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Veröffentlicht am 26.02.2025

Eine leichte Brise

Sommerhimmel über dem Möwenhof
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Diesen Roman hätte ich übersehen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich bei Frida Jacobsen um Frieda Bergmann handelt, deren Romane (z.B. Sommerblumentage) ich gerne lese.

In "Sommerhimmel über dem ...

Diesen Roman hätte ich übersehen, wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich bei Frida Jacobsen um Frieda Bergmann handelt, deren Romane (z.B. Sommerblumentage) ich gerne lese.

In "Sommerhimmel über dem Möwenhof" erzählt sie die Geschichte der geschiedenen Maren, die mit ihren drei Kindern von München zurück nach St. Peter-Ording zieht, wo sie aufgewachsen ist. Wohnen kann sie bei ihrer Mutter und Tante im Möwenhof, auch eine neue Arbeit wartet auf sie. Wobei - nicht so wie geplant, denn trotz Arbeitsvertrag lief da was schief. Stattdessen peppt sie den Möwenhof auf und renoviert die in die Jahre gekommenen Gästezimmer. Hilfe bekommt sie von ihrer Familie und neuen Bekannten, wie zum Beispiel Henning, der ihr sehr schnell den Kopf verdreht.

Es könnte alles gut sein, würde nicht plötzlich der im Ausland lebende Onkel Ludger den Hof verkaufen zu wollen. Doch der hat nicht mit den versammelten Kräfte der Möwenhof-Frauen gerechnet.

Die Autorin schildert das Einleben an der Nordsee mit allen Facetten. Maren, die sich Sorgen macht, ob ihre Kinder den Umzug gut wegstecken und der Plan der Hofbewohner, die Kids abzulenken, ist schön beschrieben. Da gibts auch öfters was zum Lachen. Sei es betreffend Essgewohnheiten oder den unterschiedlichen Dialekten.

Sämtliche Charakter (auch die Tiere) sind toll gezeichnet, ich konnte sie mir gut vorstellen. Henning bringt eine weitere Komponente mit ins Spiel, über sein Leben vor der Bootswerft spricht er aber nicht so gerne.

Auf etwas, was sein früheres Privatleben betrifft, hätte die Geschichte aber getrost verzichten können. Für Henning war das eine wichtige Sache, aber dies lief im Roman eher nebenbei und hatte für mich keinen Mehrwert. Auch die spleenige Nachbarin war mir zu viel - bzw. zu wenig, sie hätte mehr Platz bekommen müssen, um Teil des Ganzen zu sein und hätte vermehrt einbezogen werden müssen, damit es für mich stimmiger gewesen wäre. Da kommt man schnell auf den Gedanken, es wäre eine oberflächliche Geschichte, was es aber nicht war. Doch im Gegensatz zu anderen Büchern der Autorin, wird mir der Möwenhof deshalb wohl nicht lange in Erinnerung bleiben.

Fazit: "Sommerhimmel über dem Möwenhof" ist ein leichter, vergnüglich zu lesender Liebesroman, der mir aber zu viele Nebensächlichkeiten beinhaltete.
3.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.06.2024

Eher ein Jugendroman

Forgotten Garden
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Nach den zwei ersten Romanen von Sharon Gosling, die mir sehr gut gefallen haben, hab ich blindlings zu ihrem neuen, dritten Roman gegriffen. Ich hätte aber abwarten sollen, denn diese Geschichte hat mich ...

Nach den zwei ersten Romanen von Sharon Gosling, die mir sehr gut gefallen haben, hab ich blindlings zu ihrem neuen, dritten Roman gegriffen. Ich hätte aber abwarten sollen, denn diese Geschichte hat mich leider nicht angesprochen. Sharon Gosling war meine Autorinnen-Neuentdeckung im 2023, denn da hab ich "Fishergirl's Luck" und "Lighthouse Bookshop" direkt nacheinander verschlungen und war vor allem von "Fishergirl's Luck" begeistert. Dass ich einige Monate später enttäuscht würde, hätte ich mir da noch nicht vorstellen können.

