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Veröffentlicht am 07.06.2024

Humorvoll, mitreißend und absolut magisch!

School of Myth & Magic, Band 1 - Der Kuss der Nixe
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Dass Jennifer Alice Jager beeindruckende und magische Welten erschaffen kann, hat sie bereits mit ihrer Reihe "Emily Seymour" ("Totenbeschwörung für Anfänger" und "Zeitreisen für Fortgeschrittene") bewiesen. ...

Dass Jennifer Alice Jager beeindruckende und magische Welten erschaffen kann, hat sie bereits mit ihrer Reihe "Emily Seymour" ("Totenbeschwörung für Anfänger" und "Zeitreisen für Fortgeschrittene") bewiesen. So stand für mich auch fest, dass ich ihre neue Reihe "School of Myth and Magic" rund um die magischen Wesen in der Zwischenwelt unbedingt ebenfalls lesen wollte. Hier steht mit der Hauptprotagonstin Devon eine starke und selbstbewusste junge Nixe im Zentrum des Geschehens. Was sie alles auf der neuen Schule erlebt, konnte mich mitreißen und die Charaktere sind wieder einmal allesamt super ausgearbeitet und geben der Geschichte eine tolle Dynamik.

Zitat: „Ich hatte einen Halbgott umgeschubst. Das konnten sicher nicht viele von sich behaupten.“ (Jennifer Alice Jager: School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe. Seite 120)

Die Autorin:

Jennifer Alice Jager (geboren 1985) ist eine deutsche Autorin, die bereits seit 2014 Bücher für Jugendliche und Erwachsene veröffentlicht. Nach ihrer schulischen Ausbildung gab sie Zeichenunterricht. Ihre eigenen Bilder wurden in Galerien ausgestellt. Ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte sie erst während ihres längeren Aufenthalts in Japan. Seit sie wieder in ihre Heimat zurückgezogen ist, ist sie als Autorin tätig, zeichnet in ihrer Freizeit aber immer noch gerne. Neben Büchern und dem Zeichnen hat sie auch eine große Leidenschaft für ihre Tiere.

Inhalt:

„Nixen gibt es wirklich – und sie sind gefährlich. So wurde es Devin ihr Leben lang eingetrichtert. Als sie ihren Schwarm Tyler aus Versehen zu tief in den Badesee lockt und so ins Krankenhaus befördert, begreift Devin, dass in ihr selbst Nixen-Kräfte schlummern. Um sie zu kontrollieren, soll sie die geheime „School of Myth & Magic“ besuchen, zusammen mit Hexen, Drachen, Vampiren und einem sehr charmanten Faun. Doch etwas – oder jemand – mit dunklen Absichten ist ihr an die Schule gefolgt.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Fantasy-Roman:

Das Cover ist sehr beeindruckend. Da scheint ein Schild im Mittelpunkt zu stehen, um welches sich allerlei Dinge aus der Meerwelt tummeln und ranken. Darauf das Emblem der School of Myth and Magic und der Titel des Buches. Es ist in dunkleren Blautönen gehalten und mit einer schimmernden Folie versehen, die alles noch ein wenig magischer erscheinen lässt. Die limitierte Erstauflage besitzt einen Farbschnitt an der langen Seite des Buches, der die Ranken und Elemente auf dem Cover aufnimmt und mit dem Farbschnitt von Band zwei ein Bild ergeben wird.

Jennifer Alice Jager schafft es, seine Leser von der ersten Zeile an abzuholen. Sie schmeißt einen regelrecht in die Geschichte. Denn wir lernen sofort die schlagfertige und taffe Protagonistin Devin kennen, die sich auf den Weg zu ihrer Geburtstagsparty am Stand macht. Dabei wird sofort greifbar, was für ein Typ Mensch sie ist: ungebunden, frei und selbstbestimmt. Im Verlauf der weiteren Geschichte treffen wir auf einige weitere starke und sympathische Charaktere und selbst der Antagonist berührte mein Herz. Wir haben hier ausnahmslos toll ausgearbeitete und vor allem vielfältige Charaktere, die ein buntes Bild entwerfen.

