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Veröffentlicht am 06.03.2023

Eine schöne Verbindung zwischen Menschen

Morgen, morgen und wieder morgen
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„Morgen, morgen und wieder morgen“
von Gabrielle Zevin

Sam und Sadie lernen sich im Kindesalter kennen. Seitdem sind sie irgendwie fest miteinander verbunden. Ihre gemeinsame Liebe zu Videospielen führt ...

„Morgen, morgen und wieder morgen“
von Gabrielle Zevin

Sam und Sadie lernen sich im Kindesalter kennen. Seitdem sind sie irgendwie fest miteinander verbunden. Ihre gemeinsame Liebe zu Videospielen führt sie im Leben dazu, zusammen erfolgreiche Spiele zu kreieren, aber auch Niederlagen, Verluste, Einsamkeit zu erleben. Diese wunderschöne Geschichte lässt uns sie begleiten und das Auf und Ab ihres Lebens miterleben. Sie zeigt in genialer Weise wie tief die Verbindung zwischen zwei Menschen sein kann.

Ich habe dieses Buch wirklich genossen. Der Leser entdeckt sofort wie talentiert die Autorin ist, schon bei der weisen Wortwahl in der ersten Beschreibung der Hauptcharaktere. Es hat mir besonders gefallen, dass es keine stereotypische Charaktere dargestellt werden: Sie sind einzigartig und so menschlich, dass man sehr einfach in denen hineinschlüpfen und verständnisvoll allen ihren Handlungen folgen kann.

Der Schreibstil und Rhythmus der Erzählung passen sehr gut, so dass der Leser weder lange Weile hat noch übersättigt von Ereignisse wird.

Man kann außerdem zwischen den Zeilen lesen, dass Zevin sich mit den Themen, worüber sie schreibt, sehr gut auskennt. Tatsächlich entnimmt man ihrer Biografie, dass sie die Ortschaften persönlich kennt und sie selber eine leidenschaftliche Gamerin ist.

In einigen Stellen kommuniziert die Autorin mehr, als sie schreibt. Das heißt, ihre Charaktere erleben ungerechten Situationen, weil sie eine ausländische Herkunft haben, eine bestimmte sexuelle Orientierung, eine Behinderung, oder eben weil sie Frauen sind. Diese Situationen explizit zu erwähnen, ohne dass die Erzählung ihre Magie verliert, ist meiner Meinung nach eine Begabung. Dieses Buch hat ehrlich meine Bewunderung verdient.

Fazit: Lesegenuss garantiert, besonders für Videospiel-Fans, aber nicht nur. Eine Geschichte, die inspiriert und den Leser zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 27.02.2023

Pfiffiges Mascha

Mascha das Betrügerhuhn - Der verrückte Eierklau
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“Mascha das Betrügerhuhn”
von Julia Bierkandt (Autorin und Illustratorin)

Dieses wunderschöne Buch erzählt das Abenteuer von Mascha, ein Huhn, das in einem kleinen Hof wohnt und seine Eier vor den Händen ...

“Mascha das Betrügerhuhn”
von Julia Bierkandt (Autorin und Illustratorin)

Dieses wunderschöne Buch erzählt das Abenteuer von Mascha, ein Huhn, das in einem kleinen Hof wohnt und seine Eier vor den Händen der Bäuerin schützen will. Dafür denkt es sich ein Plan, der sehr gut von seinen beliebten Krimibüchern inspiriert werden könnte…

Mein allererster Eindruck über das Buch war, dass es so schön groß ist. Man kann die ganzen Details der Illustrationen sehr gut wahrnehmen, die Schrift ist auch gut lesbar und hat manchmal eine besondere Typografie für Wortspiele oder lustige Sprüche, was noch ein Plus ist. Auch das Papier ist schön dick und haltbar, was bei Kindern sehr wichtig ist. Schon beim Durchblättern sieht man alle möglichen Farben und Formen, und die Bilder sehen absolut niedlich aus: ein echter Hingucker für die Kleinsten.

