Konnte nicht nicht wirklich überzeugen
Night of Shadows and Flames – Die Ewige NachtZum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil dieses Mal tatsächlich nicht ganz so gut. Immer mal wieder hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ich der Handlung nicht ganz folgen konnte. Es fehlte mir manchmal ...
Zum Schreibstil:
Ich fand den Schreibstil dieses Mal tatsächlich nicht ganz so gut. Immer mal wieder hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ich der Handlung nicht ganz folgen konnte. Es fehlte mir manchmal an Bildlichkeit und dem Gefühl hinter den Worten. Das machte für ich vor allem die Beziehung zwischen den Protagonisten schwerer nachvollziehbar und die Ortswechsel zu einer eher langwierigen Prozedur.
Zur Geschichte allgemein:
Band 1 hat mit einem ziemliche Cliffhänger geendet. Nicht nur, dass plötzlich alles anders ist, es steht auch fast alles in Frage, was man meinte zu wissen. So verfolgen wir hier wieder aus der Perspektive von Billie die Geschichte und sind den Großteil der Geschichte genauso verwirrt über die Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Jamie und Tian wie sie.
Aber zum Anfang: Die Geschichte setzt recht flott wieder ein und es kommen gleich die ersten neuen Erkenntnisse ans Licht. Man lernt die Welt noch besser kennen und noch dazu in Frage zu stellen. Das fand ich an dieser Geschichte echt gut, dass keine Art und auch keine Figur komplett schwarz oder weiß war. Alle hatten ihre Motive, Beweggründe und ihre Vergangenheit oder Zukunftsvision, die sie zu etwas trieben. Dadurch aber, dass die Figuren alle so weitreichend gezeichnet sind, entwickelt sich auch ein ganz schönes Gewimmel an Protagonisten. Im Vergleich zu anderen Büchern sind es echt viele, die hier durchweg an Billies Seite agieren und dadurch nonstop Teil der Handlung sind. Manchmal fand ich das gut, weil es natürlich Zusammenhalt zeigte und in Teilen auch der Botschaft der Geschichte entsprach. An anderen Stellen wiederum hätte ich mir gewünscht, dass einige der Figuren einfach mal irgendwo in Sicherheit hocken und sich nicht fortbewegen würden, damit man noch intensiver mit Billie und den beiden Love Interests fiebern kann.
Da kommen wir auch schon zu Punkt zwei dieses Buches: die Love Interests. Bzw. muss man wohl nur von einem Love Interest reden. Während in Band 1 noch Tian das Objekt der Begierde ist (so scheint es zumindest), wechselt das hier. Für mich eine ungewohnte Situation, die ich erstmal verarbeiten musste. Alles, was ich mir zurechtgesponnen hatte, musste ich revidieren. Die Verbundenheit ist zwar noch da, die Gefühle sind aber andere. Jedenfalls nimmt man das an, denn Billie ist nicht sehr deutlich in ihrem Tun. Weder weiß sie genau, was sie fühlt, noch verlässt sie sich so wirklich auf das, was sie weiß. Teilweise ist sie mir echt auf die Nerven gegangen, weil sie an wichtigen Stellen den Mund nicht aufmacht, entgegen ihres Herzens (und zusätzlich ihres Kopfes) agiert und Jamie so gar nicht mit Vernunft begegnet. Es ist ein einziges Antispiel. Alles, was er sagt und will, wird erstmal grundsätzlich abgelehnt. Und weil sie Tian mag, ihm aber auch nicht wehtun will und ihn eigentlich bei Laune halten möchte, arbeitet sie zwar mit ihm zusammen, aber lässt ihn überhaupt nicht an sich heran.
Währenddessen geht die Geschichte ohne Unterlass weiter. Die Bedrohung ist groß und sie sind alle gezwungen, zu reagieren. Was mich daran etwas gelangweilt hat, war, dass es von A nach B zu C und D ging, ohne das etwas Großartiges passierte oder die Geschichte wesentlich voranbrachte. Stattdessen waren es nur kleinere Sachen, die sich aneinanderreihten, um die Uneinigkeit zwischen Billie und Jamie deutlich zu machen. Das fand ich mega schade, denn in dieser Zeit habe ich mich einfach nur gelangweilt. Ich kam in keinen richtigen Lesefluss und musste mich fortwährend dazu zwingen, das Buch nicht aufzugeben.
Das Grundproblem der Story: Billie ist den Blutbrautschwur eingegangen. So weit, so gut. Tatsächlich verliert sich die Geschichte öfters darin, dieses Thema abzuwickeln, statt an die Rettung der Welt oder dergleichen zu denken. Ab und zu wirkte das ein wenig selbstsüchtig von Billie und ich muss gestehen, dass ich sie in diesem Band etwas weniger zu mögen gelernt habe. Von der mutigen Protagonisten ist nicht mehr all zu viel übrig geblieben. Dauernd ging es nur um sie und ihre Motive, ihre Beziehung zu den anderen, ihre Rachegelüste und ihr Leben. Gerade weil so viele Figuren eine Rolle spielte, wirkte das nochmal extra komisch und hat meine Abneigung verstärkt. Dazu kommt, dass das Problem ein wenig an den Haaren herbeigezogen wirkte. Ich kann nicht mehr sagen, ohne zu spoilern, aber sie hätte vieles verhindern können, wenn sie von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte, statt alles immer nur auf sich zu beziehen.
Erst ab circa 60% des Buches konnte mich die Geschichte fesseln. Die Mission wurde konkreter, die Feinde aktiver und Billie begann sich endlich mal auf ihre Gefühle einzulassen. Ab dann war ich an die Seiten gebannt und habe mich vollkommen darin verlieren können. Nur schade, dass das erst so spät kam. Andere hätten das Buch bis dahin wahrscheinlich schon abgebrochen.
Das Ende hat mich zum Glück aber vollstens zufriedengestellt. Vielleicht ging es etwas flott und vielleicht war es etwas zu happy, aber im Grunde wurde alles gut aufklärt, es war bis zuletzt spannend, Billie hat ihre Sachen geklärt bekommen und auch die anderen Protagonisten werden beachtet. Ich hätte es mir im Hinblick auf den ersten Band, nur hinsichtlich des Love Triangels etwas stärker gewünscht.
Fazit:
Dieser zweite Band konnte mich leider nicht so überzeugen, wie der starke Auftakt. Bis über die Hälfte war ich von der Geschichte eher gelangweilt. Dazu kommt, dass die Hauptprotagonistin Billie eher unstet agiert und keinen richtigen Biss entwickelt. Gerade im Hinblick auf die Lovestory der Geschichte hat das bei mir für viel Unmut gesorgt. Irgendwann konnte mich die Story aber doch catchen und ich fand die Idee der Geschichte alles in allem echt spannend und neu gedacht.
So gibt es von mir 3 von 5 Sterne.