Zitat: „Ich wusste nicht, wer er wirklich war und was tatsächlich in ihm vor sich ging, weil er sich meisterhaft darauf verstand, alles in sich zu vergraben. Vielleicht hatte er nicht einmal selbst Zugriff darauf.“ (Jennifer Alice Jager: School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe. Seite 298)

Die Welt, die die Autorin hier beschreibt befindet sich im selben Universum wie es bei "Emily Seymour" der Fall war. Das hat mir gut gefallen, denn so kehrt man wieder zurück und wird noch weiter in die magischen Bereiche der Raum-Zeit-Falten eingeführt. Außerdem treffen wir auf den ein oder anderen Protagonisten aus Emily Seymour. Auch die Schule, die Devon besucht, beeindruckt durch ihre Vielfältigkeit, denn sie vereint einige magische Wesen unter einem Hause und so gibt es vieles mehr über sie alle zu erfahren.

Devin muss mit einigen Fragen zurechtkommen. Da sie ihr gesamtes 17-jähriges Leben in der Menschenwelt verbracht hat und nichts über die Welt der magischen Wesen wusste, ist sie in allem absolut uninformiert. Doch ihre neuen Freunde helfen ihr, wo es geht und auch ihr schlagfertiges Wesen verhilft ihr immer wieder schnell zu Antworten. Im Verlauf der Geschehnisse ergeben sich aber auch für uns Leser Fragen über Fragen. Das machte die Geschichte absolut spannend und da man Stück für Stück Lösungen präsentiert bekommt, ist man auch nicht ungeduldig.

Ein paar Klischees wie die böse Anführerin unter den Nixen, die Devin das Leben schwer macht, werden zwar bedient, aber damit werden ganz natürlich Themen wie Mobbing aufgegriffen und gut in die Story eingearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen. All die Handlungen der Protagonisten, ob gut oder schlecht, tragen zum weiteren Fortgang der Story bei und die Interaktionen zwischen den Protagonisten machten großen Spaß. Auch die zart aufkeimenden Gefühle zwischen Devin und Caleb sind einfühlsam beschrieben und lassen einem das Herz weiter schmelzen.

Es machte so großen Spaß Devon und ihre Freunde zu begleiten. Ich wurde von Beginn an von der Story gefesselt. Es machte Spaß zu lesen, da auch viele humorvolle Szenen zu finden sind und tolle Dialoge sowie Konfliktgespräche. Der unbeschwerte Umgang der Freunde untereinander geben dem Leser ebenfalls ein entspanntes Gefühl.

Fazit:

Der Auftakt der Fantasy-Reihe "School of Myth and Magic – Der Kuss der Nixe" hat mir richtig gut gefallen. Das Buch ist unterhaltsam, ergreifend und hat ein absolut geniales Setting. Die vielen humorvollen Szenen, die gut ausgearbeiteten Dialoge und die starken Konfliktgespräche ließen das Lesen zu einem wahren Fest werden. Ich konnte in eine ganz tolle Welt eintauchen und bin nach dem doch etwas gemeinen Cliffhanger nun sehr gespannt, wie es ab dem 1. Juli 2024 mit dem zweiten und dann auch abschließenden Teil "School of Myth and Magic – Der Fluch der Meere" weitergehen wird. Die Charakterkarte, die die Autorin vor kurzem revealt hat, gibt schonmal einen ersten interessanten Einblick. Ich kann es kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Kurz und bündig über die Hintergründe der Klimakrise aufgeklärt!

Miese Krise
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Zum Thema Umweltschutz und Klimakatastrophe gibt es ja bereits einige Bücher und ich habe euch auch das ein oder andere vorgestellt. Als ich von dem Buch "Miese Krise" aus dem KATAPULT-Verlag erfuhr wurde ...

Zum Thema Umweltschutz und Klimakatastrophe gibt es ja bereits einige Bücher und ich habe euch auch das ein oder andere vorgestellt. Als ich von dem Buch "Miese Krise" aus dem KATAPULT-Verlag erfuhr wurde ich hellhörig. Der Verlag ist für seine klaren Aussagen und manchmal vielleicht etwas provozierende Art bekannt. Dabei legen die kreativen Köpfe aber immer großen Wert auf gesicherten Fakten, die sich belegen lassen. Miese Krise steht auch genau in diesem Zeichen. Auf gut 200 Seiten erfahren wir eine Menge zum Thema Klimawandel. Was dazu führt, wie wir aktiv werden können, wie manipulativ unsere Gesellschaft ist und wie wir Menschen damit umgehen. In kurzen Kapiteln mit klaren Botschaften und fundierten wissenschaftlichen Belegen hat das Autor:innen-Team ein tolles Werk geschaffen, was den Einstieg in die Materie kinderleicht macht.

