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Veröffentlicht am 26.12.2024

Der letzte Band der Reihe hat mich etwas enttäuscht

Rath
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1938: Gereon Rath ist, allerdings incognito, wieder in Deutschland, da sein Vater im Sterben liegt. In Berlin ist Fritz Thormann derweil immer noch bei den Rademanns und soll zu einem strammen HJ-Kameraden ...

1938: Gereon Rath ist, allerdings incognito, wieder in Deutschland, da sein Vater im Sterben liegt. In Berlin ist Fritz Thormann derweil immer noch bei den Rademanns und soll zu einem strammen HJ-Kameraden ausgebildet werden, um später in die SS einzutreten. Als es aber schlechte Nachrichten von seiner Freundin Hannah gibt, hält ihn nichts mehr. Dann werden zwei HJ-Mitglieder ermordet, und Charlie setzt alles daran, zu ermitteln, was genau mit Hannah passiert ist, und Fritz zu entlasten, der der Morde verdächtigt wird.

Der zehnte Band der Reihe ist auch der letzte. Ich war sehr gespannt darauf, hatte aber schnell ein ungutes Gefühl, bereits der Prolog ließ mich befürchten, dass die Geschichte nicht gut ausgehen könnte. Ob ich damit recht hatte, verrate ich natürlich nicht, muss aber sagen, dass ich mir mehr vom Abschlussband erhofft hatte, am Ende habe ich den Roman eher enttäuscht zugeklappt.

Natürlich sind alle wichtigen Charaktere wieder mit dabei, wir treffen auf Ernst Gennat, Wilhelm Böhm und Reinhold Gräf, um nur einige zu nennen. Gereon aus den USA begleitet haben sein Bruder Severin und Marion Goldstein, die von Gereon etwas unmögliches verlangt. Auch die historischen Hintergründe spielen wieder eine große Rolle, was man Hannah antun will, haben zum Beispiel viele Mädchen und Frauen erleben müssen, und gegen Ende erleben wir auch die Reichsprogromnacht mit. Da Gereon unter anderem bei Konrad Adenauer unterschlüpft, bekommt auch der Alte ein paar interessante Szenen.

Erzählt wird wieder aus mehreren Perspektiven, so dass wir einen guten Überblick über das Geschehen erhalten. Die Auflösungen der Fälle bergen Überraschungen, sind aber nachvollziehbar.

Ich bin nicht ganz sicher, woran es liegt, vielleicht nur an den Umständen, in denen sie jetzt leben müssen, aber ich hatte beim Lesen öfter das Gefühl, als wären Gereon und Charlie im zehnten Band nicht die Menschen, die ich vorher neun Romane und mehrere Kurzgeschichten lang begleitet habe. Insgesamt hat mich der Roman nicht ganz so abgeholt wie die meisten der vorherigen, auch, wenn ich ihn durchaus gespannt gelesen habe.

Irgendwie hoffe ich ja, dass Volker Kutscher doch noch einmal zu den Raths zurückkehrt, vielleicht einen Nachkriegsroman schreibt.

Band 10 der Reihe konnte mich nicht so abholen wie erhofft und hat mich etwas enttäuscht. Vor allem hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht. Ich empfehle dennoch die ganze Reihe weiterhin.

Veröffentlicht am 05.08.2024

Interessantes Setting

Aus verborgenen Orten
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In einem Ausgrabungstunnel Herculaneums wird eine Leiche gefunden, der Mann wurde wie ein Opfer des Vulkanausbruchs arrangiert, ist aber gerade erst ermordet worden. Kolonel Camarata bis vor kurzem bei ...

In einem Ausgrabungstunnel Herculaneums wird eine Leiche gefunden, der Mann wurde wie ein Opfer des Vulkanausbruchs arrangiert, ist aber gerade erst ermordet worden. Kolonel Camarata bis vor kurzem bei der Mordkommission, nun beim Kunstschutz, wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Der Fall gestaltet sich nicht einfach, so dass Camarata den ihm bekannten Archäologieprofessor Cariello mit ins Boot nimmt.

Herculaneum hat 79 n. Chr. Pompejis Schicksal geteilt, die Ausgrabungen vor Ort gestalte(te)n sich jedoch schwieriger. Beides alleine macht den Roman schon interessant, zumal es im Anhang eine ganze Reihe Fotos aus Herculaneum gibt, dies mit einem Krimi zu verknüpfen, ist im Grunde eine gute Idee. Der Roman ist als Thriller gekennzeichnet, was in meinen Augen nicht ganz zutrifft. Ja, es gibt spannende Stellen, vor allem eine Reihe von Szenen, in denen sich zwei Charaktere in Lebensgefahr begeben, dabei aber auch neue interessante Erkenntnisse gewinnen, thrillermäßig spannend fand ich das allerdings nicht wirklich. Für mich ist der Roman eher Krimi als Thriller, zumal man an den Ermittlungen beteiligt wird. Am interessantesten ist für mich aber vor allem das Setting.

