Profilbild von Schugga

Schugga

Lesejury Star
offline

Schugga ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schugga über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.08.2024

Solide Story, unnötige Längen, mir fehlten wirkliche Highlights

Promise Boys - Drei Schüler. Drei Motive. Ein Mord.
0

Die Urban Promise Prep School gilt als Vorzeigeprojekt, um sozial gefährdete junge Männer in die Gesellschaft zu integrieren. Dass der Alltag an der Schule mittlerweile aus überzogenem, teils sogar entwürdigendem ...

Die Urban Promise Prep School gilt als Vorzeigeprojekt, um sozial gefährdete junge Männer in die Gesellschaft zu integrieren. Dass der Alltag an der Schule mittlerweile aus überzogenem, teils sogar entwürdigendem Drill besteht, wird nach außen nicht thematisiert. Erst der gewaltsame Tod des Schuldirektors, welcher am Schluss wie ein Despot über die Einrichtung herrschte, setzt etwas in Gang. Denn verdächtigt werden drei Schüler, die vehement ihre Unschuld beteuern. Da ihnen niemand glaubt nehmen sie die Ermittlungen eben selbst in die Hand.
Gleich zu Beginn wird man in einen Haufen aus Meinungen geworfen von Menschen, die sich herausnehmen, ein Bild von den Verdächtigen zu haben, ohne diese teilweise überhaupt zu kennen. Durch diesen Wust an Vorurteile und Vermutungen oder Auszügen aus Verhören bekommt das Thema gleich zu Beginn eine größere Dimension. In weiteren Perspektivwechseln begleitet man die drei Jungs, wie sie versuchen, erst sich gegenseitig zu überführen und dann, gemeinsam den wahren Täter zu finden. Das sich entwickelnde Teamwork war schön zu lesen, es gab einige Längen, die Auflösung war etwas vorhersehbar. Auch gibt es keine wirklichen Höhen und Tiefen, ein wenig fehlte mir das gewisse Etwas, um meine Begeisterung anzufachen. Vielleicht lag es auch an den Jungs selbst.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.08.2024

Fängt stark an, lässt stark nach

Anna O.
0

An diesem Buch hat mich tatsächlich die Fragestellung gereizt, welche der Autor in seinem Buch thematisiert: Kann im Schlaf ein Verbrechen begangen werden?
Als Spezialist zu diesem Thema erhält Psychologe ...

An diesem Buch hat mich tatsächlich die Fragestellung gereizt, welche der Autor in seinem Buch thematisiert: Kann im Schlaf ein Verbrechen begangen werden?
Als Spezialist zu diesem Thema erhält Psychologe Dr Benedict Prince in der Schlafklinik The Abbey die Aufgabe, die seit Jahren im Dauerschlaf liegende Anna Ogilvy aufzuwecken. Anna O. steht im Verdacht, vor vier Jahren ihre Freunde erstochen zu haben, bevor sie in ihren Dauerschlaf fiel. Dabei steht die Frage im Raum, ob sie die Tat bewusst ausführte, während sie schlafwandelte, oder ob sie die Tat gar nicht begangen hat.
Das Buch fällt in die Kategorie der Bücher, in denen Personen, deren Job es nicht ist, einen Fall aufzuklären, sich mit überzogenem Eifer in die Aufklärung des Falles stürzen. Die kleinen Details rund ums Thema selbst und wie Benedict Prince versucht, Anna O. wieder in den Wachzustand zu bringen, fand ich ganz interessant zu lesen, wenn bisweilen etwas langatmig. Den Tatort aufwendig abgehen und die Morde rekonstruieren war jedoch in keinster Weise mehr sein Job, das wurd mir in dem Maße zu unrealistisch wie mich sein Privatleben mit seiner Exfrau irgendwann nicht mehr interessierte. Das Ende mit dem Twist war an sich thematisch ganz gut, jedoch fragte ich mich da auch nur in Bezug auf Benedict Prince, wie blöd muss man sein.
An sich hätte mir das Buch gefallen können, wenn dieser Benedict sich auf das Wesentliche fokussiert hätte. Stattdessen wurd er mehr und mehr zu einem planlos herumlaufenden Spielball für andere, was mir das Ganze zu sehr verleidet hat. Schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.07.2024

Slowburner mit zuviel Drama und Mimimi

Broken Heart Summer – Sunset Days
0

Die zwei Freundinnen Rea und Maya verbringen den Sommer auf Hawaii, weil Maya dort ihren Vater suchen möchte, welchen sie nie kennengelernt hat. Zum Ende des Urlaubs ist es jedoch Rea, deren Leben komplett ...

