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Veröffentlicht am 24.10.2017

Unter dem Mitternachtsmond

Unter dem Mitternachtsmond
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Schon das winterliche Cover mit dem runden Vollmond unter dem schwarzen Himmel zieht den Blick des Betrachters sofort auf sich. Auch der Inhalt dieses vorweihnachtlichen, christlichen Romans ist sehr beeindruckend. ...

Schon das winterliche Cover mit dem runden Vollmond unter dem schwarzen Himmel zieht den Blick des Betrachters sofort auf sich. Auch der Inhalt dieses vorweihnachtlichen, christlichen Romans ist sehr beeindruckend. Patrick hat seine Frau durch einen Unfall verloren. Seither lebt er mit seinem 7jährigen Sohn allein, den er vor lauter Angst überbehütet. Als ihm eine Wohnung in einem alten Gutshof, der abgelegen im Schwarzwald liegt, angeboten wird, zieht er ohne viel nachzudenken dort hin. Der Vermieter ist ein älterer Herr, der den gegenüberliegenden Trakt an Debora, einer unkonventionellen Künstlerin vermietet hat. Sie trägt Dreadlocks und Stahlkappenschuhe. Sie ist das genaue Gegenteil von Patrick. Dieser ist sehr genau, alles muß seine Ordnung haben, ein fast perfekter Mensch. Natürlich bleibt es da nicht aus, dass da die beiden Naturelle aufeinandertreffen und der Streit dabei nicht ausbleibt, jedoch versucht der Vermieter immer wieder zu schlichten. Der kleine Leo liebt diese Frau und er  sieht in ihr eine Ersatzmutter. Aber Patrick hat sie schon öfters beobachtet, wie sie um Mitternacht im Garten umherschleicht. Am liebste möchte er seinem Sohn den Kontakt mit dieser Person verbieten. Aber auch Debora hat tieferliegende Probleme, was man ihr auf den ersten Blick aber nicht ansieht. Ein Roman, der tief ins Herz geht und der zeigt, was man mit Güte und Liebe im Leben alles erreichen kann. Obwohl es ein christlicher Roman ist, wird hier nicht mit erhobenen Zeigefinger der Leser bekehrt. Die Autorin Elisabeth Büchle schreibt interessant, einfühlsam und gibt der ganzen Geschichte noch eine gewisse Spannung. Ich war direkt enttäuscht, als nach 200 Seiten das Buch schon zu Ende war. Aber am Ende erwaret uns noch eine Überraschung: Das Rezept für den Apfel-Zimt-Punsch, eine Spezialität von Debora. Denn schon beim Lesen ist mir immer das Wasser im Munde zusammengelaufen

Veröffentlicht am 24.10.2017

Das kleine Inselhotel

Das kleine Inselhotel
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Ein Buch, das Urlaubsträume wahr werden läßt. Janni, eine bekannte Sängerin und Moderatorin wird von ihrem Sender gefeuert, da sie angeblich Schleichwerbung gemacht haben soll. Aus Frust zieht sie sich ...

Ein Buch, das Urlaubsträume wahr werden läßt. Janni, eine bekannte Sängerin und Moderatorin wird von ihrem Sender gefeuert, da sie angeblich Schleichwerbung gemacht haben soll. Aus Frust zieht sie sich auf eine kleine Nordseeinsel zurück und kauft sich dort ein kleines, heruntergekommenes Hotel. Dort auf der Insel, kennt sie kein Mensch (sie hat sich ihre falschen Locken entledigt) . Sie möchte in Ruhe über die Zukunft nachdenken. Aber ehe sie sich versieht, hat sie schon den ersten Feriengast, der es ihr überhaupt nicht leicht macht. Aber nach und nach hat sie mehr Spaß an der Sache, sie bekommt Kontakt mit der Inselbevölkerung und dann kommt auch noch ihr (Schein)Verlobter an und beteiligt sich an dem Hotel. Doch das ist nicht alles so einfach wie es aussieht. Ihr ehemaliger Chef und Geliebter will auf der Insel eine Sendung machen und dabei kommt es nicht zu unerheblichen Verwirrungen. Ein heiteres Buch, gut zu lesen, das zeigt, dass man aus jeder Krise mit ein bißchen gutem Willen wieder herauskommen kann.  Sandra Lüpkes hat noch zwei weitere Inselromane, praktisch eine Fortsetzung, geschrieben, die bestimmt auch lesenswert sind. Ich kann für diese unterhaltsame Lektüre nur alle Punkte geben.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Aargau-Fieber

Aargau-Fieber
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Das Cover dieses Buches hat es mir besonders angetan. Zuerst wußte ich damit nichts anzufangen. Aber dann später beim Lesen kommt man drauf, warum es so ist, wie es ist. Andrina wird wieder in einen Kriminalfall ...