Zitat: „Wir brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben und wir sollten aufhören, wahllos irgend etwas zu tun. Wir sollten etwas Gemeinsames tun, etwas, das uns erlaubt, in einer freien Welt so zu leben, dass wir den Planeten und seine Ressourcen auch für die nächsten Generationen erhalten. Um vom Irgend-etwas-tun zum Gemeinsam-etwas-tun zu kommen, braucht es eine gemeinsame Vision.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 12)

Die Autor:innen:

Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling und Annika Le Large machen mit @nachhaltig.kritisch seit 2019 jungen und unabhängigen Klimajournalismus. Auf Instagram und allen gängigen Podcast-Plattformen beschäftigen sie sich mit Klimathemen und hinterfragen den Status Quo der grünen Filterblase. Mit sorgfältigen Recherchen, kreativen Illustrationen und einem Gespür für relevante Themen erreichen sie monatlich online bis zu 100.000 Menschen.
(Angaben auf der Webseite des Verlags)

Inhalt:

„Die Auswirkungen des Klimawandels werden das Leben auf der ganzen Erde verändern, auch bei uns. Wie konnte es dazu kommen? Und was bringt die Zukunft? In Miese Krise fassen Ann-Sophie Henne und Robin Jüngling kompakt zusammen, was wir alle über diese Krise wissen müssen. Ihr Buch, liebevoll illustriert von Annika Le Large, macht Mut, für Veränderung und Zusammenhalt einzustehen. Denn auch wenn es sich oft nicht so anfühlt: Wir alle können Einfluss auf den Ausgang dieser Geschichte nehmen.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Sachbuch:

Das Buch fühlt sich mit seiner rauen Oberfläche ohne Folie oder ähnliches schon ziemlich klimafreundlich an. Für den Hintergrund wurde ein natürlicher Beige-Ton gewählt. Davor ist eine etwas grimmig dreinblickenden Erde abbildet, die die Krise in Hinblick auf unsere Mutter Erde schon ziemlich gut in Szene setzt. Darüber angeschmiegt an die Weltkugel befindet sich der Titel. Darunter schweben Wolken und wieder darunter der Untertitel, der uns nun definitiv nicht mehr im Unklaren darüber lässt, was sich zwischen den Seiten verbirgt.

Zitat: „Die Krisen unserer Zeit führen dazu, dass die ärmsten Mitglieder unserer Gesellschaft immer ärmer werden, die reichsten dagegen noch reicher.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 72)

Die Autor:innen haben einen gut verständlichen und knappen Schreibstil und schaffen es in einprägsamen Sätzen und kurzen Abschnitten einige wichtige Dinge bezüglich der Klimakrise zu erklären und damit aufzuklären. Das Buch ist dabei in sieben Oberthemen unterteilt: Heute, Morgen, Ungleichheit, Kommunikation, Klimagefühle, Mythen und Wandel. Schon hier sieht man, dass sich das Team auch Themen annimmt, die sonst nicht weiter beleuchtet werden. Es geht nicht nur um die Dinge, die die Erde langsam aber sicher zu Grunde richtet, sondern auch darum, wie sich die Menschen verhalten, was sie tun und vor allem was und wie sie etwas sagen. Die einzelnen Themen sind dann nochmals in kurze Kapitel unterteilt, die sich über wenige Seiten erstrecken und so auch zwischendurch immer wieder gut gelesen werden können. All die Aussagen sind dabei mit wissenschaftlichen Fakten unterfüttert, welche sich in einem umfangreichen Quellennachweis nachschlagen lassen.

Zitat: „Eine moralische Anklage wird das Verhalten anderer Menschen nicht verändern, sondern vielmehr die Fronten verhärten. Außerdem verschwendet das unsere Zeit, weil es vom eigentlichen Problem ablenkt: einem maroden politischen und ökonomischen System, dass uns gerade im Angesicht multipler Krisen auf die Füße fällt.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 118)

Den sieben Hauptthemen sind jeweils immer aussagekräftige Zitat vorangestellt, von Menschen die vom Fach sind, sich mit dem auskennen, worüber sie sprechen. Außerdem gibt es vereinzelte Info-Grafiken, die dem Leser nochmals anschaulich vor Augen führen, was da auf unserer Erde gerade passiert und wie sich das alles in der Vergangenheit entwickelt hat. Auch vor möglichen Aussichten, was beispielsweise passiert bei einer Erderhitzung von 1,5 oder 2 Grad, wird nicht zurückgeschreckt. Schonungslos aber gleichzeitig hoffnungsvoll mit vielen Beispielen, was wir tun können, widmen sich die Autoren dieser doch schweren und weitreichenden Thematik.