Diejenigen, die denken könnten, dass es sich um ein weiteres Bauernhof-Buch handelt, irren sich. Dieses Buch wird Großen und Kleinen gleichzeitig gefallen, da die zuckersüße und liebevoll gepflegten Illustrationen lustige Akzente verstecken, die hier und da die Geschichte bereichern. Der frische und witzige Schreibstil animiert den Vorleser dazu, unterschiedliche Stimmen und Töne zu machen oder einige Stellen singend vorlesen. Das Ergebnis: glänzende Kinderaugen, die keine Details der Geschichte und der Illustrationen verpassen wollen, und jeden Abend dieses Buch als Gute-Nacht-Lektüre wählen.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.03.2021

Für mich ein Meisterwerk

Der Verdacht
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Die talentierte Kanadierin Ashley Audrain strahlt mit ihrem ersten Roman „Der Verdacht“.

Schon das elegant gestaltete Cover verspricht Intensität und kontrastiert die Zartheit der Blumen mit dem roten ...

Die talentierte Kanadierin Ashley Audrain strahlt mit ihrem ersten Roman „Der Verdacht“.

Schon das elegant gestaltete Cover verspricht Intensität und kontrastiert die Zartheit der Blumen mit dem roten Farbton, der sofort an Blut erinnert. „Der Verdacht“ erzählt die Geschichte einer Frau, Blythe, und die komplizierte und leidvolle Beziehung zu ihrer Tochter, Violet, mit Rückblicke auf vorherigen Generationen der Familie.

Die Szenen werden absolut brutal und realistisch beschrieben, so authentisch, dass sie immer wieder starke Emotionen erwecken. Mehr als einmal hatte ich beim Lesen einen Kloß im Hals. Gleichzeitig ist die Handlung so geschrieben, dass es sehr leicht fällt, das ganze Buch auf einmal zu lesen. Mehr noch war es für mich schwierig das Buch beiseite zu legen.

Die Charaktere sind sorgfältig gestaltet und man entdeckt sie nicht nur durch Beschreibungen (aus Blythes Sichtweise), sondern durch ihren Dialogen, Art und Weise ihres Umgangs miteinander, Reaktionen, usw. Dass nicht alles so explizit beschrieben wird, hat mir sehr gefallen. Man wird immer neugieriger, wie Blythe, der Hauptcharakter, reagiert, wenn sie so viele traumatische Ereignisse erleben muss. Ich habe mich auch ständig gefragt, wie ich selber agiert hätte. Auch wenn man unterschiedliche Meinungen oder Gedanken hat, sind Blythes Gemüter und Gefühle vollkommen nachvollziehbar und zeigen gut, wie verletzlich der Mensch sein kann. Ich habe viel Mitleid empfunden.

Ich habe das Buch wirklich genossen. Es ist für mich ein Meisterwerk, habe mich immer wieder auf die Lektüre gefreut und werde es natürlich empfehlen. Es ist zweifellos als Geschenk ein Volltreffer.

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Veröffentlicht am 12.03.2021

Lesenswert und lebenswert.

Das Leben ist zu kurz für irgendwann
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Bevor ich „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ gelesen hatte, kannte ich die irische Autorin Ciara Geraghty nicht und hatte also keine vorbestimmten Erwartungen. Umso mehr hat diese liebevolle Geschichte ...

Bevor ich „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ gelesen hatte, kannte ich die irische Autorin Ciara Geraghty nicht und hatte also keine vorbestimmten Erwartungen. Umso mehr hat diese liebevolle Geschichte mich überrascht und definitiv mein Herz erobert.