Schuld daran ist, dass nicht - wie im Klappentext angegeben - Luisa, die in Collaton einen Gemeinschaftsgarten anbauen will, die Hauptrolle hat, sondern das Augenmerk viel stärker auf dem Teenagermädchen Harper als auf Luisa liegt. Ich will keinen Jugendroman lesen, doch genau das habe ich hier bekommen.

Während Luisa über die meiste Zeit sehr blass bleibt, lernt man Harper sehr genau kennen. Sie ist clever, kommt aber aus einer kaputten Familie und sorgt sich um ihren kleinen Bruder Max. Um Hilfe anzunehmen ist Harper viel zu stolz, weshalb sie auf Abwege gerät.

Cas, Lehrer an der örtlichen Schule und Leiter eines Jugendraumes, der Boxkurse anbietet, bleibt auch auf der Strecke, weil Harper einfach zu viel Platz einnimmt.

Die Geschichte hätte für mich auch bestens ohne Harper, oder nur mit Harper in der Nebenrolle, funktioniert. Dafür hätte man Max noch mehr an die Gartenstory einbinden können. Und stattdessen Luisa und Cas mehr Raum gegeben. Denn erst waren sie auf Abstand aus, dann ging alles blitzschnell.

Der Schreibstil ist ansonsten gewohnt flüssig und die Geschichte wird nie langweilig. Für mich war sie ein wenig zu überladen und das Verhältnis von Erwachsenen und Jugendlichen stimmte einfach nicht.

Fazit: Wer gerne Romane mit Jugendlichen als Hauptfigur liest, wird hier nicht enttäuscht. Alle anderen greifen lieber zu den ersten beiden Romanen von Sharon Gosling.
3.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 21.06.2024

Zu viel Insel-Mystik

Bretonische Sehnsucht
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Eigentlich ist man sich als Leser*in dieser Reihe bretonische Sagen und Mythengeschichten gewohnt. Hier in Band 13 kommen sie gleich zu Beginn gehäuft vor. Praktisch ausschliesslich auf den ersten 57 ...

Eigentlich ist man sich als Leser*in dieser Reihe bretonische Sagen und Mythengeschichten gewohnt. Hier in Band 13 kommen sie gleich zu Beginn gehäuft vor. Praktisch ausschliesslich auf den ersten 57 Seiten - und wer dachte, dafür sei Riwal verantwortlich, liegt falsch. Der kommt nämlich erst jetzt ins Spiel und die nächsten 12 Seiten geht es weiter im Takt. Riwal will ja nur wissen, ob Dupin alles richtig verstanden hat. Dupin mag nicht mehr und ist müde. Ich musste mich ihm anschliessen - mir war diese geballte Ladung an bretonischen Legenden eindeutig zu viel aufs Mal.

Zum Glück starteten nun endlich die Ermittlungen und es wurde interessanter. Dupin und Riwal sind auf der Insel mit dem E-Bike unterwegs. Der Fall um den toten Musiker ist kurios, ein allfälliges Motiv unklar. Geschickt baut Jean-Luc Bannalec die Spannung auf und man erfährt immer mehr über die Personen, die auf der Insel leben.

Die Ermittler haben es mit der Bürgermeisterin, einer Druidin und einer Gruppe Musikerinnen zu tun. Als männlicher Ausgleich dient der Inselpfarrer. Vor allem die Druidin macht es Dupin nicht leicht, sie scheint immer einen Schritt vor ihm zu sein.

Die Atmosphäre auf der Insel ist nicht nur magisch, sondern auch von den Gezeiten geprägt. Bildhaft wie immer beschreibt Bannalec das Leben auf der Insel mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Dupins Fälle sind immer abwechslungsreich und die Schauplätze wechseln regelmässig, der Schreibstil angenehm und der Plot gut aufgebaut - das gefällt mir an der Reihe gut. Die Auflösung dieses Falles war okay, begeistert war ich allerdings nicht. Dieses Mal war es zu viel des Guten - und für einmal ist nicht Rival Schuld an der (über) geballten Ladung an Mystik, die man hier verdauen muss.