Zitat: „Letztendlich verändert sich aber nicht die Wirtschaft, die Ernährung oder der Verkehr. Vielmehr sind wir es, die gemeinschaftlich einen umfassenden Wandel vorantreiben und legitimieren – oder eben nicht. Die Art, wie wir leben, wirtschaften, konsumieren, wählen, all das macht einen Unterschied. Dabei geht es nicht um Verbote und Verzicht, sondern auf Zusammenhalt und Rücksicht.“ (Ann-Sophie Henne, Robin Jüngling & Annika Le Large: Miese Krise. Seite 199)

Das Augenmerk wird auch auf Manipulation von oben durch Sprache oder Marketing gelegt, sowie auch auf die eigene Psyche und wie man daraus schöpfen kann. Es wird ganz klar, wir haben die Möglichkeiten und Mittel etwas zu verändern, dazu braucht es aber Richtlinien, an die sich besonders die großen Strippenzieher halten müssen, was aber leider an den Hauptakteuren in unserer Politik scheitert (Beispiele: Tempolimit oder CO2-Ausgleich auf Grundlage der Scope-3 Emissionen).

Fazit:

"Miese Krise" ist ein Werk, welches die Thematik rund um die Klimakrise gut zusammengefasst aufbereitet und vielfältige Absatzpunkte biete, die verständlich dargestellt werden. Hierbei wird auf wirtschaftliche, soziale und politische Voraussetzungen eingegangen und ganz klar gezeigt, was sich ändern muss, um die drohende Klimakatastrophe aufzuhalten. Es ist möglich, wenn wir nur alle zusammenarbeiten, Ungerechtigkeit abschaffen und jetzt handeln.

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Veröffentlicht am 30.05.2024

Herzzerreißend und gleichzeitig ein heilender Abschluss der Geschichte um Eden und Josh!

The way I am now
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"The Way I used to be" ist der vorangegangene Teil zu "The Way I am now". Beide Bücher sind wahre Highlights für mich in diesem Jahr und konnten mich sowohl zutiefst berühren, als auch absolut überzeugen. ...

"The Way I used to be" ist der vorangegangene Teil zu "The Way I am now". Beide Bücher sind wahre Highlights für mich in diesem Jahr und konnten mich sowohl zutiefst berühren, als auch absolut überzeugen. Wer den ersten Teil dieser Dilogie (deren Schaffungsphasen im Original einige Jahre auseinander liegen) noch nicht kennt, der kann sich meine Rezension, die ich erst vor kurzem hier mit euch geteilt habe, anschauen. Ich möchte euch auch den zweiten und abschließenden Teil aus der Feder der begabten Autorin Amber Smith ans Herz legen.

Zitat: „Ich war mir sicher. Sie war jedes Risiko wert, was der Versuch mit sich brachte. Damals wie heute.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 420)

Die Autorin und die Übersetzerin:

Amber Smith liebt es, Geschichten zu erzählen. Die Autorin wuchs in Buffalo, New York auf und lebt heute mit ihrer Frau und ihren Tieren in Charlotte, North Carolina. Sie machte an der Kunstschule ihren BFA in Malerei und erwarb danach ihren Master in Kunstgeschichte. Sie schreibt, liest und ist außerdem künstlerisch tätig. Darüber hinaus ist sie freiberuflich als redaktionelle Beraterin tätig.

Ulrike Brauns stammt aus der Nähe von Köln. Sie studierte in Bonn, Stockholm und Melbourne. 2004 machte sie sich selbstständig und arbeitet seither als Übersetzerin und Untertitlerin. Sie lebt inzwischen in Berlin.