Es wird viel Hintergrundwissen rund um das antike Herculaneum und die verschiedenen Ausgrabungen miteinbezogen, was für mich ein wesentlicher Pluspunkt ist. Den Kriminalfall an sich finde ich nicht ganz so spannend, seine Auflösung hatte ich schon geahnt, sie ist also nicht unlogisch. Am Ende hatte ich vor allem Lust, die Ausgrabungsstelle selbst einmal zu besuchen.

Die Charaktere sind mir nicht wirklich nahe gekommen, ich finde aber sowohl Camarata als auch Cariello sympathisch. Der Roman ist der Auftakt einer Reihe, die an verschiedenen historischen Orten Italiens spielt, an denen Camarata und Cariello zu ermitteln haben.

„An verborgenen Orten“ ist der Auftaktband einer Reihe, die an verschiedenen historischen Orten Italiens spielt. Mir hat er vor allem wegen seines Settings gefallen. Ich bin gespannt, wohin mich der nächste Band führt und vergebe für diesen 3,5 Sterne, die ich, wo nötig, aufrunde.

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Veröffentlicht am 01.08.2024

Wie aus Norma Marilyn wurde

Marilyn und die Sterne von Hollywood
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Marilyn Monroe dürfte einer der bekanntesten Personen sein, doch, was weiß man über ihr Privatleben, vor allem dem, das sie vor ihrem Bekanntwerden lebte? Dieser Frage haben sich die Beinert-Schwestern ...

Marilyn Monroe dürfte einer der bekanntesten Personen sein, doch, was weiß man über ihr Privatleben, vor allem dem, das sie vor ihrem Bekanntwerden lebte? Dieser Frage haben sich die Beinert-Schwestern angenommen.

Geboren 1926 als Norma Jeane Mortensen beziehungsweise Baker, die Namen von Geburtsurkunde und Taufschein unterscheiden sich, hatte die Protagonistin keine behütete Kindheit, im Gegenteil, sie wurde bei Pflegefamilien und im Waisenhaus groß, da ihre Mutter psychische Probleme hatte. Der Roman setzt mit dem Prolog1934 ein, Norma, wie sie im Roman durchgehend genannt wird, erhält die Chance auf eine glückliche Kindheit, da eine Freundin ihrer Mutter sich ihrer annehmen möchte.

8 Jahre später treffen wir Norma wieder, leider scheint ihr Glück zu enden, ihre Familie verlässt den Bundesstaat, sie kann aus rechtlichen Gründen nicht mit, und wird, um nicht wieder ins Waisenhaus zu müssen, mit Jim Dougherty verheiratet. Wir begleiten Norma nun in ihrem Leben als junge Ehefrau, die sich, nachdem Jim in den Krieg zieht, langsam emanzipiert und versucht, ihre Träume zu leben, zunächst als Fotomodell, immer aber mit dem Wunsch Schauspielerin zu werden. Mit der Erfüllung dieses Wunsches und dem Erhalt ihres Künstlernamens endet der Roman im Jahr 1946.

Wieder einmal bin ich bei einer Romanbiografie aus den Reihen um bedeutende Frauen etwas zwiegespalten. Wenn man selbst ein bisschen recherchiert, kann man zum Beispiel schnell lesen, dass Normas Leben bei der Familie, bei der ihr der Roman eine glückliche Zeit bescheinigt, nicht ganz so glücklich gewesen sein kann, was auch vieles im späteren Verlauf des Romans weniger glaubhaft macht.

Die Erzählung ist recht ausführlich, manches wiederholt sich dadurch, ich hätte mir eher gewünscht, dass wir mehr von Normas Leben erfahren könnten, vor allem nachdem sie Marilyn ist, zumal der Titel ja suggeriert, dass es um Marilyn und nicht um Norma geht. Trotzdem habe ich den Roman nicht ungern gelesen, man muss sich halt im klaren sein, dass es ein Roman ist und sich die Autorinnen erzählerische Freiheiten genommen haben. Immerhin macht er Lust darauf, selbst zu recherchieren und andere Bücher über Marilyn Monroe zu lesen.

Die meisten Kapitel sind aus Sicht Normas erzählt, ein paar wenige aus der Darryl Francis Zanucks, der Studiochef 20th Century Fox', der Norma unter Vertrag nahm. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das nötig war, es war aber recht interessant, einen Blick auf ihn zu werfen.

Gut gefällt mir, dass die einzelnen Teile des Romans, insgesamt vier zuzüglich Prolog, mit Zitaten Marilyn Monroes eingeleitet werden, so kommt man Marilyn auf eine gewisse Weise näher. Gut gelungen ist auch der Einbezug des historischen Hintergrunds, interessant diverse gesetzliche Regelungen, wie die, dass verheiratete Schülerinnen die High School verlassen mussten.

