Der letzte Band der Reihe hat mich etwas enttäuscht
Rath1938: Gereon Rath ist, allerdings incognito, wieder in Deutschland, da sein Vater im Sterben liegt. In Berlin ist Fritz Thormann derweil immer noch bei den Rademanns und soll zu einem strammen HJ-Kameraden ...
1938: Gereon Rath ist, allerdings incognito, wieder in Deutschland, da sein Vater im Sterben liegt. In Berlin ist Fritz Thormann derweil immer noch bei den Rademanns und soll zu einem strammen HJ-Kameraden ausgebildet werden, um später in die SS einzutreten. Als es aber schlechte Nachrichten von seiner Freundin Hannah gibt, hält ihn nichts mehr. Dann werden zwei HJ-Mitglieder ermordet, und Charlie setzt alles daran, zu ermitteln, was genau mit Hannah passiert ist, und Fritz zu entlasten, der der Morde verdächtigt wird.
Der zehnte Band der Reihe ist auch der letzte. Ich war sehr gespannt darauf, hatte aber schnell ein ungutes Gefühl, bereits der Prolog ließ mich befürchten, dass die Geschichte nicht gut ausgehen könnte. Ob ich damit recht hatte, verrate ich natürlich nicht, muss aber sagen, dass ich mir mehr vom Abschlussband erhofft hatte, am Ende habe ich den Roman eher enttäuscht zugeklappt.
Natürlich sind alle wichtigen Charaktere wieder mit dabei, wir treffen auf Ernst Gennat, Wilhelm Böhm und Reinhold Gräf, um nur einige zu nennen. Gereon aus den USA begleitet haben sein Bruder Severin und Marion Goldstein, die von Gereon etwas unmögliches verlangt. Auch die historischen Hintergründe spielen wieder eine große Rolle, was man Hannah antun will, haben zum Beispiel viele Mädchen und Frauen erleben müssen, und gegen Ende erleben wir auch die Reichsprogromnacht mit. Da Gereon unter anderem bei Konrad Adenauer unterschlüpft, bekommt auch der Alte ein paar interessante Szenen.
Erzählt wird wieder aus mehreren Perspektiven, so dass wir einen guten Überblick über das Geschehen erhalten. Die Auflösungen der Fälle bergen Überraschungen, sind aber nachvollziehbar.
Ich bin nicht ganz sicher, woran es liegt, vielleicht nur an den Umständen, in denen sie jetzt leben müssen, aber ich hatte beim Lesen öfter das Gefühl, als wären Gereon und Charlie im zehnten Band nicht die Menschen, die ich vorher neun Romane und mehrere Kurzgeschichten lang begleitet habe. Insgesamt hat mich der Roman nicht ganz so abgeholt wie die meisten der vorherigen, auch, wenn ich ihn durchaus gespannt gelesen habe.
Irgendwie hoffe ich ja, dass Volker Kutscher doch noch einmal zu den Raths zurückkehrt, vielleicht einen Nachkriegsroman schreibt.
Band 10 der Reihe konnte mich nicht so abholen wie erhofft und hat mich etwas enttäuscht. Vor allem hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht. Ich empfehle dennoch die ganze Reihe weiterhin.