Die zwei Freundinnen Rea und Maya verbringen den Sommer auf Hawaii, weil Maya dort ihren Vater suchen möchte, welchen sie nie kennengelernt hat. Zum Ende des Urlaubs ist es jedoch Rea, deren Leben komplett auf den Kopf gestellt wird. Ein Grund hierfür ist Cam, der mit Freunden und Familie auf Hawaii lebt.
Das Buch sorgt auf jeden Fall für Fernweh, manche Orte sind sehr schön beschrieben, für manche mag es evtl etwas zuviel sein. Rea und Maya sind sehr unterschiedliche Menschen: Während Maya in meinen Augen auf hohem Niveau nörgelt, wie doof ihre Mutter doch ist, obwohl diese Maya finanziell alles ermöglicht wie Reisen, Parties, Shoppingtouren und Hobbies nach Wunsch, projiziert sie so eine Art Wundervater in den Menschen, der sie wohl damals gezeugt hat und der nun eine Surfschule auf Hawaii betreibt. Dem gegenüber steht die bodenständige und übervorsichtige Rea, der ihre Mutter in den Kopf gesetzt hat, sie müsse Medizin studieren, damit sie die Familienschulden tilgen kann. Entsprechend kommt Rea mit einem Koffer voller Lehrbücher nach Hawaii, eine Reise, welche sie sich von ihrem letzten Ersparten abgeknapst hat.
Man merkt schon, die eine ist verwöhnt und naiv, die andere in ihrem Pflichtbewusstsein gefangen und einem Studium, welches sie gar nicht studieren will. Entsprechend ist vor allem bei Rea viel Entwicklungspotential, welches die Autorin auch nutzt, indem sie Rea auf Cam treffen lässt, der sie aus dieser Unglücksfalle befreit.
Was mir nicht gefiel ist die Vorhersehbarkeit vieler Handlungen, die Naivität und Überdramatisierung hier und da, Mayas Allüren auch Rea gegenüber und dass vieles wie nochmal explizit erklärt wirkt. So oft, wie Cams Vergangenheit erzählt wird, hätt ich schon eine Strichliste führen können. Insbesondere Mayas Perspektive verlor für mich schnell ihren Reiz, sie empfand ich schnell als unsympathische Egozentrikerin mit Hang zum Mimimi, unfähig zur Selbstreflexion. Reas Handlung hätte vollauf gereicht für eine Slowborn Romance, doch auch hier war zuviel unnötiges Drama, zuwenig Romance. Warum reden die Leute nicht einfach mal miteinander?! Mir war die Handlung zu langatmig und für eine Romance war mit der Rea-Anteil zu wenig, während Mayas Part fast schon störend wirkte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.06.2024

Unlogisch agierender Protagonist

Mörderfinder – Stimme der Angst
0

Dies ist der vierte Band der Reihe um Fallanalytiker Max Bischoff, welcher seinen Job bei der Polizei an den Nagel hing und seitdem selbstständig sowie im Lehrbereich tätig ist. Bisher mochte ich die Bände ...

Dies ist der vierte Band der Reihe um Fallanalytiker Max Bischoff, welcher seinen Job bei der Polizei an den Nagel hing und seitdem selbstständig sowie im Lehrbereich tätig ist. Bisher mochte ich die Bände ganz gern, insbesondere seitdem der psychologische Forensiker Marvin mit dabei ist. Letzterer hat diesmal das Ruder in meinen Augen nochmal gewaltig rumgerissen, denn das Verhalten von Max Bischoff empfand ich als absolut unlogisch und unglaubwürdig. Warum?
Nun, bei der Beerdigung seines früheren Mentors begegnet Max einer Frau, welche seiner früheren Liebe Jennifer Sommer erstaunlich ähnlich sieht. Zudem zeigt sie Merkmale häuslicher Gewalt, weitere Überschneidungen mit der einst brutal getöteten Jennifer folgen. Dass da was nicht so ganz stimmen kann, zumal diese plötzlich aufgetauchte Frau sich fortan regelrecht an Max ranschmeißt und ihm sonst was erzählt, um seinen Beschützerinstinkt zu triggern, sollte jedem klar sein. Auch Max, sollte man meinen. Ausgerechnet der Fallanalytiker ist hier leider doppelblind, während alle anderen um ihn herum Skepsis zeigen. Und dann gehen weitere Anschläge auf für Max wichtige Personen los, aber er trägt weiterhin 360-Grad-Scheuklappen. Da frag ich mich doch zu recht, ob so ein Typ nicht seinen Job verfehlt hat. Das hat mein Lesevergnügen jedenfalls gewaltig geschmälert, ist eben nicht so gut, wenn besagter Protagonist einem wiederholt auf den Keks geht.
Ich verbuch es mal unter dem Band, in dem Max Bischoffs belastende Vergangenheit einmal zur Sprache kommen sollte inklusive was seiner damaligen Liebe sowie seiner Schwester geschah. Und harre der Dinge auf einen hoffentlich wieder spannenderen Folgeband.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2024

