Oh weh, David ist hingefallen und hat sich am Arm verletzt! Im Krankenhaus wird er gründlich untersucht und geröngt. Auf dem Röntgenbild sieht man: Der Arm ist leider gebrochen und muss operiert werden, ...
Oh weh, David ist hingefallen und hat sich am Arm verletzt! Im Krankenhaus wird er gründlich untersucht und geröngt. Auf dem Röntgenbild sieht man: Der Arm ist leider gebrochen und muss operiert werden, ein Gipsverband allein reicht nicht aus. Warum die OP nötig ist und was genau mit ihm passiert, wird David kindgerecht von einem Arzt und seinem Vater erklärt. Nach dem Eingriff kümmern sich Kinderkrankenpfleger*innen rund um die Uhr um ihn und sogar ein Krankenhaus-Clown kommt zu Besuch.
Dieses Kinderbuch ist wieder einmal ein sehr gelungenes Buch aus der Reihe "Wieso? Weshalb? Warum?". Ein Unfall, ein Krankenhausaufenthalt und eine Operation sind aufregende und stressige Ereignisse und können (kleine) Kinder ganz schön ängstigen. Auch wir Erwachsenen sind in solchen Situationen nervös und machen uns Gedanken um unsere Lieben. Hier können Bücher helfen. Spielerisch und liebevoll werden grundlegende Kinderfragen zum Krankenhaus beantwortet und durch das gemeinsame Anschauen und Durchsprechen große und kleine Sorgen abgebaut. Auch das Thema Geburt bekommt einen Platz im Buch und wird realistisch dargestellt.
Von meinem Sohn und mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen Band und die Reihe sowieso!
Der Titel “Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?” ist wirklich genial gewählt! Sara Weber hat hier ein absolut aktuelles Thema aufgegriffen und sich kritisch damit auseinander gesetzt.
Der ...
Der Titel “Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?” ist wirklich genial gewählt! Sara Weber hat hier ein absolut aktuelles Thema aufgegriffen und sich kritisch damit auseinander gesetzt.
Der erste Teil des Buches konnte mich richtig mitreißen und begeistern. Die Frage “Wie will ich eigentlich in Zukunft arbeiten und leben?” ist bei vielen jungen Menschen gerade sehr präsent. Eine gute Work-Life-Balance ist hier das Stichwort. Gleichzeitig müssen sich die jungen Generationen vorwerfen lassen, nur zu faul zum Arbeiten zu sein, wenn sie die 4-Tage-Woche fordern und den Statos Quo der Arbeitswelt nicht akzeptieren wollen. Dabei ist die Wissenschaft auf unserer Seite ;) Sara Weber argumentiert im ersten Teil grandios gegen diesen Mythos an.
Auch im zweiten Teil argumentiert die Autorin schlüssig und gut weiter, wobei für meinen Geschmack ein wenig zu viele Wiederholungen und zu wenig neues Wissen eingebracht wurde. Von den "Lösungsideen" habe ich mir mehr kreativen Input erwartet. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und würde es jedem in die Hand drücken, der noch nicht so viel zum Thema gelesen hat.
Mareike Fallwickl hat wieder einmal zugeschlagen. Mit Worten. Ihre Romane sind immer ein Schlag in die Magengrube. Schon bei "Die Wut, die bleibt" habe ich fast körperlich auf ihre Worte reagiert. Ein ...
Mareike Fallwickl hat wieder einmal zugeschlagen. Mit Worten. Ihre Romane sind immer ein Schlag in die Magengrube. Schon bei "Die Wut, die bleibt" habe ich fast körperlich auf ihre Worte reagiert. Ein Kloß im Hals und Wut im Bauch. "Und alle so still" hat mich wieder genauso hart getroffen.