Im Anhang befindet sich ein Nachwort der Autorinnen, das auf jeden Fall lesenswert ist, aber auch etwas ausführlicher hätte sein können, was Fakten und Fiktion angeht, berichtet wird darin auch, wie es nach dem Romangeschehen mit Marilyn und anderen Charakteren weiterging.

So ganz hat mich der Roman leider nicht erreicht, dennoch wurde ich recht gut unterhalten und dazu angeregt, mich weiter mit Marilyn Monroes Leben zu beschäftigen. Ich hätte mir die Geschichte ein wenig geraffter gewünscht, und dafür mehr auch über Marilyn, nicht nur über Norma.

Veröffentlicht am 07.06.2024

Jan de Vries' neunter Fall

Tiefwasser für Nordstrand
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Jan de Fries ist mit seinem Freund Uz und dessen Matrose Onno mit Uz' Krabbenkutter unterwegs, als sie auf drei Wracktaucher aufmerksam werden, von denen einer schwer verletzt ist, natürlich eilen sie ...

Jan de Fries ist mit seinem Freund Uz und dessen Matrose Onno mit Uz' Krabbenkutter unterwegs, als sie auf drei Wracktaucher aufmerksam werden, von denen einer schwer verletzt ist, natürlich eilen sie zu Hilfe. Dass einer der Drei sie bedrohen könnte, damit sie den genauen Ort nicht dem Schifffahrtsamt melden, hätten sie nicht erwartet, auch nicht, dass dies nur der Auftakt zu einigen blutigen Taten ist.

Dies ist bereits der neunte Fall des Anwaltes Jan de Fries. Ich selbst bin erst mit Band 6 in die Reihe eingestiegen, die vorherigen Bände warten aber schon darauf, von mir gelesen zu werden. Ich mag Jan, auch wenn er manchmal für einen Anwalt sehr unkonventionell handelt und nicht immer schlaue Dinge tut, so dass er oft in Gefahr gerät. Dies ist auch hier wieder so. Eigentlich mag ich so etwas nicht besonders, aber in dieser Reihe kann ich damit leben, es gehört einfach zum Protagonisten. Die Fälle sind meist interessant, und Jans Bekanntenkreis ist mir ebenfalls sehr sympathisch. Außerdem mag ich das Setting an der Nordseeküste, dieses Mal gibt es viel Handlung direkt auf See.

Natürlich ergibt sich daraus, dass Jan immer in Gefahr gerät, auch ein nicht geringer Teil der Spannung. Man erwartet zwar, dass er überlebt, immerhin ist er der Ich-Erzähler, aber das Wie ist es, das spannend ist. Am spannendsten in diesem Band war für mich allerdings die Frage, ob jemand aus Jans Bekanntenkreis, der schwer verletzt wird, überleben wird.

Der Fall selbst ist okay, auch die Auflösung, allerdings auch wieder ein bisschen übertrieben, was ich auch schon beim Vorgängerband bemängelt habe. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band, den ich lesen werde.

Band 9 der Reihe um den Anwalt Jan de Fries ist wieder spannend, was aber zum Teil auf Jans oft unbedachtes Handeln zurückzuführen ist. Wen das nicht stört, ist mit der Reihe gut bedient, unterhaltsam sind die einzelnen Bände allemal.

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Veröffentlicht am 27.05.2024

Nette Zusatzgeschichte zu "Wolfszone"

Maschinenwolf
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Deutschland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Durch illegal entsorgten Technikmüll und Nanobots sind die Wölfe in einem Wald in Brandenburg mutiert. Das löst Ängste aus, der Wald wird abgesperrt, die ...

Deutschland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Durch illegal entsorgten Technikmüll und Nanobots sind die Wölfe in einem Wald in Brandenburg mutiert. Das löst Ängste aus, der Wald wird abgesperrt, die Armee rückt an, aber auch Journalisten und Naturschutzgruppen. Lisa und Helge sind nicht nur ein Liebespaar, sondern auch Aktivisten von ProW@lf. Lisa möchte unbedingt einen der Cyberwölfe selbst sehen und geht deshalb in die gesperrte Zone.

Die Kurzgeschichte ist ein Zusatz zum Roman „Wolfszone“. Dort spielen auch Helge und vor allem Lisa eine gewisse Rolle. Man muss sie nicht kennen, bevor man den Roman gelesen hat, man kann sie sich auch zwischendurch oder hinterher zu Gemüte führen.

Ich habe die Kurzgeschichte vor dem Roman gelesen, dieser lag aber schon bei mir bereit. Das war auch gut, denn bei mir löste sie keine größere Lust auf mehr aus, sie zu lesen ergab für mich persönlich erst richtig Sinn, nachdem ich den Roman gelesen hatte.

„Maschinenwolf“ ist ein netter Zusatz zu „Wolfszone“, die man lesen kann, aber nicht muss. Da sie kostenlos angeboten wird, kann man nichts falsch machen.