Der Schreibstil ist natürlich und unkompliziert, einfach zu lesen, und auch der Rhythmus passt genau. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, es handelt sich hier um eine schlichte Geschichte, obwohl ich aus dem Klappentext wusste, dass es auf schwierigen Themen wie die Krankheit, den Tod und die Sterbehilfe einging. Jedoch habe ich während der Lektüre ein reizvolles, mutiges und rührendes Abenteuer von zwei starken Frauen entdeckt, das mehr in sich verbirgt, als es auf den ersten Blick scheint.

Geraghty gelingt es, alltägliche Ereignisse zu erzählen, indem es subtil gezeigt wird, wie wichtig die anscheinend unbedeutenden Sachen sind. Die Charaktere beschreibt sie sehr menschlich und authentisch, sodass sie einem so nah sind. Fast als wären sie meine eigenen Freunde, wollte ich unbedingt weiter lesen und wissen, was mit ihnen am nächsten geschah. Nach dem Lesen vermisst man sie irgendwie.

Die Geschichte an sich enthüllt Situationen, wo man Tränen, Ängste, Glück spuren kann: alles, was das Leben beinhaltet. In den schlimmsten Situationen kann man immer genauer schauen und sehen, dass es etwas Wertvolles gibt, Lebensfreude, Solidarität, Liebe, Freundlichkeit von Unbekannten, Hoffnung. Auch die physischen Manifestationen unserer Emotionen haben einen Platz in Terrys Erzählung: es wird getanzt, geschrien, gezittert und mit Vollgas gelebt.

Negative Aspekte fallen mir nicht ein, nur die deutsche Übersetzung des Buchtitels passt meiner Meinung nach zu den Kapiteltiteln nicht. In der Originalversion („Rules of the Road“) sind sie semantisch verbunden. Dies stört beim Lesen nicht, obgleich man sich erstmals fragt, warum die Kapitel als Verkehrsregeln betitelt wurden.

FAZIT: Ein tapferes und bewegendes, sehr empfehlenswertes Buch mit einer gut erzählten Geschichte, womit man im Alltag die Lebensfreude wiederfindet. Mein Lieblingszitat: „Ob ich für die reale Welt bereit bin, weiß ich nicht so genau. Aber jedenfalls bin ich hier unterwegs“.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Es war unsere erste Wikinger-Geschichte, aber sie wird bestimmt nicht die letzte sein.

Leif Wolffson - Total verpeilt im Eisbärenland
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Leif Wolffson ist der Sohn von Erik dem Roten und will allen zeigen, dass er nicht so ungeschickt ist, wie alle denken. Er will ein Held werden und dafür hat er die Hilfe vom Enterich Olaf, dem Papageientaucher ...

Leif Wolffson ist der Sohn von Erik dem Roten und will allen zeigen, dass er nicht so ungeschickt ist, wie alle denken. Er will ein Held werden und dafür hat er die Hilfe vom Enterich Olaf, dem Papageientaucher Toki und dem Moschusrind Flora. Zusammen werden sie viele Hindernisse überwinden müssen, um ihr Ziel zu erreichen.

Diese verrückte und kurzweilige Geschichte kombiniert Comic und Text und ist somit lustiger zu lesen beziehungsweise vorzulesen. Das Hardcover in lebendigen, fröhlichen Farben zieht die Aufmerksamkeit sofort auf sich. Haptisch sind die Illustrationen auf dem Cover sehr angenehm zu berühren. Die Größe des Buches kann anfangs etwas beeindruckend wirken (vor allem für jüngere Leser). Man entdeckt jedoch, dass man langsam von diesem witzigen Abenteuer gefesselt wird. Die Seiten sind dick und strapazierfähig, und das Glossar am Ende ist ein Schatz (vor allem für mich, es hat mir wirklich sehr gefallen, mehr über die Wikinger-Kultur zu erfahren).

Dieser tolle Titel vom cbj Verlag ist für Wikinger-Fans ein Muss und auch Ahnungslose der Wikinger-Mythologie (wie ich) werden Spaß daran haben.

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