Inhalt:

** Achtung Spoiler für alle, die den ersten Teil noch nicht kennen. **

„Es gab eine Zeit, die dunkelste aller Zeiten, in der Eden dachte, die einzige Person, die sie retten könnte, sei Josh. Er war alles Gute auf der Welt – ein vertrauensvolles Herz, eine liebevolle Berührung, ein freundliches Lächeln. Aber er sollte nie ihr Retter sein. Eden musste sich alleine retten. Nachdem Eden mit dem College begonnen und sich ihrem Vergewaltiger gestellt hat, scheint es, als wären sie endlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um eine funktionierende Beziehung aufzubauen. Doch als der Prozess, der entscheiden wird, ob Eden die Gerechtigkeit erhält, die sie verdient, bevorsteht und unverheilte Wunden aufreißt, stellt sich die Frage, ob ihre Liebe dem Druck standhalten kann?“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Buch:

Das Cover wirkt mit der lila Farbe zunächst ganz anders und viel intensiver, als beim ersten Band. Doch das Motiv der Pusteblumen ist wieder aufgenommen worden und diesmal befinden diese sich in ihrem Endstadion. Die Wandlung ist fast vollbracht und schon einzelne Schirmchen lösen sich und werden in die Luft geweht. Die sich gegenseitig umschlingenden Stiele der Blumen transportieren etwas sehr liebevolles und sollen sicherlich die Hauptprotagonisten Eden und Josh darstellen. Auch der Farbschnitt ist wieder ganz im Stile des Covers gehalten und wunderschön anzusehen.

Zitat: „Und zum ersten Mal begreife ich – im Kopf und im Herzen–, warum wir das wirklich machen. Für uns. Wir machen das für uns. Und irgendwie macht diese Erkenntnis das alles noch mal viel beängstigender und realer.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 257)

Wieder erlebt der Leser einen äußerst emotionalen Einstieg. Denn Eden hat auch vier Monate nach den Ereignissen, mit denen der erste Band endete, weiter mit ihrem Trauma zu kämpfen. Sie versucht, einen Weg in ihr altes Leben zu finden, verliert sich dabei aber immer wieder selbst, da sie tut, was andere von ihr erwarten und nicht, was sie wirklich von Herzen will. Doch ihr wird klar, dass sie einen eigenen Weg, fernab ihrer schmerzlichen Erinnerungen einschlagen muss und hat das Glück am College angenommen zu werden, an welchem auch Josh studiert. So finden Eden und Josh erneut zueinander. Sie lernen sich besser kennen. Eden beginnt, sich an der Uni ein neues Leben aufzubauen, dass aber von der Anhörung wegen der Gerichtsverhandlung überschattet wird.

Zitat: „Und während wir so mitten in ihrem Zimmer stehen, spüre ich, wie dieses Gefühl – diese Leere, dieses Ausgehöhlte – sie verlässt und in mich kriecht.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 304)

Diesmal ist das Buch aus zwei Blickwinkeln geschrieben. Eden und Josh wechseln sich mit den Schilderungen ab und Josh bekommt so seine eigene Stimme und tritt noch mehr in den Fokus. Denn auch er hatte keine leichte Vergangenheit und auch für ihn ist es schmerzlich, zu wissen, was Eden widerfahren ist. Er geht dabei so wunderbar mit Eden um, obwohl er selbst manchmal an seine Grenzen gerät und eigentlich ebenfalls psychologische Hilfe bräuchte. Hin und wieder sind die beiden nach wie vor nicht offen zueinander, da sie sich oder den andern schützen wollen. Das empfand ich als sehr authentisch und dem Alter und den Erfahrungen der Protagonisten entsprechend absolut passend.

Zitat: „So hätte es immer sein sollen, so hätte es damals mit uns anfangen sollen.“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 184)

Sind Eden und Josh zusammen, geht es beiden gut. Sind sie getrennt voneinander, haben sie noch Schwierigkeiten, ihr Leben zu bewältigen. Doch für eine gesunde Beziehung muss man selbst auch alleine bestehen können. Und so haben die beiden nochmals einige Hürden zu nehmen, bevor sie ihr Happy End finden können. Hierbei wurde nicht künstlich für Probleme gesorgt, sondern die Geschichte brachte die Probleme ganz natürlich zu Tage, ohne zu stark zu dramatisieren. So ist alles ehrlich, denn nicht immer wird es stetig besser. Wir erleben ein Auf und Ab, welches mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselte.

Zitat: „Sekt auf leeren Magen, Zigaretten auf gebrochenen Herz, Gras auf kaputten Verstand. Keine gute Kombination, trotzdem fühle ich mich wieder recht zurechnungsfähig“ (Amber Smith: The Way I an now. Seite 348)

Eine Kritik habe ich aber an dem Buch. Leider trübten die vielen Fehler (Rechtschreibung etc.) meine Lesefreude diesmal doch stärker. Das finde ich besonders schade, da ich selbst freie Lektorin bin. Mir stellt sich natürlich auch die Frage, wie es dazu kommen konnte. Ein gutes Korrektorat ist das A und O für ein erfolgreiches Buch und ich finde vierzehn offensichtliche Fehler auf 422 Seiten (im ersten Buch waren es „nur“ sieben), das haben sowohl die Autorin als auch das Buch nicht verdient. Und wer weiß, was ich noch übersehen habe, da ich ja nicht in meinem Korrekturmodus war.

