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Veröffentlicht am 05.06.2024

Ein gelungener erster Teil und Zeitreise Roman

A Spark of Time - Rendezvous auf der Titanic
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„Pferde schwitzen, Männer transpirieren und Frauen leuchten.“

Würdet ihr gerne durch die Zeit reisen können? Und wenn ja, zu welchem Ereignis würdet ihr reisen wollen?

Lilly deGray und ihr Vater haben ...

„Pferde schwitzen, Männer transpirieren und Frauen leuchten.“

Würdet ihr gerne durch die Zeit reisen können? Und wenn ja, zu welchem Ereignis würdet ihr reisen wollen?

Lilly deGray und ihr Vater haben ein Antiquariat und treiben längst verschollene Gegenstände wieder auf. Jedoch weiß niemand, dass beide aus einer Familie von Zeitreisenden stammen und diese die Gegenstände aus der Vergangenheit quasi mit in die Gegenwart nehmen können.
Und so kommt es, dass Lilly bei der Suche nach einem gewissen Erbstück auf der Titanic landet, um die Geldsorgen der Familie zu lösen.
Was Lilly und ihr Vater jedoch nicht wissen ist, dass es noch weitere Zeitreisende gibt. Unter anderem die Familie Belmont. Die Kinder Ruby und Damien werden regelmäßig durch ihren patriarchalischen Vater auf Zeitreisen geschickt, jedoch aus anderen Gründen, wie die Familie deGray.

Die Idee der Story hat mir sehr gefallen, da ich Stories mit Zeitreise Themen echt gern lese.
Und Kira Licht hat mich nicht enttäuscht.
Mit einem tollen Schreibstil, der von der ersten Seite an fesselt, wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Lilly und Damien erzählt.
Interessant sind auch die unterschiedlichen Perspektiven der beiden. Da Lilly nicht ahnt, dass Damien selbst durch die Zeit reisen kann, und sie ihn als Passagier der ersten Klasse auf der Titanic kennenlernt, sind die Sichtweisen durchaus verschieden.
Dabei haben mir beide Charaktere sehr gut gefallen. Lilly, die teilweise etwas naiv ihren ersten Auftrag eigenständig versucht zu lösen, um die familiären Geldprobleme zu beseitigen und die in ihre Rolle als Dienstmädchen auf dem Schiff erst hinein wachsen muss.
Und da wäre da noch Damien, der als Ray auf der Titanic als 1.Klasse Passagier auftritt und versucht seine Schwester mit der Ausführung dieses Auftrages zu retten.
Ich konnte Damiens moralisches Dilemma sehr gut nachvollziehen und habe mich auch gefragt, wie er diese Situation auflösen will, ohne jemanden zu verletzen.

Natürlich geht auch eine leichte Lovestory mit dem Plot einher. Diese habe ich jedoch in dem Setting nicht als kitschig empfunden, auch wenn es natürlich etwas vorhersehbar gewesen ist.
Doch die Dosierung der Gefühle im Plot war genau richtig und hat gut zum Setting und der damaligen Zeit gepasst
Und trotz der Lovestory gab es auch genügend Spannung. Der Spannungsbogen zum Ende hat mich fast zerrissen!!!

Besonders hervorheben möchte ich die hervorragende geschichtliche Recherche, die Kira Licht betrieben hat. Im Anhang gab es noch Informationen zu realen Personen auf der Titanic sowie zu realen Räumlichkeiten, die im Roman genutzt wurden.
Und die Autorin hat es geschafft mich direkt auf die Titanic zu katapultieren beim Lesen. Ich konnte die luxuriöse Freitreppe und den Speisesaal mit all ihren schimmernden Persönlichkeiten regelrecht vor mir sehen.
Und wenn ich dann nochmal kurz anmerken darf, dass selbst zu Hunden auf der Titanic recherchiert wurde. Auch wenn mir das etwas die Tränen in die Augen getrieben hat, ohne jetzt weiter Spoilern zu wollen.

Und last but not least, möchte ich noch eine Lanze für diesen wunderschönen und passenden Farbschnitt brechen. Dieser ist einfach passend zum Cover gewählt und hat mir jedes Mal eine Freude bereitet, wenn ich das Buch in die Hand genommen habe.
Danke an Mama an dieser Stelle, für dieses tolle Geschenk.

