möchte eine aus ihrer On-Off-Beziehung mit Max eine „richtige“ Beziehung machen und ihrer Chefin zeigen, dass sie die Beförderung verdient hat.

Ich fand die Geschichte an vielen Stellen wirklich sehr toll, weil ich mich in einigen Situationen irgendwie wiederfinden konnte. Ich glaube dieses vergleichen mit anderen Leuten kennt jeder und das war im Buch wirklich stark dargestellt. Der Schreibstil war sehr angenehm und humorvoll, besonders gut gefallen haben mir die Stellen im Buch, in denen man als Leserin direkt angesprochen wurde. Auch ernste Stellen wurden immer mal wieder durch den humorvollen Schreibstil aufgelockert ohne das ganze ins lächerliche zu ziehen.

Am Anfang mochte ich Penny gerne, sie war sehr nachvollziehbar und ich fand gerade ihre Emotionen sehr authentisch. Im Laufe des Buches gab es allerdings Momente, in denen ich sie gerne geschüttelt hätte, ich konnte ihr Verhalten teilweise gar nicht nachvollziehen und hätte ihr am liebsten zugeschrien, dass die Entscheidung keine gute ist.

Ein Kritikpunkt allerdings ist für mich der Umgang mit Alkohol im Buch. Penny und ihre Freund
innen trinken oft nach der Arbeit, wenn es mal nicht so läuft, auf Partys. Der Konsum wird total normalisiert und null hinterfragt, das finde ich bei Büchern immer sehr kritisch.

Das Ende war irgendwie für den ganzen Struggle der in dem Buch beschrieben wurde, durch die ganzen Hochs und Tiefs durch die Penny musste dann irgendwie zu glatt, da hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht.

Insgesamt würde ich das Buch empfehlen, weil es zeigt, dass es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu suchen und nicht immer zu wissen wo man hinwill.

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Veröffentlicht am 12.05.2024

Aufweckend und wichtig

Heult leise, Habibis
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Sineb El Masrar schreibt in ihrem Sachbuch „Heult leise, Habibis - wie Ignoranz und Dauerempörung unsere Gesellschaft spalten“ über die Ruhigen, zu Leisen in unserer Gesellschaft. Sie schreibt über die ...

Sineb El Masrar schreibt in ihrem Sachbuch „Heult leise, Habibis - wie Ignoranz und Dauerempörung unsere Gesellschaft spalten“ über die Ruhigen, zu Leisen in unserer Gesellschaft. Sie schreibt über die „vernünftigen Stillen“ die in einer Welt der „unvernünftigen Lauten“ zu selten das Wort ergreifen, bzw. überhaupt nicht zu Wort kommen.

Die erste Hälfte des Buches hat mir wahnsinnig gut gefallen. Die Autorin analysiert diesen Zustand aus einer sozialpsychologischen Sicht. Sie ergänzt ihre Analysen mit greifbaren Beispielen und regt das ein oder andere Mal sehr zum nachdenken an.

Im zweiten Teil wurde das Buch dann irgendwie unreflektierter und es wurden sehr pauschale Aussagen getroffen, was ich sehr schade fand. Der erste Teil war nämlich absolut nicht pauschalisierend und sehr differenziert, daher fand ich die zweite Hälfte leider nicht mehr so ganz gut, obwohl die Inhalte trotzdem weiter interessant blieben.

Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen, das Thema fand ich sehr spannend, ich hätte mir aber die Differenziertheit vom Anfang für das ganze Buch gewünscht.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Nicht ganz überzeugend

Intermezzo
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Intermezzo von Sally Rooney handelt von zwei Brüdern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber versuchen sich nach dem Tod ihres Vaters wieder näher zu kommen.
Peter ist der ältere Bruder, er ist ...

Intermezzo von Sally Rooney handelt von zwei Brüdern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber versuchen sich nach dem Tod ihres Vaters wieder näher zu kommen.
Peter ist der ältere Bruder, er ist ein erfolgreicher Anwalt und in einer Beziehung mit einer 12 Jahre jüngeren Frau.
Ivan ist 12 Jahre jünger als sein Bruder, Schachgenie und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser.
Die beiden werden nun begleitet durch ihre Trauer und den Versuch des Annäherns der beiden Brüder.

Ich fand die Geschichte wirklich toll, sie lebt nicht von dem Plot sondern eher von dem Zwischenmenschlichen. Das bringt Rooney wirklich toll mit dem Schreibstil rüber. Die Kapitel sind immer abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Brüder. Dabei werden verschiedene Erzählstile verwendet. Die Kapitel von Ivan fand ich sehr angenehm zu lesen, während ich mich bei den Kapiteln von Peter echt etwas durchkämpfen musste. Allerdings zeigt der Erzählstil der bei Peter verwendet wird, die innerliche Zerissenheit mit der Peter kämpft deutlich.
Schwierig finde ich auch die Beziehung zwischen Peter und Naomi, bei einem Altersunterschied schwingt für mich bei der Konstellation wo der Mann älter ist immer so ein verschobenes Machtverhältnis mit und hier wird es auch deutlich, weil Naomi regelrecht abhängig von Peter ist, nachdem sie aus dem Haus in dem sie vorher wohnte rausgeschmissen wurde, hat sie keine andere Möglichkeit als bei Peter einzuziehen. Und auch bekommt sie immer wieder Geld von ihm. Das finde ich irgendwie sehr kritisch und mochte es in dem Buch nicht.

Das Buch sieht aber richtig schön aus, ich bin ein riesen Fan des Covers und der Farbschnitt passt sehr gut dazu.

Insgesamt fand ich das Buch unterhaltsam, aber würde es nicht unbedingt jedem weiterempfehlen. Sally Rooney Fans kommen hier allerdings auf ihre Kosten.

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Veröffentlicht am 03.09.2024

Enttäuschendes Ende der Reihe

Four Secrets to Share (Breaking Waves 4)
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Im letzten Band der „Breaking Waves“ Reihe „Four secrets to Share“ von Kristina Moninger lernen wir Lee und ihre Geschichte kennen.
Sie lebt auf Hawaii und wollte Profisurferin werden, diesen Traum musste ...

Im letzten Band der „Breaking Waves“ Reihe „Four secrets to Share“ von Kristina Moninger lernen wir Lee und ihre Geschichte kennen.
Sie lebt auf Hawaii und wollte Profisurferin werden, diesen Traum musste sie allerdings nach einem Unfall begraben, weil ihr seitdem ein Arm fehlt.

Ich hatte die Hoffnung, dass mit dem letzten Teil der Reihe sich das Puzzle rund um das Verschwinden von Josie zusammensetzt. Da wurde ich auch nicht enttäuscht, alle offenen Fragen und Sachen rund um Josies Verschwinden werden hier erzählt und es setzt sich ein Gesamtbild zusammen.

Insgesamt muss ich allerdings sagen, dass ich von der Auflösung enttäuscht bin, ich hatte etwas viel spannenderes erwartet.
Es hätte so viel Potenzial gegeben, aber irgendwie wurde es nicht genutzt.

Der Schreibstil war auch hier wieder sehr angenehm zu lesen und die Gestaltung der Reihe ist wirklich ein Traum.
Insgesamt war es eine nette Reihe, der ein oder andere Band hat mir deutlich besser gefallen als der andere, aber das Ende hat mich echt enttäuscht.

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