Fallwickl stößt hier einen Gedanken an, den ich bisher nicht in dieser meerscharfen Klarheit zuende gedacht habe: Was passiert, wenn Frauen von jetzt auf gleich alle Care-Arbeit niederlegen und sich einfach verweigern?! Wenn das, was seit Jahrhunderten gesellschaftlich als völlig "normal" angesehen wird, plötzlich einfach nicht mehr stattfindet? Mir hat dieses Gedankenexperiment in seiner unglaublichen Radikalität eine Gänsehaut nach der anderen beschert. Gerade Ruth, die sich aufopfernde Krankenschwester, hat es mir besonders angetan. Ruth, die ihren behinderten Sohn pflegte und sich dadurch ins gesellschaftliche Aus katapultierte. Weil eine vermeintliche "Normalität" uns so sehr bestimmt, dass wir davon abweichende Realitäten und Lebensverläufe gar nicht zulassen und mitdenken können. Ich weiß genau wovon Ruth spricht. Aus eigener, familiärer und beruflicher Erfahrung. Oder Nuri, der in absolut prekären Verhältnissen lebt und sich von einem miesen Job zum nächsten schleppt, um irgendwie zu überleben - auch vor dieser Realität verschließen wir nur zu gerne die Augen.
Klar, nun könnte man fragen, warum Fallwickl das alles mit dem literarischen Holzhammer erzählen muss? Denn ihre Bücher sind unglaublich schmerzhaft und ja, in gewisser Hinsicht auch belehrend. Weil meiner Meinung nach eine "nette" Geschichte einfach nicht mehr ausreicht. Es gibt unzählige Geschichten, die genauso viel bewirken wie das Klatschen für die Pflege in der Pandemie. Man klatscht, dreht sich um und macht weiter mit dem eigenen Kram. Fallwickels Romane sind radikal, sie gehen einen Schritt weiter (vielleicht auch einen zu weit) und denken um die Ecke. Das bleibt in Erinnerung, das lässt einen nicht so schnell los. Mich jedenfalls nicht.
Für mich war "Und alle so still" jedoch weniger ein Roman, als vielmehr ein Theaterstück. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Die Figuren wirken ein wenig wie Schablonen oder Marionetten, die für diesen oder jenen Zweck auf die Bühne gestellt und verschoben werden. Man schaut von außen auf ihre Handlungen, aber bekommt sehr wenig von ihren Gedanken, Gefühlen und individuellen Entwicklungen mit. In diesem Fall heiligt der Zweck die Mittel, aber insgesamt war mir der Text als Roman ein wenig zu fragmentarisch. Auf einer Bühne würde er hingegen fantastisch funktionieren.
Lest alle diesen Roman oder geht ins Theater (denn ich wünsche mir unbedingt eine Bühnenversion davon!)! Die angesprochenen Themen sind einfach zu wichtig und groß, um nicht wieder und wieder und wieder aufgegriffen zu werden. Fallwickl macht das auf sehr radikale, aber auch berührende Art und Weise. Ich habe so viele Male einen dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen gehabt. Oder vor Wut gezittert. Genau das wollen wir doch von Literatur, oder nicht?
Mit einem riesigen Wutklumpen im Bauch sitzt Ida im Zug. Sie ist Anfang 20, ihre Mutter hat Suizig begangen und sie weiß nicht wohin mit sich und diesen unfassbaren, alles verschlingenden Emotionen. Statt ...
Mit einem riesigen Wutklumpen im Bauch sitzt Ida im Zug. Sie ist Anfang 20, ihre Mutter hat Suizig begangen und sie weiß nicht wohin mit sich und diesen unfassbaren, alles verschlingenden Emotionen. Statt zu ihrer großen Schwester Tilda zu fahren, möchte sie nur weit, weit weg von allem. Und landet auf Rügen, bei Knut und Marianne. Und Leif.
Mit "22 Bahnen" hat Caroline Wahl 2023 mein Herz im Sturm erobert. Tilda, die große Schwester, die sich selbst zurück nimmt für die Familie und ihre kleine Schwester Ida beschützt vor der Suchterkrankung der Mutter. Die versucht, trotzdem ihren Weg zu finden. Als große Schwester konnte ich mich unglaublich gut mit Tilda identifizieren. "Windstärke 17" knüpft nun zart und mit demselben unverwechselbaren Wahl-Sound an dieses Herzensbuch an. Plötzlich ist da Ida, die nicht mehr ganz so kleine Schwester, deren Welt in Scherben liegt. Da ist Idas Wut und Trauer, weil sie sich von allen verlassen und verraten fühlt.