Jugendliche Superhelden in nigerianischem Academy-Drill

Academy of the Sun – Onyekas Superkraft
0

Onyeka fühlt sich als Aussenseiterin: Nicht nur wegen ihrer dunkleren Hautfarbe, sondern vor allem wegen ihrer wilden Lockenmähne. Als besagte Lockenmähne erste Anzeichen bietet, dass in Onyeka eine Art ...

Onyeka fühlt sich als Aussenseiterin: Nicht nur wegen ihrer dunkleren Hautfarbe, sondern vor allem wegen ihrer wilden Lockenmähne. Als besagte Lockenmähne erste Anzeichen bietet, dass in Onyeka eine Art Superkraft schlummert, reist ihre Mutter mit ihr nach Nigeria und lässt ihre Tochter vorerst an der Acedemy of the Sun unterrichten. Dort ist Onyeka plötzlich eine unter vielen mit magischen Kräften.
Die Idee an sich gefällt mir, wie ausgerechnet die Besonderheit des Mädchens, für welche sie sich bisher geschämt hat, nun zu ihrer Superkraft wird: ihre wilde Lockenmähne. Einfühlsam wird auch geschildert, welch Arbeit diese Haare machen können, was wohl vielen so gar nicht bewusst ist. Auch das Lernen magischer Fähigkeiten und die Hintergründe, woher diese Magie überhaupt kommt, haben mir gefallen.
Allerdings gibt es auch so manche Punkte, welche mir eben weniger gefielen. So hat mich gleich von Beginn an gestört, dass ausgerechnet Onyekas Mutter ihre Tochter regelrecht zur Aussenseiterin erzogen hat, indem sie ihr z. B. einredete, sie hätte mit ihrem widerborstigen Haar einen regelrechten Störfaktor auf dem Kopf, statt ihr von Beginn an beizubringen, ihr Haar und sich selbst so zu akzeptieren, wie sie ist. Und dass sie okay ist so, wie sie ist. Das hätte ihren Charakter gegenüber anderen Kindern deutlich gefestigt, zumal ihre beste Freundin sich einen Klacks darum schert, was andere ganz eventuell denken könnten. Und dass ihre Mutter Onyeka sämtliche Privatveranstaltungen verbietet ausser Schulunterricht und Kirche hat sie zusätzlich von allen anderen Kindern abgeschottet. Das hat mich von Beginn an so gestört an dem Buch, diese toxische Übermutter, dass es mir schon früh die Lesefreude minderte.
An der Academy störten mich ebenfalls einige Punkte: Nicht nur, dass mal wieder die Kinder in sogenannte Häuser eingeteilt werden, die gegeneinander kämpfen sollen. Das Thema gab es bereits zur Genüge. Sondern vor allem, dass die Kinder die ganze Zeit kämpfen lernen sollen, ohne, dass auch nur eines der Kinder das mal hinterfragt. Wirklich nicht? Auch nicht das Motto, dass die Kinder ihre Magie nur zum Wohle des Landes einzusetzen haben? Lassen sich Kinder und Jugendliche wirklich so blind zu kleinen Soldaten rekrutieren, sich wild kämpfend gegeneinander antreten? Da hatte ich mehrfach so meine Zweifel und diese halbmilitärische Atmosphäre behagte mir so gar nicht.
Die Idee der Quelle der Magie sowie die Idee, Scham in Stärke zu verwandeln, haben mir schon ganz gut gefallen. Die toxische Übermutter sowie der halbmilitärische Aufbau der Akademie, den keines der Kinder hinterfragte, erstaunlicherweise nicht mal Onyeka als Neuankömmling, nahmen dem Ganzen jedoch zuviel Faszination.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere