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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2024

Obsessiv und seltsam

Mein Mann
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Im Buch geht es um eine Frau. Eine Frau, die ihren Ehemann liebt. Viel mehr als alle ihre Freunde, viel mehr als ihre Kinder. Sie würde am liebsten die ganze Zeit ausschließlich über ihn reden. Wir sehen, ...

Im Buch geht es um eine Frau. Eine Frau, die ihren Ehemann liebt. Viel mehr als alle ihre Freunde, viel mehr als ihre Kinder. Sie würde am liebsten die ganze Zeit ausschließlich über ihn reden. Wir sehen, wie eine Woche in ihrem Leben aussieht. Wie sie sich fühlt und alles bis ins kleinste Detail analysiert, was ihr Ehemann macht.

Die Notiz, die ich mir am meisten während des Lesens gemacht habe, ist “Sie ist so seltsam.”. Und das stimmt. Dieses Buch ist so seltsam, was super war.
Im Buch hat die Hauptcharakterin eine sehr präzise Vorstellung davon, wie Frauen und Männer zu sein haben. Diese basiert ganz klar auf patriarchalen Ideen. Auch ihre Vorstellung von einer Beziehung wird von jeder Menge fehlgeleiteter Ratschläge aus früheren Zeiten und irgendwelchen sexistischen Frauenzeitschriften geleitet. Theoretisch kann man sich diese Beziehung sehr zur Grundlage nehmen, wie man nicht eine Beziehung führen sollte. Sie kontrolliert, wie sie wahrgenommen werden möchte, bis ins kleinste Detail, sie versucht die Umgebung zu kontrollieren, sie überinterpretiert jede kleinste Tätigkeit, sie spioniert ihren Mann aus und bestraft ihn, wenn sie der Meinung ist, er verdient das. Sie möchte mysteriös sein und ist deswegen gegen offene Kommunikation. Es ist schon fast beeindruckend, wie sie es schafft, jede mögliche kontraproduktive Entscheidung zu treffen.
Die Beziehung der beiden klingt furchtbar anstrengend, um das korrekte Bild aufrechtzuerhalten und sie ist ein bisschen wie ein Autounfall, wo man nicht wegschauen kann. Es ist faszinierend zu sehen, was dabei rauskommen würde, wenn man diese ganzen sexistischen Ideale und Ratschläge aufs Genaueste befolgen würde.
Das Ende des Buches war ausgezeichnet und hat das Buch nochmal eine Stufe hochgehoben.

Das Buch behandelt das irrationale Verhalten einer obsessiven Ehefrau und ist wirklich faszinierend zu lesen.

Veröffentlicht am 03.10.2024

Ein Erlebnis

Moments in Nature
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Im Buch setzen sich die zwei AutorInnen Una López und Gamander López mit ihren Naturerfahrungen auseinander. Die beiden Geschwister sind bereits ihr ganzes Leben mit der Natur verbunden. Während Gamander ...

Im Buch setzen sich die zwei AutorInnen Una López und Gamander López mit ihren Naturerfahrungen auseinander. Die beiden Geschwister sind bereits ihr ganzes Leben mit der Natur verbunden. Während Gamander López faszinierende Naturfotografien für das Buch beisteuert, unterstützen beide Geschwister das Buch noch mit wundervollen Erlebnissen in der Natur ihrerseits.


Man merkt beim Lesen dieses Buches sehr genau, wie viel die Natur den beiden AutorInnen bedeutet. Wir erhalten wunderbare Einblicke in ihre persönlichen Erlebnisse mit dieser. Dabei sind die Anekdoten fast ebenso schön wie die wundervollen Bilder, wobei es natürlich etwas ganz besonderes ist, beides zusammen erleben zu können.
Die Bilder sind wunderschön und erhalten ganz oft Erklärungen. Dabei gibt Gamander López auch Tipps, wie man selbst besser die Natur beobachten und fotografieren kann. Dafür gibt es auch ganz konkrete Fotografietipps.
Das ganze Buch macht selbst Lust auf die Natur und sensibilisiert die lesende Person, sich ruhig zu verhalten und die Natur in vollen Zügen wahrzunehmen. Dabei finde ich besonders schön, dass es in dem Buch auch vor allem um in Deutschland heimische Arten geht. Weswegen Arten, die bei uns eigentlich eher “standard” sind, noch einmal ganz magisch und spannend dargestellt werden.

Ich finde das Buch sehr gelungen. Sowohl die herrlichen Bilder als auch die wunderschönen Anekdoten sind sehr erlebenswert.