Fazit:

"The Way I am now" ist ein gebührender Abschluss um Edens und Joshs Geschichte. Ich habe mit den beiden gelitten, mich gefreut und konnte das Buch mit einem guten Gefühl zur Seite legen. Ich werde auf jeden Fall weiter verfolgen, was Amber Smith als nächstes zu Papier bringt und kann sowohl "The Way I used to be" als auch "The Way I am now" allen ans Herz legen, die herzergreifende, tiefgründige und durchaus auch schmerzhafte Bücher schätzen.

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Veröffentlicht am 24.05.2024

Eine außergewöhnliche Idee!

Every Day. Letztendlich sind wir dem Universum egal. Die Graphic Novel
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Bereits vor einigen Jahren erschien der Roman "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan. Auch verfilmt wurde die außergewöhnliche Geschichte um den Jungen A – der jeden Tag im Körper ...

Bereits vor einigen Jahren erschien der Roman "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan. Auch verfilmt wurde die außergewöhnliche Geschichte um den Jungen A – der jeden Tag im Körper eines anderen Menschen erwacht – und dem Mädchen Rhiannon. Sie verlieben sich, doch wie soll man mit solch einem ungewöhnlichen Leben eine Beziehung führen? Jetzt ist die Graphic Novel zum Buch erschienen und der Fischer KJB Verlag hat mir ein Exemplar davon zukommen lassen. In Windeseile habe ich das Buch verschlungen, wollte unbedingt erfahren, wie es ausgehen wird. Jetzt bin ich auf jeden Fall neugierig auf die Romanvorlage dazu, welche schon im Regal bereit steht. Hier wird es bestimmt noch emotionaler zugehen, als es bei der Graphic Novel bereits ohnehin schon der Fall war. Nochmals im Detail in die Gedanken des Hauptprotagonisten A einzutauchen, ist sicherlich eine ganz außergewöhnlich emotionale Erfahrung.

Zitat: „Es ist nicht wie beim Puzzle, wo alle Teile sofort passen. Bei Beziehungen muss man die Teile so lange formen, bis sie sich perfekt zusammenfügen.“
„Und dein Teil ändert jeden Tag die Form.“
(David Levithan & Dion MBD: Every Day – Letztendlich sind wir dem Universum egal. Seite 161)

Der Autor und der Illustrator:

David Levithan (geboren 1972) arbeitet als Verleger einem der größten Kinder- und Jugendbuchverlage in den USA. Außerdem ist er Autor zahlreicher und erfolgreicher Jugendbücher, unter anderem Will & Will (mit John Green) und Dash & Lily (mit Rachel Cohn). Sein Roman Letztendlich sind wir dem Universum egal erhielt 2015 den Deutschen Jugendliteraturpreis der Kategorie Jugendjury. Der Autor lebt in Hoboken, New Jersey, USA.

Dion MBD steht für Dionisius Mehaga Bangun Djayasaputra. Er ist ein indonesischer Illustrator sowie Designer, der in New York, USA und Bandung (südöstlich von Jakarta), Indonesien lebt und arbeitet. Während seines Studiums der Illustration entwickelte er eine Faszination für Wolken. In seiner Freizeit kocht er, hört John Mayer oder beobachtet Wolken.

Inhalt:

„Eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten der Jugendliteratur
Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, was er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt, und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren. Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?“
(Klappentext)

Gedanken zur Graphic Novel:

Das Cover gefällt mir unheimlich gut. Es zeigt zunächst die Silhouette eines Mädchens, das sich der Hand einer weiteren Silhouette entgegenstreckt, hinter welcher einige weitere bunte Figuren warten. Zu ihren Füßen sehen wir dann nochmals ein Paar. Diesmal in Farbe und in einem innigen Moment aneinander gekuschelt. Tasche und Rucksack liegen um die beiden verstreut. Hier wurde eine Szene des Buches eingefangen und die Silhouetten im Hintergrund spiegeln die Thematik wider, nämlich dass der Hauptprotagonist A in verschiedenen Körpern – männliche wie weibliche – auftritt. Die bunte Vielfalt wird hier außerdem sehr gut transportiert.