Ich vergebe volle 5 Zahnräder/ Hunde für diesen gelungenen ersten Teil und eine volle Weiterempfehlung

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Veröffentlicht am 05.06.2024

Ein toller Wohlfühlroman mit einer sympathischen Hexe

Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen
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„Es reicht nicht immer aus, nach dem Ort zu suchen, an den wir gehören, (…) Manchmal müssen wir uns diesen Ort auch selbst erschaffen.“

Glaubt ihr an Hexen?

Ich zu meinem Teil habe da meine Schwierigkeiten, ...

„Es reicht nicht immer aus, nach dem Ort zu suchen, an den wir gehören, (…) Manchmal müssen wir uns diesen Ort auch selbst erschaffen.“

Glaubt ihr an Hexen?

Ich zu meinem Teil habe da meine Schwierigkeiten, genauso wie wahrscheinlich viele von euch.
Aber wer weiß? Vielleicht gehört ja genau das zu dem Konzept des Geheimnisses?
In dem Roman mit dem leicht sperrigen Titel jedenfalls geht es um Hexen, die mitten unter uns leben und versuchen ihr Geheimnis zu wahren.
Erzählt wird der Plot aus Sicht von Mika Moon, die Anfang 30 ist und Single und seit jeher weiß, dass immer schreckliche Dinge geschehen, wenn zwei Hexen mehr Zeit als nötig miteinander verbringen.
Und dennoch ist Mika einsam und fühlt sich haltlos.
Da kommt das Angebot gerade recht, gleich drei junge Hexen auf einmal zu unterrichten.
Gegen alle Regeln zum Trotz nimmt Mika den neuen Job in Nowhere House an und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Die Autorin Sangu Mandanna beschreibt liebevoll die Geschichte um Mika Moon und die drei jungen Hexen Altamira, Terracotta und Rosetta. Dabei muss ich gestehen, hatte ich zu Beginn etwas Schwierigkeiten mich in den Schreibstil einzufinden. Dies kann unter anderem auch an den vielen Protagonisten des Romans gelegen haben.
Denn da gibt es nicht nur Mika und die drei jungen Hexen, sondern auch noch das ältere Pärchen Ian und Ken, die Haushälterin Lucie und den ehemaligen Schauspieler (jetzt Bibliothekar) Jamie, die sich allein im Nowhere House um alles kümmern.
Und da bin ich noch nicht bei den Namen der Hexen angekommen
Wenn man sich aber etwas eingelesen hat, ist es weniger kompliziert, als es jetzt erscheint und die Charaktere wachsen einem immer mehr ans Herz.
Gerade Altamira, Terracotta und Rosetta, aber auch Jamie hatten es mir sehr angetan.

Besonders positiv hervorheben möchte ich, dass man im Verlauf des Plots auch mehr Hintergründe von Mika kennengelernt hat, deren Kindheit sich als traumatischer und einsamer herausgestellt hat, als man bei so einer fröhlichen Persönlichkeit annehmen mag.

Der Plot an sich hat mich etwas an eine Mischung aus Mary Poppins, Sabrina und Harry Potter (vor allem wegen des Unterrichts) erinnert und den ganzen Roman für mich sehr leicht zugänglich gemacht.
Der leichte Spannungsbogen hat gut zum Setting gepasst und die romantischen Anteile waren auch nicht zu hoch. Deshalb würde ich den Roman auch weniger in den Romantasy Bereich einordnen
Mir hat es alles in allem jedoch sehr gefallen und ich war etwas traurig, als ich das Buch beendet hatte.

Für mich ist „Miss Moons höchst geheimer Club für ungewöhnliche Hexen“ ein kompletter Wohlfühlroman gewesen mit einem tollen Setting.
Und trotz des leicht holprigen Starts möchte ich alles in allem 5 volle Hexen vergeben für diese zauberhaften Lesestunden.

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Veröffentlicht am 24.04.2024

„Geschwisterpaare sind ein bisschen wie Schuhe aus dem Fundbüro. Man steckt die Hand in die Kiste mit Fundsachen und kann nur hoffen, dass man zwei erwischt, die zusammenpassen[…]“

The Happiness Blueprint
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Nutzt ihr oft Google, wenn ihr mal nicht weiter wisst?

Die Hauptprotagonistin Klara googlet bei jeder Gelegenheit zunächst die richtige Verhaltensweise oder eine mögliche Antwortoption. Das klingt etwas ...

Nutzt ihr oft Google, wenn ihr mal nicht weiter wisst?

