Direkt ein guter Start in das neue Lesejahr. "Der rote Palast" ist von Anfang bis Ende spannend und führt den Leser ein in die damaligen Machtverhältnisse und die Kultur Koreas.
Die Protagonistin folgt ...
Direkt ein guter Start in das neue Lesejahr. "Der rote Palast" ist von Anfang bis Ende spannend und führt den Leser ein in die damaligen Machtverhältnisse und die Kultur Koreas.
Die Protagonistin folgt ihrer Leidenschaft und geht damit gewisse Risiken ein, die extra Spannung erzeugen. Zudem gibt es eine kleine, leise Liebesgeschichte und Familienkonflikte.
Das Buch liest sich sehr zügig und findet genauso zügig ein Ende. Dies hätte noch ausführlicher sein können. Insgesamt eine Empfehlung.
Kennen wir nicht alle diese Momente, in denen wir bei einem Beruf denken: „Der Name passt perfekt dazu“? Ein Gedanke, zu dem es sogar Forschung gibt, dem ich aber in einem Roman bisher noch nie begegnet ...
Kennen wir nicht alle diese Momente, in denen wir bei einem Beruf denken: „Der Name passt perfekt dazu“? Ein Gedanke, zu dem es sogar Forschung gibt, dem ich aber in einem Roman bisher noch nie begegnet bin. Genau hier setzt dieses Buch an. Die Grundidee ist außergewöhnlich spannend, die Umsetzung erfrischend anders.
Der Vater möchte aus Tradition, dass sein Sohn Gordon heißt. Die kleine Tochter findet Bear wunderbar. Die Mutter hingegen wünscht sich einen Namen, der ihrem Sohn größtmögliche Freiheit zur eigenen Entwicklung lässt: Julian.
Der Roman entwickelt daraus ein faszinierendes Gedankenspiel. In siebenjährigen Abständen begleiten wir drei mögliche Lebenswege: Gordon, Julian und Bear wachsen in parallelen Realitäten auf. Und immer wieder ertappte ich mich dabei, wie stimmig mir die von der Autorin entworfenen Lebenswege zu den jeweiligen Namen erschienen. Dabei vermeidet sie es, eindeutige Zusammenhänge zu formulieren. Als Leser*in ist man selbst gefragt: Welche Bedeutung messe ich einem Namen bei? Wie sehr beeinflusst er meine Wahrnehmung?
Besonders eindrücklich ist die Figur des Vaters. Ein angesehener Arzt, der Traditionen hochhält und der selbst scheinbar keine Wahl hatte. Oder vielleicht doch? Früh zeigt sich seine gewaltvolle Seite, die für die weitere Entwicklung zentral wird. Plötzlich stehen die Namen nicht nur für Identität, sondern die Frage, ob Namen ein Teil unserer DNA sind: Der traditionsreiche Name wird mit Härte und Gewalt verknüpft, der neutrale mit Entscheidungsfreiheit, der kindlich-niedliche mit Sanftheit. Die Frage drängt sich auf, ob sich ein Lebensweg dem Namen beugt.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Jeder der drei Lebenswege besitzt spannende wie auch ruhigere Passagen. Die kurzen Kapitel sind präzise erzählt und halten das Tempo hoch. Mitunter fiel es mir schwer, die einzelnen Entwicklungen auseinanderzuhalten, da sich stets drei Perspektiven über denselben Zeitraum entfalten.
Insgesamt ist es ein psychologisch kluger, nachhallender Roman. Ein spannender Blick auf Identität, Prägung und die Frage, wie viel unseres Lebens wir selbst bestimmen.
Dieses Buch war für mich untypisch und doch eine echte, ausgesprochen positive Überraschung. "Fitness" Freaks zeigt nicht nur die Wege zweier sportbegeisterter Menschen auf, sondern beleuchtet auch, wie ...
Dieses Buch war für mich untypisch und doch eine echte, ausgesprochen positive Überraschung. "Fitness" Freaks zeigt nicht nur die Wege zweier sportbegeisterter Menschen auf, sondern beleuchtet auch, wie unterschiedlich beide den Sport für sich interpretieren und leben. Schon die Struktur des Buches ist ungewöhnlich und zugleich erfrischend: Der Leser erhält abwechselnd interviewartige Kapitel von Freunden, Kollegen und Familienmitgliedern, sowie Passagen eines allwissenden Erzählers, die ihre ganz persönliche Sicht auf die beiden Protagonisten schildern. Natürlich kommen auch die beiden Hauptfiguren ausführlich selbst zu Wort.
Besonders spannend fand ich die Vielschichtigkeit der Themen. Neben den persönlichen Geschichten greift das Buch auch psychologische Aspekte auf: Wie entsteht eine sportliche „Obsession“? Welche inneren Prozesse löst der Sport aus, und wie beeinflusst er Wahrnehmung, Selbstbild und Alltag der beiden? Ein Kapitel widmet sich sogar sehr anschaulich den physiologischen Vorgängen im Körper während des Trainings und das in einer angenehm erzählerischen, leicht verständlichen Weise.
Während des Lesens hatte ich das ständige Bedürfnis zu wissen, wie es weitergeht. An mehreren Stellen fühlte ich mich sogar ertappt, denn das Buch greift typische Ausreden rund um Sport und Bewegung immer wieder auf und entkräftet sie charmant, aber eindrücklich. „Keine Zeit? Keine Lust?“. Nach der Lektüre betrachtet man sein eigenes Verhalten mit anderen Augen.