Von diesem Titel hatte ich zwar schon einmal gehört, allerdings wusste ich bis vor kurzem nicht, welch spannende und emotionale Geschichte dahinter steckt. Der Fischer KJB Verlag hat mir sowohl die Graphic Novel als auch die Romanvorlage zugeschickt, da die Verantwortlichen dachten, diese Geschichte könnte mich interessieren. Was soll ich sagen? Sie haben ins Schwarze getroffen. Ich habe den Schreibstil und die Form der Graphic Novel sehr genossen und bin durch die Seiten gerannt, auf der Suche nach der Lösung für die schwierige Situation, in welcher sich Rhiannon und A befinden.

Die Illustrationen, die diese schöne und traurige Liebesgeschichte in Szene setzen, sind liebevoll und bunt umgesetzt worden. Es gibt dort viel zu entdecken und es ist eine tolle Variation in den Szenerien zu sehen. Wir folgen den beiden an den Strand, in den Wald, in die Schule sowie an viele weitere Orte und haben immer den Eindruck mitten drin zu sein. Der Autor nimmt sich gleichzeitig vieler wichtiger Themen an, wie Depressionen oder Adipositas.

Zitat: „Es gibt vieles, was dich an einer Beziehung festhalten lässt. Furcht vorm Alleinsein. Angst, dein Leben über den Haufen zu werfen. Der Entschluss, dich mit etwas zu begnügen, das okay ist, weil du nicht weißt, ob es noch besser werden kann.“ (David Levithan & Dion MBD: Every Day – Letztendlich sind wir dem Universum egal. Seite 43)

Das Schicksal, dass A und Rhiannon durch ihre Liebe miteinander teilen, ist herzerwärmend und herzzerreißend zugleich. Am Ende war ich sehr berührt und gleichzeitig will ich noch viel mehr erfahren und so werde ich sicherlich auch bald den Roman lesen. Denn über ein Leben, welches A führt, habe ich bisher nie gelesen. Es steckt voller Herausforderungen und voller philosophischer Fragen, die im Roman sicherlich noch einmal intensiver beleuchtet werden können.

Fazit:

"Every Day – Letztendlich sind wir dem Universum egal" ist eine tolle Graphic Novel mit einer emotionalen Geschichte und voller dramatischer Wendungen. Dieses Buch macht Lust auf mehr. Mehr aus der Gedankenwelt des Protagonisten A und wie er es schafft, mit diesem außergewöhnlichen Schicksal umzugehen. Fragen wie – Was ist die Seele? Was macht einen Menschen aus? Ist das Geschlecht wichtig, wenn es um Liebe geht? – werden behutsam und tiefgründig behandelt. Im zweiten Teil "Letztendlich geht es nur um dich" wird diese besondere Liebe aus Rhiannons Sicht geschildert. Und im Englischen gibt es sogar bereits einen dritten Teil. "Someday" schließt nahtlos an "Every Day" an und erzählt As Schicksal weiter.

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Veröffentlicht am 15.05.2024

Atemberaubende Fakten, Bilder und Zusatzmaterialien über die Macht der Vulkane!

Verborgene Welt der Vulkane
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Die informative Buchreihe "Verborgene Welt" des Sophie Verlages hat einiges zu bieten. Nicht nur mythologische Themen wie Fabelwesen oder Zauberei werden unter die Lupe genommen, auch zu wissenschaftlichen ...

Die informative Buchreihe "Verborgene Welt" des Sophie Verlages hat einiges zu bieten. Nicht nur mythologische Themen wie Fabelwesen oder Zauberei werden unter die Lupe genommen, auch zu wissenschaftlichen Bereichen wie Mineralien, Mikrokosmos oder Megafauna gibt es passende Bände in dieser Reihe. "Verborgene Welt der Vulkane" ist eines dieser Bücher, welches ich mir ein wenig näher angeschaut habe. Die Reihe richtet sich an Kinder ab 6 Jahren und bringt mit einer erzählenden Geschichte dem Leser einige Fakten nahe, sodass man hinterher definitiv mühelos einiges gelernt hat.

