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Veröffentlicht am 31.08.2024

Für mich leider zu viel Politik und zu wenig Abenteuer

Freya und das Vermächtnis der Strandpiraten
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Freya wohnt bei ihrer Oma, die eine Pension direkt an der Strandpromenade betreibt. Leider ist das Städtchen etwas veraltet, da es sich die Pflege der Gebäude nicht mehr leisten kann. Eines Tages taucht ...

Freya wohnt bei ihrer Oma, die eine Pension direkt an der Strandpromenade betreibt. Leider ist das Städtchen etwas veraltet, da es sich die Pflege der Gebäude nicht mehr leisten kann. Eines Tages taucht Geschäftsfrau Ms Oleander auf und will die Promenade kaufen, um dort modernere Gebäude zu errichten und die alten abzureißen. Der Bürgermeister scheint keine Wahl zu haben, doch die Kinder stemmen sich mit Petitionen und Protesten gegen den Vertragsabschluss.

Als Freya den Jungen Teddy kennenlernt, erfährt sie, dass es wahrscheinlich einen alten Schatz in den Höhlen am Strand gibt, der die Stadt retten könnte. Freya muss ihre zahlreichen Ängste überwinden, um den Schatz zu finden und sich wieder mit ihrer Freundin Lin zu vertragen. Aber die Zeit läuft, denn in wenigen Tagen gehören die Promenade und der darunter liegende Schatz Ms Oleander.

Leider brauchte die Geschichte für meinen Geschmack viel zu lange, um in Fahrt zu kommen. Die erste Hälfte des Buches dreht sich nur um die geplante Modernisierung. Die Kinder müssen Unterschriften sammeln und sich was einfallen lassen, sonst tut das in diesem Dorf offensichtlich keiner. Die Schule erwartet von ihnen Vorschläge, anstatt sich selbst zu einzubringen oder Eltern zu mobilisieren. Die Autorin legt viel Wert darauf, dass die Kinder in dieser Geschichte sich engagieren sollen. Nicht nur gegen die Modernisierung, sondern auch in umweltpolitischen und gesellschaftlichen Themen. Mir war das zu viel gewollt und zu konstruiert. Es kann aber gut sein, dass gerade über diese Themen viele gerne lesen, die vielleicht auch selber aktiv sind.

So richtig anfreunden konnte ich mich auch mit den Figuren bis zum Schluss nicht. Freya hat mindestens drei verschiedene Ängste, kann aber schließlich alle problemlos meistern, weil sie es will. Sie kam mir manchmal wie acht und dann wieder wie sechzehn Jahre alt vor und das hat mich verwirrt.
Auch Ms Oleander kommt nicht so böse oder unheimlich rüber, wie sie geschildert wird. Sie telefoniert häufig mit jemandem, der für immer unbekannt bleibt, und wird immer wieder als Insekt bezeichnet. Das reichte mir nicht, um sie als bedrohlich zu empfinden.
Ich konnte auch keine innere Bindung zum Schicksal der Pension oder der Promenade entwickeln. Es wurde zwar immer behauptet, dass die alten Gebäude mehr Charme hätten, aber was die Kinder an Erinnerungen oder Lebensqualität durch die Modernisierung verlieren würden, kam für mich nicht genug rüber.

Mir fehlte lange Zeit die Abenteuergeschichte, die ich eigentlich dem Titel nach erwartet hatte. Die begann dann in der zweiten Hälfte des Buches aber doch noch, und das war dann richtig gut. Die Suche nach dem Schatz hat mir Spaß gemacht, hier waren die Kinder auch in ihrem Element und wirkten nicht so deplatziert. Dieser Teil der Geschichte war spannend und unterhaltsam, nur leider zu kurz.

Das Buch hatte einfach einen anderen Schwerpunkt, als ich mir vorgestellt hatte. Deshalb war es nicht so ganz meins, aber ich kann mir vorstellen, dass die Geschichte anderen besser gefällt als mir.

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Veröffentlicht am 19.05.2024

Leider keine spannende Gespenstergeschichte

In unserer Schule spukt's: Das Geheimnis der Villa Einsiedel
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Da ein Tornado das Schulgebäude zerstört hat, müssen alle Schüler und Lehrer in die alte Villa Einsiedel umziehen. Der Besitzerin ist das eigentlich gar nicht recht, aber da sie im Heim sitzt ...