Nicht zuletzt hat mir auch die Geschichte gefallen, wie die beiden Protagonisten zueinanderfinden: warmherzig, humorvoll und mit einer Prise Biss erzählt. Ihr gemeinsamer Weg sowie ihre geteilten Reflexionen verleihen dem Buch einen runden und emotionalen Abschluss. Insgesamt gelingt es Fitness Freaks, das Thema Sport und innere Widerstände kompakt, unterhaltsam und zugleich tiefgründig auf den Punkt zu bringen.
Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Am Ende wusste ich nicht, ob es sich um eine fiktive Geschichte handelt oder ob reale biografische Elemente eingeflossen sind. Ein Hinweis zur Inspiration des Autors hätte das Leseerlebnis für mich vollkommen abgerundet.
"To kill a shadow" ist der Abschluss der Fantasy-Dilogie. Wer nicht mehr genau weiß, was in Band 1 geschah, der wird einige Zeit brauchen, um wieder alle Infos beisammen zu bekommen. Das Buch startet ...
"To kill a shadow" ist der Abschluss der Fantasy-Dilogie. Wer nicht mehr genau weiß, was in Band 1 geschah, der wird einige Zeit brauchen, um wieder alle Infos beisammen zu bekommen. Das Buch startet direkt spannend und bleibt es auch bis zum Schluss. Diese Szenen sind jedoch großteils oberflächlich, oder bedienten sich an Elementen, welche man stereotypisch aus Filmen wie Indiana Jones kennt. Im Gegensatz zum ersten Band, geht es hier deutlich mehr um Götter und der ganze Aspekt der Reise durch den Nebel verfällt.
Interessant waren die Charaktere. Ist es doch positiv zu erwähnen, dass es sich schwer erahnen ließ, wer welche Rolle einnimmt und welche Schicksale die Autorin für jeden geplant hat. Das Unvorhersehbare hat es bis zum Ende spannend gehalten. Allerdings habe ich das Verhalten einiger Charaktere nicht nachvollziehen können. Gerade die berühmte Schurkin habe ich mir abgebrüht und taff vorgestellt, dabei war sie eher weinerlich und angreifbar. Auch der Bruder enttäuschte mich sehr. Ich war positiv überrascht, dass er nun eine Rolle bekommen soll, diese fiel aber sehr fad aus. So war die ganze Gruppe, die den Gott jagte doch recht nutzlos.
Das Ende ist der Dilogie definitiv würdig, auch wenn sie nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach. Insgesamt eine kurzweilige Reihe für High Fantasy-Fans.
"Cinema Love" zeigte das Leben homosexueller Männer und ihrer nicht homosexuellen Partner auf einer ganz neuen Ebene.
Tangs Debütroman ist eindrücklich und besonders. Am Anfang steht das Leben in China. ...
"Cinema Love" zeigte das Leben homosexueller Männer und ihrer nicht homosexuellen Partner auf einer ganz neuen Ebene.
Tangs Debütroman ist eindrücklich und besonders. Am Anfang steht das Leben in China. Dort, wo Homosexualität nicht gerne gesehen wird und wurde. Ein Outing hatte Ausgrenzung zur Folge. Die Männer treffen sich im Arbeiterkino. Dort erleben sie, was Cinema Love ist. Doch Rückzugsorte für queere Menschen standen schon immer unter besonderer Beobachtung. Die Männer verlieren ein Stück ihrer Existenz, ein Stück ihrer Identität.
Die Geschichte erlebt einen Cut. Das Land in dem alles möglich ist: In Amerika wird soviel versprochen, doch die Realität zeigt nur Elend und Schufterei. Der Hauptteil ist geschrieben aus der Sicht der Frauen der homosexuellen Männer. Sie verfolgen ihre ganz eigenen Ziele, haben besondere Partnerschaften. Ist das Leben mit dem homosexuellen Pendant die große Liebe? A- oder ebenfalls Homosexualität? Oder waren es Ehen für die Green Card? Die Sichtweise wechselt fließend. Durch fehlende Orientierung in den Kapitelüberschriften, wusste ich oft nicht, ob ich mich nun in der Gegenwart - der Coronazeit - oder der Vergangenheit - ab 1970 - befand. Und welche Perspektive wird gerade erzählt? Dies störte ungemein den Lesefluss und sorgte für Verwirrung.
Zunächst war es spannend, die einzelnen Frauen kennenzulernen. Jedoch verlor sich das Buch in der Mitte in weniger relevanten Geschichten und so verlor ich im Mittelteil meine Aufmerksamkeit und Lust. Gegen Ende wurde es dann wieder spannend, als die Fäden zusammenführten. Teilweise fiel der homosexuelle Aspekt hinten weg und der Fokus lag auf dem Elend der Einwandererklasse. Wichtig, doch hier hätte der Fokus mehr auf dem Innenleben der homosexuellen Männer liegen können.
Der Einblick in die Geschichte homosexueller Männer war spannend, lehrreich. Es eröffnete mir eine neue Perspektive, einen Teil der Geschichte und ich musste mich auf eine besondere Art und Weise mit dem Thema auseinander setzen. Es ist keine leichte Lektüre. Vieles ist vielleicht durch die Übersetzung verloren gegangen.