Die Hauptprotagonistin Klara googlet bei jeder Gelegenheit zunächst die richtige Verhaltensweise oder eine mögliche Antwortoption. Das klingt etwas seltsam, wirkt aber dennoch sehr sympathisch.
Denn Klara ist oft verunsichert, welches Verhalten nun von ihr erwartet wird oder gesellschaftlich akzeptabel sein könnte.
Um damit zurechtzukommen, hat sie sich angewöhnt Google zu befragen.
Alex, die andere Hauptperson in diesem Roman, ist ebenfalls verunsichert. Dies liegt jedoch an der Depression, die ihn seit dem Tod seines Bruders im Griff hat.

Ihr merkt schon, dass das Buch durchaus ernste Hintergrundthemen beinhaltet, die durch die Autorin Ally Zetterberg jedoch mit einem guten Schreibstil sehr schön verpackt wurden.
Die Geschichte von Klara und Alex wird jeweils abwechselnd aus der Sicht der beiden erzählt.
Wobei Klaras Kapitel mit einer Google Frage als Überschrift beginnen und die von Alex mit To Do Aufgaben, die er in einem Kalender bearbeitet.
Natürlich wird in dem Roman das Rad nicht neu erfunden und die Story ist etwas vorhersehbar.
Klara, die in London lebt, muss zurück in das heimische Schweden und ihrem an Krebs erkrankten Vater zeitweise helfen dessen Firma am Leben zu erhalten.
Dabei lernt sie Alex kennen, der einen Job im familiären Handwerksbetrieb annimmt und der Plot nimmt seinen Lauf.

Und dennoch hat der Roman für mich 5 Sterne verdient, weil es einfach eine hyggelige Wohlfühlgeschichte ist mit sehr authentischen Charakteren.
Und gerade weil diese Ecken und Kanten hatten und so herrlich unperfekt waren, wirkten sie so sympathisch.
Da wäre die an Diabetes erkrankte Klara, die gesellschaftlich nicht angemessen reagiert und sich immer fragt, wieso sie anders ist als alle anderen.
Und Alex, der durch erledigte Aufgaben versucht wieder Erfolgserlebnisse zu generieren, um langfristig wieder psychisch fit zu werden.
Die Liebesgeschichte steht hier für mich definitiv nicht im Vordergrund des Plots. Sie gehört dazu, hatte für mich aber erst später dieses typische spürbare Kribbeln entwickelt.
Vielmehr geht es hier um Themen wie psychische Gesundheit, der Umgang mit Erkrankungen und Trauer und auch um das Konzept einer Familie, die nicht mehr als solche zusammenlebt.

Ally Zetterberg hat es geschafft mich von der ersten Seite an zu fesseln, obwohl der Plot doch leicht vorhersehbar war. Mit jeder Seite sind mir die Protagonisten mehr ans Herz gewachsen und ich war traurig, als ich das Buch beendet hatte.
Für mich daher ein voller Erfolg und deshalb vergebe ich auch 5 Handwerkskoffer für diesen hyggeligen Roman.

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Veröffentlicht am 11.03.2024

Ein absolutes Jahreshighlight für mich

Die Wolkengucker
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„Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von hier unten schon so schön aussieht.“

Schaut ihr gern in den Himmel oder nehmt ihr euch mal Zeit die Wolken anzugucken?

Wolken gucken war tatsächlich ...

„Wie schön muss es erst im Himmel sein, wenn er von hier unten schon so schön aussieht.“

Schaut ihr gern in den Himmel oder nehmt ihr euch mal Zeit die Wolken anzugucken?

Wolken gucken war tatsächlich das gemeinsame Hobby von Margarete und Wilma. Bis Margarete starb und Wilma, ihre beste Freundin, ihr das Versprechen abnehmen musste, eine Vereinigung der Wolkengucker zu gründen. Und zusätzlich sollte Wilma Margaretes Haushaltshilfe Ayla einstellen.

So beginnt der Roman von Kristina Fritz und allmählich lernt man auch die anderen Protagonisten der Story kennen.
Insgesamt wird das Buch aus der Sicht der vier Charaktere Wilma, Ayla, Matt und Ferdinand beschrieben und die Geschichte somit auch immer aus einem anderen Blickwinkel erzählt.
4 Personen, die eigentlich unterschiedlicher nicht sein können und alles aus verschiedenen Millieus stammen. Und dennoch haben sie mehr gemeinsam, als sie zunächst glauben.
Da wäre der Witwer und alleinerziehende Vater Matt mit seiner Tochter Mia. Beide haben erst vor einiger Zeit die Mutter Anna verloren und gehen unterschiedlich mit der Trauer um.
Ayla, die ehemalige Haushaltshilfe von Margarete, die nun bei Wilma arbeitet. Sie lebt in einer WG und versucht sich mit Putzjobs in München über Wasser zu halten.
Die fast 90-jährige Wilma, die allein in ihrer Villa lebt und um ihre Freundin Margarete trauert.
Und natürlich Ferdinand, Wilmas schrulliger Nachbar, der zunächst überall aneckt.