Veröffentlicht am 13.06.2024

Düster

Dark Heir
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Spoiler für Band 1

Will ist der Dunkle König. Nur weiß das keiner seiner Freunde. Und während sie sich auf den Weg machen, Sinclair zu bekämpfen, der ein Nachfahre des Dunklen Königs ist, muss Will auch ...

Spoiler für Band 1

Will ist der Dunkle König. Nur weiß das keiner seiner Freunde. Und während sie sich auf den Weg machen, Sinclair zu bekämpfen, der ein Nachfahre des Dunklen Königs ist, muss Will auch noch an einer zweiten Front kämpfen. Nämlich seinem Innersten.
Das wird noch einmal bedeutend schwieriger, als die Freunde in alle Himmelsrichtungen verteilt werden. Will findet sich mit einigen seiner Freunde in Italien wieder, wo sie eine furchtbare Entdeckung tief unter der Erde machen.

Das Buch war wie Band eins wieder herrlich düster. C.S. Pacat schafft es ausgezeichnet langsam aber sicher Spannung aufzubauen, sodass alle Zahnräder am Ende ineinander greifen, was super befriedigend ist.
Das Buch bietet die Möglichkeit, tiefer in die Welt einzutauchen und neue Dinge über das Geschehen der Gegenwart und auch der Vergangenheit zu lernen.
Was ich nicht ganz so gelungen fand, war tatsächlich der Anfang. Ich hatte den ersten Band, kurz bevor ich den zweiten Band angefangen habe, noch einmal gelesen und stellenweise hat es sich so angefühlt, als hätte C.S. Pacat neue Charaktere aus dem Hut zaubern müssen, von denen wir von ihrer Wichtigkeit her und der Nähe zu den Charakteren eigentlich schon im ersten Band hätten hören müssen. Da wir kurze Zeit später mit allen Charakteren an neue Orte reisen, wo es Sinn macht, dass es neue Charakter, Dinge und Begebenheiten gibt, ist es im Verlaufe des Buches nicht mehr so störend.
Bei den Charakteren lernen wir einige neu kennen, treffen alte Lieblinge wieder und erfahren mehr über diejenigen, über die wir schon im letzten Band lesen durften. Ihre Entwicklung und wie sie sich verhalten ist dabei immer wahnsinnig facettenreich. Keiner ist nur gut oder böse, sie haben alle ihre verschiedenen Beweggründe und es stellt sich die Frage, inwieweit man dem eigenen prophezeiten Schicksal entgehen kann und welcher Zweck welche Mittel heiligt. Für mich ganz besonders hervorheben möchte ich dabei Elisabeth, deren Entwicklung ich wirklich ganz ausgezeichnet fand.
Violets Arc fand ich leider mehr schlecht als recht gemacht. Sie wird mehr oder weniger auf ein Abstellgleis befördert und von dort nur zum großen Finale wieder hervorgeholt, was enttäuschend war, da sie eine meiner Lieblinge aus dem ersten Teil war.

Das Buch kann wieder düstere Spannung aufbauen, bleibt aber wegen einiger Schwächen hinter dem Vorgänger zurück. Trotz dieser Kleinigkeiten hat C.S. Pacat es geschafft, eine mitreißende Geschichte zu erschaffen, bei der ich unglaublich gespannt bin auf den finalen Band der Trilogie.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasy
Veröffentlicht am 03.06.2024

Selbstfindung durch Sex

Experienced. Die Liebe bietet unbegrenzte Möglichkeiten
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Im Buch geht es um Bette, die gerade in eine Beziehungspause gedrängt wurde von ihrer eigentlich festen Freundin Mei. Bette, die sich erst spät im Leben geoutet hat, soll die ganzen Erfahrungen nachholen, ...

Im Buch geht es um Bette, die gerade in eine Beziehungspause gedrängt wurde von ihrer eigentlich festen Freundin Mei. Bette, die sich erst spät im Leben geoutet hat, soll die ganzen Erfahrungen nachholen, die sie angeblich verpasst hat. Sie soll also mit möglichst vielen Frauen rummachen und schlafen. Bette hat darauf so überhaupt gar keine Lust, aber um Mei wieder zurückzuerobern, lässt sie sich auf das Experiment ein. Und während Bette an ihrer Beziehung zu Mei festhält, muss sie lernen, dass es vielleicht doch eine andere für sie gibt.