Fazit: "Bretonische Sehnsucht" hat mich vor allem wegen der vielen Mystik, die den ganzen Band umfasst, weniger überzeugt als andere Fälle.
3.5 Sterne.

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Veröffentlicht am 24.05.2024

Schwimmen in London

Am Himmel funkelt ein neuer Tag
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Zoé, die man knapp aus "Am Morgen wartet ein neuer Horizont" kennt, zieht von Hamburg nach London. Auf ihre neue Stelle, die auf ein Jahr befristet ist, ist sie sehr gespannt, doch das Team erweist sich ...

Zoé, die man knapp aus "Am Morgen wartet ein neuer Horizont" kennt, zieht von Hamburg nach London. Auf ihre neue Stelle, die auf ein Jahr befristet ist, ist sie sehr gespannt, doch das Team erweist sich als relativ komplikationslos. Mit ihrer Bleibe ist Zoé ebenfalls höchst zufrieden. Ihr Vermieter Ravi, der im Erdgeschoss ein kleines Café führt, füttert sie nicht nur durch, sondern wird auch zum Freund. Dass sich in der Nähe ihrer Wohnung kleine Schwimmteichs befinden, ist für Zoé das Highlight, denn sie liebt es zu schwimmen und kann nun ihrem Lieblingshobby auch in London unkompliziert nachgehen. Im Ladies Pond findet sie schnell Anschluss.

Soweit alles gut. Bis sie eines Tages plötzlich denkt, sie hätte Filipe, ihren Ex aus Portugal gesehen. Die Fotos, die er auf Social Media postet, sehen stark nach London aus. Zoé beschäftigt diese Situation, sie denkt nämlich immer noch an ihn.

Sie macht sich extrem viele Gedanken, immer wieder. Darüber spricht sie mit einer älteren Frau, mit der sie frühmorgens im Ladies Pond schwimmt. Doch dann denkt sie Geister gesehen zu haben, was zu den Legenden passt, die erzählt werden. Aber auch eine Wahrsagerin hat ihr in ihren ersten Londoner Tagen etwas mit auf den Weg gegeben, was Zoé sehr beschäftigt.

Meike Werkmeister schlägt hier leise Töne an, was mir am Anfang sehr gut gefallen hat. Diese leisen Töne wurden aber immer mehr durch Zoés ständiges Gedankenkarussell gestört. Die Unterstellung, dass Zoé forsch ist, nur weil Yon beleidigte Leberwurst spielte, konnte ich nicht nachvollziehen - für das hat Zoé viel zu oft drumrum geredet, anstatt direkt gesagt, wieso sie was gedacht, getan oder vermutet hat. Der Konflikt zwischen den beiden fand ich deshalb viel zu hoch geschraubt und konstruiert.

Zudem hatte ich ständig das Gefühl, ich hätte im Portugal-Roman etwas verpasst, denn es hörte sich hier so an, als ob die Trennung mit Filipe damals ein riesiges Drama war und wer jetzt wie Schuld war für was auch immer, das wurde mir hier zu dick aufgetragen (und ständig wiederholt). Ich hab dann im Vorgänger einige Szenen nachgelesen: dort kam das Drama gar nicht so extrem rüber. Auch komisch empfand ich, dass die super sympathische Portugal-Prota Katrin dermassen tratschen würde.

So sehr ich das Setting in Hampstead mit seinen Schwimmteichen, Ravi's Café und die unterschiedlichen Charaktere - alle besonders (und einige besonders toll) auf ihre eigene Art - liebte, fiel es mir, aufgrund der gerade genannten Dinge, schwer dran zu bleiben. Ich hatte, im Gegensatz zu "Am Horizont wartet die Sonne" leider nie das Gefühl, unbedingt weiter lesen zu wollen.