Auch wenn es auf dem ersten Blick etwas unübersichtlich erscheint und es viele Protagonisten sein mögen, so kommt man als Leser schnell in der Story an. Ich persönlich hatte keine Probleme die ganzen Namen und deren Hintergründe schnell auseinanderhalten zu können
Kristina Fritz hat allen Charakteren, auch der kleinen Mia, viel Leben und Persönlichkeit eingehaucht, ohne dass es nur einmal langatmig oder langweilig beim Lesen gewesen wäre.

Der Plot der Story ist schön durchdacht. Und auch, wenn man keine großen Überraschungen oder Story Twists erwartet hatte, so hat mich die Geschichte dennoch zufrieden zurückgelassen.
Es wurden ernste Themen angesprochen, unter anderem der Umgang mit Trauer oder auch das Gefühl ohne Eltern aufgewachsen zu sein oder sich haltlos bzw. heimatlos zu fühlen.
Und dennoch hat das Buch die Ganze Zeit seinen Wohlfühl Charakter beibehalten können.

Mit einem lockeren Schreibstil, der sich gut lesen ließ und Kapiteln mit einer angenehmen Länge, hat Kristina Fritz es geschafft mich komplett abzuholen und in die Geschichte eintauchen zu lassen

Für mich mein erstes Highlight in 2024.
Ich vergebe daher volle 5 Wolken für diesen rundum gelungenen Roman.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Ein gelungener Abschluss der Reihe rund um das Waldfriede Krankenhaus

Wunderzeit
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„Das ist es, was ein Krieg mit sich bringt. Niemand kommt mit heiler Seele raus.“

Lest ihr gern historische Romane?

Ich muss gestehen, dass ich diese nur ab und an lese und es das wirklich auf den Autor ...

„Das ist es, was ein Krieg mit sich bringt. Niemand kommt mit heiler Seele raus.“

Lest ihr gern historische Romane?

Ich muss gestehen, dass ich diese nur ab und an lese und es das wirklich auf den Autor und das Thema ankommt.
Corina Bomann hat es jedoch geschafft mich an die Reihe „Die Schwestern vom Waldfriede“ regelrecht zu fesseln.
Nun habe ich leider auch den letzten Band der historischen Krankenhausreihe aus Berlin gelesen und bin einfach nur traurig, dass es schon vorbei ist.

Auch der letzte Teil der Reihe hat mir sehr gefallen.
In diesem Band begleiten wir Christina, die vor dem Krieg mit einem Treck flüchten musste und in Berlin gestrandet ist. Hanna hat diese im Krankenhaus Waldfriede aufgenommen und war ihr über die letzten Jahre quasi eine Ersatzmutter.
Nun beginnt Christina ihre Ausbildung zur Krankenschwester mit dem Wunsch Hebamme zu werden. Doch zeitgleich wüten die Nachwehen des 2. Weltkrieges über Deutschland und Berlin wird zweigeteilt.

Ich muss sagen, dass ich durch die fast 600 Seiten geflogen bin und das Buch kaum aus der Hand lassen konnte. Die Story mit dem zweigeteilten Deutschland ist dann doch schon gar nicht mehr so weit weg aus historischer Sicht und hat mich von allen Bänden am meisten faszinieren können.
Und natürlich hat die Autorin auch alle losen Enden irgendwie zusammengeführt, so dass sich für mich ein gutes und logisches Ende der Reihe rund ums Waldfriede ergeben hat.

Christina spielt in diesem Band die Hauptprotagonistin und hat nicht nur mit der Ausbildung zur Krankenschwester zu kämpfen, sondern auch noch ihre eigenen inneren Dämonen, die sie seit dem Krieg und ihren erlittenen Trauma begleiten.
Doch natürlich finden auch bekannte Charaktere wie Hanna, Elisabeth und Dr. Conradi wieder genug Raum

Alles in allem kann ich auch den letzten Band der Reihe weiterempfehlen. Für mich blieb die Geschichte rund um um die Klinik Waldfriede durch alle Bände auf einem konstant hohen Niveau.
Daher vergebe ich volle 5 Kirschblüten für den Abschluss der historischen Buchreihe.

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