Das Buch stellt einige interessante Fragen und greift einige interessante Themen auf. Es beschäftigt sich damit, wie es ist, sich sehr spät zu outen und damit die “Experimentierphase” zu verpassen. Es schaut sich einige Dinge an, mit denen sich queere Frauen in der Dating-Szene herumschlagen müssen, wie beispielsweise heterosexuelle Paare, die nach einer dritten suchen, ohne das sofort klar zu formulieren.
Ich fand das Buch insgesamt recht seicht. Es beschäftigt sich eben vordergründig mit der Selbstfindung, die Bette durchmacht. Das Buch hat es jedoch auch geschafft, dass es einige Szenen gab, in denen ich stark mit Bette mitfühlen konnte und ich ihre Freude, ihren Schock oder ihre Enttäuschung nachempfinden konnte.
Die Charaktere im Buch, vor allem Bette, sind moralisch vielfältig geschrieben. Bette macht Fehler, ärgert sich darüber und versucht dann, diese auch wieder zu berichtigen.
Die Moral ist manchmal etwas verworren, weil es sich zum einen so angefühlt hat, als wäre die Aussage, dass diese erzwungenen Erfahrungen nicht nötig gewesen wären, zum anderen hat Bette aber tatsächlich etwas davon gelernt, was etwas unstimmig war, aber insgesamt auch zum Facettenreichtum der Geschichte gepasst hat.
Etwas, das ich hervorheben würde, waren die Sexszenen, die mir tatsächlich sehr gut gefallen haben und ausgezeichnet der Charakter- und Beziehungsentwicklung verschrieben waren.

Letztendlich ist das Buch eher eine Selbstfindungsstory, die auch berührende und romantische Szenen hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 20.05.2024

Bezaubernde Kleinstadt

Funny Story
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Daphne wurde gerade von ihrem Traummann abserviert. Der jetzt mit seiner “platonischen” besten Freundin zusammen ist. Mit deren Exfreund Miles Daphne jetzt zusammengezogen ist. Schlimmer geht's nimmer, ...

Daphne wurde gerade von ihrem Traummann abserviert. Der jetzt mit seiner “platonischen” besten Freundin zusammen ist. Mit deren Exfreund Miles Daphne jetzt zusammengezogen ist. Schlimmer geht's nimmer, würde man denken. Bis die Einladung zur Hochzeit der beiden in die geteilte Wohnung flattert. In einem Anfall von Trotz lügt sie dem glücklichen Pärchen vor, dass Miles und sie jetzt zusammen wären, was ein ganz schönes Chaos hinterlässt. Aber zum Glück muss Daphne das nur noch etwas mehr als drei Monate durchhalten, bevor sie die Stadt in die sie für ihren Exverlobten gezogen ist, endlich verlassen kann. Stellt sich nur die Frage, ob sie das noch möchte, nachdem sie so viel Zeit mit Miles verbracht hat.

Ich habe von Emily Henry inzwischen einige Bücher gelesen. Dabei ist mir bei diesem aufgefallen, dass es sich für mich sehr nach Booklovers angefühlt hat, was mich etwas gestört hat. Das Schema wirkt sehr ähnlich. Das mag Menschen, die sehr, sehr gerne Romance lesen, weniger stören, aber mir ist es unangenehm aufgefallen. Vor allem auch der letzte Konflikt zum Ende hin, der sich einfach total unnötig angefühlt hat, hat sich genau in das eingefügt, was ich an Booklovers nicht mochte.
Abseits dessen war das Buch aber, ebenso wie andere Emily Henry Bücher, sehr unterhaltsam. Die Charaktere finde ich sehr gelungen geschrieben, da sie Probleme haben, die sich aus ihren früheren Erfahrungen ergeben, auf die sie jedoch nicht reduziert werden, sodass sie sich dreidimensional anfühlen. Auch die Selbstfindung, die in diesem Buch durch verschiedene Charaktere durchlebt wird, ist wieder schön dargestellt. Sie entwickeln sich langsam und schlüssig weiter.
Das Setting des Buches gefällt mir gut. Die dort lebenden Menschen werden alle herzlich dargestellt und man verliebt sich zeitgleich mit Daphne in die kleine Stadt.
Insgesamt schätze ich das Buch trotz einiger tiefgreifenden und bewegenden Passagen als feel good ein.

Wer andere Bücher von Emily Henry mag, wird auch hier wieder ein Buch nach dem eigenen Geschmack finden. Es sei aber gesagt, dass dieses Buch gefühlt sehr nach Schema X aufgebaut ist. Als einen schönen Sommerroman kann ich dieses Buch aber auf jeden Fall empfehlen.