Eine literarische Auseinandersetzung mit Herkunft und familiären Brüchen
Unser leuchtendes LebenIn „Unser leuchtendes Leben“ erzählt Pedro Gunnlaugur Garcia von der Programmiererin Jóhanna im Island der nahen Zukunft. Als sie ein altes Romanmanuskript ihres Vaters liest, zu dem sie seit Jahren keinen ...
In „Unser leuchtendes Leben“ erzählt Pedro Gunnlaugur Garcia von der Programmiererin Jóhanna im Island der nahen Zukunft. Als sie ein altes Romanmanuskript ihres Vaters liest, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, beginnt eine vielschichtige Reise durch die Geschichte ihrer Familie. Dabei entfaltet sich ein Erzählnetz, das sich über Generationen und Kontinente zieht, zwischen Realität, Erinnerung und Fiktion.
Die Grundidee hat mir gut gefallen: Eine literarische Auseinandersetzung mit Herkunft, familiären Brüchen und der Frage, wie Vergangenheit und Zukunft zusammenhängen. Der Roman ist sprachlich ambitioniert und atmosphärisch dicht, mit interessanten Reflexionen über Technologie, Identität und Zusammenhalt.
Allerdings konnte mich die Erzählweise nicht durchgehend fesseln. Die Struktur ist komplex, die vielen Zeitebenen und Perspektivwechsel haben es mir manchmal schwer gemacht, emotional verbunden zu bleiben. Einige Figuren blieben für mich eher auf Distanz, obwohl ich die poetische Sprache grundsätzlich sehr gelungen fand.
"Unser leuchtendes Leben" ist ein klug durchdachter Roman mit origineller Erzählweise und einem besonderen Setting, nicht ganz leicht zugänglich, aber mit starken Momenten.