Das Ende war nett, doch gerne hätte ich gegen Ende nochmals etwas über die "weissen Blumen", die von der Wahrsagerin prophezeit wurden, gelesen. Am Anfang sah man überall weisse Blumen, am Ende spielten sie keine Rolle mehr, sie wurden nicht mal mehr erwähnt.

Fazit: Eigentlich eine schöne Geschichte, die mir, durch gewolltes Drama wo keines war, zu sehr aufgebauscht wurde.
3.5 Punkte.

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Veröffentlicht am 12.04.2024

Auf der Flucht

Das Glück wartet am Strand
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Mary Kay Andrews ist eine der wenigen Autorinnen, von der ich alle Bücher lese und vorher gar nicht auf den Klappentext schaue. Der deutsche Text ist unverfänglich und gibt nicht viel preis. Der englische ...

Mary Kay Andrews ist eine der wenigen Autorinnen, von der ich alle Bücher lese und vorher gar nicht auf den Klappentext schaue. Der deutsche Text ist unverfänglich und gibt nicht viel preis. Der englische Text verrät einiges mehr, wie ich im Nachhinein gesehen habe. Der hätte mich vielleicht vom Lesen abgehalten. Vielleicht auch nicht, denn irgendwann wäre ich dann wohl doch neugierig geworden. Aber item, es ist wie es ist: mich hat das Thema leider nicht angesprochen.

Letty flieht nämlich mit ihrer vierjährigen Nichte Maya aus New York. Die Hintergründe werden erst noch geheim gehalten, doch so viel ist klar: Letty ist die einzige Bezugsperson von Maya und Maya liebt Letty, aber legal ist Letty nicht mit Maya unterwegs. Sie kommen im Motel "Murmuring Surf" unter, und auch nur weil Ava, die Besitzerin, Erbarmen mit der jungen Frau hat, die alleine mit einem Kleinkind unterwegs ist. Joe, der Sohn der Besitzerin, ein Cop, ist weniger begeistert. Misstrauen ist sein Beruf - was er zu viel hat, hat seine Mutter zu wenig. Er findet bald heraus, wer Letty sein könnte, doch er hält dicht, denn seine Menschenkenntnis ist trotz allem Missvertrauen gut genug, um zu erkennen, dass Letty nicht Schuld ist an der Tat, die ihr vorgeworfen wird.

Während Letty bald einen Job im Motel bekommt, sich an die Wintergäste und das Leben in Florida gewöhnt, kommen die Gewitterwolken aus New York immer näher, sprich, ihre Vergangenheit holt sie ein. Was genau in New York passiert ist, wird nach und nach aufgerollt. Es ist eigentlich schon fast ein Krimi, zumindest ein Spannungsroman, dazu gibt es viel über Familien und Geschwister zu lesen.

Die Charaktere entwickeln sich in dem kurzen Zeitraum alle erheblich weiter. Die einen lernen zu vertrauen, die anderen mehr zu misstrauen und einige der Gäste werden gegen Ende fast handzahm. Spannung kommt auf, als eine vermeintlich auf der falschen Seite stehende Immobilien-Behörden-Figur und frühere enge Freunde von Lettys Schwester in Florida auftauchen.

Der Roman ist gut geschrieben und auch gut aufgebaut. Mein einziges Problem war halt wirklich nur der Plot, der mich zu Anfang so gar nicht zu interessieren vermochte. Dann sind die über 550 Seiten auch schnell zu lang. Als die Geheimniskrämerei zu Ende war, wurde es besser, aber es war halt gar nicht mein Thema und erinnerte mich sehr an die ersten Bücher von der Autorin, da kamen öfters mal Flüchtige vor.

Fazit: "Das Glück wartet am Strand" ist gut geschrieben, unterhaltend und stimmig, aber der Plot entsprach nicht meinem Geschmack.
3.5 Punkte.

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