Da ein Tornado das Schulgebäude zerstört hat, müssen alle Schüler und Lehrer in die alte Villa Einsiedel umziehen. Der Besitzerin ist das eigentlich gar nicht recht, aber da sie im Heim sitzt und das Gebäude leer steht, ist es die einzige Möglichkeit, den Schulbetrieb wieder aufzunehmen. Doch der Einzug läuft nicht so glatt, wie gehofft: Plötzlich ertönt Klaviermusik aus einem leeren Zimmer, Schilder werden vertauscht, Standuhren verrückt und Türen sind verschlossen. Einige Schüler beginnen zu ermitteln, wer hinter den Streichen stecken könnte.

Die Geschichte ist humorvoll geschrieben und beginnt spannend. Leider nimmt diese Spannung im Laufe der Geschichte immer mehr ab, da man die ganze Zeit darauf wartet, dass die Gespenster erscheinen (was aber erst auf den letzten Seiten des Buches passiert). Außer ein wenig geheimnisvollem Lachen oder Bilder, die sich nicht von der Wand nehmen lassen, passiert nicht viel aufregender Spuk. Es gibt auch keine Überraschungen, alles ist recht vorhersehbar. Ich mag Geschichten in alten, geheimnisvollen Gebäuden eigentlich sehr gern, aber die Villa Einsiedel hat keine gruseligen Keller oder Geheimgänge, etc. zu bieten. Nur ein verschlossenes Turmzimmer, aber da darf niemand rein.

Toll fand ich dagegen die Charaktere, die witzig und liebevoll gestaltet sind: Der strenge Hausmeister, vor dem man sich immer in Acht nehmen muss, die nette Lehrerin mit dem schönen Spitznamen "Frau Marzipan" und die alte Frau Einsiedel, die trotz ihrer Gedächtnisschwierigkeiten geheimnisvolle Andeutungen macht, haben mir besonders gefallen. Die Figuren tragen die Geschichte, so dass ich sie trotz der eher langsamen Handlung gerne gelesen habe. Vor allem der kleine Ravi hat mir mit seinen frechen Bemerkungen immer wieder ein Schmunzeln entlockt.

Insgesamt ist das Buch eine nette, kurzweilige Geschichte, aber ich hatte doch etwas mehr erwartet. Am besten sage ich es mit Ravis eigenen Worten: "Hab ich mir irgendwie spannender vorgestellt."

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Veröffentlicht am 18.05.2024

Seichte Geschichte ohne viele Höhen und Tiefen

Die kleine Gärtnerei in den Highlands
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Dieser Feel-Good-Roman von Rachael Lucas ist der zweite Teil der Reihe "Das Erbe von Applemore". Ich kannte bisher weder die Reihe noch die Autorin und bin auch nicht im Genre zuhause. Aber ich ...

Dieser Feel-Good-Roman von Rachael Lucas ist der zweite Teil der Reihe "Das Erbe von Applemore". Ich kannte bisher weder die Reihe noch die Autorin und bin auch nicht im Genre zuhause. Aber ich hatte mal Lust auf eine entspannte Geschichte, von der ich mich einfach berieseln lassen kann und genau das habe ich auch bekommen. Man kann das Buch gut lesen, auch ohne den ersten Teil zu kennen.

Ich mochte das Setting in der Gärtnerei, in der Beth ihren Lebenstraum verwirklicht und auch das Thema mit dem Jugendcamp von Jack nebenan. Für den Frühling eine passende Geschichte.

Die beiden Charaktere kommen sympathisch rüber, wobei Beth zu Beginn etwas unentspannt dem neuen Nachbarn gegenübertritt. Aber Jack ist so ein richtiger Gut-Mensch und tut alles dafür, dass Beth sich beruhigt. Er ist nicht nur hilfsbereit und kümmert sich um Jugendliche, sondern sieht auch noch super aus. Natürlich ist von Anfang an klar, dass Beth ihn bald auch ganz toll findet. Aber Jack hat ein Geheimnis...