Mich hat die wütende Ida zu Beginn sehr vor den Kopf gestoßen. Ida ist stachelig, frech und absolut körperlich. Wut ist für sie ein Gefühl, dass sie spüren und ausleben muss. Sie schmeißt sich ins eiskalte Meer, sie schwimmt und rennt bis zur Erschöpfung, trotz Sturm und Wind und schreit sich im Wald die Seele aus dem Leib. Mit der Zeit jedoch konnte ich die Perspektive der kleinen Schwester, die sich so unendlich allein auf der Welt fühlt, immer besser verstehen und nachvollziehen. Caroline Wahl findet gleichzeitig so ehrlich verletzliche, wie heilsame Worte für die Ambivalenz von Schwesternbeziehungen und das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Familie und Individuum. Wie findet man seinen Platz in der Welt? Wie schließt man Frieden mit seiner Vergangenheit? Ein klein wenig hat"Windstärke 17" im Hinblick auf das realistische Setting übertrieben (Knut und Marianne sind einfach zu gutherzig!), die Geschichte ist jedoch zu schön, um sich daran länger zu stören.
Caroline Wahl konnte mich mit ihrem zweiten Roman wieder sehr berühren. Ich liebe ihren Sound für Alltägliches und Zwischenmenschliches, ihren liebevollen Blick auf die kleinen, zerbrechlichen Welten ihrer Figuren und vor allem diese Dialoge. Leseempfehlung!
Lalelu,
Wieso, Weshalb, Warum? fragst du,
wo versteckt sich nachts die Sonne?
Wann geht der Mann im Mond zur Ruh?
Lalelu,
Sternenbilder kennst auch du,
nach dem Lesen dieses Buches,
und findest sie im ...
Lalelu,
Wieso, Weshalb, Warum? fragst du,
wo versteckt sich nachts die Sonne?
Wann geht der Mann im Mond zur Ruh?
Lalelu,
Sternenbilder kennst auch du,
nach dem Lesen dieses Buches,
und findest sie im Nu!
Lalelu,
Astronaut*in wirst auch du,
fliegst durch Nacht und Sternenhimmel,
machst schnell die Äuglein zu.
Lalelu,
von Planeten träumst auch du,
reist durch ferne Galaxien,
und lernst viel dazu.
Von uns gibt es kreative Begeisterung für dieses liebevoll inszenierte Hörspiel mit verständlichen Erklärungen.
Verschiedenste Bücherbände der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe gehören mittlerweile zu unseren Lieblingsbüchern und es ist so schön, meinen Sohn beim Entdecken und Staunen zu begleiten und mit ihm gemeinsam die Reihe immer weiter aufzustocken. Nun habe ich ganz frisch entdeckt, dass es auch Hörspiele zu den Büchern gibt - die mussten wir natürlich sofort testen!
Das Thema "Sonne, Mond und Sterne" wurde
angenehm in eine Unterhaltung zwischen dem Kind aus der Geschichte und einer Erzählerin verwoben. Es werden Fragen gestellt, kindgerechte Antworten gefunden und die doch sehr komplexen Themen anschaulich mit Beispielen erklärt. Untermalt wird alles mit thematisch passenden Liedern und Musik. Wirklich bezaubernd!
Leider habe ich gemerkt, dass mein 2-jähtiger Sohn noch zu klein für diese Art der Informationsaufnahme ist. In dem Alter stehen haptische Erfahrungen im Vordergrund (Bilder anschauen, kurze Texte, Klappen öffnen und entdecken), hier würde ich weiterhin explizit die Bücher der Wieso? Weshalb? Warum? -Reihe empfehlen. Die Hörspiele können meiner Meinung nach erst ab 3 Jahren richtig erfasst und verarbeitet werden.
Dennoch ist die Vertonung der Bücher eine bezaubernde und fabelhafte Idee, die darüber hinaus auch einen inklusiven Zugang zu den Themen der Reihe eröffnet