Die Autorin und der Illustrator:

Karolin Küntzel ist Autorin zahlreicher Bücher für Kinder. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement. Sie leitete Schreibwerkstätten und unterrichtete an Grundschulen. Seit 2008 schreibt die Autorin Sachbücher für Kinder und Erwachsene und hat bereits mehr als 60 Bücher veröffentlicht.

Fabio Porfidia ist als Illustrator tätig. Er zeichnet für Bücher und Spiele und lebt in Italien.

Inhalt:

„Der Vulkanologe Janos Broder reist durch die Welt, um die wichtigsten Vulkane zu erforschen. Wenn er zu Hause ist, löchern seine drei Kinder ihn mit Fragen. Dann erzählt er von den Vulkanen, die er gesehen hat und von Ausbrüchen, die er oder Bewohner des Gebietes erlebt haben. Er liest aus Zeitzeugenberichten, baut Vulkanmodelle und nimmt in seinen Erzählungen die Kinder mit auf eine Reise zu den beeindruckenden Vulkanen der Welt. Das letzte, interaktive Kapitel zeigt unseren Leser*innen, dass Menschen gelernt haben, die Energie der Vulkane positiv zu nutzen: Geothermische Anlagen stehen nicht nur in Ländern mit Vulkanismus wie Island oder Italien, sondern auch in Deutschland.“ (Produktbeschreibung)

Gedanken zum Kindersachbuch:

Das Cover dieses Buch ist beeindruckend. Unter dem Titel, der in verschiedenen Schrifttypen auf der oberen Hälfte der Fläche prangt und dessen Hauptthema (in diesem Fall „Vulkane“) hervorgehoben ist, können wir in den Krater eines Vulkans sehen. Brodelnde Lava, Gestein und viel Rauch sind zu sehen. Der Vulkan ist aktiv und spuckt glühende Lavabomben. Wie auch bei den anderen Bänden der Reihe wird das dargestellte Bild mit einem Rahmen versehen und somit ist der Wiedererkennungswert der Buchreihe absolut gegeben.

Das großformatige Buch macht es möglich, viele Details zum Thema durch großflächige Zeichnungen in Szene zu setzen und damit dem Leser zugänglich zu machen. So gibt es einige Darstellungen wie zum Beispiel der Querschnitt unserer Erde oder eines Vulkans, die aufschlussreich sind und dem Verständnis dienen. Der Leser begleitet die Familie Broders. Der Vater ist Vulkanologen und hat so einiges über die Feuer speienden Berge zu berichten.
Auf der Webseite des Verlages könnt ihr einen Blick ins Buch werfen.

Zunächst lernen wir einiges zum Aufbau der Erde, denn dieser ist wichtig, um die Funktionsweise von Vulkanen zu verstehen. Dann werden einige Vulkane in Europa und weltweit vorgestellt, sowie über die verheerenden Ausbrüche und Erdbeben erzählt. Was Vulkanologen so tun, welche darunter besondere Berühmtheit erlangten und wozu man Vulkane überhaupt erforscht, folgt auf dem Fuße. Außerdem wird beispielsweise darauf eingegangen, wieso einige Dörfer und Städte trotz der Gefahren direkt am Fuße eines Vulkans errichtet wurden. Denn Vulkane sind nicht nur gefährlich, sie bieten auch einen fruchtbaren Boden, heiße Quellen und dienen der Energiegewinnung. Und dann geht der Blick sogar noch hinauf ins Weltall, denn nicht nur auf der Erde existieren diese heißen Krater voller Lava.

Immer wieder finden sich außerdem QR Codes im Buch, über welche man kleine Videos (beispielsweise aus dem Yellowstone Nationalpark, von einem Vulkanausbruch, die brodelnde Lava in einem Krater, spuckende Geysire, und die Funktionsweise von Geothermie) sehen kann. Im Anhang kann der Leser durch ein Quiz sein Wissen testen und erhält wertvolle Tipps, wie man Energieheld:in werden kann. Außerdem kann man mit einer bebilderten Anleitung eine eigene kleine Vulkanlandschaft basteln und mithilfe eines chemischen Experimentes einen Vulkan zum Ausbruch bringen.

Fazit:

"Verborgene Welt der Vulkane" bietet einen tollen Zusammenschluss von erzählender Geschichte, aussagekräftigen und beeindruckenden Illustrationen sowie interessanten Sachinfos zu Vulkanen. Auf vielfältige Weise kann man hier sein Wissen ganz einfach erweitern. Weitere Themenbücher der Reihe werden sicherlich noch den Weg zu uns finden.

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