Die Figuren und die Handlung sind nett, aber reißen mich auch nicht vom Hocker. Die Spannungskurve des Romans ist recht flach, womit ich bei einem Wohlfühlroman aber gerechnet habe. Es gibt keine überraschenden Wendungen. Ich habe mich aber trotzdem nicht gelangweilt, da der Schreibstil sich sehr unterhaltsam lesen lässt. Trotzdem hätte ich gerne mehr mit den Protagonisten mitgefühlt, aber so richtig gelang mir das nicht. Die Gefühle (auch die romantischen) blieben mir zu sehr an der Oberfläche und es fehlte die tiefe Emotion. Da hatte ich etwas mehr erwartet.

Es ist ein gutes Zwischendurch-Buch, z.B. für eine entspannende Urlaubslektüre am Pool.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Klimathriller mit zu wenig Spannung

White Zero
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White Zero verspricht als Klimathriller eine Geschichte voller Spannung in einer von Klimaextremen geprägten Welt. Leider konnte das Buch meine Erwartungen in puncto Spannung nicht erfüllen. ...

White Zero verspricht als Klimathriller eine Geschichte voller Spannung in einer von Klimaextremen geprägten Welt. Leider konnte das Buch meine Erwartungen in puncto Spannung nicht erfüllen. Die wiederholt betonte Kälte und die extremen Wetterbedingungen, die im Titel suggeriert werden, nehmen nur einen begrenzten Raum in der Handlung ein.

Die Erzählung fokussiert sich eher auf zwischenmenschliche Beziehungen als auf die Herausforderungen, die die extreme Kälte mit sich bringt. Obwohl das Wetter als Hintergrundkulisse präsent ist, fehlt es an packenden Momenten, die einen typischen Thriller auszeichnen. Die Handlung plätschert vor sich hin, und die klimatischen Elemente dienen nicht dazu, die Spannung zu steigern.

Für einen Klimathriller hätte ich mir mehr Nervenkitzel und Adrenalin erwartet, während die Protagonisten mit den Widrigkeiten ihrer Umwelt kämpfen. Stattdessen überwiegt eine eher ruhige Erzählweise, in der die Beziehungen zwischen den Charakteren im Vordergrund stehen.
Charaktere gibt es auf jeden Fall genug im Buch, und besonders zu Beginn hat mich der ständige Wechsel zu neuen Protagonisten und ihre langsame Einführung gestört. Das hat die Handlung stark verlangsamt.

Insgesamt fehlt White Zero die Spannung, die ich von einem Klimathriller erwartet hätte. Wer nach einem actiongeladenen Abenteuer in einer extremen Umgebung sucht, dem kann ich dieses Buch nicht sehr empfehlen. Wer gerne charakterorientierte Geschichten liest, der wird vermutlich eher mit dem Buch zufrieden sein.

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Veröffentlicht am 20.01.2024

Für einen gemütlichen Winterabend ganz nett

Die Eisfischerin vom Helgasjön
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Das Buch erzählt eine nette Geschichte über Rieke, die Urlaub in Schweden macht und allerhand über sich selbst herausfindet. Sie hat Probleme in der Beziehung zu ihrem Freund und auch mit anderen ...

Das Buch erzählt eine nette Geschichte über Rieke, die Urlaub in Schweden macht und allerhand über sich selbst herausfindet. Sie hat Probleme in der Beziehung zu ihrem Freund und auch mit anderen Männern kein Glück. Schließlich wird sogar familiär einiges auf den Kopf gestellt.

Rieke macht wirklich einiges mit, lernt sich dadurch aber auch selbst immer besser kennen. Ich mochte sie und habe gehofft, dass sie irgendwann doch noch glücklich wird. Ihre Geschichte war interessant zu lesen, hat mich aber nicht total vom Hocker gehauen. Es plätschert mehr so gemütlich vor sich hin. Mir gefielen die Landschaftsbeschreibungen, doch auch hier hatte ich mir aufgrund des Titels etwas mehr versprochen. Mit Eisfischen hat die Geschichte letztlich nicht viel zu tun, allerhöchstens im übertragenen Sinne.

Für die Winter- bzw. Weihnachtszeit ist das Buch gut geeignet. Es lässt sich schnell durchlesen und ist unterhaltsam. Trotz des interessanten Settings hat die Geschichte bei mir aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein typisches Winterbuch eben, dass sich um Romantik und Neuanfang dreht. Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.

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