Das Cover dieses Buches hat es mir besonders angetan. Zuerst wußte ich damit nichts anzufangen. Aber dann später beim Lesen kommt man drauf, warum es so ist, wie es ist. Andrina wird wieder in einen Kriminalfall verwickelt, ohne viel dazugetan zu haben. Ihren Job macht sie nicht gerade mit  großer Lust, als plötzlich ein ominöser Bruder ihres Mannes auftaucht. Er behauptet, er und Marco hätten den gleichen Vater. Marco hat Andrina endlich einen Heiratsantrag gemach. Doch dann wird Andrinas Schwester plötzlich von einer unbekannten Krankheit getroffen, sie schwebt in Lebensgefahr. Dann gerät die Pharmafirma Enricos in die Schlagzeilen und Enrico wird wegen Mordes gesucht. Andrina flieht mit ihm und beide werden verfolgt und nach deren Leben wird getrachtet. Eine Verfolgung wie bei James Bond echt. Marcos Mutter hat Andrina mit Enrico zusammen gesehen und falsche Schlüsse gezogen. Deswegen schaltet auch Marco auf stur und will von der Hochzeit nichts mehr wissen. Andrina steckt mitten im Schlamassel. Kommt sie da heil wieder heraus?????? Ina Haller hat auch mit diesem Band ihrer Aargau-Krimis wieder ins Schwarze getroffen. Dieser Teil steht in seinen Vorgängerbänden in nichts nach. Spannung pur.

Veröffentlicht am 23.10.2017

Preiselbeertage

Preiselbeertage
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Ein sehr schönes Buch, das wirklich zu Herzen geht. Ariane und ihre Schwester Jolante wachsen in Schweden auf. Die Eltern der Beiden sind als junge Leute aus der DDR geflüchtet und haben sich in Schweden ...

Ein sehr schönes Buch, das wirklich zu Herzen geht. Ariane und ihre Schwester Jolante wachsen in Schweden auf. Die Eltern der Beiden sind als junge Leute aus der DDR geflüchtet und haben sich in Schweden niedergelassen. Sofort nach dem Abitur geht Ariane zum Studieren nach Deutschland. Nach dem Studium findet sie dann auch in Dresden eine Anstellung in einem Lokalsender. Auch die Großeltern mütterlicherseits wohnen noch immer in Dresden. Als Arianes Vater Jörg plötzlich sehr jung an einem Herzinfarkt stirbt, fährt Ariane zur Beerdigung nach Söderby. Da ihre Beziehung in Dresden gerade in die Brüche gegangen ist, entschließt sie sich spontan in Schweden zu bleiben. Sie zieht in das Sommerhaus am See, in dem ich Vater schriftstellerisch gearbeitet hat. Laut dem Testament hat er seinen Töchtern ein Manuskript vererbt. Trotz intensiver Suche ist das Manuskript nicht aufzufinden und die Mutter Ina bestreitet ganz vehement die Existenz eines solchen Schriftstückes. Doc Ariane gibt nicht auf und beginnt zu forschen. Dabei erfährt sie ungelüftete Familiengeheimnisse, erfährt vieles über ihre Mutter und den Vater und begreift endlich, warum die Mutter des öfteren so unnahbar war. Zwischen den schwedischen Kapiteln sind immer wieder Kapitel aus der Vergangenheit und aus Deutschland eingefügt, die im Jahre 1986 beginnen. So erfährt der Leser einiges über das damalige Regime in der DDR, lernt die Verhältnisse dieses Staates näher kennen. Man erkennt, wie sich der Staat in die Familien eingemischt hat und wieviel Leid dadurch entstanden ist. Die Autorin schreibt derart gefühlvoll und realistisch. Man meint selbst, sich in der Natur und in den Wäldern Schwedens zu befinden. Ein Buch, das das Gemüt beeinflußt und uns ein Stück der deutschen Geschichte näherbringt. Ich kann dieses fabelhafte Buch nur weiterempfehlen

Veröffentlicht am 05.09.2017

Die Geschichte der getrennten Wege

Die Geschichte der getrennten Wege
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Auch der dritte Teil der Geschichte der Ferrante ist wieder phänomenal. Lila und Elena sind jetzt Mitte 20 bis Anfang 30. Es sind die 70iger Jahre. Politischer Umbruch, Studentenbewegungen. Lila hat sich ...

Auch der dritte Teil der Geschichte der Ferrante ist wieder phänomenal. Lila und Elena sind jetzt Mitte 20 bis Anfang 30. Es sind die 70iger Jahre. Politischer Umbruch, Studentenbewegungen. Lila hat sich von ihrem Mann getrennt, ist mit ihrem Sohn in eine eigene Wohnung gezogen, die sie sich mit Enzo teilt. Sie arbeitet hart in einer Wurstfabrik, läßt sich aber nichts gefallen. Am Abend lernt sie mit Enzo für ein Fernstudium. Sie ist Mitglied in der Gewerkschaft. Elena hat studiert, ein Buch herausgebracht und schreibt für Zeitungen. Sie heiratet einen Uniprofessor, zieht nach Florenz, bekommt zwei Kinder und ist nur Hausfrau. Doch mit diesem Leben ist sie nicht zufrieden. Sie ist unglücklich, die Ehe kriselt. Dann trifft sie ihre Jugendliebe Nini wieder. Lila und Enzo sind inzwischen in der Computerbranche eingestiegen. Sie arbeitet nun für ihren Schwager und verdient gutes Geld. Die beiden Freundinnen sehen sich nur selten, telefonieren ab und zu und haben sich auseinanderentwickelt. Auch dieser Band war wieder total interessant. Man fühlt sich direkt in den Straßen des Rione. Hier herrscht noch immer die Armut und die jungen hübschen Frauen werden nach ein paar Kindern schnell alt und verbraucht und resignieren. Ich bin schon auf den letzten Band dieser Reihe total gespannt. Ferrante hat hier ein Lebensbild der einfachen Leute aus Neapel gezeichnet, wie es eindrucksvoller überhaupt nicht sein kann.
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